Sightseeing Valparaiso

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Unsere Villa, mit dem tollen Turmzimmer und der Wahnsinnsaussicht über die Bucht

Di, 8.3.16

Stundenlang kann ich am Wasser sitzen, stundenlang ohne Langeweile, immer nur Wellen beobachten, oder wie hier am Hafen das stete Treiben, das Ineinandergreifen der leeren oder beladenen LKW und der Kräne, die Container auf- oder abladen, deren stetes auf und ab, hin und her, vor und zurück, von links nach rechts…. Stundenlang und morgen wieder. Sehr zum Leidwesen meiner besseren Hälfte. Der würde ja gerne mal weiter die Stadt erkunden, als nur bis zum Hafen.

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Hafenpanorama

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Einblicke.

Immerhin sind wir einmal mit dem schrägen Aufzug gefahren, der knapp 50 Cent kostet, schräg den Berg entlang fährt und ca 150 Treppenstufen erspart. Die gibt es hier an mehreren Stellen, weil die Hügel plötzlich steil ansteigen.

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Einer der vielen Aufzüge. Zeugen der guten alten Zeit, bevor der Panamakanal eröffnet wurde.

Außerdem haben wir soeben die ROTEN Mädels wieder abgeholt (sie sind tatsächlich immer noch rot unter der braunen Kruste gewesen!) und M. noch einen Frisörtermin verordnet, der nun kaum wiederzukennen ist. Alles ist wieder am – sauberen – Mopped, alle unseren – dreckigen – Koffer und Rollen. Die hat BMW natürlich nicht sauber spritzen können, denn die hatten wir ja vorher abgebaut und in der Garage gelassen. Mal sehen, wie lange die Mädels nu sauber sind. Beim letzten Mal hat es genau 2 Tage gehalten. Dann waren sie wieder eingesaut. Aber hier gibt es ja angeblich nur Wolken und keinen Regen… „A ver“ – mal sehen!

Morgen gehts über die Grenze nach Argentinien: Mendoza.

VGB

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Sonntag ist der Tag der Straßenkünstler.

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In Valparaiso ist tierisch was los.

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Hier (oben) soll’sleckeren Kaffee geben? Glaub ich nicht. – So sieht leckerer Kaffee aus.(unten)

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Hinter den Kulissen – Überall finden sich die Zeugen der teils verheerenden Erdbeben.

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In die Wüste geschickt

Fr. 4. 3.16

Keine Sorge, hier hat keiner den anderen in die Wüste geschickt. Aber wir haben unsere Mädels in die Wüste geschickt. 2 Tage lang durch die Atacamawüste – ein Highlight für M. Und auch für mich war es keineswegs langweilig, auch wenn ich nicht die grenzenlose Begeisterung von M. teile. Aber ich gebe zu, dass ich mir das ganz anders vorgestellt hatte: Wüste war für mich langweiliger Sand, oder besser: schwierig zu fahrender Sand. Aber die Wüste hier ändert sich immer wieder, mal eine weite, flache Ebene, mal hügelig steinig, mal bergig eng und kein einziger Grashalm. Keine einzige Pflanze. Dafür aber Tiere. Ich hab 2 verschiedene Insekten gesehen. Wovon leben die? Woher nehmen die das Wasser? Hier wächst doch nichts! Wirklich nichts! (Oder vielleicht sehe ich das auch nur nicht?)

Die Straße geht schnurgeradeaus. Ich hätte gedacht, dass 2 Tage geradeaus Fahren langweilig ist. Ist es aber nicht! Wie in den Badlands der USA ist es einfach beeindruckend, diese Weite zu erleben und stundenlang durch dieselbe Landschaft zu fahren.

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Durch die Wüste, mal auf Teer, mal auf Schotter  (dass die Frauen aber immer so viel Staub aufwirbeln müssen ;-)…)

Gestern sind wir durch Stein- und Sandwüste gefahren, wobei die Straße bis auf ganz wenige Ausnahmen frei war. Manchmal sind wir durch eine Sandwolke gefahren, wenn der Wind den aufgewirbelt hat. Das hat am Hals gepiekt, aber schlimm war das nicht. Mich hat die Temperatur verwundert. Als wir losfuhren auf 2500 m war es etwas frisch morgens, knapp 20 Grad. Wir fuhren über einen Pass (3300 m und nur 16 °C) auf 1500 m runter = 35 °C. Es geht weiter runter auf 500 m = schnuckelige 24 °C. Ich traue meinen Augen oder besser, dem Thermometer nicht. Aber es hat recht, denn es geht auch umgekehrt: Auf 1300 – 1500 m sind es wieder 35 ° C und auf 2000 m wieder angenehme 27 °C.

M. versucht zu erklären, vielleicht hat das mit dem Wind zu tun, der vom nahen Meer herüber weht. Mag sein. Wir suchen uns einen „wilden“ Zeltplatz. M.’s 1. Vorschlag rechts rüber gefällt mir nicht. Ich mag nicht so weit ab von der Straße was suchen, denn die Hügel sind ein ganzes Stück entfernt. Ich „verstecke“ mich und die Moppeds gerne hinter einem Hügel, damit uns nicht jeder gleich von der Straße aus sieht. Fahren wir doch lieber noch eben dort über den Hügel und schauen wie es dort aussieht. Gesagt getan, dort finden wir was und bauen alles auf. Kaum steht alles, hält hier auch ein LKW. Mist, kann man denn nicht mal seinen Ruhe haben ;-)…. Aber er fährt nach 10 min. weiter, als ob er es gehört hätte. Ein 2. LKW hält wenig später, selbes in Grün. Ob die hier ihren Müll hinlegen und weiterfahren? Mag sein. Einiges liegt dort an der Straße, Reifen, Regal, etwas Verbranntes… Aber das waren auch die einzigen Besucher.

Still wird es hier. Die Sonne geht unter, M. repariert sein Windschild (er hat 2 Schrauben im Gerappel verloren) und ich koche etwas, solange es noch hell ist. Wir merken deutlich, dass die Sonne jetzt wieder erst nach 8 untergeht und es auch nicht mehr so schnell dunkel ist. Man kann wieder mehr km schrubben.

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Kettenpflege, in der Wüste besonders wichtig.

M. erklärt mir die besondren Lichtverhältnisse in der Wüste. Das besondere rot/orange, das ins lila übergeht, wenn die untergegangene Sonne den Horizont anleuchtet. Das gäbe es nur in der Wüste, weil in Bodenjähe immer etwas Dreck/Sand ist, der angestrahlt wird, ansonsten aber in höheren Schichten klare Luft herrscht.

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Ich seh den Steeeernenhimmel, den Sternenhimmel, oh oh….

Und noch etwas gibt es nur in der Wüste: Den sagenhaften Sternenhimmel. (Der Mond war noch nicht aufgegangen, zum Glück!) Die Milchstraße habe ich noch nie so deutlich gesehen, wie gestern Abend. Unglaublich. Fast habe ich den Orion übersehen, weil so viele Sterne dazwischen leuchteten. Dafür haben wir aber das „Kreuz des Südens“ gesehen, den Jupiter und den Sirius, die kleine und die große Magellan’sche Wolke, wie die Pleiaden am Horizont verschwinden und 2 Sternschnuppen (z. T. dank und mit Hilfe der  I-pad-App. 😉 …)

Am Morgen weckt uns die Sonne. Nicht das plärrende Radio im Auto unten an der Ampel, nicht die schlagende Tür eines anderen Hotelgastes, nicht das Bellen des Hundes, der schon die ganze Nacht geblökt hat. Nichts – kein Geräusch! Nur die wärmende Sonne. Herrlich! DAS ist Freiheit. Genau DAS schätze ich am Wildcampen, auch wenn das für andere Menschen im ersten Moment unbequem erscheinen mag. Aber ich nehme gerne die fehlende morgendliche Dusche in Kauf, den Wassermangel und es macht mir auch nichts aus, die Botanik als erstes zu „besuchen“, weil ich diese Ruhe so unheimlich genieße und schätze. Keine Uhr im Sinn, bis wann man zum Frühstück erscheinen muss, keine Eile. Einfach nur Relaxen! Beim Rundumblick fällt sofort der Nebel gleich nebenan im Tal auf. Dort wollte M. zuerst zelten. Als ob ich es geahnt hätte. Wir wären mitten drin und hätten nun ein nasses Zelt einzupacken. So aber „parken“ wir oben drüber und alles ist trocken. (cheese!)

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Frühmorgens in der Wüste, weiter unten, hängt noch der Morgennebel.

Dieses Relaxen kann ich übrigens besonders gut in der Wüste. Die Straße ist nicht anspruchsvoll, kaum Verkehr. Man muss nicht hochkonzentriert fahren, sondern kann den Gedanken (oder der Musik in meinem Kopf) freien Lauf lassen. Wunderbar entspannend.

Recht widersprüchlich empfinde ich die Wüste am Meer. Wie kann das sein? Rechts Wasser, links Wüste? Hier scheint es wohl manchmal zu regnen, denn einige Büsche oder Gestrüpp können sich hier im Sand entfalten. Plötzlich ist der Sand nicht mehr rot, sondern hell beige. Dann erscheinen wieder Berge. Es geht wieder auf 500 m Höhe. Dicke Steine liegen überall herum. Solch eine abwechslungsreiche Landschaft hätte ich der Wüste nicht zugetraut.

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Die Muelle de Los Vilos.

Außerdem gibt es viele Orte und sogar Städte in der Wüste. Woher kommt das Wasser für die vielen Menschen? Keine Ahnung. So furchterregend wie noch zu Anfang empfinde ich die Wüste nicht mehr. Klar, sie verzeiht keine Fehler und die vielen kleinen „Kirchlein“ am Straßenrand, die von Unfällen herrühren und dem Toten ein „Heim“ geben sollen, bezeugen die Gnadenlosigkeit  der Natur und viele LKW-Fahrer hupen, wenn sie an diesen Stellen vorbeifahren, um den Toten zu grüßen. Aber ich habe gelernt, verantwortungsvoll in die Wüste zu fahren: Genügend Wasser mitnehmen, Sprit tanken, wo und wann immer eine Tanke da ist, etwas zu essen mitnehmen und nicht einfach in irgendwelche Wege reinfahren, sondern die Natur beobachten und einschätzen. Wir wollen ja schließlich nichts unnötig riskieren.

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Endlich wieder am Meer.

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Amerikas Blick auf die Welt…. Eine gewisse Ähnlichkeit mit Donald Trump ist unverkennbar 😉

Heute zelten wir in der Nähe von einem Observatorium, von denen es hier einige gibt. Morgen ist Samstag, Besuchtstag eigentlich. Aber wir hätten uns per Internet anmelden müssen und die Führung geht erst um halb 3. Der Torwärter kann (oder will?) erst dann den Guide fragen, ob wir mit schauen dürfen. Wir haben aber keine Lust, einen Tag zu verschenken, wenn der dann „nein“ sagt. Mal sehen, wenn wir morgen früh den nächsten Wärter fragen, ob der eine andere Lösung parat hat. Zur Not fahren wir halt so weiter. Aber wäre doch schöner, das mal von Nahem zu sehen.

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Frühmorgens mit Blick auf das Observatorium. Da hat sich ein Gast zu unseren Moppeds gesellt.

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Lichtspiele.

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Das La Silla Observatorium der ESA. Näher durften wir leider nicht ran.

Aber am nächsten Morgen steht derselbe Wärter wieder da. Mist! Dann eben nicht. Wir fahren weiter nach Süden. Mehr und mehr wachsen Büsche, es wird zunehmend grüner, Bäume tauchen auf und In Valparaiso haben wir die Wüste hinter uns gelassen.

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Blick auf das abendliche Valparaiso von unserem Turmzimmer aus.

Eigentlich wollten wir in der berühmten Villa Kunterbunt übernachten, aber dort gibt es keinen Hostalbetrieb mehr und sie konzentrieren sich nur noch auf die Verschiffung von Motorrädern und der Beherbergung der jeweiligen Besitzer. Aber nebenan kommen wir genauso gut unter. Hier bleiben wir das Wochenende und hoffen, am Montag bei BMW den Service zu bekommen….

Bis demnächst wieder

VGB

PS: Sorry, Nun wisst ihr auch, warum es tagelang keinen Bericht gab: Kein Internet!

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Es klappt doch noch mit dem Größenvergleich. Auch, wenn der Muldenkipper mit 100 t Fassungsvermögen nur der kleine Bruder der ganz Großen von Chuquicamata ist.

Die größte Mine der Welt

Mi, 2.3.16

Es hat doch geklappt. Wir können an der Tour zur Besichtigung der Mine teilnehmen. Viele der angemeldeten Teilnehmer sind nicht erschienen, auch keine von der Warteliste. So ist der Bus nur halb voll.

Der Guide spricht wahnsinnig schnell spanisch und fast genauso schnell spanisches englisch, will heißen: englische Wörter mit spanischer Aussprache. „Th“ = d, s = t, englisches a = deutsch/spanisches a, …. usw. Endungen muss man sich denken, die werden nicht ausgesprochen, weder im spanischen, noch im englischen. Ich habe ihn 2 mal gebeten, langsamer zu sprechen. Das erste mal hat er mich ausgelacht, das 2. Mal mit genervtem Gesicht  gefragt, ob ich diese Erklärung jetzt verstanden hätte. Danach habe ich aufgegeben und nicht mehr zugehört. Selbstredend geht er davon aus, dass alle spanisch verstehen. Zaghaft kommen 4 Verneinungen, weshalb er das Gesicht verzieht und das, was er gerade 10 min. in spanisch erklärt hat, im Schnelldurchlauf in 2 min. auf englisch erklärt. Das ganze dann vor 3 Bildern. 1 Std. lang Monolog! Die einzige Frage auf englisch hat er nicht verstanden, trotz Nachfrage. Anscheinend sprach der Besucher zu gut englisch und hatte nicht genügend spanischen Akzent.

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Im alten General Store werden die einzelnen Prozessschritte der Kupfergewinnung erklärt.

Wir machen eine kleine Rundfahrt durch die Geisterstadt, die anscheinend deswegen aufgegeben wurde, weil die Umwelt- und Sicherheitsanforderungen nicht mehr ausgereicht haben, weshalb die Arbeiter von dort nach Calama umziehen mussten.

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Der alte Minenort Chuquicamata. 2004 wurde der Ort aufgegeben und die Bewohner nach Calama umgesiedelt. Die Abraumhalden waren dem Ort zu Nahe gekommen.

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Einblicke in das Betriebsgelände.

Dann geht es noch auf einen Aussichtspunkt, von dem man in den 1 km tiefen Tagebau runtersehen kann. Wir sind auf halber Höhe und es kommt mir gar nicht so spektakulär und tief vor. Vor allem weil „unsere“ Mine in Grevenbroich viel weiter und größer ist, nur nicht so tief. Die Bagger zum Abbau der Kohle und Erde sind riesig groß. Hier die erscheinen dagegen klein. Vielleicht, weil wir so weit weg sind? Keine Ahnung.

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Chuquicamata, mit einer Fläche von 13 qkm und über 1000 m Tiefe, der größte Kupfertagebau der Welt.

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Über diese Rohrleitungen wird die Kupferlösung zum mächsten Bearbeitungsschritt gespült.

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Das Fassungsvermögen eines Muldenkippers beträgt 400 t.

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Neues und altes Bohrgerät für die Dynamitladungen.

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Größenvergleiche. Der kleine Punkt im linken Bild – vor den Muldenkippern – ist ein Pickup.

Größenvergleiche waren nicht erwünscht. Wir haben danach gefragt, ob man auf dem Parkplatz (!!!), wo die LKW abgestellt werden, ein Bild mit Mensch oder Motorrädern davor machen könnte. Nein – aus Sicherheitsgründen ginge das nicht…. Ich lach mich tot. Da reden sie von Sicherheit, lassen einen im Bus Helm tragen, mit langärmeligem Shirt, (wobei man nur 10 min. in der Sonne ist), während rundherum kein Mensch wegen der Staubentwicklung Masken trägt und auch nichts gegen den aufwirbelnden Staub getan wird. Von Ferne konnte ich erahnen, wie die Bohrlöcher für die Sprengungen gebohrt wurden. Wie dort die Sicherheit gewährleistet wird, konnte ich nicht erkennen. Mich hätte interessiert, was sie mit den ganzen Steinen machen, die sie zunächst pulverisiert haben, um das Kupfer herauszufiltern. Wo kommt dieses Material hin? Was passiert mit dem riesigen Loch, wenn sie daneben in 4 Jahren Untertage das Kupfer abbauen? Wo sind die Anlagen, zu denen die Unmengen an Lastern gerade hinfahren? Wie weit entfernt müssen die LKW jeweils die schwere Last fahren? … Ich habe diese Fragen nicht mehr gestellt, ich hatte keine Lust mehr. Wegen der riesigen Laster und deren großen toten Winkel haben sie in der Mine Linksverkehr. Aber wir sind so schnell wieder draußen, dass man dies kaum realisiert. Schon ist die Tour vorbei.

M. hat es gut gefallen, vielleicht, weil er 1. in diesem Bereich arbeitet und eh schon mehr Ahnung davon hat als ich und sich somit all das, was er nicht versteht, zusammenreimen kann. Vielleicht auch 2. weil er sich im Gegensatz zu mir, immer vorher im Internet informiert und eh schon alles weiß, was einem da erzählt werden könnte. Sollten noch Fragen offen bleiben, so liest er hinterher immer im Internet nach, was er verpasst hat. Dafür brauche ich aber nicht aus dem Haus. Da kann ich ja gleich daheim bleiben….

Na, Sightseeing muss ja nicht immer zu meinem Vergnügen sein. Es kann ja auch mal nur für ihn sein.

Hoffentlich habt ihr daheim auch viel Vergnügen gehabt,

Eure B.

Geysire in Chile

Di, 1.3.16

Entgegen meiner Lust auf Schotterwege lasse ich mich von M’s Wunsch, die Geysire zu sehen, überreden, doch dorthin zu fahren. Der Weg ist gut, aber es tauchen immer wieder kurze „Knusperstückchen“ (wie sie unser Trainer Guido von Dirt4fun zu bezeichnen pflegte) auf. Ich meistere die Sandpassagen trotz schwimmendem Vorderrad, trotz schlenkerndem Hinterrad und am Ende des Tages meine ich, das 1. Level im Sand erreicht zu haben. Mein Jaulen wird weniger und ich schaffe es mittlerweile, am Gas zu bleiben und dem Schaukeln stand zu halten und darauf zu vertrauen, dass sich die Fuhre schon wieder stabilisiert. Am Ende des Tages kommen ¾ der Tageskilometer auf Piste zusammen. (Ließ sich nicht vermeiden, sonst hätten wir große Umwege in Kauf nehmen oder zurück fahren müssen.)

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Der Weg zum drittgrößten Geysirgebiet in der Welt.

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Hoffentlich hilft die Kirche bei dem aktiven Vulkan in der Nähe.

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Endlich, auf der Route zu den Geysiren kann ich Vicuñas aus der Nähe fotografieren.

Die Tourbusse sind alle schon im Morgengrauen los, um die fauchenden Geysire besonders spektakulär zu präsentieren. So kommen sie uns schon wieder entgegen, weil wir heute morgen den Sonnenaufgang im Valle de la luna erleben wollten. Es war schon um viertel nach 7 und kein Mensch da. Aber eine Schranke versperrte den Weg, was uns aber nur kurzzeitig innehalten ließ. Fuhren wir halt drum herum.

Wir waren alleine im Tal. Die Sonne verspätete sich einige Minuten und plötzlich leuchteten uns die Berge an. Wow! Welch herrliches Licht.

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Sonnenaufgang im Valle de La Luna.

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Ca 10 km ist der Weg lang. Kurz vor Schluss aber war der Weg gesperrt, vermutlich wegen der letzten Regenfälle letzte Woche. Wir drehten um, und fuhren denselben Weg zurück. Auf halbem Weg kamen uns 2 Mountainbiker grüßend entgegen. Aha, die ersten Besucher. Anscheinend ist jetzt unten auf. Aber an der Kontrollstation war wiederum niemand. Auch am Eingang nicht. Wir schauen genauer nach: Es war noch zu. Die Radler haben es anscheinend genauso gemacht wie wir. Es ist geöffnet von 9.30 -18.30 Uhr. Kosten für den Eintritt von 6.00 – 12.00 = 2500 Pesos (3.50 €) und von 12.01 – ??? 3000 Pesos ( 4,20 €) Ja, ihr habt richtig gestutzt, genauso wie ich. Wenn die erst um halb 10 aufmachen, wieso schreiben die dann Eintritt von 6.00 Uhr an? Und wenn um halb 8 die Sonne aufgeht und abends um 8 erst untergeht, wie will man dann die schönen Bilder in den schönen Sonnenauf-/untergang machen, wenn die dann schon oder noch zuhaben???

Na – uns musste das nicht mehr kratzen. Wir fuhren erstmal Frühstücken und einpacken und dann zu den Geysiren.

Mit uns kommen 3 weitere Autos an.

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Am El Tatio, dem höchstgelegenen Geothermalgebiet müssen wir uns natürlich verewigen.

Aber ehe wir bezahlt haben (5000 pro Nase = 7,00 €), sind die schon bei den Geysiren. Als wir dort ankommen, sind wir wieder allein. Es riecht nicht so penetrant nach Schwefel, wie im Yellowstone, ist aber sicherlich ähnlich spektakulär, weil es nicht so weitläufig, sondern auf engem Raum ist. Wir genießen dieses herrliche Gelände, und dann noch ganz für uns!

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Hier kann man sogar Baden, während es rundherum blubbert und zischt.

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Geysire, mal wild, mal ruhig.

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Na, wo ist denn das ganze Wasser geblieben??? – oh da ist es ja wieder…

Videos ohne lautes Gequatsche anderer Touris oder ins Bild laufende Japaner. Ruhe pur! Ausgiebigst staunen wir. Die Fontänen spritzen nicht so hoch, dagegen sprudelt das Wasser mehr, so wie in der Wasserflasche wegen der Kohlensäure. Auch hier kann ich mich nicht sattsehen und ich bin froh, dass ich M.’s Wunsch nachgegeben habe. Ich hätte hier was verpasst! An einer anderen Stelle kann man wunderbar den Zyklus beobachten: Das Sprudeln hört auf und der kleine „See“ läuft in einem Strudel ins Loch, als ob einer den Stöpsel gezogen hätte. Nach einer Weile fängt es in der Tiefe wieder an zu blubbern, ohne dass man was sehen könnte. Plötzlich steigt das Wasser und das Spritzen fängt von vorne an. Während dieser hier sprudelt, ist reihum weniger los. Die gehen erst dann aus sich raus, wenn der erstere Pause hat. Da kann man sehen, dass das ganze Gelände miteinander verbunden ist in einem riesigen unterirdischen Topf. Seeeeeeeehr interessant alles!

Zumeist langweilig geht es weiter nach Calama zurück. Das Wetter in den Bergen auf argentinischer Seite soll in den nächsten Tagen mehr als besch….eiden sein, so dass wir lieber hier in Chile bleiben. Ein neuer Versuch von M., in die weltgrößte Mine zu kommen, scheitert. Es gäbe Wartelisten, auf die man uns gerne setzen würde. Ansonsten ab 2. Märzwoche erst wieder. Na, danke, da sind wir ja schon halber Weg Ushuaia. Wir lassen erneut anfragen und wegen der besonderen Situation (M. arbeitet im größten Tagebau D-lands), der weiten Reise und der fehlenden Möglichkeit zu warten (als „nonresident“ haben wir keine Wohnung…) um eine Ausnahme bitten. Wenigstens für M. Ich kann ja verzichten. Aber wir bekommen so schnell keine Antwort. So müssen wir bis morgen warten und evtl. ohne Besichtigung weiterfahren. Das wäre schade, aber nicht zu ändern.

Wir erstehen ein zweites outdoor-Handtuch und ein T-Shirt für M. als Ersatz für sein verschlissenes. Leider keine Isomatte.

Entweder er gibt sich mit der kleinen zufrieden oder er muss die alte weiter „ertragen“.

Herzliche Grüße von wieder einmal 30 Grad auf 3000 m Höhe (der Pass ging auf 4400 m und Calama liegt auf 2500 m)

Eure B.

Sightseeing geschlossen

Mo.29.2.16

Wir wollen heute die Laguna Cejar besichtigen. Dort soll man wie im Toten Meer mit Auftrieb baden können. Aber es kostet 15000 Pesos Eintritt (= gut 20 Euro pro Nase), nicht nur das Baden, sondern auch einen Blick drauf zu werfen und ein Photo zu machen. Chilenen dürfen kucken und Bilder machen, aber wir nicht. Wie ungerecht! Na, dann eben nicht, fahren wir zu den Ojos, 11 km entfernt, da kann man kostenlos baden, ist leicht salzig und wunderschön.

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imageimageAber ringsum ist ein hoher steiler Rand. Aus Erde! Wenn ich da mit nassen Füßen wieder rauf will (WENN ich denn erstmal unten bin) dann wird es rutschig und ich will nicht im Krankenhaus landen. Also sitze ich etwas in der Sonne mit Blick auf den Teich und die schneebedeckten Gipfel im Hintergrund, während rund herum nur Geröll und Steine liegen. Wüste eben!

Mir brennt schon wieder die Sonne ins Gehirn und ich werde matschig in der Birne. Hunger hab ich auch. Lass uns ein paar Brötchen im Dorf holen und Pause machen. Dann will ich zu den Aguas thermales. Der Weg ist wieder freigegeben und ich möchte wissen, wie die Überquerung durch den Fluss ist, falls ich morgen voll aufgerödelt dort her fahren soll.

Der Weg ist ok. Kurze, sandige Passagen, leicht rutschiger Schotter und Erdrutsche bereits beseitigt. Die Brücke ist wieder passierbar, die „Fluss“durchfahrt entpuppt sich als Bachdurchfahrt, 10 cm hoch mit dicken Steinen drin und einer etwas tiefer sandigen Einfahrt.

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Aber die Aguas Thermales sind (noch?) gesperrt wegen der letzten Regenschauer. Schade, die hätte ich heute gebrauchen können. Mir brummt nämlich der Schädel. Vielleicht sind die Aguas Thermales morgen wieder geöffnet. Die Geysire sind wohl auch noch gesperrt. Mist! Trotzdem hatten wir heute einen schönen, faulen Tag mit gut 200 km Rundstrecke.

VGB

PS: Heute morgen hat M. mit dickem Hals festgestellt, dass sein Navi sich selbständig wieder eingeschaltet und die Batterie leer gezogen hat. Die Tankattrappe muss abgebaut werden und mit Hilfe der Starthilfebatterie läuft sein Mädel auch schnell wieder. Zum Glück!

Lau…

So, 28.2.16

M. hat schlecht geschlafen. Seine Matratze ist „self-DE-flating“, anstatt „self-IN-flating“ – wohl vom letzten Erdenkuss herrührend. Mist. 1. Reparaturversuch mit Flicken geht schief, 2. Versuch mit Silikon dauert eeeeewig, bis das trocknet. In der Zwischenzeit it Wind aufgekommen und nun ist die Stelle „paniert“. Er „freut“ sich schon ungemein auf die nächste Nacht. Ich vermute ja, auch nach den Erfahrungen von anderen Reisenden, dass eine neue fällig ist. In Calama hat er outdoor-läden gesehen. Dort sollten wir eine neue holen (ist ja ERST 18 Jahre alt!) und auch ein Handtuch für mich. Es war plötzlich nicht mehr da. Ich hatte es mit einem farbgleichen T-Shirt als „eingepackt“ deklariert, was aber wohl nicht zu traf. Im Hotel ist das nicht tragisch, aber beim Campen oder in Agua Thermales ist eines für zwei etwas feucht. 😉

Wir gehen heute erstmal ins Zentrum zur Polizei und fragen nach, wann der Weg zu den Geysiren/Agua thermales wieder frei ist und erfahren, das würde wohl noch mehrere Tage dauern. Auch von Calama aus wäre der Weg nicht passierbar. Erdrutsche, Unterspülungen und die fehlende Brücke hätten zum Verbot geführt. Ok, dann erstmal Kaffee, essen und neu überlegen. Aber man sitzt so herrlich im Schatten unter den Bäumen draußen auf dem Platz. Wir hören guten Straßenmusikern zu und genießen mal das Nix-tun. Endlich machen wir uns wieder auf den Weg zum Campingplatz. Dort knallt die Sonne und wir springen mal „kurz“ in den Pool. Chillen nennt man sowas. Und das vor der schneebedeckten Bergkulisse! Die Luft ist ungewöhnlich klar heute und die beschneiten Berge gibt es auch nicht allzu oft in Kombination mit fast 30 Grad Lufttemperatur. Außergewöhnlich!

Am Ende des Tages erfahren wir, dass die Touren morgen wieder zu den Geysiren fahren. Wir wollen aber erstmal zu den Lagunen Cejar und der Salzlagune, die wie im toten Meer soviel Auftrieb verschafft, dass man nicht schwimmen muss, ohne unterzugehen. Einen Tag später hoffen wir, dass dann schon Spuren durch den Fluss gefahren wurden und der Weg noch besser ausgebessert ist. Von dort wollen wir zurück nach Calama, um doch noch in den größten Tagebau der Welt rein zu kommen. Von dort runter gen Süden. So der Plan.

M. hat mal überschlagen und Kartenstudium betrieben. Zeitlich müsste es zu schaffen sein. Es hängt halt alles vom Wetter ab, ob wir Ende März/Anfang April noch nach Ushuaia kommen. 4 Wochen… Mal sehen. (Wir sind spät dran).

VGB

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gute Straßenmusiker

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Siesta! por favor!

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San Pedro de Atacama

Sa, 27.2.16

Wir haben in Calama ein paar Reparaturen durchgeführt, die defekten Scheinwerferlampen gewechselt, den Koffer gerade gezogen und die Seitentasche wieder nähen lassen und einen Tag lang einen lauen mit den beiden Chilenen gemacht, die im selben Hotel wie wir abgestiegen sind. Er hat bolivianisches Öl im Motor gehabt, der dann überhitzt ist, weshalb er zurück zur Grenze gefahren ist, das Mopped dort gelassen hat und mit dem Taxi nach Calama gefahren ist. Nun musste er Öl besorgen und zur Grenze mit dem Taxi zurück, um das Mopped abzuholen. Zu allem Überfluss hatte er dann mitten in der Wüste auch noch einen Platten, weshalb er erst am späten Abend wieder kam. Es passiert also auch anderen.

So sind wir erst heute nach San Pedro de Atacama gefahren, nur 100 km ca. Es ist ein kleines Dorf, welches ein besonderes Flair hat. Eigentlich einfach gestrickt, aber doch sehr touristisch orientiert. In der Mitte ist es asphaltiert, sonst Schotterwege. Wegen der letzten Regenfälle ist der Weg zu den Geysiren gesperrt. Mist. Vielleicht geht es in 2 Tage wieder besser. Wir wollen hier 3 Tage bleiben und die Warmwassertherme besuchen, den Salar de Atacama – vielleicht können wir hier endlich mal das Mopped auf den Salzsee stellen ? – und eben die Geysire. Mals sehen, ob das klappt. Der Licancabur, der Vulkan auf bolivianischer Seite, ist komplett weiß, schneebedeckt. Den kennen wir doch von der Laguna verde. Es ist nicht weit zur Grenze.

Da das Hostal hier unverschämte 65 Dollar pro Nacht haben wollte, sind wir mal wieder auf den Campingplatz daneben ausgewichen. Es soll die nächsten Tage hier nicht regnen. (Hoffentlich behalten die Wetterfrösche recht!) Hier campt heute noch eine deutsche Motorradtruppe von 16 Fahrern, die aber morgen weiter nach Bolivien und Peru fährt. Sie sind 5 Wochen hier unterwegs mit einem Tourguide. Der Austausch macht Freude und so wird es schnell dunkel.

Zeit mal wieder was früher ins Bett zu gehen.

VGB

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Chile

Do, 25.2.16

Zurück in der Zivilisation! Wir sind in Chile! Und es gibt wieder Internet! Yeah!!!! Aber von vorne:

Auch heute morgen: Internet Fehlanzeige. Geht immer noch nicht. So kaufen wir noch schnell 4 Brötchen und machen uns über unzählige, riesige Wasser- und Matschpfützen auf zur chilenischen Grenze.

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Anbau in der Wüste: Quinoah

Dank des gestrigen, dicken Gewitters ist heute die Straße nass, durchgeweicht und matschig. Wie gestern sind 2 reifenbreite Spuren festgefahren. In der Mitte liegt Matsch und rechts und links auf dem Rand auch. Dicker Matsch! Klebriger Matsch! Rutschiger Matsch!

Die Autos, Busse und LKW’s scheinen das auch zu wissen, denn sie weigern sich standhaft, die beiden festen Reifenspuren zu teilen. Wir bestehen aber auf Gleichberechtigung und machen unsere Fahrspur einfach nicht frei, so sehr der entgegenkommende Verkehr auch lichthupt. DAS können WIR auch! Zur Not bleiben wir halt auf unserer Spur einfach stehen. Sie können uns ja schließlich nicht einfach über den Haufen fahren. 2 Idioten gehen nicht vom Gas runter und lenken erst im aller, allerletzten Augenblick in den Matsch zur Seite und beschmeißen uns von unten bis oben mit Matsch. Die Drecksäcke!!!

Wir haben uns den Großteil des Weges gestern ja schon angeschaut. Easy, mit 80 über die Piste! Aber ich habe auch die 3 Baustellen gesehen, die sie klamm heimlich mal eben in den 3 Tagen unserer Abwesenheit dort drapiert haben. Auf die Umleitungen freu ich mich jetzt schon – so der O-ton von gestern. Heute aber sieht die Sache schon wieder anders aus: An 2 Baustellen wird nicht gearbeitet und an keiner einzigen steht ein Ratgeber – wie sonst. So genehmigt M. seinem Baby eine Extraspielrunde im Dreck, was aber leider zu Lasten seines rechten Koffers und seiner rechten Seitentasche geht – schon wieder! Der Grader (mein „Lieblingsfreund“) hat gestern ganze Arbeit geleistet und die gesamte Straßenbreite auf ca 10 km be“gradigt“, heißt umgegraben und aufgeraut, wie im Frühjahr im Garten zur Saht vorbereitet. Den Rest hat das gestrige schwere Gewitter übernommen: Klebriger, klumpiger Reis. (Ach nee, das war was anderes) Aber klebrige, klumpige (Lehm-) Pampe, wo du mit jedem Schritt 2 cm größer wirst. Die Umleitung ist schon von einem steckengebliebenen Laster blockiert. Hinweisschilder gibt es nicht…

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Was für ein Mist…

Der Koffer ist abgerissen und hängt nur noch an der Sicherung. So kriegen wir das Baby nicht wieder hingestellt. Also alles abbauen und in den Dreck legen. Baby hinstellen, den Koffer notdürftig irgendwie sichern und befestigen, alles andere wieder draufladen und ausgerechnet DANN hält ein Auto und sagt uns: „Unten rum“. Witzbold. JETZT wissen wir das auch.

Dieser Mist hat uns eine Std. Zeit gekostet. Hoffentlich fehlt die uns später nicht. Weiter gehts durch die Wüstenlandschaft und als ob das nicht schon gereicht hätte, regnet es dafür schon um halb 2! Hey!!! Es ist doch noch gar nicht dunkel! Ausgerechnet heute regnet es schon so früh.

Aber diesmal nur kurz und wir können uns wieder trocken föhnen.

Der gestrige Fahrer sagte: „Immer geradeaus“ zur Grenze. Hier geht es aber nur rechts oder links. Ist das da schon die Grenze? Erstmal was essen, sonst nehmen die uns das gleich nämlich ab. Die Chilenen sind da sehr kritisch. Es kommen 2 4-wheeler der Touragenturen, die nach rechts abbiegen. Laut Navi ist das aber die falsche Richtung. Aber normalerweise wissen die Leute ja immer besser als Navis bescheid. Also fragen wir einen Arbeiter. Ja, dort vorne wäre schon die Grenze.

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Nur noch über die Grenze, dann sind wir endlich in Chile!!!

Hier ist nix los, keiner schreit schon von Ferne, ob ich Geld tauschen wolle und niemand springt mir in den Weg, weil er mir mit den Formalitäten helfen will. Hier herrscht Ruhe. Na, da kann man die Mädels bestimmt unbeaufsichtigt lassen und M. seinen Kram diesmal mit mir gemeinsam machen. Dann gibt es auch keinen Hickhack.

Schnell haben wir den Stempel der Bolivianer im Reispass – es ist ja nix los gerade. Gegenüber zum Gebäude für die Moppeds. Dort warten schon 3, denn es ist keiner an den Schaltern, obwohl angeblich durchgehend geöffnet ist. Wir warten. Und warten. Die anderen verschwinden. Wir warten. Nix passiert. Einer kommt rein und klopft und quasselt mit seinem offensichtlich Bekannten und verschwindet. Im Fernsehen läuft Starwars und wir warten. Ich klopfe höflich und mache mich mal bemerkbar, tue doof und frage, wohin wir denn müssen. Es sei hier schon richtig, aber der Beamte sei beim Essen – um halb 3 !!! Und käme gleich wieder. 5 min. Wir warten weitere 10 als er endlich mit 5 anderen Männern im Schlepptau erscheint und mit allemann im Zimmer verschwindet. Die wollen wohl alle mit Stapeln von Papieren nach Bolivien rein. Er sieht mich am Fenster stehen und nimmt mich dazwischen. Ich sage schnell mein Sprüchlein, er nimmt das Papier, kuckt drauf, nickt und entlässt mich. Ohne Stempel? Ohne Bestätigung? Ja, wäre in Ordnung, wir könnten fahren. Nur den Schlagbaum macht keiner hoch. Auf unser Nachfragen „dürfen“ wir ihn selber hochmachen. Aber der ist abgeschlossen, geht nicht. Also fahren wir einfach daneben durch den Fußgängerdurchgang durch.

Einen Kilometer später sind die chilenischen Gebäude. Erst Einreise mit Pass, dann die Mädels. Ein Wisch muss ausgefüllt werden und DAS Mopped soll hinter das Einreisegebäude hingestellt werden. M. will auch einen Wisch. Klar, für jedes eins. Sie kapiert nicht, dass wir zusammen gehören und jeder eine Maschine hat. Sie hat mich als Sozia eingestuft und ist perplex, als sie mich mit Mopped zur Kontrolle antrifft. Aber alle sind sehr nett. Während die einen den Inhalt der Koffer kontrollieren, macht der andere bereits die Papiere fertig. Ziemlich zeitgleich und zügig ist alles erledigt. Sie haben fast alle Taschen durchsucht, wenn auch nicht geröntgt, wie wohl an anderen Grenzstationen. Den kaputten Koffer von M. haben sie netterweise zugelassen, weil wir ehrlich alles angegeben haben, was zur Konfiszion der Zwiebeln und eines vergessenen Snackbeutels mit Mandeln geführt hat. Sie wissen ja, was in den anderen Koffern drin ist. Da Ersatzteile und Werkzeug fehlen, kann das nur im defekten Koffer sein. Sie erklären uns, dass dieser Grenzübertritt sehr gerne für Waffen- und Drogenschmuggel genutzt wird, z. B. wenn Touris ihr Fahrzeug einen Moment unbeobachtet lassen. Wir aber haben unsere Mädels heute immer im Blick gehabt. Nach Honig wurde exzessiv gesucht, aber ich habe keinen. Auch keine Artesanias, z. B. aus Holz. So sind wir schnell fertig und fahren weiter.

Chile begrüßt uns jetzt erstmal … mit Regen! Na, den hatten wir ja schon lange nicht mehr. Die neue Straße ist noch nicht ganz fertig und die Behelfsstraße nass, mein Visier beschlagen und ich sehe nichts. Weder wo es matschig oder sandig, noch wo es fest ist. M. ist vorne schon nicht mehr zu sehen. Ich komme einfach nicht hinterher, obwohl ich über meinem Wohlfühllimit fahre.  Dafür drängelt von hinten das Moppedpäärchen von der Grenze. Na bravo. Wenn ich die jetzt wegschmeiße, ist M. nicht erreichbar und ich darf Wildfremde bitten, mir beim Aufheben zu helfen. Tu ich zum Glück nicht. Obwohl ich bisweilen schlingere, hab ich doch alles im Griff.

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Nach dem Regen ist vor dem Regen.

Endlich Asphalt. Jetzt kommt das Mopped hinter mir nicht mehr mit. Wir fahren durch die Wüste am Salzsee vorbei. Berge von Salz liegen aufgeschüttet mal rechts, mal links vom Straßenrand sichtbar. Aber es regnet und so bleibt das Photo aus. Mehrere Male sehen wir Hinweisschilder auf den Camino del desierto. (Komisch, wieso hab ich gedacht, dass die Wüste an der Grenze aufhört?) Wir fahren durch riesige Ebenen mit Steinwüste, Geröllwüste oder beidem. Aber es regnet ununterbrochen – bei 6 Grad!!! Kann mir mal einer erklären, warum diese Gegend Wüste heißt, wenn es doch DAUERND regnet? Jeden Tag reichlich? Dahinten sehe ich, dass es hell wird. Prima, da hört endlich der Regen auf.

Leider aber auch der Teer. Danke, da hat der Schutzengel wieder ganze Arbeit geleistet. Ich mach erstmal mein Visier von innen und außen sauber. Der Weg ist wiedermal ob des Regens matschig, sehr nass, rutschig und immer wieder mit riesigen Pfützen übersäht. Langsamer Slalom bei 20 km/h, aufpassen und Vorsicht ist angesagt. Irgendwann wird es trockener und wir können mehr und mehr Gas geben.

Endlich fängt der Teer wieder an und wir dürfen uns ein Stündchen lang in der Abendsonne bei 18 Grad aufwärmen. Schnurgerade teilt die Straße die Wüste und die einzige Richtungsänderung geht nach oben und unten. Es sieht aus wie ein ausgeschlagener Teppich. Eine Bodenwelle nach der anderen sorgt für reichlich Entschädigung für die Unbilden des Tages. Ja, das macht Spaß. Wir fliegen nur so über die Landschaft und schaffen es so gerade noch bei Einbruch der Dunkelheit in den nächsten Ort Calama.

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Wir müssen uns beeilen, die Sonne geht unter…

Das gerade erst geöffnete Hotel (noch ohne Logo oder Schild an der Hauswand) kommt uns gerade recht. Die äußerst zuvorkommende Hausherrin mit ihrem geflissentlichen Personal verwöhnt uns mit allem, was das Herz begehrt. Aufwärmtee, Abendessen, Nachtisch, Cocktail, Radler auf dem Zimmer und rassendschnellem Internet. Wir sind zurück aus der Vergangenheit. Ab jetzt wird es wieder moderner. Ich wollte mit der 3 Tagestour eben KEIN Risiko eingehen, eben den bequemeren Weg gehen und hab mir deshalb den angeblich „besten“ Weg der Region ausgesucht. (Ok, die Baustellen konnte keiner vorausahnen, auch die Einheimischen nicht!) Die Wege dieses Tag es aber war noch schwieriger, als die anderen. Da hätte ich die Lagunen auch mit dem Mopped fahren können. 420 km heute, (von 4300 m sanft aber stetig auf 2500 m herunter,) davon allein die Hälfte auf Piste, davon 100 km übelster Schwierigkeitsgrad, nur ganz wenig Schlaf in den letzten Tagen…. Morgen wird lau, das sag ich euch.

Macht es euch auch gemütlich Daheim

eure B.

Farbendiskussionen

Mi. 24.2.16

Heute morgen wissen wir, warum wir die gestrige Lagune colorada nicht richtig haben sehen dürfen. Man kann schließlich nicht alles haben und mit irgendwas muss man seine Rechnung „bezahlen“. Dieser Morgen wird unvergesslich bleiben. Wir fahren schon um Punkt 5 zu den Geysiren. Es ist s_ _ -kalt und Vollmond. Die Sterne leuchten noch, denn es ist noch stockdunkel. Wir fahren immer höher und höher und auf fast 5000 m ist alles weiß. Es hat geschneit und die Berge liegen besonders ruhig vor uns. Wir kommen kurz vor Sonnenaufgang bei den Geysiren an – Wow!

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Vor Sonnenaufgang erreichen wir die Geysire.

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Warten auf den Sonnenaufgang.

Die Geysire fauchen wie im Yellowstone – laut und furchterregend. Der Dampf ist warm und rund herum ist es matschig. Da geht die Sonne auf und die weißen Berge fangen an zu strahlen. Wir auch! Welch herrliches Licht, welche Wahnsinnsstimmung, welche außergewöhnliche Rarität.

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Geysire in einer Winterlandschaft.

(Ein Video speziell für meinen Sohn… ein Matschpott, nicht im Yellowstone, sondern in Bolivien…) 

Es sind natürlich alle anderen 10 Autos vom Hostal auch schon da, aber das macht nichts. Es ist Platz für alle und jeder bekommt sein Lieblingsbild. Welch ein Erlebnis. Die Wüste schneebedeckt in der Sonne. DAS ist wirklich außergewöhnlich, wie uns der Fahrer bestätigt. Nur, weil gestern Abend hier so viel Regen gefallen ist, der in höheren Höhen als Schnee runter kam, sind jetzt die Berge weiß beschneit. Aha, deshalb durften wir also gestern nicht die Laguna sehen, damit wir heute demütig und dankbar genug für diese außergewöhnliche Herrlichkeit sind. Wir können uns auch nicht satt genug dran sehen.

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Durch eine Winterlandschaft geht es über einen 5000 m hohen Pass.

Weiter gehts zu den Aguas Termales.

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Auf dem Weg zu den Aqua Termales.

 

Das Wasser dampft und der Eintritt ist überschaubar: 3 Bv für das Baño (Toilette) und 3 für den Eintritt ins warme Wasser. Aber der Fahrer genehmigt uns nur 30 min. Das ist uns zu stressig. Möglicherweise haben sich die Betreiber mit den Agenturen darauf geeinigt, die Zeit zu verkürzen, denn ein Mitfahrer erzählte, dass er vor einigen Jahren schon einmal hier war und eine Tour mitgemacht hat. Damals besuchte er auch die Aguas Termales und er konnte nur senkrecht drin stehen, so voll war es. So aber haben sich viele wie wir dagegen entschieden und sind draußen geblieben. Nicht um die 6 Bv zu sparen, sondern um nicht solch einen Stress zu verursachen. Raus aus den Klamotten, rein in die Klamotten, dazwischen versuchen, schnell etwas zu genießen. Allein „schnell genießen“ ist ja schon ein Widerspruch in sich.

So verkrümeln wir uns lieber an das Ufer der Laguna Polques. 32 Lagunen gibt es übrigens um den Vulkan ??? herum. Hier ist es friedlich und ruhig, genau das Richtige für uns zwei, die sich spiegelnden, weißen Berggipfel im Wasser wortlos zu bestaunen.

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Spiegelbild.

Die Massen versammeln sich um den Pool mit wunderbar klarem Wasser. Man kann den Wassereinlauf deutlich ausmachen und die Leute sehen den Badenden zu. Uns gelingt es dagegen, ein paar wunderschöne Augenblicke festzuhalten, als die Lamas hinter uns am Ufer entlang vorbeiströmen. Zack, erwischt. Zack noch eins und noch eins. Ein Bild jagt das nächste.

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Schon wieder tierisch was los.

Und zack – haben die Massen sie auch entdeckt. Sie kommen von überall herangestürmt und die armen Tiere wissen gar nicht mehr, wo sie mit ihren Jungen hin sollen. Dabei wäre das so einfach: Die Leute müssten einfach nur stehen bleiben. Dann würden die Lamas ruhig zwischen den Leuten her gehen – auch wenn nur 2 m Abstand herrscht – und alle hätte in Seelenruhe ihre Bilder machen können. So aber jagen sich sowohl Leute als auch Lamas wild umher und keiner hat was davon. Nur wir – denn wir waren früh und vor allem still genug!!! Wofür hat man schließlich ein Tele..

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Desierto Salvatore Dali.

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Verschneite Berge in der Desierto Salvatore Dali.

Nun zu einem weiteren Highlight der Reise: Der Laguna verde. Lange drauf gewartet, viel davon gehört und gelesen und Bilder bestaunt und darauf gefreut. Und jetzt endlich sind wir da! Aber was ist das? Wo ist denn die grüne Lagune? WAAAAASSS???? Dieses kleine bisschen trübes Wasser soll die berühmte Lagune sein? Wie enttäuschend. So klein nur? Rund herum Kruste und trübe Brühe.

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An der Laguna Verde. Wo ist denn hier das Wasser grün???

Wir erfahren, dass das Wasser toxisch ist und deshalb kein Leben dort im Wasser ist. Außerdem erfahren wir, dass wegen der gestrigen Regenmassen das Wasser zu sehr aufgewühlt ist und sich erst am Nachmittag absetzt, was dann zu der typischen grünen Färbung führt. Mist, wir sind also zu früh! Na, es werden trotzdem alle Pflichtbilder gemacht und wir fahren weiter, Kilometer lang an der Laguna blanca vorbei.

Wie jetzt? Diese weiße, wunderschöne Lagune ist ja viiiiiieeeel größer, als die grüne, die aber ist viel berühmter. Völlig ungerechtfertigt wie wir alle im Auto finden. Zum Glück fassen sich die zwei Chinesinnen ein Herz und erbitten einen Extra-Photostopp! Nur 2 Minuten, nur ein Photo. Aber als wir alle 6 am Ufer stehen und auf die Lagune blicken, bleibt uns allsn die Spucke weg. Wir sind sprachlos. Mehr als „WOW“ schafft keiner. Die gesamte schneebedeckte Bergkulisse spiegelt sich im glatten, niedrigen Wasser, dessen weißen Boden man sehen kann und wo die Flamingos sich gerade aufmachen und davon fliegen, um sich 100 m weiter wieder nieder zu lassen.

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Traumhafte Landschaft an der Laguna Blanca.

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Fotoshootings an der Laguna Blanca.

0302_9.jpgVergeblich versucht der Fahrer seine Schäfchen wieder einzusammeln. Unsere ganze Aufmerksamkeit ist gebannt vom Anblick, dass kaum einer auf sein Rufen reagiert. So dreht er den Spieß einfach um, nimmt sich den einzig verbleibenden Fahrgast (die Italienerin) und fährt sie zur chilenischen Grenze, mit dem Hinweis, so hätten wir noch etwas mehr Zeit zum Fotografieren. Fort sind sie. Ich habe so gerade noch Zeit, sie zu umarmen, ihr eine gute Weiterreise zu wüschen, mich von ihr zu verabschieden und alle guten Wünsche für die anderen mitzunehmen.

Natürlich lasse ich mir DIE Gelegenheit nicht entgehen, die anderen so herrlich zu veräppeln, denn SIE sind es ja schließlich schuld, dass der Fahrer nun ohne uns alle gefahren ist und SIE müssten nun für Ersatz sorgen. Erstaunen bis Entsetzen in den Gesichtern der Mitfahrer, aber schnell löse ich den Knoten auf und strahlende Gesichter freuen sich über die gewonnene Zeit an diesem herrlichen Ort. Wir sitzen und können uns auch dieses Mal wieder nicht sattsehen an dieser Aussicht! (Vermutlich mussten wir dafür mit der grünen Lagune „bezahlen“)

Eigentlich dachte ich, wir würden nun in einem Rutsch zurück nach Uyuni fahren, aber der Fahrer hat noch einen Trumpf im Ärmel: Er hält für ein kurzes Päuschen an dem „Valle de Rocas“ an. Gesteinsformationen vulkanischen Ursprungs in den aberwitzigsten Figuren, Größen und Formen.

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Valle de Rocas I.

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Valle de Rocas II.

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Erwischt!

Auch hier bekommt er kaum seine Schäfchen eingesammelt. Immer fehlt irgendwer, der in sich versunken einfach nicht so schnell in die Realität zurück findet.

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Über wilde Pisten geht es nach Uyuni zurück.

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Auf dem Rückweg kommen uns Juan und Deborah entgegen. Zu dem Zeitpunkt wussten wir das noch nicht. An der Grenze nach Chile haben wir zum ersten Mal Gelegenheit zum Gespräch und sie steigen im gleichen Hotel in Calama ab.

Voller Eindrücke kehren wir am frühen Nachmittag wieder zum Hotel zurück. Unsere Mädels warten dort brav auf uns und leider auch der Regen. Der gestrige Regen- und Hagelstrum hat hier wieder einmal das Internet lahmgelegt. Auch heute schüttet es beim Dunkelwerden wieder heftig. Vermutlich wird es auch morgen früh kein Internet geben. Geduld bitte!

Morgen gehts auf zur Chilenischen Grenze, vielleicht gibt es dort Internet.

VGB

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Über wilde Pisten geht es nach Uyuni zurück.

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Die Schule ist aus.

PS: Ich war übrigens die einzige im Auto, die sich mit allen 6 weiteren Insassen im Auto unterhalten konnte. Die 2 Chinesinnen sprachen (die eine mehr, die andere weniger gut) englisch (neben chinesisch natürlich) mit M und mir. Die Italienerin konnte recht gut französisch und ein wenig spanisch, und so unterhielten wir zwei uns zusammen mit dem Franzosen auf französisch. Der Franzose konnte ein paar wenige Wörter englisch und noch weniger spanisch, aber er gab sich Mühe und fragte immer wieder nach der Übersetzung von einzelnen spanischen Worten. Der Fahrer sprach nur spanisch, auch wenn er einzelne englische Worte interpretieren konnte. So sprach der Fahrer mit der Italienerin, dem Franzosen und uns auf spanisch und war heil froh, dass ich fleißig alles in sämtliche Sprachen hin und her übersetzte. Welches Durcheinander in meinem Kopf. Ich musste mich anstrengen, um immer die Schublade mit der richtigen Sprache aufzuziehen. Bisweilen merkte ich den Fehler erst viel zu spät und musste mich dann selbst übersetzen. Selbst M. sprach plötzlich den Fahrer auf englisch an, bis ich ihn drauf hinwies, dass er ihn nur in spanisch verstehen würde. Welch lustiges Sprachenmix!

PPS: In Anbetracht der sich anscheinend als äußerst schwierig umzusetzenden Kaffeewünsche unsererseits, haben wir entschieden, den dann eben selbst zu mixen. Wir brauchen dazu nur heißes Wasser und heiße Milch. In dem Café mit der herrlichen Maschine wollen wir uns kein 3. Mal rausschmeißen lassen. So wählen wir das gegenüberliegende Café aus, um danach zu fragen. Aber die Dame hat wohl gerade Hochbetrieb mit Zimmervergabe und so schmeißt auch sie uns kurz und bündig raus, weil ich nach dem Preis und der Größe der Milchtasse frage, weil ich 5 Bv für ein bisschen heißes Wasser und 18 Bv für eine Tasse Milch für übertrieben halte. Auch sie hat anscheinend unser Geld nicht nötig und so gehen wir zum 3. Mal zum selben Pizzaladen. Wieder sind wir die einzigen/ersten Gäste und der Sohn hat anscheinend heute keine Lust oder der Film im Fernseher fasziniert ihn zu sehr. Ich nehme ihm das nicht übel, sondern strahle ihn um so herzlicher an und so bekommen wir alles, was wir wollen. Heißes Wasser und Milch (mit Hilfe derer ich mit meinen Utensilien leckere Cappuccini mache), Besteck zur Vorspeise, die auf dem Tisch steht, eine Entschuldigung des Besitzers für den Fauxpas, 2 Cocktails und leckere Nudeln und Tacos mit reichlich Guacamole und ein dankbares Lächeln des Besitzers als wir nach dem Bezahlen uns verabschieden. Es geht also doch, man muss nur wollen! Wir schaffen es in Begleitung einiger Tropfen sogar noch VOR dem heftigen Gewitter ins Hotel zurück.

Die Lagunen des Altiplanos

Di,23.2.16

Heute gehts gleich zu den Lagunen. Der Vollmond lacht uns morgens noch an, weil die Sonne die Wolken noch in Schach hält.

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Vamos a las Lagunas – heute Nacht hat es wieder auf den Bergen geschneit.

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Morgenstimmung

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Auf dem Weg liegen tolle Steinformationen. Der Condor (li) und der Puma (re).

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Steinformationen die zweite.

So geht es zu den verschiedenen Lagunen. Die erste heißt negra, weil dort dunkle Algen nur Enten Futter finden lassen und die Flamingos vertreiben.

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Endlich die erste Lagune, die Laguna Negra.

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Aber wo sind denn hier die Flamingos? Es gibt hier keine….

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Viel Verkehr auf der Straße – eine versteinerte Schildkröte.

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Das grüne Monster des Altiplano. Es wächst pro Jahr nur 1 cm!

In der  zweiten aber sehen wir schon die Flamingos, die sich vom frischen Wind nicht stören lassen.

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M. auf der Pirsch vor dem herannahenden Regen

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Endlich Flamingos…

Langsam wird die Landschaft trockener und trockener. Selbst die spärlichen Büsche hören auf und wir fahren durch grobes, rotes Sand-Steingemsich. Stundenlang durchs Nichts. In the middle of nowhere. Welche Stille, wenn wir anhalten und schauen, welche Weite, welche Größe. Beeindruckend. Aber es rumpelt ordentlich, weil der Sand durch die Regenfälle hart ist und Waschbrett und Schlaglöcher sich bilden. Wir brauchen wohl heute Abend keine Massage. Die bekommen wir hier gratis mitgeliefert.

Mann, was bin ich froh, dass ich hier nicht mit dem Mopped entlang muss. 100-e Spuren, jeder nimmt eine andere durch den 30 – 40 cm tiefen Sand. 90 % der Strecke wäre auch gut mit den Moppeds zu machen gewesen, aber auf die restlichen 10 % hab ich keine Lust. Das wäre mehr als Stress und Arbeit gewesen und M. hätte sicher an 100 Stellen mit dem Kaffee auf mich warten können, oder Kilometergeld kassieren, weil er alles doppelt und dreifach laufen und fahren muss.

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Tiefsand, uaah. Zum Glück müssen wir nicht mit unseren beladenen Motorrädern durch.

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Durch die Wüste…

Rund herum rücken die Regenfälle immer näher, NOCH fahren wir durch die Sonne. Aber am Arbol de piedra, am Steinbaum, ergattern wir die letzten Sonnenstrahlen für die Photos, dann fahren wir in die Suppe rein.

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Am Arbol de Piedra, dem versteinerten Baum.

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Da braut sich was zusammen…

Leider fehlt für die Laguna Colorada die Sonne. Die Lagune ist ein wenig rötlich, obwohl sie im Sonnenlicht komplett rot erstrahlen würde. Schade. Schon wieder ein Highlight im Regen! Blitz und Donner lassen uns schnell ins Hostal abziehen. Die Flamingos hier müssen wir mit vollem Zoom einfangen, weil es so kalt ist, dass wir uns von dem Regen und Wind abhalten lassen, näher heran zu gehen. Wirklich schade, dabei braucht auch diese Lagune wegen unterirdischer Wasserversorgung keinen Regen von oben.

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Der Nationalpark ist erreicht. Endlich gleich sehen wir die Laguna Colorada.

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Das soll die Laguna Colorado sein? Wo ist den die berühmte rote Farbe???

Hier im Hostal gibt es dann 3 Std. lang mit Generator Strom. Bis dahin einen (Mate-) Tee und Kekse und später das Abendessen.

Gute Nacht!

VGB

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Mittagessen an der 3. Lagune