Island 2012 Tag 3 und 4

Auf die Fähre, fertig, los…

Gegen 5:30 Uhr meldet sich der Wecker, um uns aus dem, vor Vorfreude, viel zu kurzen und unruhigen Schlaf zu reißen.

Aber wir sind nicht die einzigen, auf den Sanitäranlagen gibt’s jede Menge müde Gesichter zu bewundern.

Mist, vor lauter Aufregung hat Bärbel die Tablette gegen die Seekrankheit vergessen. Noch schnell einwerfen, hoffentlich ist das nicht zu spät…

Um 6:40 Uhr stehen wir mitten in der Warteschlange vor der Fähre, meterweise und viel zu langsam schiebt sich der Lindwurm langsam vorwärts.

Da, die „Norröna“ legt an. Sie spuckt außer den unvermeidlichen Dosen auch einige englische Motorradfahrer aus. Glücklich, johlend und mit Daumen nach oben, rollen Sie die ersten Meter wieder auf festem Boden an uns vorbei.

Aber bei uns liegen noch 2 (in Worten: ZWEI! )lange, schwankende Tage auf See vor uns!!!

Wir sind nicht die einzigen vollbepackten Motorräder. Die anderen Moppeds halten auch jedem Vergleich mit einem Packesel stand. Spontan halten wir ein GS-Treffen ab. Außer unseren beiden Mädels sind noch einige Einzylinder-Fs, sowie „Kühe“ älteren und neueren Datums anwesend.

Auf der Fähre ist für die ganzen vollbepackten Motorräder nicht genügend Platz vorhanden. Wir müssen unsere Motorräder umdrehen und auf die Hauptständer setzen. Das dauert lange und bringt uns einen Anraunzer vom Lademeister ein. Aber den bösen Blick haben wir auch drauf.

Mit 15 Minuten Verspätung (nicht unsere Schuld) legen wir endlich ab. Die wolkenverhangene Küste wird immer kleiner und die Wellen auf See immer höher. Die Tabletten wirken, aber um welchen Preis: Bleierne Müdigkeit befällt Bärbel. Da hilft nur KAFFEE!!!. Aber es gibt nur Filter-Plörre, die wir nicht vertragen!!! Das Saga-Cafe (hier gibt’s richtigen Kaffee) macht erst Mittags auf. Aber das sollte nicht der einzige Kaffee-Rückschlag auf der Reise werden…

Bärbel kann sich kaum mehr auf den Beinen halten, liegt danieder und verschläft den Rest des Tages. Die Tabletten gegen Seekrankheit wirken, Frau ist so mit dem Schlafen beschäftigt, da kann es ihr gar nicht übel werden.

Immer noch auf See 😦 Tag 4

Heute liegt ein langer Tag auf See liegt vor uns, nur von einem kurzen Zwischenstopp auf den Faröer-Inseln unterbrochen. (s. Bilder)

Eine unruhige Nacht in unserer Couchette liegt hinter uns. Jetzt wissen wir endlich wie sich Ölsardinen vorkommen.

Gegen 7:00 Uhr kann ich nicht mehr schlafen und wecke meine Lebensgeister unter der Morgendusche. Bärbel bleibt noch etwas liegen, so zieht es mich oben aufs Deck hinter der Skybar. Dort sitze ich im Stuhl und schaue auf die unendliche Weite des Nordatlantik hinaus. Tief hängen die Wolken und eine steife Brise weht mir um die Nase. Die Shetland-Inseln liegen mittlerweile hinter uns und nur einige Bohrinseln ziehen einsam am Horizont vorbei. Mittlerweile hat Bärbel den Weg an die frische Luft gefunden und wir lassen uns selbige um die Nase wehen.

Schließlich wird der Kaffeedurst zu groß und es zieht uns ins Saga-Cafe, wo wir unsere Stammplätze am Fenster entern.

Nachmittags laufen wir in Thorshavn, dem Hauptort der Faröer-Inseln ein. Die Fähre überragt alle Gebäude der Inseln, die bunten Häuser wirken von Deck wie Spielzeug. Nach einer dreiviertel Stunde laufen wir wieder aus und quetschen uns durch die engen Fahrwasser zwischen den Inseln hindurch. Dramatische Steilküsten und liebliche Wiesen ziehen an den Bordwänden vorbei. Schade das wir keine Zeit haben, diese Inselwelt zu erkunden.

Während einer meiner obligatorischen Fotosessions wechselt meine Laune in rekordverdächtige Tiefen des Entsetzens: Die Kamera funktioniert nicht mehr richtig, einige Blendenstufen sind ausgefallen und produzieren extrem überbelichtete Bilder. Ausgerechnet zu Beginn des Urlaubs – Murphy lässt grüßen 😡 😦

Die Faröer-Inseln liegen hinter uns und der Hunger lässt uns früh zum Abendessen gehen. Bärbel reicht schon das kurze Studium unserer Fährunterlagen, ihr ist wieder kotzübel. Ihr Abendessen bleibt fast unberührt. Somit opfere ich mich und lasse mir das zweite 1/2 Hähnchen schmecken. Es geht nicht anders, Bärbel nimmt nun doch wieder eine der Reisetabletten. Nach einer Stunde „Einwirkzeit“ geht ihr Zustand in die nächste Vollschlafphase über. Vom Saga-Cafe wechselt Bärbel wortkarg in die Couchette. Ich gehe noch auf’s Oberdeck und genieße die Strahlen der mittlerweile scheinenden Mitternachtssonne und lasse den Abend gemütlich ausklingen.

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