Costa Rica – Grenze

Sa, 19.12.15

Eigentlich wollten wir noch 2 Tage in Nicaragua bleiben und die Inseln im Nicaragua-See besuchen. Schon morgens um 5 sägt Krach vor unserem Zimmer an unseren Nerven. Aber das Hotel hält es nicht für nötig, uns dafür zu entschädigen. Genervt machen wir uns bei 31 Grad am frühen Morgen auf den Weg nach San Jorge. Dafür sind wir auch schon um halb 11 am Hafen.

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Nein, wir sind nicht am Pazifik, das ist das Ufer des Nicaraguasees

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Ometepe, da wollten wir hin…

Das Hafengelände ist abgesperrt und bewacht. Wir werden sofort abgefangen und zum Schalter deligiert. Dort sage ich, was ich möchte und erbitte Tickets. Die Dame spricht ohne weitere Nachfrage ins Walkytalky und verlangt von mir 48 Cordobas. Weniger als 2 Dollar. Es stehen tatsächlich 2 Mopeds drauf. Das ist ja man billig. Der Tormeister will den Zettel gar nicht sehen und schickt uns direkt zu der Fähre, die in 20 min. abgehen soll.

Aber diese Nussschale ist bei dem Wind und Seegang für uns zu klein. Wir kommen ja noch nicht mal auf das Böötchen drauf, da der Eingang zu eng ist. Das ganze über eine Planke mag ich mir schon gleich gar nicht vorstellen. Da warten wir lieber auf die große Fähre.

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Die Erste wollten wir nicht, die Zweite machte um 12 schon Feierabend und die Dritte wollte uns nicht.

Die soll um 2 kommen. also warten wir geduldig bratend in der Sonne 4 Std lang. Ich nehme ob des Seegangs schon mal die ersten beiden Tabletten. Aber die Fähre ist nur unwesentlich größer. Es passen neben vielen Fußgängern nur 2 LKW, ein kleiner Pick-up und ein Auto drauf. Die ganzen Moppeds werden auf die nächste Fähre vertröstet. Uns platzt der Kragen. Wir waren die ersten. Aber der Wisch, den wir bekommen haben, beinhaltet nur die Steuern. Das sei kein Ticket. Wütend fahren wir zurück, schimpfen lauthals mit den Wachleuten und den Steuereintreibern und fordern unser Geld zurück. Wieso haben die denn nicht darauf hingewiesen, dass ich nun ein Ticket kaufen soll und wo gibt es die? Geht man so mit Touristen um? Kein Wunder, wenn das Land so arm ist. Die Touris bringen doch das Geld ins Land. Aber da kommt kein Tourist ein zweites Mal hin und keiner erzählt seinen Freunden davon. Korrupte Polizisten, 2 Std. Einreiseformalitäten, dann wenig Schlaf ob der Hotelstory und nun die Hafenerlebnisse… Es reicht. Adios Nicaragua!

Wir fahren auf direktem Weg nach Costa Rica. Nach einer halben Std. sind wir an der Grenze – 15.00 müsste kurz vor Sonnenuntergang klappen.

Die Ausreise: Erste Kontrolle des Moppeddokuments von der Einreise. Hier kommt die erste Unterschrift/Stempel drauf. Dann die Ausreise von uns. 1.64 Dollar pro Nase Ausreisegebühren. (Oder 45 Landeskujampels). 3 Schalter mit jeweiliger Warteschlange. Als ich dran bin, ist der Beamte nicht befähigt, 2 Pässe zu bearbeiten und ich muss warten, bis der Nachbarschalter freigearbeitet ist. Für die Moppeds gehts im Nebenraum weiter, laut Beamten. Dort aber weigert man sich, weil der Polizeistempel auf dem Dokument fehlt. Das sei da draußen irgendwo. Ich suche 6 Polizisten auf, bis ich die richtige Stelle habe und den Stempel bekomme. Wieder zurück zu Schalter 2. Jetzt bekomme ich den 3. Stempel auf mein Ausreisepapier. Wir fahren zur Ausreise, alles wird nochmal kontrolliert und das Papier eingesackt.

Auf zur Grenze Costa Rica. Die Einreise ist an 3 Schaltern mit sehr langen Schlangen. Vorne angekommen, gibt mir der Beamte einen Flyer pro Nase zum Ausfüllen. Aber auch hier will der Beamte M. persönlich sehen. Also schnell tauschen. Der kommt mit beiden Pässen wieder, aber er hat nicht gefragt, was als nächstes zu tun ist. Wir suchen die Seguro – die Pflichtversicherung für die Moppeds. Wir fragen gegenüber der Einreise nach, aber die weisen uns den Weg irgendwo hin, ohne uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir für die Moppeds noch ein weiteres Papier hier ausfüllen müssen: die Aduane für die Gepäckkontrolle. Wir also zur Seguro. Es ist nicht leicht zu finden, weil die vielen LKW einem die Sicht versperren, aber mit viel Nachfragen gelingt es uns. Wieder 5 Leute vor mir – warten. Ich bekomme die Seguros für 50 Dollar, Damit wackle ich zum Kopierer. Anschließend zur Aduane gegenüber. Wieder 5 Leute vor mir. Warten! Endlich dran, aber die junge „Dame“ muss erstmal Handyphonieren, appen und Pause machen. Ich soll an den Nachbarschalter, wo aber schon jemand steht. Irgendwann kommt sie wieder und ich begebe mich erneut zu ihr hin. Sie meckert mich an, sie würde mich schon rufen, ich solle einen Moment warten. 5 Sekunden später ruft sie mich dann, die blöde Ziege! Aber es fehlt besagtes Formular vom Einreiseterrain. Sie gibt mir „alle“ Papiere wieder. Der nächste bitte. Also wieder zurück. Dort angekommen fehlt plötzlich M.’s Fahrzeugschein im Original. Ich werde nervös. Hattest du den? Ich habe nur deinen Führerschein. Wo ist der? Das letzte Mal war er bei der Seguro sicher da, denn ohne den hätten wir die Versicherung nicht bekommen. Dort ist er nicht. Danach war ich mit den Papieren bei der Aduane, bei der blöden Ziege. Ich frage dort nach. Aber nein, sie habe mir alles zurückgegeben. Ich schaue auf dem Boden überall nach, auch auf ihrem Schreibtisch durch die Scheibe durch. Sie schüttelt den Kopf, nein hier wäre nichts. Verzweifelt überlege ich, wo ich den denn hätte verlieren können, da ruft sie mich zurück, ob das dieser wäre. Ja genau der! Er lag zu ihren Füßen, die blöde Kuh! Aber nein, sie hat mir ja alles zurückgegeben, was?! Also wieder zurück zur Einreise, das fehlende Formular ausfüllen. Mit Pass und Fahrzeugschein und ausgefülltem Formular wird alles in ein dickes Buch eingetragen und ein kleiner Zettel mit Stempel und Nummernschild draufgetackert. Dies sei nun zu kopieren und wieder zur blöden Kuh zurück. Dort angekommen fehlt die Kopie des Einreisestempels. Ich werde narrisch! Wieder zum Kopierer. Dort habe ich eben schon zu wenig Colones gehabt und ein freundlicher Helfer hat mir 60 Colones geschenkt (umgerechnet 10 Cent)! Ich frage sie, ob ich in Dollar bezahlen könne. Nein ginge nicht. Ich habe keine Colones mehr, nur Cordobas oder Dollares. Nein, nur Landeswährung. Ich flehe sie an. Bitte, gute Frau, es ist schon dunkel – auf Moppeds!!! Sie hat ein Einsehen und akzeptiert den einen Dollar und gibt mir 400 Colones zurück. Sie hätte den auch ganz behalten können, Hauptsache ich kriege diese verd… Kopien. Wieder zum Suppenhuhn zurück. Jetzt ist alles vollständig, aber vollkommen durcheinander geraten. Sie reicht Papiere, Kopien und Originale hin und her. Sie macht erst meine Maschine und will keine anderen Papiere vor sich liegen haben. Bald weiß keiner mehr, wer welche Papiere hat und welche nicht! Ich muss an mich halten, denn ich will ja heute noch ausreisen. Wie gut, dass auch sie kein Deutsch kann!

Endlich ist das ersehnte Papier fertig und wir können fahren. Der Beamte am Schlagbaum sackt das kleine Zettelchen mit Stempel und Kennzeichen ein und kontrolliert die Seguro. Jetzt dürfen wir endlich das Weite suchen! Geschlagene 3 Std. später nach Ankunft an der Grenze!

Die Straße ist gut und wir treffen keine Schlaglöcher, aber bald ein Hotel, wo wir bei akzeptablem Preis und Ausstattung Zuflucht finden. Im Dunkeln Fahren mögen wir gar nicht.

Beim Warten auf unser Drankommen erzählten uns zwei andere Franzosen, dass sie genau dasselbe wie wir machen wollten, aber dass ihr Autoführerschein, mit dem sie in Frankreich 125-er fahren dürfen, in den USA und Canada nicht gegolten hätten und sie deshalb ein Auto kaufen mussten, mit dem sie bis hierher gefahren sind. Nun hofften sie darauf, in Costa Rica aufs Motorrad wechseln zu dürfen. Sei seien schon 2 mal von korupten Polizisten abkassiert worden. An einer der letzten beiden Grenzen seien sie von einem Einreisehelfer belagert worden, man könne nicht mit dem Auto  einreisen. Man müsse es vorher verkaufen und drüben ein neues kaufen. Der habe dafür gesorgt, dass der Zollbeamte sie 2 Tage lang hingehalten habe und keine Papiere ausgestellt habe, weil der Einreisehelfer das Auto von ihnen wollte.

M. hat in den Nachrichten gelesen, dass es im Süden vo Mexiko an der Grenze zu Guatemala ein dickes Erdbeben gegeben hat, ohne dass jemandem etwas passiert sei. Hier arbeitet gerade heftig das Erdinnere. Hoffentlich passiert nicht mehr!

Was für ein Tag! So recht für die Mülltonne!

Gute N8, eure B.

Nicaragua: Leon, Managua, Granada und die Polizei

Fr. 18.12.15

Jetzt ist es soweit: Man warnt uns seit Mexiko davor, aber heute – ausgerechnet in dem als sicher geltenden Nicaragua – werden wir gekrallt, und zwar von der Polizei. Wir fahren eine zweispurige Straße im dichten Verkehr um Managua herum und am Rand steht die Polizei und pfeift und winkt und sie pfeift uns hinterher. Du, die meinen uns!!! M. ist 100 m weiter, eh er anhält. Der Polizist stapft hinter mir her – aus dem Schatten in die Sonne. Ich grüße freundlich und frage was denn los sei – keiner Schuld bewusst. Er sagt, wir seien zu schnell gewesen und bittet um den Führerschein und die Versicherung. Ich drücke ihm alles in die Hand, was ich an Papieren von der Grenze noch habe, wohl wissend, dass ich keine Versicherung abgeschlossen habe. Er will die „Seguro“ sehen und gibt alles, bis auf den Führerschein zurück. „Kenn ich nicht. Weiß nicht, was das heißt.“ Er will eine Faktura schreiben, denn ich wäre zu schnell und hat auch schon einen gelben Block, in den er aber nichts einträgt. Moment, ich bin hinter 3 Autos her gefahren, alle lässt er durch, nur mich nicht? Ich werfe ihm vor, dass er bewusst extranjeras – Ausländer herausgefischt hätte. Er bleibt hartnäckig, ich sei auf der rechten Spur zu schnell gewesen, das sei die langsame Spur. Ich solle meinen Companero dort vorne rufen. Könne ich nicht und das sei mein Mann, nicht mein Kompagnon. Wie gut, dass unsere Kommunikation so wenig sichtbar von außen auf der linken Seite ist. Die ist natürlich offen und M. hört alles mit. Zwischen durch quatscht er rein, so dass ich die Polizei nicht verstehe. Ich labet in freundlichem Ton unverständliches Zeug in deutsch und nebenbei ein „Halt die Klappe“ für sein „Das ist doch ein korruptes Bullenschwein“ ins Mikro! Wie gut, dass ich nicht in englisch mit meinem Mann kommuniziere! Das wäre deutlich unangenehmer. Ich entschuldige mich dafür, dass ich nicht wusste, dass man hier nicht die Spur frei wählen darf (obwohl das gelogen war. Man darf die Spur frei wählen und auch rechts überholen, auch wenn wir zugegebener Maßen nicht 45 Km/h sondern knapp 60 gefahren sind). Ich erkläre, dass ich bisher immer die Spur frei hätte wählen dürfen, dies ja jetzt wüsste und rechts langsamer fahren würde. Er beharrt auf seiner Faktura. Ich widerspreche, no es posible. Ich wäre genauso schnell gefahren wie die anderen 3 Autos vor mir. Er holt den angeblichen „Chef“. Der kommt auf einem Minimopped mit Sozius angerauscht und legt noch eine Schüppe obendrauf. Ich wäre zu schnell gewesen und ich hätte zu zahlen: 100 Dollar! Ich lache und wiederhole meine Sprüchleins von wegen Ausländer und 3 Autos. Er erzählt irgendwas, was ich nicht verstehe. Er kreuzt die Hände und signalisiert, dass er mich verhaften will. No es posible, widerspreche ich erneut. Sicher sei das möglich und er wird richtig ungehalten. Er wolle mich verhaften, wenn ich nicht zahle. Ich wiederhole erneut mein Sprüchlein der Entschuldigung, dass ich das nicht gewusst hätte, und nun rechts langsamer fahren würde. Der hinter ihm sitzende sagt irgendwas zu ihm und er gibt mir mit einer ernsten Ermahnung meinen Führerschein zurück und lässt uns fahren. Er hat wohl eingesehen, dass er von mir kein Geld bekommt. Ich hätte noch eins in Petto gehabt, sozusagen als Plan B: Meine Dollars sind im Portemonnaie gut versteckt untergebracht. Ich hätte ihm meine Kujampels von hier gezeigt, die er hätte haben können. Es waren nur 150 oder so – umgerechnet 5-6 Dollars. Wenn das nichts geholfen hätte, wäre ich mit zur Wache gefahren und hätte wohl den richtigen Chef kennengelernt. Die korrupten Beamten werden nämlich selber ins Gefängnis gesteckt, wenn sie dabei erwischt werden und einer der oberen Chefs das erfährt.

Ich weiß nicht wieso. Sonst hab ich immer Herzklabaster, wenn die Polizei mich anhält. Aber diesmal nicht. Ganz cool, ganz ruhig und gelassen war ich. Und heilfroh, dass M. soweit weg stand. Beim nächsten Mal übersehe ich geflissentlich das Winken und überhöre auch das Pfeifen. Dann sollen sie mal auf ihrem Miniding mir hinterher oder mich kilometer weit weg per Straßensperre anhalten. Dann weiß ich sicher nicht wovon sie sprechen, denn zu schnell bin ich dann ganz sicher nicht gefahren. Das habe ich mir vorgenommen, dass ich ab sofort immer weiß, wie schnell ich fahren darf – auch wenn ich mich dann vielleicht nicht ganz so genau dran halte. Aber vor der Polizei hab ich das SICHER getan.

Kurze Zeit später wieder die Polizei am Straßenrand. Diesmal lasern sie den Verkehr. Dies ist dann wohl eine echte Geschwindigkeitskontrolle. Anscheinend wird das hier ernster gesehen, als bisher in den Ländern. Die Autos fahren auch deutlich langsamer und gesitteter. Ok, wir passen uns an. Wir überholen nicht an durchgezogenen Linien und halten uns an die Temposchilder – meistens!

Wir fahren heute von Leon aus zu den nebeneinander liegenden Vulkankratern Masaya und Nindiri. Leon ist im 16. Jh. vom Vulkan Momotombo zerstört worden und 30 km daneben wieder aufgebaut worden. Sehr zur Freude der heutigen Archäologen, die nun eine unveränderte Stadt aus der damaligen Zeit ergründen und ausgraben können.

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Der Momotombo ist zur Zeit auch aktiv.

Der Besitzer des Hotels erzählt uns von Wasserproblemen. Die Grundwasserbrunnen seien fast alle ausgetrocknet und der Managuasee sei zu schmutzig um als Trinkwasserreservoir zu dienen. Der Nicaraguasee ginge z. Zt noch, aber  wie lange noch? Dieses Problem kennen wir aus Deutschland, wo vor einigen Jahrzehnten ein Umdenken z. B. beim Rhein geschah und der heute wieder viel sauberer ist, so dass seltene Fischarten dort wieder leben können. Auch hier beginnt man mit Umweltschutz, aber der Prozess geht nur langsam voran.

Der Krater liegt im Nationalpark unmittelbar an der Hauptstraße und ist für 4 Dollar pro Nase mit dem Fahrzeug bis an den Kraterrand zu befahren. Dort schaut man in den dampfenden Schlund. Fast hätten wir nicht hochgedurft, weil der Krater momentan so viele Gase ausstößt. Vielleicht steht ein erneuter Ausbruch bevor? Der zweite Krater Masaya ist schon länger still und der Schlund von innen grün bewachsen.

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Am Vulkan Massaya

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Blick in den Höllenschlund

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Am Vulkan Massaya

Wir gehen zu den Moppeds zurück, als wir von einem Einheimischen um ein Photo gebeten werden. Klar doch. Er ist Touristenführer und erzählt uns, dass der „Fuego“ bei Antigua vor einigen Tagen erneut ausgebrochen ist. so richtig mit fließender Lava und so. Wir haben doch noch in der Sonne gestanden und das Bild mit dem Wölkchen über dem Krater gemacht. Das war frisch entstanden. Anscheinend ein Vorbote für den baldigen Ausbruch. Auch der Vulkan nahe bei Leon „Momotombo“ ist vor ca einer Woche ausgebrochen, so dass das auswärtige Amt nun eine Reisewarnung für diese Region ausgesprochen hat. Der Touriführer fragt uns, was wir für das Gefährlichste auf solch einer Reise halten und wir geben „Böse Menschen, die uns ans Leder wollen“ als Antwort. Er hakt nach, ob wir denn irgendwelchen Trouble gehabt hätten? Ja, gerade eben vor einer Std. Wir erzählen ihm davon und er entschuldigt sich für das schlechte Verhalten dieser drei Polizisten. Er war sichtlich geknickt darüber, auch wenn ich ihn tröste, er sei nur für seinen eigenen Weg verantwortlich und nicht für den Mist der anderen. Er wünscht sich und uns, dass wir von Nicaragua wunderschöne Orte sehen und uns daran erfreuen können. Tun wir! Der Krater war schon toll!

Weiter gehts nach Granada. Fast verlieren wir uns im Gewühl der Innenstadt. M. kann rechts und links nicht mehr auseinander halten und keine Karte mehr lesen, so sehr knallt die Sonne ihm ins Gehirn. Ich hab noch ein wenig Konzentration übrig und so finden wir doch noch das gesuchte Hotel. Als erstes in den Pool, als zweites was essen und Latschen für mich kaufen (als Ersatz für die verlorenen). Das stellt sich als schwieriger heraus, weil ich Schuhgröße 42 habe, hier aber nur bis maximal 40 Schuhe verkauft werden. Die Frauen sind ja auch alle einen Kopf kleiner als ich….

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Impressionen aus Granada

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Impressionen aus Granada

Es gibt tatsächlich einen kleinen, aber heftigen Regenschauer, als wir draußen vorm Lokal sitzen und einen „Burro“ essen. (Großform von Burrito, den sicher viele kennen!). Anschließend wackeln wir noch zum Strand vom Nicaragua-See. Es windet stark und wir sehen den Ansatz einer schönen Promenade, wenn die denn fertig gebaut wäre und nicht schon vorher wieder zerfallen würde. Auf dem Rückweg gibts wieder mal eine Freitags-Abendvorstellung der hiesigen Männertanzgruppe, der Kinder- bzw Jugendtanzschule. Mit viel Schwung und Elan, Temperament und Musikalität gehts auf der Bühne rund. Ich bewundere ja, wie ALLE Kinder, auf der Bühne und im Publikum, im Takt mitwippen und anscheinend den Rhythmus im Blut haben. Klar, mir als Musikerin gefällt sowas! Dennoch habe ich mir von Granada mehr erhofft. Mir fehlt das Flair von Oaxaca. Auch ist hier die Armut der Leute deutlich in den Straßen zu spüren. Nicaragua zählt mit El Salvador und Honduras zu den ärmsten Ländern der Erde.

Bis bald gute N8 B.

Grenze zu Nicaragua

Do 17.12.15

Das war ein harter Tag. Es fing so gut an, mit einem leckern Frühstück im Hotel. Doch irgendwo auf den letzten 30 km bis zur Grenze hab ich meine Gepäckrolle mit dem Schlafsack und noch ein paar Kleinigkeiten drin verloren. Obwohl wir die Strecke zurück fahren, wir finden sie nicht. Das ist erstmal nicht tragisch, weil ich den momentan wohl nicht brauche, aber später im Süden von Südamerika sicher. Nun muss irgendwoher ein neuer her. MIST!

An der Grenze werden wir diesmal richtig zur Brust genommen. Uns lassen die Leute einfach nicht in Ruhe. Ob der zusätzlichen 60 km hat sich nun eine lange Schlage vor der Ausreise aus Honduras gebildet. Ich kann sie mit dem Helfer in 5 min. abwickeln, doch dafür will er viele dolleres. Trotz Vorwarnung von anderen Seiten gerate ich in die Falle und reagiere zu spät mit einem Nein! Ich hätte ihm für seine Hilfe, die uns tatsächlich 1 ½ Std. gespart hat (wie uns andere deutsche Moppedfahrer bestätigen, die dort angestanden und so lange gewartet haben) vorher vereinbaren sollen, wie viel er bekommt. Wollte ich auch, aber er wiegelte ab und war schon um die Ecke mit meinen Ausweisen. Na egal. So hätte er angeblich 10 dem Beamten gegeben und für ihn selber auch noch mal 10. Hab ich ihm gegeben und dann wollte er noch mehr. Nein! Ist gut jetzt.

Nun hatte ich den zweiten an der Backe, der uns an der anderen Grenze helfen wollte. Ich hab ihm gesagt, dass ich keinen bräuchte. Er solle mir nicht hinterher Geld verlangen für etwas, was ich nicht haben wolle. Er kommt trotzdem hinterher. Er ist tatsächlich an 2 (kleinen) Stellen hilfreich, auch wenn ich das sicher auch herausgefunden hätte. Alles andere hab ich und hätte ich alleine gekonnt. Bei der Einreise sind 10 Dollar und 44,28 Cordoba Oro (umgerechnet knapp 2 Dollar) pro Nase Gebühren fällig. (Bitte beachten, sowohl Dollar, als auch einheimische Währung.) Für die Moppeds sind die hier dann so fortschrittlich, dass sie tatsächlich keine Kopien brauchen, nur alles im Original, was eingescannt wird, aber eben entsprechend lange dauert bei nur 2 besetzten Schaltern. Ich geb meinem „Helfer“ 5 Dollar,  aber er mault, er wolle 10. Ich bleibe hartnäckig, ich hätte gar nichts zu bezahlen, denn ich hätte seine Hilfe nicht gebraucht, da ich selber spanisch spreche und ihm mehrfach gesagt hätte, dass ich seine Hilfe nicht brauche. Als dann noch der Junge ankommt und Geld will, weil er auf MEIN Mopped aufgepasst hätte, platzt mir der Kragen. Ihr habt sie wohl nicht alle! Auf mein Mopped hab ich selber aufgepasst, zieh Leine! Sie verstehen zwar kein Deutsch, aber sie merken, dass mit mir nicht mehr gut Kirschen essen ist. Nach 2 Std. brütender Warterei bei 35 Grad ohne Klimaanlage vor dem Schalter, hab ich keine Geduld mehr. Ich erkläre ein letztes Mal meinem „Helfer“ was Sache ist und er versucht ein letztes Mal, mir wenigstens die Moppedversicherung vom Typ um die Ecke anzudrehen. Aber ich lasse es drauf ankommen und fahre zur Grenze! Willkommen Nicaragua!

Aber trotz guter Straße kommen wir nur 70 km pro Std. voran. Es ist viel Verkehr. Wir schaffen es nicht mehr bis Granada, wo wir eigentlich hin wollten. So suchen wir in Leon ein Hotel – Austria, dessen Name Programm ist. Wie schön!  Hier gibts Erdinger und Milka! Hmmmm!!!! Das zischt und hält nicht lange stand!

VGB

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Grenzverkehr

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Das zischt …Hm!

Grenze El Salvador/Honduras

Mi 16.12.15

Ich schreibe diese Grenzstationen deshalb so detailliert, damit andere Reisende sich daran orientieren können. Wir haben auch so manchen Tipp dadurch bekommen, der sehr hilfreich und zeitsparend für uns war. So also nicht böse sein. Wem das zu langweilig ist, einfach überspringen.

Wir sind um 12.45 an der ersten Grenzstation. Auch dort werden wir gleich überfallen, aber ein freundliches nein danke reicht, und die Leute lassen uns in Ruhe. Wir kommen zum Offiziellen in Uniform. Der zeigt uns, wo die Moppeds stehen sollen und fragt nach den Einreisepapieren vom Mopped. Dies beschriftet er mit seinem Otto und der Uhrzeitund 2 Stempeln. Die soll ich nun kopieren und gleich nebenan am Schalter vorzeigen. Ich stelle mich in die Schlange an, 3 sind vor mir. 2 bearbeitet er, aber den Menschen vor mir nicht. Er will MEINE Papiere haben. Ich kriege mit, wie der hinter mir wartende mit dem Schaltermenschen über unsere Moppeds spricht. Jep, ich bin dran. Ich entschuldige mich bei meinem Vorgänger, der nur die Schultern zuckt. Ich bekomme das Zertifikat und der Mensch hinter mir gibt mir den Tipp, ich bräuchte 2 Kopien davon. Jeweils eine! Die mach ich noch schnell und tausche auf den Rat von dem Geldwechsler für 70 Dollar Honduras Lempiras. Jedes Mopped koste 35 Dollar, umgerechnet mal 21 = 1470 Honduraskujampels. Die nähmen dort aber nur Lempiras, nix Dollares. Da M. im Blog von den Kradvagabunden gelesen hatte, dass sie nur Landeswährung annehmen, glaube ich ihm und tausche. Zur Not kann man die ja wieder zurück tauschen, wenn auch mit etwas Verlust.

Auf nach Honduras. Die Straße gabelt sich, aber die Leute rechts winken alle nach links oben. Anscheinend ist hier nur für LKW. Nach 1 – 2 km kommen wir zur Grenzstation für alle anderen. Auch die hiesigen Helfer lehnen wir freundlich ab. Wie immer: M passt auf und ich flitze. Netterweise machen sie gerade als ich komme den 2. Schalter auf und die 2 vor mir warten auf den anderen. Verstehe ich zwar nicht, aber egal. Ich also dorthin, aber ich kann für 3 Dollar nur mich selbst einreisen lassen, weil sie von allen 10 Fingern Abdrücke speichern und mein verschwitztes Gesicht im PC speichern wollen. Also schnell tauschen. M. kommt schnell wieder, nach nur wenigen Minuten. Ich mach mich auf zur Aduane / Zoll. Wie immer mein Sprüchlein: Quierro entrar a Honduras con mi marido y dos motos. Ob ich schon am Migrationsschalter war. Jep. Dann hätte er gerne die Papiere von der Grenze PLUS Kopie. (Haha – hatte der Typ recht mit). Des weiteren will er sämtliche Papiere von mir und M. im Original UND in zweifacher Kopie. Also Fahrzeugschein, Pass, Führerschein. Die rückt er nun erstmal nicht mehr raus und traktiert seinen PC. Ich erhalte einen Ausdruck, den ich 4 Mal kopieren soll und 2 verschieden farbige Zahlungsanweisungen mit 135 $. Aber der 2. Schaltermensch, der dem ersten dauernd über die Schulter schaut, ihm Stapel hin und herreicht, eilt heraus. Er erklärt mir nocheinmal, was jetzt zu tun ist: Ich solle mit den Kopien zur Bank hinter dem Gebäude gehen und die umgerechnet 35 Dollar einzahlen, aber in Landeswährung. (Hab ich verstanden). Ob ich jetzt Geld wechseln wollte. Nein, bräuchte ich nicht. Ob ich Lempiras hätte. Ja! Dann solle ich hier warten, dann könnte ich ja gleich das zweite Papier mitnehmen, auch kopieren und beides in einem bezahlen. Jubel! Einen Weg gespart. Als ich also auch die zweite Maschine durch die Zollerklärung habe, kopiere ich 4 mal (wie sich später herausstellt, habe ich nicht richtig verstanden und eine zuwenig, denn ich hätte noch eine zusätzlich für mich machen sollen), bezahle und wackle wieder an den Schalter, gebe alles ab. Er sieht, dass die Kopie für mich fehlt, macht sie netterweise an seinem Kopierer für mich und händigt mir nun das Zertifikat aus. Damit sei angeblich alles erledigt, ich könne fahren. Gute Reise! (Exakt 2 Std. sind rum! Später stellen wir am Grenzposten fest, dass doch noch eine Kopie fehlt, nämlich die des Zertifikats!)

Noch nüchtern, müssen wir erstmal was essen. Es ist 35 Grad, brütend heiß, schwül und schon 14.45. Wir werden von einem einheimischen Moppedfahrer angesprochen, der beeindruckt von unseren Motorrädern ist und wissen will, woher die kommen, wie viel Kubik etc. Im Gegenzug fragen wir ihn, wo man gescheit essen könne. Gleich nebenan. Stimmt. Die Küche ist für unsere Verhältnisse inakzeptabel und es gibt nur ein Gericht (Reis, Gemüse, Bohnen und Schweinerippchen ohne Fleisch). Das aber ist gut gekocht, schmeckt ausgezeichnet und stillt erstmal den Hunger!

45 min. später sitzen wir auf dem Mopped und fahren zur Ausreise. Von rechts kommt die Straße für die LKW. Wir stellen uns hinten an, die Tuckstucks überholen einfach. Aber wir dürfen das nicht. Wir zeigen dem Beamten unsere Pässe und das Zertifikat. Er interessiert sich aber nicht dafür, sondern will nur die Kopie des Zertifikats. Mist, hab ich nicht. Braucht er aber. Ok, also umdrehen und zurück. Ich erkläre M. was nun los ist und schaue gerade, wo ich drehen kann, da nickt er mit dem Kopf, ich solle abzischen. Geb ich mit einem Strahlen und „Muchas Gracias, Señor“ auch nach hinten durch und fort sind wir.

Ich stelle fest, dass alle hier arbeiten, die Geldwechsler genauso, wie die Grenzbeamten, LKW-fahrer und Kleinstbetriebe, die Getränke oder Essen am Straßenrand verkaufen. Alle wollen nur dasselbe: Etwas Geld verdienen um sich und ihre Familien zu ernähren. Aber auch sie danken dir Freundlichkeit mit ebensolcher. Auch wenn es manchmal etwas nervt, wenn so viele ankommen und dich in deiner Konzentration stören. Verständlich ist es dennoch und bisweilen hilfreich.

Bis morgen, dann kommt die nächste Grenze – Nicaragua!

VGB

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Impressionen aus Honduras

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El Salvador, ein Morgen am Strand

Auch das noch!

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Mi 16.12.15

Heute morgen schon um halb 7 aufgestanden, um früh zur Grenze zu kommen: DA!  Ich hab einen Platten! Auch das noch. Schon wieder ich! Ein dicker 5 cm Nagel steckt drin. Mit dem Kopf zuerst! grrrr!

Reparaturset raus, 15 min gewartet, Luft rein, ist nicht dicht! MIST! Ich hab den Kaffee achon auf! wir machen das ganze ein 2. Mal. Wieder warten!

Na mal sehen wie es weiter geht…

Bis später B.

Wir haben 3 Stopfen rein gedrückt. Anscheinend ist einer jetzt im Reifen und holpert fleißig mit rund. So hört es sich zumindest an. Aber der letzte ist dicht. Auf zur Grenze – bei 35 Grad!!! (Ich geh kaputt – dabei ist das noch milde, denn sonst herrschen hier 10 Grad mehr!)

Grenzgänger – El Salvador

Di 15.12.15

Gestern wollten wir in Guatemala Stadtrand bei BMW und Touratech vorbei. Das war bisher der schlimmste und anstrengendste Verkehr! 2 Std. lang Chaos und höchste Konzentration, damit man sich nicht verliert oder über den Haufen gefahren wird. ICh wollte meine Federung vorne kontrollieren. Aber die wollten dort nur eine komplette Gabel an mich verkaufen und nur fürs Kontrollieren 750 Quetzales für 2 std. Arbeitszeit haben. Wir haben dann doch abgelehnt und es bis 60 km vor die Grenze nach El Salvador geschafft, damit wir heute früh an der Grenze sind. Um 8 aufm Mopped und um 9 Uhr da. Wir werden von einer ganzen Horde Moppedfahrer zum Anhalten gewunken, aber wir fahren weiter, genau 300 m – dann steht alles. LKW hinter LKW.  Drei der Moppedfahrer sind uns hinterher geeilt und belatschern M. – den Armen! Er sagt, nein danke und wir fahren an den 10 km langen Schlange vorbei. Die Fahrer grüßen, schießen uns mit Handzeichen bildlich ab, schlafen in Hängematten unter dem LKW oder quatschen am Straßenrand. Die Schlange hört plötzlich auf, es geht durch einen Ort, hinterher selbe in grün: LKW an LKW bis zur Grenze! Vorne angekommen herrscht das Chaos. Man lotst uns nach vorne vorbei an einem anfahrenden RiesenLKW, der dann auch prompt erst im letzten Moment hält, bevor er M. mit dem Hinterteil erwischt und über den Haufen fährt. Der versucht auf meine Warnung hin nach links auszuweichen, klappt aber nicht und so kippt er mitsamt Mopped um. Schnell sind 5 helfende Männer zur Stelle und heben es ihm wieder auf, nur der Spiegel ist nu lose. Na, später… Und schon 30 Grad draußen. M. bewacht die Moppeds und ich starte meinen Marathon, der sage und schreibe 3 Std. dauert. Der Einweiser belatschert nun mich – auf spanischem Englisch. Den ersten Satz habe ich noch mit Mühe verstanden, aber der Sermon wird immer lang und länger und ebenso unverständlich, bis ich kapiere, dass das einer der Leute ist, die erst helfend zur Seite stehen und anschließend Geld haben wollen, wo nie die Rede von war. Ich ziehe meinen Joker:  „Perdon, Señor, no hablo ingles!“ Er kuckt irritiert, sprachlos, damit hatte er nicht gerechnet! Wie, was jetzt? Etwa spanisch? Jep! Und genau deshalb brauche ich deine Hilfe nicht! Danke!

Auf der anderen Seite ist der Schalter für die Moppedseinreise. Die offiziellen erzählen einem nämlich gratis, was man machen muss. Freundlicherweise weisen einem die wartenden LKW-Fahrer immer schon beim reinkommen den richtigen Schalter. Sie wissen wie es geht. Ich komme immer sofort dran. Schnell sind alle Kopien gemacht, die Moppeds kontrolliert, die Papiere fertig, und die letzten Quetzales getauscht und die Grenze passiert. Auf nach El Salvador.

Auch hier staut es sich – LKW an LKW. Wir überholen unzählige, wie die anderen Tucktucks auch, die Fahrradfahrer, die Moppeds… alles dran vorbei – irgendwie. Rechts oder links herum, der Gegenverkehr will auch durch, passt aber nicht. Zurücksetzen – irgendwie… Chaos pur! Der Grenzfluss vor der Nase, hält uns ein Beamter an und will uns zurück schicken, denn wir bräuchten für die Moppeds ein Ausreisepapier! Hab ich doch – bitte sehr! Weiter gehts. Nächste Station, selber Kram von vorne: Migration von uns – Sache von 3 Minuten, dann die Moppeds – weitere 2 Std. M. brät in der Hitze und hat nix zu tun. Ich laufe hin und her, hab aber dafür bisweilen im klimatisierten Raum zu warten. Was ist besser? Ich unterhalte mich mit einem anderen Wartenden, ob er auch einen so großen LKW fahren würde. Nein, nur einen Kleinen. Aber wie lange die denn hier für die Grenze brauchen würden? 7 dias, a week! Ich frage 3 mal nach! Aber es bleibt dabei. Müssen die eine Engelsgeduld haben. Ich habe die Zettel ausgefüllt – soweit ich das verstehe. Die sollen nun kopiert werden mit dem Permit von Guatemala. Moment – so unausgefüllt? Die Dame seufzt und hilft mir! Jetzt kopieren. Wieder zurück, aber jetzt ist der Schalter unbesetzt. Warten. Irgendwann werden meine Papiere entgegengenommen und kontrolliert. Ja, prima, aber der Beamte möchte mich zur nächsten Station schicken, denn es fehlt noch die Kopie des Passes, der Fahrzeugpapiere und des Führerscheins. Aber – oh Wunder –  Klein B. zieht die Kopie mit allen 3-en aus dem „Hut“ – und bevor der Beamte noch lange nachfragen kann, auch die von M. Ich bin ja nicht Blöd und hab heute morgen im Dorf noch schnell diese Kopien vorbereitet, wohl wissend dass an jeder Grenze genau das gebraucht wird. Er zieht eine Schnute und zieht von dannen. Muss er wohl doch ran! Von Bürotisch zu Bürotisch werden die Papiere in den PC eingegeben und nochmals und nochmals kontrolliert und weitergereicht – irgendwo an der Seite, damit ich nicht unter dem LKW-Stapel lande. Ich stehe immer am Schalter, mich in Erinnerung rufend. Das hilft. Ich werde immer wieder dazwischen genommen. Irgendwann ist das Zertifikat zur Unterschrift fertig. Auch dafür will man M. extra sehen. Alles gratis! Schnell getauscht und ab durch die Mitte – irgendwie, oder am Rand vorbei – irgendwie. Es ist 12 ihr Mittags und 34 Grad! Puh geschafft. Denkste! Nachdem auch der Beamte bei Grenzübertritt alles kontrolliert hat, steht auf der anderen Seite des Moppeds ein Gemeindebeamter, der pro Vehikel 5 USD haben will, für die Straßennutzung. Für DIE schlechte Straße? Denn die ist anschließend ziemlich reparaturbedürftig, wenn auch nicht so Schlaglochgeplagt, wie zuletzt die Straßen in Guatemala. Kein Wunder also, wenn er Geld für die Reparatur der Straße einsammelt.

Die Straßen werden aber deutlich besser. Meist kann man mit 100 drüber fliegen und wir schaffen es bis kurz vor die Grenze. Im Hotel Cucolindo in Playa de Cuco übernachten wir für 50 USD im einfachen Hotel, dafür aber mit Pool und Zugang zum Strand. Dort springen wir als erstes in den badewannenwarmen Pazifik – herrlich, dann in den Pool und dann unter die kalte Dusche, denn warmes Wasser gibts hier nicht. Brauchen wir auch nicht. Es ist unheimlich warm!

Ach könnte ich doch etwas von der Hitze mit nach Ushuaia nehmen…

Unser Plan für morgen: Früh durch die Grenze nach Honduras und so weit wie möglich an die Grenze nach Nicaragua.

Bis bald

VGB

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Abfertigungsschlange an der Grenze

Und ewig lockt das Abenteuer

Edit: Herzlichen Dank an den ersten edlen Spender, der es uns gleich tut und den Kindern hilft. Ich bitte herzlichst um weitere Nachahmer und danke im voraus im Namen der Kinder! Hier der Einfachheit halber nochmal die Bankverbindung: Deutsches Konto (BW Bank):

Konto Nr. 7495 5074 03               BLZ 600 501 01

Verwendungszweck z. B.: gsnomaden Kinderheim Peru

SEPA:
IBAN: DE29 6005 0101 7495 5074 03 SWIFT: SOLADEST

Weitere Infos unter „Spendenaufruf“….

 

So 13.12.15

Früh aufgestanden und schnell zum Cafe – in dieser Stadt gibt es zwar keinen Luxus, aber schnelles Internet und guten Kaffee! Also Bilder hochladen! Kaum aufm Bock und schon sagt das Navi, dass wir denselben Weg zurück sollen. Denselben Pass wie gestern wieder hoch, 136 km bis Antiqua. Ich hab schon gleich den Kaffee auf, wenn ich an die steilen Innenkehren nach oben im sandigen Lochparadies denke. Aber M. will anders herum und der Teer gibt grünes Licht: Wunderschön, den See entlang, auch wen der sich hinter so manchem Grün verbirgt,  so kurvt es hier auf glattem Boden, bis…. ja bis…

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Hier hört der Teer plötzlich auf!

… hierher.

Der Teer hört plötzlich auf. Und jetzt? Erstmal die zwei Männer von eben fragen, wie lang der Teer fehlt. Also zurück. 6 km nur. Wie schwer denn der Weg sei, matschig? Nein, nicht schwer, nur am Anfang. Was nun? Pest oder Colera? Da ich den Weg zurück kenne, wähle ich – wie immer – lieber das, was ich nicht kenne. Es könnte ja besser sein. M. fährt voraus, weil ich schon Schiss in der Bux habe. Schon nach der ersten Kurve Höchstschwierigkeit: sandige Stufen steil bergab. Den aufmunternden Worten von M. „Chacka, das schaffst du!“ knurre ich entgegen „ Nein, schaffe ich eben nicht!“ Ich kneife! Ich stehe mitten in den Löchern und warte auf meine Rettung. M. schwingt auch sofort die Hufe und eilt mir entgegen und fährt die restlichen 50 m runter! Anscheinend haben wir einen Schmugglerpfad erwischt, denn in diesen 6 km steht 3 mal die Polizei. Uns behelligen sie nicht und staunen nur. Ich kann M. nicht dauernd mein Mopped fahren lassen und so reiß ich mich zusammen. Ich werde den Rest schon irgendwie schaffen, ist doch nicht so schwer (man muss nur die Nerven nicht Oberwasser kriegen lassen)… Irgendwann ist es geschafft und der schlaglochgeplagte Teer fängt wieder an. Aber das war noch nicht alles. Plötzlich hört die Straße erneut auf: Die Brücke fehlt. (Kommt dir das bekannt vor, Mike?) Es sieht aus, als ob nach einer Flashflood die Brücke unterspült und weggerissen worden ist. Wir müssen durch den Bach. Der Anfang ist tief und heute fehlt mir irgendwie der Mumm. Ich halte mitten in der tiefsten Stelle im Bach an. (Ich Doof!) „Jetzt stell dich nicht so an, du blöde Kuh! Auf die Füße und los“, sag ich zu mir. Und tatsächlich, so geht es bedeutend besser. Es ist doch gar nichts dabei, habe ich doch schon unzählige Furten auf Island genau für diesen Fall geübt.

Drüben gibts erst mal Mittagspause. M. hat etwas frittiertes Hähnchen am Straßenrand im letzten Ort gekauft. Etwas scharf, aber lecker.

Die Ortsdurchfahrten sind abenteuerlich. Lose Pflastersteine mit Schlaglöchern, Hubbeln und stockendem Verkehr…. Brrrr!

Endlich in Antigua nehmen wir das erst beste Hotel. Es ist wohl das beste (oder zumindest eins der besseren), denn es ist aus dem 18. Jh. mit gescheiter Dusche, ordentlich gepflegt und sauber. Herrlich! Das brauche ich jetzt.

Anschließend machen wir uns zum Stadtbummel auf. Der Hauptplatz im Kolonialstil ist schnell gefunden. Hier brummt der Bär – wie eigentlich in jedem Ort bisher. Abends ist immer was los, egal wo man ist, egal welcher Tag ist. Die Stadt hat Flair. Auf den ersten Blick sehen die Häuserfronten sehr alt und etwas heruntergekommen aus. Aber auf den zweiten Blick sieht man, wie gut die alten Häuser in Schuss sind. Nach einem der vielen Erdbeben, die diese Stadt aushalten musste, wurde der Sitz der Hauptstadt nach Guatemala Stadt verlegt und die Stadt erholte sich nur langsam von den Schäden. Aber sie ist nie aufgegeben worden und zum Dank dafür wird diese Stadt von nahezu allen Touristen besucht. Entsprechend hochpreisig ist das Niveau, aber zu Recht. Wir haben in einem Restaurant gegessen, welches mit typischen guatemaltekischen Speisen warb. Dazu gab es erstklassigen, weich fruchtigen Rotwein aus Chile, typische Desserts und einen Super Akkordeonspieler, der neben weltbekannten Melodien auch extra für mich landestypische Musik spielte. Welch kurzweiliger Abend! Was geht es uns doch wieder gut.

Ich hoffe, allen Lesern ebenso, ansonsten wünsche ich gute Besserung!

Herzlichst eure B.

Antigua bei Nacht

Antigua bei Nacht

 

Der Meister an den Tasten und sein Groupie (man beachte den Rotwein ;-) )

Der Meister an den Tasten und sein Groupie (man beachte den Rotwein 😉 )

Impressionen aus Antigua

Auf dem Weg nach Antigua

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Antigua, Blick auf den bereits erloschenen Vulkan Agua

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Antigua, der Vulkan Fuego gibt ein erstes Lebenszeichen

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Transportmittel in Guatemala

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BMW, wir haben ein neues Modell entdeckt, speziell für den südamerikanischen Markt 🙂