Grenze El Salvador/Honduras

Mi 16.12.15

Ich schreibe diese Grenzstationen deshalb so detailliert, damit andere Reisende sich daran orientieren können. Wir haben auch so manchen Tipp dadurch bekommen, der sehr hilfreich und zeitsparend für uns war. So also nicht böse sein. Wem das zu langweilig ist, einfach überspringen.

Wir sind um 12.45 an der ersten Grenzstation. Auch dort werden wir gleich überfallen, aber ein freundliches nein danke reicht, und die Leute lassen uns in Ruhe. Wir kommen zum Offiziellen in Uniform. Der zeigt uns, wo die Moppeds stehen sollen und fragt nach den Einreisepapieren vom Mopped. Dies beschriftet er mit seinem Otto und der Uhrzeitund 2 Stempeln. Die soll ich nun kopieren und gleich nebenan am Schalter vorzeigen. Ich stelle mich in die Schlange an, 3 sind vor mir. 2 bearbeitet er, aber den Menschen vor mir nicht. Er will MEINE Papiere haben. Ich kriege mit, wie der hinter mir wartende mit dem Schaltermenschen über unsere Moppeds spricht. Jep, ich bin dran. Ich entschuldige mich bei meinem Vorgänger, der nur die Schultern zuckt. Ich bekomme das Zertifikat und der Mensch hinter mir gibt mir den Tipp, ich bräuchte 2 Kopien davon. Jeweils eine! Die mach ich noch schnell und tausche auf den Rat von dem Geldwechsler für 70 Dollar Honduras Lempiras. Jedes Mopped koste 35 Dollar, umgerechnet mal 21 = 1470 Honduraskujampels. Die nähmen dort aber nur Lempiras, nix Dollares. Da M. im Blog von den Kradvagabunden gelesen hatte, dass sie nur Landeswährung annehmen, glaube ich ihm und tausche. Zur Not kann man die ja wieder zurück tauschen, wenn auch mit etwas Verlust.

Auf nach Honduras. Die Straße gabelt sich, aber die Leute rechts winken alle nach links oben. Anscheinend ist hier nur für LKW. Nach 1 – 2 km kommen wir zur Grenzstation für alle anderen. Auch die hiesigen Helfer lehnen wir freundlich ab. Wie immer: M passt auf und ich flitze. Netterweise machen sie gerade als ich komme den 2. Schalter auf und die 2 vor mir warten auf den anderen. Verstehe ich zwar nicht, aber egal. Ich also dorthin, aber ich kann für 3 Dollar nur mich selbst einreisen lassen, weil sie von allen 10 Fingern Abdrücke speichern und mein verschwitztes Gesicht im PC speichern wollen. Also schnell tauschen. M. kommt schnell wieder, nach nur wenigen Minuten. Ich mach mich auf zur Aduane / Zoll. Wie immer mein Sprüchlein: Quierro entrar a Honduras con mi marido y dos motos. Ob ich schon am Migrationsschalter war. Jep. Dann hätte er gerne die Papiere von der Grenze PLUS Kopie. (Haha – hatte der Typ recht mit). Des weiteren will er sämtliche Papiere von mir und M. im Original UND in zweifacher Kopie. Also Fahrzeugschein, Pass, Führerschein. Die rückt er nun erstmal nicht mehr raus und traktiert seinen PC. Ich erhalte einen Ausdruck, den ich 4 Mal kopieren soll und 2 verschieden farbige Zahlungsanweisungen mit 135 $. Aber der 2. Schaltermensch, der dem ersten dauernd über die Schulter schaut, ihm Stapel hin und herreicht, eilt heraus. Er erklärt mir nocheinmal, was jetzt zu tun ist: Ich solle mit den Kopien zur Bank hinter dem Gebäude gehen und die umgerechnet 35 Dollar einzahlen, aber in Landeswährung. (Hab ich verstanden). Ob ich jetzt Geld wechseln wollte. Nein, bräuchte ich nicht. Ob ich Lempiras hätte. Ja! Dann solle ich hier warten, dann könnte ich ja gleich das zweite Papier mitnehmen, auch kopieren und beides in einem bezahlen. Jubel! Einen Weg gespart. Als ich also auch die zweite Maschine durch die Zollerklärung habe, kopiere ich 4 mal (wie sich später herausstellt, habe ich nicht richtig verstanden und eine zuwenig, denn ich hätte noch eine zusätzlich für mich machen sollen), bezahle und wackle wieder an den Schalter, gebe alles ab. Er sieht, dass die Kopie für mich fehlt, macht sie netterweise an seinem Kopierer für mich und händigt mir nun das Zertifikat aus. Damit sei angeblich alles erledigt, ich könne fahren. Gute Reise! (Exakt 2 Std. sind rum! Später stellen wir am Grenzposten fest, dass doch noch eine Kopie fehlt, nämlich die des Zertifikats!)

Noch nüchtern, müssen wir erstmal was essen. Es ist 35 Grad, brütend heiß, schwül und schon 14.45. Wir werden von einem einheimischen Moppedfahrer angesprochen, der beeindruckt von unseren Motorrädern ist und wissen will, woher die kommen, wie viel Kubik etc. Im Gegenzug fragen wir ihn, wo man gescheit essen könne. Gleich nebenan. Stimmt. Die Küche ist für unsere Verhältnisse inakzeptabel und es gibt nur ein Gericht (Reis, Gemüse, Bohnen und Schweinerippchen ohne Fleisch). Das aber ist gut gekocht, schmeckt ausgezeichnet und stillt erstmal den Hunger!

45 min. später sitzen wir auf dem Mopped und fahren zur Ausreise. Von rechts kommt die Straße für die LKW. Wir stellen uns hinten an, die Tuckstucks überholen einfach. Aber wir dürfen das nicht. Wir zeigen dem Beamten unsere Pässe und das Zertifikat. Er interessiert sich aber nicht dafür, sondern will nur die Kopie des Zertifikats. Mist, hab ich nicht. Braucht er aber. Ok, also umdrehen und zurück. Ich erkläre M. was nun los ist und schaue gerade, wo ich drehen kann, da nickt er mit dem Kopf, ich solle abzischen. Geb ich mit einem Strahlen und „Muchas Gracias, Señor“ auch nach hinten durch und fort sind wir.

Ich stelle fest, dass alle hier arbeiten, die Geldwechsler genauso, wie die Grenzbeamten, LKW-fahrer und Kleinstbetriebe, die Getränke oder Essen am Straßenrand verkaufen. Alle wollen nur dasselbe: Etwas Geld verdienen um sich und ihre Familien zu ernähren. Aber auch sie danken dir Freundlichkeit mit ebensolcher. Auch wenn es manchmal etwas nervt, wenn so viele ankommen und dich in deiner Konzentration stören. Verständlich ist es dennoch und bisweilen hilfreich.

Bis morgen, dann kommt die nächste Grenze – Nicaragua!

VGB

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Impressionen aus Honduras

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El Salvador, ein Morgen am Strand

Auch das noch!

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Mi 16.12.15

Heute morgen schon um halb 7 aufgestanden, um früh zur Grenze zu kommen: DA!  Ich hab einen Platten! Auch das noch. Schon wieder ich! Ein dicker 5 cm Nagel steckt drin. Mit dem Kopf zuerst! grrrr!

Reparaturset raus, 15 min gewartet, Luft rein, ist nicht dicht! MIST! Ich hab den Kaffee achon auf! wir machen das ganze ein 2. Mal. Wieder warten!

Na mal sehen wie es weiter geht…

Bis später B.

Wir haben 3 Stopfen rein gedrückt. Anscheinend ist einer jetzt im Reifen und holpert fleißig mit rund. So hört es sich zumindest an. Aber der letzte ist dicht. Auf zur Grenze – bei 35 Grad!!! (Ich geh kaputt – dabei ist das noch milde, denn sonst herrschen hier 10 Grad mehr!)

Grenzgänger – El Salvador

Di 15.12.15

Gestern wollten wir in Guatemala Stadtrand bei BMW und Touratech vorbei. Das war bisher der schlimmste und anstrengendste Verkehr! 2 Std. lang Chaos und höchste Konzentration, damit man sich nicht verliert oder über den Haufen gefahren wird. ICh wollte meine Federung vorne kontrollieren. Aber die wollten dort nur eine komplette Gabel an mich verkaufen und nur fürs Kontrollieren 750 Quetzales für 2 std. Arbeitszeit haben. Wir haben dann doch abgelehnt und es bis 60 km vor die Grenze nach El Salvador geschafft, damit wir heute früh an der Grenze sind. Um 8 aufm Mopped und um 9 Uhr da. Wir werden von einer ganzen Horde Moppedfahrer zum Anhalten gewunken, aber wir fahren weiter, genau 300 m – dann steht alles. LKW hinter LKW.  Drei der Moppedfahrer sind uns hinterher geeilt und belatschern M. – den Armen! Er sagt, nein danke und wir fahren an den 10 km langen Schlange vorbei. Die Fahrer grüßen, schießen uns mit Handzeichen bildlich ab, schlafen in Hängematten unter dem LKW oder quatschen am Straßenrand. Die Schlange hört plötzlich auf, es geht durch einen Ort, hinterher selbe in grün: LKW an LKW bis zur Grenze! Vorne angekommen herrscht das Chaos. Man lotst uns nach vorne vorbei an einem anfahrenden RiesenLKW, der dann auch prompt erst im letzten Moment hält, bevor er M. mit dem Hinterteil erwischt und über den Haufen fährt. Der versucht auf meine Warnung hin nach links auszuweichen, klappt aber nicht und so kippt er mitsamt Mopped um. Schnell sind 5 helfende Männer zur Stelle und heben es ihm wieder auf, nur der Spiegel ist nu lose. Na, später… Und schon 30 Grad draußen. M. bewacht die Moppeds und ich starte meinen Marathon, der sage und schreibe 3 Std. dauert. Der Einweiser belatschert nun mich – auf spanischem Englisch. Den ersten Satz habe ich noch mit Mühe verstanden, aber der Sermon wird immer lang und länger und ebenso unverständlich, bis ich kapiere, dass das einer der Leute ist, die erst helfend zur Seite stehen und anschließend Geld haben wollen, wo nie die Rede von war. Ich ziehe meinen Joker:  „Perdon, Señor, no hablo ingles!“ Er kuckt irritiert, sprachlos, damit hatte er nicht gerechnet! Wie, was jetzt? Etwa spanisch? Jep! Und genau deshalb brauche ich deine Hilfe nicht! Danke!

Auf der anderen Seite ist der Schalter für die Moppedseinreise. Die offiziellen erzählen einem nämlich gratis, was man machen muss. Freundlicherweise weisen einem die wartenden LKW-Fahrer immer schon beim reinkommen den richtigen Schalter. Sie wissen wie es geht. Ich komme immer sofort dran. Schnell sind alle Kopien gemacht, die Moppeds kontrolliert, die Papiere fertig, und die letzten Quetzales getauscht und die Grenze passiert. Auf nach El Salvador.

Auch hier staut es sich – LKW an LKW. Wir überholen unzählige, wie die anderen Tucktucks auch, die Fahrradfahrer, die Moppeds… alles dran vorbei – irgendwie. Rechts oder links herum, der Gegenverkehr will auch durch, passt aber nicht. Zurücksetzen – irgendwie… Chaos pur! Der Grenzfluss vor der Nase, hält uns ein Beamter an und will uns zurück schicken, denn wir bräuchten für die Moppeds ein Ausreisepapier! Hab ich doch – bitte sehr! Weiter gehts. Nächste Station, selber Kram von vorne: Migration von uns – Sache von 3 Minuten, dann die Moppeds – weitere 2 Std. M. brät in der Hitze und hat nix zu tun. Ich laufe hin und her, hab aber dafür bisweilen im klimatisierten Raum zu warten. Was ist besser? Ich unterhalte mich mit einem anderen Wartenden, ob er auch einen so großen LKW fahren würde. Nein, nur einen Kleinen. Aber wie lange die denn hier für die Grenze brauchen würden? 7 dias, a week! Ich frage 3 mal nach! Aber es bleibt dabei. Müssen die eine Engelsgeduld haben. Ich habe die Zettel ausgefüllt – soweit ich das verstehe. Die sollen nun kopiert werden mit dem Permit von Guatemala. Moment – so unausgefüllt? Die Dame seufzt und hilft mir! Jetzt kopieren. Wieder zurück, aber jetzt ist der Schalter unbesetzt. Warten. Irgendwann werden meine Papiere entgegengenommen und kontrolliert. Ja, prima, aber der Beamte möchte mich zur nächsten Station schicken, denn es fehlt noch die Kopie des Passes, der Fahrzeugpapiere und des Führerscheins. Aber – oh Wunder –  Klein B. zieht die Kopie mit allen 3-en aus dem „Hut“ – und bevor der Beamte noch lange nachfragen kann, auch die von M. Ich bin ja nicht Blöd und hab heute morgen im Dorf noch schnell diese Kopien vorbereitet, wohl wissend dass an jeder Grenze genau das gebraucht wird. Er zieht eine Schnute und zieht von dannen. Muss er wohl doch ran! Von Bürotisch zu Bürotisch werden die Papiere in den PC eingegeben und nochmals und nochmals kontrolliert und weitergereicht – irgendwo an der Seite, damit ich nicht unter dem LKW-Stapel lande. Ich stehe immer am Schalter, mich in Erinnerung rufend. Das hilft. Ich werde immer wieder dazwischen genommen. Irgendwann ist das Zertifikat zur Unterschrift fertig. Auch dafür will man M. extra sehen. Alles gratis! Schnell getauscht und ab durch die Mitte – irgendwie, oder am Rand vorbei – irgendwie. Es ist 12 ihr Mittags und 34 Grad! Puh geschafft. Denkste! Nachdem auch der Beamte bei Grenzübertritt alles kontrolliert hat, steht auf der anderen Seite des Moppeds ein Gemeindebeamter, der pro Vehikel 5 USD haben will, für die Straßennutzung. Für DIE schlechte Straße? Denn die ist anschließend ziemlich reparaturbedürftig, wenn auch nicht so Schlaglochgeplagt, wie zuletzt die Straßen in Guatemala. Kein Wunder also, wenn er Geld für die Reparatur der Straße einsammelt.

Die Straßen werden aber deutlich besser. Meist kann man mit 100 drüber fliegen und wir schaffen es bis kurz vor die Grenze. Im Hotel Cucolindo in Playa de Cuco übernachten wir für 50 USD im einfachen Hotel, dafür aber mit Pool und Zugang zum Strand. Dort springen wir als erstes in den badewannenwarmen Pazifik – herrlich, dann in den Pool und dann unter die kalte Dusche, denn warmes Wasser gibts hier nicht. Brauchen wir auch nicht. Es ist unheimlich warm!

Ach könnte ich doch etwas von der Hitze mit nach Ushuaia nehmen…

Unser Plan für morgen: Früh durch die Grenze nach Honduras und so weit wie möglich an die Grenze nach Nicaragua.

Bis bald

VGB

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Abfertigungsschlange an der Grenze

Und ewig lockt das Abenteuer

Edit: Herzlichen Dank an den ersten edlen Spender, der es uns gleich tut und den Kindern hilft. Ich bitte herzlichst um weitere Nachahmer und danke im voraus im Namen der Kinder! Hier der Einfachheit halber nochmal die Bankverbindung: Deutsches Konto (BW Bank):

Konto Nr. 7495 5074 03               BLZ 600 501 01

Verwendungszweck z. B.: gsnomaden Kinderheim Peru

SEPA:
IBAN: DE29 6005 0101 7495 5074 03 SWIFT: SOLADEST

Weitere Infos unter „Spendenaufruf“….

 

So 13.12.15

Früh aufgestanden und schnell zum Cafe – in dieser Stadt gibt es zwar keinen Luxus, aber schnelles Internet und guten Kaffee! Also Bilder hochladen! Kaum aufm Bock und schon sagt das Navi, dass wir denselben Weg zurück sollen. Denselben Pass wie gestern wieder hoch, 136 km bis Antiqua. Ich hab schon gleich den Kaffee auf, wenn ich an die steilen Innenkehren nach oben im sandigen Lochparadies denke. Aber M. will anders herum und der Teer gibt grünes Licht: Wunderschön, den See entlang, auch wen der sich hinter so manchem Grün verbirgt,  so kurvt es hier auf glattem Boden, bis…. ja bis…

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Hier hört der Teer plötzlich auf!

… hierher.

Der Teer hört plötzlich auf. Und jetzt? Erstmal die zwei Männer von eben fragen, wie lang der Teer fehlt. Also zurück. 6 km nur. Wie schwer denn der Weg sei, matschig? Nein, nicht schwer, nur am Anfang. Was nun? Pest oder Colera? Da ich den Weg zurück kenne, wähle ich – wie immer – lieber das, was ich nicht kenne. Es könnte ja besser sein. M. fährt voraus, weil ich schon Schiss in der Bux habe. Schon nach der ersten Kurve Höchstschwierigkeit: sandige Stufen steil bergab. Den aufmunternden Worten von M. „Chacka, das schaffst du!“ knurre ich entgegen „ Nein, schaffe ich eben nicht!“ Ich kneife! Ich stehe mitten in den Löchern und warte auf meine Rettung. M. schwingt auch sofort die Hufe und eilt mir entgegen und fährt die restlichen 50 m runter! Anscheinend haben wir einen Schmugglerpfad erwischt, denn in diesen 6 km steht 3 mal die Polizei. Uns behelligen sie nicht und staunen nur. Ich kann M. nicht dauernd mein Mopped fahren lassen und so reiß ich mich zusammen. Ich werde den Rest schon irgendwie schaffen, ist doch nicht so schwer (man muss nur die Nerven nicht Oberwasser kriegen lassen)… Irgendwann ist es geschafft und der schlaglochgeplagte Teer fängt wieder an. Aber das war noch nicht alles. Plötzlich hört die Straße erneut auf: Die Brücke fehlt. (Kommt dir das bekannt vor, Mike?) Es sieht aus, als ob nach einer Flashflood die Brücke unterspült und weggerissen worden ist. Wir müssen durch den Bach. Der Anfang ist tief und heute fehlt mir irgendwie der Mumm. Ich halte mitten in der tiefsten Stelle im Bach an. (Ich Doof!) „Jetzt stell dich nicht so an, du blöde Kuh! Auf die Füße und los“, sag ich zu mir. Und tatsächlich, so geht es bedeutend besser. Es ist doch gar nichts dabei, habe ich doch schon unzählige Furten auf Island genau für diesen Fall geübt.

Drüben gibts erst mal Mittagspause. M. hat etwas frittiertes Hähnchen am Straßenrand im letzten Ort gekauft. Etwas scharf, aber lecker.

Die Ortsdurchfahrten sind abenteuerlich. Lose Pflastersteine mit Schlaglöchern, Hubbeln und stockendem Verkehr…. Brrrr!

Endlich in Antigua nehmen wir das erst beste Hotel. Es ist wohl das beste (oder zumindest eins der besseren), denn es ist aus dem 18. Jh. mit gescheiter Dusche, ordentlich gepflegt und sauber. Herrlich! Das brauche ich jetzt.

Anschließend machen wir uns zum Stadtbummel auf. Der Hauptplatz im Kolonialstil ist schnell gefunden. Hier brummt der Bär – wie eigentlich in jedem Ort bisher. Abends ist immer was los, egal wo man ist, egal welcher Tag ist. Die Stadt hat Flair. Auf den ersten Blick sehen die Häuserfronten sehr alt und etwas heruntergekommen aus. Aber auf den zweiten Blick sieht man, wie gut die alten Häuser in Schuss sind. Nach einem der vielen Erdbeben, die diese Stadt aushalten musste, wurde der Sitz der Hauptstadt nach Guatemala Stadt verlegt und die Stadt erholte sich nur langsam von den Schäden. Aber sie ist nie aufgegeben worden und zum Dank dafür wird diese Stadt von nahezu allen Touristen besucht. Entsprechend hochpreisig ist das Niveau, aber zu Recht. Wir haben in einem Restaurant gegessen, welches mit typischen guatemaltekischen Speisen warb. Dazu gab es erstklassigen, weich fruchtigen Rotwein aus Chile, typische Desserts und einen Super Akkordeonspieler, der neben weltbekannten Melodien auch extra für mich landestypische Musik spielte. Welch kurzweiliger Abend! Was geht es uns doch wieder gut.

Ich hoffe, allen Lesern ebenso, ansonsten wünsche ich gute Besserung!

Herzlichst eure B.

Antigua bei Nacht

Antigua bei Nacht

 

Der Meister an den Tasten und sein Groupie (man beachte den Rotwein ;-) )

Der Meister an den Tasten und sein Groupie (man beachte den Rotwein 😉 )

Impressionen aus Antigua

Auf dem Weg nach Antigua

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Antigua, Blick auf den bereits erloschenen Vulkan Agua

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Antigua, der Vulkan Fuego gibt ein erstes Lebenszeichen

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Transportmittel in Guatemala

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BMW, wir haben ein neues Modell entdeckt, speziell für den südamerikanischen Markt 🙂

Atitlansee

Sa. 12.12.15

Wir haben einen anstrengenden Fahrtag hinter uns, obwohl wir „nur“ 260 km von Coban zum Atitlansee gefahren sind.

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Straßenmarkt in Coban, Verkehrschaos inklusive.

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Fähren für groß und klein über den Rio de la Pasion bei Saxaxché

Die Strecke war kurvig schön und nicht allzu schwierig, gut zu meistern. Allerdings forderte sie über den ganzen Tag hinweg höchste Konzentration. Gleich 40 km nach Start kommen wir zur 26 km langen offroad-Passage. Wir brauchen 1 Std. dafür. Auch danach geht die Straße immer wieder „verloren“, tauchen tiefe Schlaglöcher auf, oder die vielen „Tumulos“ (Topes in Mexiko) in den Orten, die ein zügiges Vorankommen verhindern. Dafür kommen wir durch viele Dörfer in den Bergen, die auf 2000 bis 2500 m Höhe liegen und bei angenehmen 20 – 25 Grad mal die brütende Hitze zurückdrängen. Die Leute schauen genauso mit großen Augen auf uns Außerirdische, wie wir umgekehrt auf sie. Ich bin genauso neugierig auf deren Lebensweisen, Geschäfte, Örtlichkeiten, wie sie sich über uns und unser Aussehen und unsere riesigen Maschinen amüsieren, weil sie selber so klein sind (oft 1 ½ Köpfe kleiner als ich!) und nur 150-er oder 180-er Maschinen fahren, die tatsächlich auch nur halb so groß sind wie unsere. Aber wie überall auf der Welt – EIN Zeichen ist universell: Das Lächeln! Wenn sie so entgeistert auf mich starren, so lächle ich sie an und sie lächeln zurück. Das Eis ist gebrochen und die Verständigung kann beginnen. Manchmal gestaltet sich das etwas schwierig, weil die Kinder meist die Indiosprache sprechen, aber die älteren sind oft des Spanischen mächtig und so klappt das ganz gut.

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Der Junge in der Mitte mit 5 seiner 8 Geschwister und einigen Freunden

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Brücke im guatemaltekischen Hochland

Endlich kommt der Atitlansee in Sicht und wir „schießen“ auf kürzestem Weg 1200 Höhenmeter nach unten. Auf dem Navi sieht es so aus, als ob jemand auf ein weißes Blatt Papier mit rosa Stift gekritzelt hätte: Kehre an Kehre! Aufpassen ist angesagt, denn so steil wie die Straße ist, so kaputt ist sie auch. Oft ist sie in den Kurven durch Schotter mit tiefen Auswaschungen  gespickt und die teilweise riesigen Busse holen weit bis auf meinen Seitenrand aus, um rum zu kommen. Sie hupen kurz und stoppen nicht. Ich tue gut daran, auf Seite zu fahren und mich dicht an den Straßenrand zu quetschen! Der Gesundheit wegen ;-)…) Diese Attitüde genehmigen sich auch lange Pickups, hupen allerdings nicht. Plötzlich steht einer mit reichlich Schwung in der Kehre – auf MEINER Seite bis zum anderen Ende. Keine Lücke, nirgends! Im Enduromodus kann ich so eben noch trotz blockierendem Vorderrad und ABS bremsen und die Fuhre ohne zu kippen aufrecht halten. Ich sehe mich schon auf seinem Kotflügel und schnauze ihn auf deutsch an, ob er noch alle Tassen im Schrank hätte. Aber der Typ hält auch an, setzt zurück und erklärt mir – sozusagen als Entschuldigung – dass er ausholen müsse, um rum zu kommen. Weiß ich. Trotzdem, der Schreck steckt mir noch lang in den Gliedern.

In Pedro de la Laguna, dem Backpackerparadies, suchen wir uns ein Hotel. Aber wir finden nichts – logo, wenn dieser Ort berühmt bei den Backpackern ist. Weder im äußeren Rand der Stadt, noch in der Mitte. Je mehr wir nach innen kommen, desto schmäler und hubbeliger die Straßen. Irgendwann ist der Weg nur noch genauso breit wie unsere Moppeds hinten. Manchmal stehen noch Roller oder Moppeds an der Seite. Dann ist Millimeterarbeit angesagt. Um so manche Ecke geht es und ich flehe, dass dies keine Sackgasse sein möge. Denn drehen ist hier unmöglich. Es geht rechts und links um die Ecke, mal breiter, mal schmäler. Plötzlich geht es steil nach unten über lose, dicke Pflastersteine. Am Rand steht noch ein Tuck-tuck und M. hält noch rechtzeitig an. Vielleicht kommt er dran vorbei, aber ich will da nicht runter, schon gar nicht nach Plan B suchen, wenn erster Plan nicht klappt. Also umdrehen und zurück. Auch das gestaltet sich schwierig, zumal ständig nachfolgende Moppeds und weitere Tuck-tucks hinter uns stehen und durch wollen. Selbst das kleine, schmale Enduromopped kommt da unten nicht dran vorbei und dreht. Gute Entscheidung, Mister Reiseleitung! Die Hotels sind klein und haben keinen Parkplatz. Hinter uns stauen sich die Moppeds. An uns vorbei ist nicht dran zu denken. Unser A… ist einfach zu breit! Wir halten irgendwo an, um neu zu überlegen, da steht einer mit dem Mopped neben mir und fragt, ob wir ein Hotel mit Parkplatz suchen. Genauso ist es! Er zeigt uns eins, das ist aber voll. Er telefoniert – auch das 2. und 3. ist voll. Es gibt wohl viele Touris heute. Aber das 4. hat noch Platz, auch für die Moppeds, die im Eingang stehen sollen. Im Hinterherfahren in den engen Gassen fahren wir erstmal glatt dran vorbei. Wir gehen zu Fuß zurück und schauen erstmal. In den Eingang rein? Sehe ich sofort: Das geht nicht! Aber der Helfer und die Hotelchefin glauben das nicht. Zuletzt wäre einer aus Kanada hier gewesen mit einem ebenso großen Mopped. Das hätte da rein gepasst. Wir müssten halt die Koffer abmachen. Selbst dann, der Lenker passt nicht durch. Es sind zwei versetzte enge Stellen, die Außentür und die Treppenseite vom Flur und noch eine Stufe zu überwinden. Eine enge Stelle geht ja, aber 2? Zu viele Schwierigkeiten. Sie glauben mir nicht, holen ein Kinderbützchen als Maßband und man zeigt mir, wie viel Platz von dem Helfermopped noch bis zur Tür übrig bleibt. RIESIG! Ich schnappe mir sein Bützchen, und gib ihm zu verstehen, mir zu folgen. „Mira a ver!“ Am Mopped halte ich sein Bützchen an meinen Lenker! Ihm fallen die Augen raus. Verdad! Es muy grande! Er geht zurück und bestätigt, das Mopped passt nicht durch die Tür. Der „Garagen“platz gegenüber verteuert die Sache natürlich und sie will 200 Quetzales haben = 400 Pesos = 30 US-Dollar. Aber das Zimmer ist so einfach, kein Schrank, kein Bad (nur eine Ecke als Dusche), wenn auch sauber. Wir einigen uns auf 120 Quetzales. Uns ist der sichere Platz der Moppeds mehr Wert, als ein Luxuszimmer – welches es hier in dieser Stadt wohl auch nicht gibt, selbst für noch so viele USD.

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Atitlan-See, San Pedro la Laguna

Der Ort liegt unmittelbar am See, der wunderschön eingebettet zwischen den Bergen liegt. Als alter Vulkansee ist die ehemalige Caldera deutlich zu erkennen. Nebenan liegt der Vulkan San Pedro – noch aktiv! Vor einigen Tagen hat es hier in der Nähe etwas südlicher ein Erdbeben der Stärke 5,7 gegeben, tief in der Erde, deshalb merkt man von Schäden nichts. Es gilt als Vorbote zustärkeren, noch folgenden Beben. Hoffentlich nicht!

Wir machen uns noch einmal auf, zum Interntcafe mit richtigem, leckerem Kaffee, schneller Leitung und essen gegenüber eine Kleinigkeit. Wow! DAS war vielleicht gut! Frische Fritten, gebacken in frischem Fett, Hähnchenflügel in Honigknoblauch, der Burito und die Smoothies. Hm! Dies werde ich in Deutschland vermissen: Die süßen frischen Früchte, die jeweils frisch gemachten Limonaden und die Smoothies aus süßen Früchten mit Wasser und sonst nix! Keine Zusätze wie Geschmacksstoffe oder Zucker! Einfach lecker! Angesichts der Äußerlichkeit insgesamt erwartet man diese Qualität nicht. Aber man darf die Leute hier nicht unterschätzen. Auch wenn es einfach, chaotisch oder zusammengeschustert aussieht. Viele möchten es sauber und gepflegt haben und kümmern sich um das eigene Anwesen mit liebevollen Details und ebensolchem Engagement – im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten. Anderen ist das egal und sie lassen den Müll halt überall liegen. So wie bei uns auch. Man kann halt nichts für den Unbill des Nachbarn, sondern nur vor der eigenen Tür kehren.

Mögen sich in Deutschland wieder mehr Leute daran erinnern und den Nachbarn nach seiner Fasson leben lassen.

Last es euch auch gut gehen daheim

Eure B.

Guatemala: Tical kontra Yaxha

Do, 10.12.15

Wir sind früh im Nationalpark und sehen uns vollkommen allein inmitten der Mayastätten um. Manche sind noch nicht ausgegraben, aber auf den Tafeln schon aufgeführt, so dass man wunderbar sehen kann, was sein wird, bzw was noch versteckt ist, und wie die Archäologen das Areal vorgefunden haben und zugleich wie die Maya damals die Stätten gestaltet haben. Also alte und heutige Realität gleichzeitig. Mystisch wunderbar und beeindruckend. Viel schöner als alles bisherige. Auf zwei der Tempel darf man hochklettern. Bis oben hin. Wie steil die Stufen hochgehen, kann man von unten nämlich gar nicht wahrnehmen, so wie in Chichen Itza oder in Tulum.

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Yaxhá, Sonnenuntergang an der Lagune

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Yaxhá, von der großen Pyramide aus, reicht der Blick über den Regenwald und zwei Lagunen hinweg. Zur Blütezeit hatte Yaxhá ca. 35.000 Einwohner.

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Yaxhá, Blick über den Dschungel. Weite Teile der Anlage sind seit 1000 Jahren noch im Dschungel verborgen.

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Yaxhá, im Gegensatz zu Chichen Itzá können die Pyramiden hier bestiegen werden.

Mitten im Park brüllen uns die Brüllaffen, die wir schon die ganze Nacht über gehört haben, an. Der Parkwärter hat uns gezeigt, wo sie in etwa sind. Wir hören sie deutlich über uns in den Bäumen, aber wir sehen keine. Schwierig, sie in den hohen Bäumen im dichten Blättergewirr zu sehen, erst als sie sich bewegen. Mit der Kamera einzufangen? Keine Chance. Schade!

So genießen wir die Reise in die Vergangenheit im naturbelassenen Park ohne Andenkenhändler, ohne Touris, ohne Krach oder störende Leute im Bild. Herrlich. Kein Mensch kennt diesen Park, alle rennen nach Tical. Sollen sie. Wir sparen uns dafür Tical, denn das ist hier so unglaublich schön und kann von dem Rummel dort nicht getopt werden.

Außerdem genießen wir noch ein wenig den herrlichen Platz am See. Als wir unsere Sachen aufs Mopped laden, brüllen die Affen schon wieder gleich neben uns. Jetzt zeigen sie sich uns, sogar eine Mutter mit ihrem Kleinen. Wie süß! Sie posen sogar für die Kamera, so dass M. einige herrliche Bilder schießen kann. DAS fehlte ja noch!

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Klein und keinen Schalldämpfer verbaut, die Brüllaffen.

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Ecologde El Sombrero bei Yaxha. In dem Baumhaus dort oben haben wir übernachtet.

Erst nach 3 kommen wir endlich los, aber bis Flores sind es nur 75 km. Die alte Mayastadt wollen wir sehen und dort übernachten.

Aber dort auf der Insel ist alles sehr eng zugebaut und hier gibt es keinen Platz für die Moppeds. So bleiben wir draußen in Santa Elena im Hotel.

Auch gut!

VGB

Belize im Schnelldurchlauf

Mi. 9.12.15

Wir haben gestern nach Tulum die Grenzstadt Chetumal erreicht. Es liegt direkt am Meer und wir suchen ein Hotel mit M.’s GPS. Das erste angesteuerte Hotel soll eigentlich 1165 Pesos kosten, aber heute gibt es das Zimmer für 900 mit Pool. Wir entscheiden uns dafür. Es ist die letzte Nacht, lass uns das Geld auf den Kopp hauen. Hier übernachten – welcher Zufall – auch die 6 Moppedfahrer, die wir auf der Straße schon getroffen haben, 4 BMWs (2 800-er, 2 1200-er) 1 V-storm und 1 Yamaha. Wir kommen sofort ins Gespräch und sie laden uns zum Essen ein. Der Abend ist sehr kurzweilig. Auf dem Rückweg sehen wir eine Traube von Menschen am Ufer der Promenade: Ein Krokodil! WAS? Tatsächlich! Im Salzwasser. Unglaublich! Und ich dachte, es gäbe sie nur in Süßwasser.

Wir sind früh dran und passieren schnell die Grenze zu Belize. Hier reisen unsere Moppeds penibel mit Beweisphoto und Kontrolle der Fahrgestellnummer in ALLEN Papieren und am Mopped selber aus Mexiko aus. (Die von der Kreditkarte abgebuchte Kaution soll morgen wieder auf dem Konto zurück gebucht werden – hoffentlich). Hier werden unsere Moppeds noch per Hand in ein dickes Buch eingetragen und hier gehen die wirklich allerletzten Kujampels drauf für das Bordermanagement, die Desinfektion der bikes und die Zollgebühren für die Bikes. 2 ½ Std. lang fahren wir nahezu nonstop durch Belize. Es gibt unterwegs eine Kaffeepause, aber wir fahren an Belize City vorbei. Lieber wollen wir versuchen auch noch nach Guatemala einzureisen. Das braucht Zeit und da muss man früh nachmittags da sein. Also sehen wir nur im Vorbeifahren wie sich das bekannte Straßenbild aus Mexiko (teilweise verfallene Häuser mit ungepflegten Gärten neben schönen, neuen Häusern) ändert hin zu gepflegten Gartenanlagen mit einem schönen, instand gehaltenen Häuschen bis hin zu großen Anwesen. Natürlich fahren wir auch durch kleine Orte, die genauso ärmlich aussehen wie in Mexiko.

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Tiere gibbet hier, die kennste gar nicht…

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Unterwegs in Belize

Plötzlich sind wir wieder an der Grenze. 250 km! Schnell sind wir durch die Ausreise von Belize durch. Natürlich wollte die Dame hier auch wieder Geld, denn ich hätte ja bisher nur für das Mopped, nicht aber für mich selbst bezahlt. Na gut, nochmal 30 belizische Kujampels, die wir von Karl geschenkt bekommen haben für die eine Person und 10 Dollar für die andere. Auch der Zoll ist schnell erledigt. Moppeds will keiner sehen. Draußen steht die Moppedgang vom Hotel aus Chetumal vor mir. Wo haben wir die denn überholt? Die sind doch vor uns abgefahrenl Aber als Guatemalteken brauchen sie keine Papiere für die Moppeds, sondern nur selbst einreisen.

Rüber also nach Guatemala. M. fährt voraus – durch den Desinfektionsnebel. Aber mich lotsen hilfreiche Hände außen vorbei. Dort werden wir gleich, umrahmt von kleinen und großen Helfern, angehalten: Desinfektion – natürlich wieder bezahlen. Bitte hier rechts. Dann links ins Gebäude, einreisen. Ich nehme alle Papiere mit, M. bleibt bei den Moppeds. Die Schlange für die Ausreise ist ewiglang, aber für die Einreise nur einer vor mir! Klasse! Aber sie wollen M. persönlich sehen, wenn sie den Stempel reinmachen. Also fliegender Wechsel. Auf zum Zoll. Dafür brauch ich aber Kopien von diversen Unterlagen. Wo gibts die? Um die Ecke? Dort frage ich den Besitzer nach de Preis. Wie viele ich denn bräuchte. 4. Ich zeige ihm wie er die Dokumente kosten- und kopiergünstig drapieren soll und hätte gerne sicherheitshalber für mich 2 weitere Kopien. Das macht 4 Dollar! Ich lege ihm 3 hin, denn ich kann Dreisatz. Wenn 4 Kopien 2 Dollar kosten, dann kosten 6 Kopien 3. Ich zurück zum Schalter. Prima, keiner da. ich komme sofort dran. Ich hätte M’s Dokumente nicht mit auf meine Kopien nehmen sollen, auch wenn wir verheiratet sind. Er akzeptiert es nochmal ausnahmsweise, aber es fehlen die Kopien der Stempel im Pass. Also wieder zurück zum Kopierer und wieder zurück zum Schalter. Der Kopierer hat die Fahrzeugpapiere nicht richtig herum kopiert, sondern die Rückseite. Es fällt ihm aber nicht auf! Ich sag es ihm auch nicht! Jetzt bitte hier unterschreiben und dort bezahlen. Mein Mann muss auch noch mal extra herkommen, wenn ich bezahlt habe, denn er muss vor den Augen der Beamten unterschreiben und persönlich erscheinen.

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Grenze Guatemala, ganz wichtig der Dreck muss desinfiziert werden.

Jetzt fängt das Drama an. An der Kasse nehmen die keine Kreditkarte, keine Dollar, NUR Quetzales! Die Halsabschneider mit dem dicken Geldbündel sind mir nicht geheuer und ich käme ja auch nicht weit, denn ich will nicht meine ganzen Dollarvorräte so frühzeitig aufbrauchen. Ein Geldautomat oder eine Bank muss her, Der Geldautomat ist bei der Apotheke. Ich gehe zu Fuß ins Dorf und frage nach einem km nach. Die Apotheke ist rechts ab. Schnell finde ich sie, aber keinen Automaten, den gibts da oben bei der anderen. Die Straße entlang klappere ich 2 weitere Apotheken ab, erst bei der 4. werde ich fündig. Aber oh Mist, die EC-Karte nimmt er nicht. Die Kreditkarte … mit Mühe und Not erinnere ich mich an die PIN, aber die geht nicht. Also wieder zurück zum Mopped im Geheimfach nachschauen. Sch…., das war die PIN zu M’s Kreditkarte. Also wieder zurück, Denn die angebliche Bank hier finde ich nicht.  Ich habe Sorge, dass mitten im Grenzübertritt die Grenzer plötzlich Feierabend machen, also nicht lange fackeln. Zurück durch die brütende Hitze. Der Zöllner lässt mich natürlich nicht mit dem Mopped dorthin fahren. Ein Taxi könnte ich nehmen – wie denn, wenn ich kein Geld habe? Hinterher bezahlen – vermutlich für teuer Geld, dessen Wert ich (noch) nicht kenne: Nein danke, also doch wieder zu Fuß. Endlich am Automaten spuckt der nicht soviel Geld raus, wie ich gerne hätte. Nur umgerechnet 130 Euro. Na, wie weit kommt man denn hier damit? Na egal, erstmal zur Kasse. Schon wieder die Halsabschneider, die nur Dollar wittern und mich in Englisch ansprechen. Ich pfeife ihn auf Deutsch an, dass er mir jetzt auch nicht mehr ankommen brauche, wenn er mir eben schon nur so wenig für meine Dollar hat geben wollen. Er schaut irritiert sprachlos. Ich erkläre ihm auf spanisch, dass ich es nicht leiden könne, von allen wie ein Gringo behandelt zu werden, denn ich sei keiner! Er versucht es mit smalltalk auf spanisch, woher ich denn käme. Aus Europa? Aber ich hab den Kaffee auf. Mir läuft der beißende Schweiß in die Augen und ich bin zum dritten Mal in der Schlange vor der Kasse. Anscheinend hat den letzten Satz der Grenzsoldat mit der Maschinenpistole gehört. Er holt mich aus der Schlage raus und bietet mir den nächsten Platz direkt am Schalter an. Mit dem richtigen Geld geht das jetzt ganz schnell: Ich wieder an den mittlerweile ewiglangen Schlangen am Ein- UND am Ausreiseschalter vorbei direkt zum wartenden Beamten, der den Beleg in zwei Teile schneidet und mir zu verstehen gibt, dass er jetzt auf meinen Mann wartet. Flitzen, 30 Sek. zum Tausch, schnell erklärt, wohin er muss, gewieft genug, ihm für den Fall der Fälle (der natürlich eintritt) nochmals dieselbe Summe mitzugeben und weg ist er. Jetzt kommt ein Soldat – mit Maschinenpistole – und bittet uns (schon wieder), die Moppeds woanders hinzustellen, denn da kämen jetzt 2 lange LKW’s. Bevor ich antworten kann, ist aber schon M. in Sicht. Also schnell aufs Mopped und ab durch die Mitte!

IN die Taschen hat keiner geschaut, auch nicht, ob denn dasselbe Mopped wie auf den Papieren angegeben, an der Grenze steht. Nur, ob auf dem Nummernschild auch dasselbe, wie auf den Papieren draufsteht. Aber dafür hat es auch nur ein Drittel des mexikanischen Einfuhrzolles gekostet. Komisch! Die Mexikaner machen bei der Ausreise einen Riesenspökes, haben sich aber bei der Einreise nicht darum geschert und das Mopped nicht angeschaut. Hier dagegen sollen angeblich viele geklaute Autos anhand der Chasseenummern, Motornummern und Papieren in den letzten Monaten aufgefunden worden sein, die alle aus Belize gekommen wären und deshalb der ganze Aufwand. Kann ich zwar nachvollziehen, dass sie dem Einhalt gebieten wollen. Aber warum kontrollieren sie dann nicht mal mein Mopped, sondern nur das Kennzeichen? DAS hätte ich doch auch fälschen, austauschen, auf ein anderes Mopped pappen oder was weiß ich können. Na, es kommen ja noch ein paar Grenzen… Vielleicht erleuchten die mich ja. 2 Grenzen an einem Tag – mir reicht’s. Los jetzt!

Mittlerweile eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang brauchen wir noch eine Unterkunft. Nach Flores, wie unsere Moppedgang, schaffen wir nicht mehr. Aber dem Rat der Gang folgend soll es einen wunderschönen Maya-Nationalpark Yaxha vor Tical geben mit einem Campingplatz daneben. Dort erhalten wir für umgerechnet 5 Dollar den absoluten Luxuscampingplatz oben auf dem Podest auf halber Baumhöhe – mitten in der Natur, mit Blick bei untergehender Sonne auf den herrlichen See 5 m entfernt, mit 1a Wegen, sauberer Allgemeindusche und Wassertoiletten… Klar, die Besitzerin dieser „Ecologde“ ist eine Italienerin – Europäischer Standart! Leider tummeln sich auch hier 107 Krokodile im See. Schwimmen ungesund! Megaschade!

Bis demnächst

B.

Tulum

Di. 8.12.15

Als wir gestern Abend ankamen stellten wir fest, dass es auch hier wieder vorab ein riesiges Areal mit Touristen“abzocke“ gibt – ein Parkplatz für 3 mal soviel Geld wie in Chichen Itza, dafür aber keinerlei Infos, wo der Eingang ist, wie viel Eintritt es kostet und wann Öffnungszeiten sind. Diese muss man sich einzeln erfragen. Die Wärter antworten sehr geduldig, auch wenn sie diese Fragen sicher 1000 mal am Tag beantworten.

Da machen die Mexikaner für jeden überflüssigen Kram ein Schild. Aber da wo es hilfreich wäre – Fehlanzeige! An jeder Ecke ein Polizist, aber für ein Schild ist kein Geld da….

Apropos Geld: Ich habe gerade meine Spende für das Kinderheim in Peru überwiesen. Ich möchte euch herzlich einladen, es mir gleich zu tun. Es gibt ein deutsches Konto!!! BW Bank, IBAN DE29 6005 0101 7495 5074 03 (Mundo de ninos). Von der Koordinatorin in Deutschland habe ich schon Antwort erhalten. Sie hat unseren Besuch im Kinderheim schon angekündigt. Wenn ihr daheim unter Betreff: gsnomaden angebt, so kann ich gerne berichten, was mit euren Spenden Gutes geschaffen worden ist.

In diesem Sinne: Frohe Adventszeit für alle, auch für die Kinder der Welt

Herzlichst eure

gsnomaden B+M

Edit – Tulum:

Es gibt einen Frühmorgens bei Sonnenaufgang um halb 7 und einen Late-Nighteintritt nach normaler Öffnungszeit für das vierfache des normalen Eintrittspreises. Das ist uns aber zuviel des Guten. So sind wir um 8.00 Uhr da, Heerscharen strömen bereits dorthin.

Tulum ist im Park natürlich gehalten, keine Andenkenstände, aber ganuso viele Horden von Führern, die lautstark in allen Sprachen plärren. Ich werde von einer Ecke in die andere gescheucht, damit ich nicht auf den Bildern der Touris bin, während sie selbst durch unsensibel meine Bilder durchrennen, sich vordrängeln oder sich vor mich stellen und meinen Blick verstellen. Irgendwann hab ich genug davon und mache es genauso. Sonst geht man unter!

Diese Anlage in Tulum finde ich wesentlich schöner, als die von Chichen Itza, obwohl nicht ganz so bekannt. Sie liegt unmittelbar am Meer, die einzige ihrer Art. Traumhaft! Trotz der vielen Leute!

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Mayastätte Tulum, der Eingang durch die Stadtmauer.

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Tulum, welch herrliche Lage am Karibikstrand

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Tulum

Draußen brauche ich erstmal eine Sitzgelegenheit – die sind nämlich in den Parks rar gesät. Und einen Kaffee – Starbucks lässt hier grüßen. Auch wenns hier teuer ist, gut ist er alle mal und so genehmigen wir uns einen. Nebenan erleben wir einen typischen Voladores-Tanz, einen Tanz um den hohen Telegrafenmast, mit typischer Flöten/Trommelmusik und im Kreis mit dem Kopf nach unten fliegenden Tänzer. Natürlich geben wir gerne ein paar Pesos für deren Darbietung. Aber ich habe den Anfang verpasst und frage nach, wie die da hoch kommen. Der Typ erklärt nicht lange, sondern die Gruppe fängt erneut an. Ich kann es sehen. Natürlich verlangt der Typ sofort einen Obolus. Ich erkläre ihm, dass ich soeben schon bezahlt hätte. M. macht Bilder und natürlich wird auch er geschröpft. Es scheint ihm nicht genug zu sein, er fordert und fordert und fordert. Als alle oben sitzen, und parat sind, wieder runter zu fliegen, gibt einer der Typen oben mir Handzeichen. Ich solle bezahlen oder sie fliegen nicht. Was ist mit den anderen umstehenden Leuten? Wir haben doch schon 2 mal bezahlt. Da ist es wieder: Ich fühle mich wie die Weihnachtsgans – ausgenommen! Wie ein „Gringo“ behandelt. Ich habe verstanden. Von mir keinen weiteren Pesos mehr. Ich habe sie ja schon einmal fliegen sehen! Wiedersehen!

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Danza del volador, die Männer symbolisieren die vier Winde und die Sonne

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Der Danza del volador, auf einem 25m hohen Mast

Chichen Itza und Tulum (Yucatan)

So, 6.12.15

Es ist Nikolaus und wir merken nichts davon. Der 2. Advent und es kommt keine Adventsstimmung auf. Bei über 30 Grad feuchter Schwüle schwitzen wir uns kaputt. Auf dem Weg suchen wir zweimal vergeblich eine Cenote – einen natürlichen Mayatümpel. Der erste Hinweis am Straßenrand ist leicht zu sehen, aber es gibt keine weiteren Hinweise. Das muss man selber mit Spürsinn, nachfragen und GPS selber suchen. Endlich finden wir ihn und sind im Wald ganz allein. Ich getraue mich mit meinen Füßen nicht bis ganz nach unten. Die Stufen und Wege sind sicher rutschig. So staune ich von oben herab, während M. runter klettert. Es ist für ihn ein seltsames Gefühl, ganz allein da unten mit den Mayas zu sein, wie er mir später erzählt. Mayaritzungen sowie einen Altar findet er. Mich zerpicken schon wieder die halben Portionen von Mücken und mir ist zu warm. Ich brauche Fahrtwind und so verschieben wir die Essenspause. Wiedermal. Kein Wunder, wenn die Hosen immer weiter werden.

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Cenote Xtogi

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Papaya-Baum am Straßenrand – Cenote Xtogi

Wir sind früh nachmittags im Dorf kurz vor Chichen Itza angekommen und haben uns ein günstiges Hotel gesucht. Es sieht auf den ersten Blick heruntergekommen aus, ist es aber nicht. Es müsste eigentlich nur etwas mehr gekehrt werden. Es hat eine riesige Gartenanlage mit einem Pool ohne Grünspan. In den springen wir zur Abkühlung erstmal rein. Herrlich erfrischend! Dann fragen wir den Besitzer nach den Maya-Anlagen. Heute am Sonntag würde es sicher voll sein, aber morgen früh um 8.00 noch nicht, weil die Busse erst gegen 9 0der 10.00 kommen. Aber hier im Dorf ist jährliches Fest, mit Tanz, Musik und Stierkampf.

Wir verschieben die Besichtigung auf morgen früh und machen uns gegenüber zur Party auf. Wir werden angestarrt wie Aussätzige. Aber einer erklärt uns wortreich alles mögliche zum Dorffest. Die Verständigung klappt immer besser und so erfahren wir, dass im Unterschied zu spanischen Stierkämpfen die Stiere hier nicht sterben, sondern nur ein bisschen mit dem Tuch hin und her gescheucht werden und dann mit dem Lasso wieder eingefangen werden und bis zum nächsten Mal auf der Weide weiter grasen. Es ist ganz nett, dennoch frage ich mich die ganze Zeit, wie es denn sein kann, dass der sonst friedlich auf der Wiese grasende Bulle plötzlich mit den Hufen scharrt und wild schnaubend durch die Arena wetzt. Ich hab hinter die Kulissen geschaut und nun weiß ich es: Er wird vorher solange eng eingesperrt und gepiesackt (im wahrsten Sinne gepickt!), bis er vor Schmerzen sauer wird. Also doch Tierquälerei zur Erheiterung der Menschheit, wenn auch nicht so arg wie in Spanien.

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Lasst die Spiele beginnen…

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Und Action!

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Wer macht den ersten Schritt?

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Wer ist der Stärkere?

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Die Massen gehen begeistert mit.

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Dieser Stier verlangt den Toreros alles ab.

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Hinter den Kulissen werden die Stiere scharf gemacht.

Es regnet die ganze Nacht lang, so dass wir heute morgen die Moppeds im Hotel stehen lassen und mit dem Taxi zu den Besichtigungsstätten fahren – mit Touriaufschlag natürlich 10 Pesos mehr. Wenn wir gewusst hätten, wie nah das ist, wären wir die 2 km auch gelaufen.

Es ist kurz vor 8 und der Parkplatzwächter will selbst uns Fußgänger abhalten, zum Eingang zu gehen. Wir sollen hinter seiner blöden Schranke warten. Der hat wohl den Knall nicht gehört. Wir sind übrigens nicht die einzigen, die seiner Anweisung nicht Folge leisten und einfach weitergehen.

Natürlich gibt es auch hier wieder den Touriaufschlag. Mexikaner zahlen deutlich weniger, Lehrer, Kinder, Studenten und Rentner gar nichts – aber nur, wenn sie Mexikaner sind! Für alle anderen gilt das nicht, mit Ausnahme der Kinderermäßigung.  Für Getränke, Eis u.ä zahlt man das doppelte wie im Dorf. Nein Danke!

Die ganzen Kunsthandwerksstände im Park fangen gerade erst an aufzubauen. Manche sind noch nicht einmal da. So können wir mit ziemlich viel Natur drumherum die Mayatempel besichtigen. Sie sind freigelegt worden, zum Teil restauriert. Aber ich habe mir die Pyramide viel größer vorgestellt und bin etwas enttäuscht, dass man dort nicht mehr hinauf darf. Verständlich, bei 8000 Leuten am Tag. Der größte Ballspielplatz der Maya hat mich beeindruckt. Wie ein Fußballfeld so groß mit zwei Ringen rechts und links an der Mauer. So hoch oben soll ein Ball in das winzig kleine Loch rein? Und vor Kopf sitzt erhöht der König im Palladium und beobachtet belustigt das Spiel. Es gibt hier auch 2 Cenotes, einer von Felsengestein eingerahmt, der andere zugewuchert und kaum sichtbar.

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Die große Pyramide in Chichen Itzá

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Chichen Itzá

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Chichen Itzá – Tic Tac Toe. Wer hast’s erfunden? Die Mayas…

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Chichen Itzá

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Chichen Itzá – Der große Ballplatz

Ich hab schnell genug. Es ist schon früh morgens schwül heiß und mein Kreislauf beschwert sich. Jetzt kommen auch die Massen, die Stände sind fast vollzählig und in jedem Gesicht stehen nur Dollarzeichen, wenn man mich sieht. Ich finde es ätzend, wie man mich als „Gringo“ behandelt. Ich kann einerseits verstehen, wenn die Mexikaner sauer auf die Amerikaner sind und es sich auf diese Weise wiederholen wollen. Aber erstens hab ich nichts damit zu tun und zweitens finde ich diese Abzocke nur abstoßend.

Da nehme ich lieber ein erfrischendes Bad und fahre die kurze Strecke nach Tulum, die einzige Mayastätte direkt am Meer.

Bye B

Wallfahrer in Pisté

radelnde Pilger 

 

(Un)stoppable BMW – Der Adler fliegt wieder!

Sa. 5.12.15

Wir haben eine kaputte Plastikhalterung von BMW auf der rechten Seite der Gabel und die auf der linken Seite ist ganz. Es gibt in ganz Mexiko und im Nachbarland Guatemala kein Ersatzteil. Aus D-land eins zu schicken dauert mindesten 3 Wochen, Vielleicht gibt es in den USA eins, aber ich glaube nicht dran. Sie hatten schon keinen Anlasser auf Lager, da soll irgendwo eine ganze Gabel herum liegen? Denn natürlich gibt es dieses Kunststoffteil nicht allein, sondern nur mit dem ganzen drum und dran. So habe ich mich also gestern auf die Suche nach einem Dreher gemacht, der mir dieses Teil anhand des Musters der anderen Seite aus Alu nachgebaut hat.

Beim Motorradhändler in Merida haben wir Karl aus München getroffen

Hintendrauf, die Höchststrafe!!! Warum ausgerechnet schon wieder mein Mädel???😡

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Manuel, unser Retter und Profi an der Drehbank

Und hier ist seine Werkstatt

Nun sagt BMW, dass bei Einbau dieses Teils die Garantie für die Gabel erlischt. Sollte also auf der weiteren Reise wiederum ein Gabelproblem auftauchen, so ist das mein Problem. Wir reden hier von einem Pfennigsartikel aus Plastik! Warum das gebrochen ist, kann man momentan von hier aus nicht klären. Es ist ungewöhnlich, dass nur eine Seite gebrochen ist. Materialermüdung? Einbaufehler? Hätte BMW ein paar Pfennige mehr reingesteckt und aus stabilerem Material gebaut, so wäre ich hier nicht gestrandet. Unsere alten GS’en haben auf Island ein paar harte Schläge einstecken müssen, dass sogar unsere Felgen ein paar schlimme Macken abbekommen haben. Aber mit der Federung ist nichts passiert. Wurden etwa diese Halterungen in den neuen Modellen durch Billigvarianten ersetzt?

3 Wochen Rückstand würde ich nie wieder aufholen können. Das hieße, meine Reise wäre hier zu Ende. BMW spricht von Moblitätsgarantie, die aber nur in Europa gilt: In Deutschland ist es überall verboten, die GS im Gelände zu bewegen (in freier Natur) und in Europa mehr und mehr. Dort, wo das Abenteuer beginnt, dort gilt die Mobilitätsgarantie dann nicht mehr, obwohl sie genau damit ja Werbung machen.

Unstoppable? Das wäre schön.Genau deshalb haben wir uns nagelneue Maschinen geholt für diese Reise und alle möglichen Vorkehrungen getroffen, damit wir eben „unstoppable“ sind. Aber nun bremst uns ausgerechnet BMW aus.

Aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als dieses nicht originale Teil einzusetzen und morgen weiter zu fahren. Wir haben schon eine Woche durch Umweg und Warten verloren.

BMW hat uns mit den Telefonaten sehr zur Seite gestanden, sich sehr bemüht, uns zu helfen. Das muss man zugeben. Es stünde BMW gut, uns weiterhin zur Seite zu stehen und nicht „Deutsche Gesetze“ vorzuschieben. Wir sind hier nicht in Deutschland, da laufen die Dinge anders. Etwas mehr Großmut täte gut.

Na, jedenfalls fliegt RedEagle wieder. Erstmal zum Strand in Progresso, weil die Mexikaner in der Nähe in „Dzibilchaltun“ mit einer Ruinenstätte der Maya mit Tagesgebühren plus Extra-Ausländer-Bonus ohne Late-rabatt anscheinend mein Geld nicht brauchen. Lehrer brauchen nix zu zahlen, aber ich zähle nicht dazu, weil nix Mexikaner, obwohl das nirgends steht! Das empfinde ich als Abzocke. Da machen die Mexikaner lieber gar kein Geschäft, als uns Rabatt zu gewähren. Na, dann eben nicht!

Fahren wir halt woanders hin! Am Strand sitzen, was frischen Fisch essen, Wind um die Nase wehen lassen – ohne Eintritt! Auf dem Rückweg werden wir zum ersten Mal in der Straßenkontrolle wirklich kontrolliert. Bisher hat sich niemand für uns interessiert und immer durchgesunken, aber diesmal halten sie auch uns an: Alkoholkontrolle! Zum ersten Mal in meinem ganzen Führerscheinleben – und das ausgerechnet in Mexiko. Wir nehmend mit Humor, lachen mit der Polizistin, denn für uns gilt: 0 % auf dem Mopped. Bier o.ä. gibts erst nach Ankunft. Das aber mit Genuss, denn es ist wieder brütend heiß und schwül heute!

In diesem Sinne lasst es euch gut gehen

Eure B.

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Relaxen in Progreso

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Merida bei Nacht – und M. kann sich auch dem Flair (und den Andenken) nicht entziehen und kauft einen Hängematte!