Chichen Itza und Tulum (Yucatan)

So, 6.12.15

Es ist Nikolaus und wir merken nichts davon. Der 2. Advent und es kommt keine Adventsstimmung auf. Bei über 30 Grad feuchter Schwüle schwitzen wir uns kaputt. Auf dem Weg suchen wir zweimal vergeblich eine Cenote – einen natürlichen Mayatümpel. Der erste Hinweis am Straßenrand ist leicht zu sehen, aber es gibt keine weiteren Hinweise. Das muss man selber mit Spürsinn, nachfragen und GPS selber suchen. Endlich finden wir ihn und sind im Wald ganz allein. Ich getraue mich mit meinen Füßen nicht bis ganz nach unten. Die Stufen und Wege sind sicher rutschig. So staune ich von oben herab, während M. runter klettert. Es ist für ihn ein seltsames Gefühl, ganz allein da unten mit den Mayas zu sein, wie er mir später erzählt. Mayaritzungen sowie einen Altar findet er. Mich zerpicken schon wieder die halben Portionen von Mücken und mir ist zu warm. Ich brauche Fahrtwind und so verschieben wir die Essenspause. Wiedermal. Kein Wunder, wenn die Hosen immer weiter werden.

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Cenote Xtogi

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Papaya-Baum am Straßenrand – Cenote Xtogi

Wir sind früh nachmittags im Dorf kurz vor Chichen Itza angekommen und haben uns ein günstiges Hotel gesucht. Es sieht auf den ersten Blick heruntergekommen aus, ist es aber nicht. Es müsste eigentlich nur etwas mehr gekehrt werden. Es hat eine riesige Gartenanlage mit einem Pool ohne Grünspan. In den springen wir zur Abkühlung erstmal rein. Herrlich erfrischend! Dann fragen wir den Besitzer nach den Maya-Anlagen. Heute am Sonntag würde es sicher voll sein, aber morgen früh um 8.00 noch nicht, weil die Busse erst gegen 9 0der 10.00 kommen. Aber hier im Dorf ist jährliches Fest, mit Tanz, Musik und Stierkampf.

Wir verschieben die Besichtigung auf morgen früh und machen uns gegenüber zur Party auf. Wir werden angestarrt wie Aussätzige. Aber einer erklärt uns wortreich alles mögliche zum Dorffest. Die Verständigung klappt immer besser und so erfahren wir, dass im Unterschied zu spanischen Stierkämpfen die Stiere hier nicht sterben, sondern nur ein bisschen mit dem Tuch hin und her gescheucht werden und dann mit dem Lasso wieder eingefangen werden und bis zum nächsten Mal auf der Weide weiter grasen. Es ist ganz nett, dennoch frage ich mich die ganze Zeit, wie es denn sein kann, dass der sonst friedlich auf der Wiese grasende Bulle plötzlich mit den Hufen scharrt und wild schnaubend durch die Arena wetzt. Ich hab hinter die Kulissen geschaut und nun weiß ich es: Er wird vorher solange eng eingesperrt und gepiesackt (im wahrsten Sinne gepickt!), bis er vor Schmerzen sauer wird. Also doch Tierquälerei zur Erheiterung der Menschheit, wenn auch nicht so arg wie in Spanien.

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Lasst die Spiele beginnen…

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Und Action!

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Wer macht den ersten Schritt?

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Wer ist der Stärkere?

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Die Massen gehen begeistert mit.

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Dieser Stier verlangt den Toreros alles ab.

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Hinter den Kulissen werden die Stiere scharf gemacht.

Es regnet die ganze Nacht lang, so dass wir heute morgen die Moppeds im Hotel stehen lassen und mit dem Taxi zu den Besichtigungsstätten fahren – mit Touriaufschlag natürlich 10 Pesos mehr. Wenn wir gewusst hätten, wie nah das ist, wären wir die 2 km auch gelaufen.

Es ist kurz vor 8 und der Parkplatzwächter will selbst uns Fußgänger abhalten, zum Eingang zu gehen. Wir sollen hinter seiner blöden Schranke warten. Der hat wohl den Knall nicht gehört. Wir sind übrigens nicht die einzigen, die seiner Anweisung nicht Folge leisten und einfach weitergehen.

Natürlich gibt es auch hier wieder den Touriaufschlag. Mexikaner zahlen deutlich weniger, Lehrer, Kinder, Studenten und Rentner gar nichts – aber nur, wenn sie Mexikaner sind! Für alle anderen gilt das nicht, mit Ausnahme der Kinderermäßigung.  Für Getränke, Eis u.ä zahlt man das doppelte wie im Dorf. Nein Danke!

Die ganzen Kunsthandwerksstände im Park fangen gerade erst an aufzubauen. Manche sind noch nicht einmal da. So können wir mit ziemlich viel Natur drumherum die Mayatempel besichtigen. Sie sind freigelegt worden, zum Teil restauriert. Aber ich habe mir die Pyramide viel größer vorgestellt und bin etwas enttäuscht, dass man dort nicht mehr hinauf darf. Verständlich, bei 8000 Leuten am Tag. Der größte Ballspielplatz der Maya hat mich beeindruckt. Wie ein Fußballfeld so groß mit zwei Ringen rechts und links an der Mauer. So hoch oben soll ein Ball in das winzig kleine Loch rein? Und vor Kopf sitzt erhöht der König im Palladium und beobachtet belustigt das Spiel. Es gibt hier auch 2 Cenotes, einer von Felsengestein eingerahmt, der andere zugewuchert und kaum sichtbar.

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Die große Pyramide in Chichen Itzá

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Chichen Itzá

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Chichen Itzá – Tic Tac Toe. Wer hast’s erfunden? Die Mayas…

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Chichen Itzá

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Chichen Itzá – Der große Ballplatz

Ich hab schnell genug. Es ist schon früh morgens schwül heiß und mein Kreislauf beschwert sich. Jetzt kommen auch die Massen, die Stände sind fast vollzählig und in jedem Gesicht stehen nur Dollarzeichen, wenn man mich sieht. Ich finde es ätzend, wie man mich als „Gringo“ behandelt. Ich kann einerseits verstehen, wenn die Mexikaner sauer auf die Amerikaner sind und es sich auf diese Weise wiederholen wollen. Aber erstens hab ich nichts damit zu tun und zweitens finde ich diese Abzocke nur abstoßend.

Da nehme ich lieber ein erfrischendes Bad und fahre die kurze Strecke nach Tulum, die einzige Mayastätte direkt am Meer.

Bye B

Wallfahrer in Pisté

radelnde Pilger 

 

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