Belize im Schnelldurchlauf

Mi. 9.12.15

Wir haben gestern nach Tulum die Grenzstadt Chetumal erreicht. Es liegt direkt am Meer und wir suchen ein Hotel mit M.’s GPS. Das erste angesteuerte Hotel soll eigentlich 1165 Pesos kosten, aber heute gibt es das Zimmer für 900 mit Pool. Wir entscheiden uns dafür. Es ist die letzte Nacht, lass uns das Geld auf den Kopp hauen. Hier übernachten – welcher Zufall – auch die 6 Moppedfahrer, die wir auf der Straße schon getroffen haben, 4 BMWs (2 800-er, 2 1200-er) 1 V-storm und 1 Yamaha. Wir kommen sofort ins Gespräch und sie laden uns zum Essen ein. Der Abend ist sehr kurzweilig. Auf dem Rückweg sehen wir eine Traube von Menschen am Ufer der Promenade: Ein Krokodil! WAS? Tatsächlich! Im Salzwasser. Unglaublich! Und ich dachte, es gäbe sie nur in Süßwasser.

Wir sind früh dran und passieren schnell die Grenze zu Belize. Hier reisen unsere Moppeds penibel mit Beweisphoto und Kontrolle der Fahrgestellnummer in ALLEN Papieren und am Mopped selber aus Mexiko aus. (Die von der Kreditkarte abgebuchte Kaution soll morgen wieder auf dem Konto zurück gebucht werden – hoffentlich). Hier werden unsere Moppeds noch per Hand in ein dickes Buch eingetragen und hier gehen die wirklich allerletzten Kujampels drauf für das Bordermanagement, die Desinfektion der bikes und die Zollgebühren für die Bikes. 2 ½ Std. lang fahren wir nahezu nonstop durch Belize. Es gibt unterwegs eine Kaffeepause, aber wir fahren an Belize City vorbei. Lieber wollen wir versuchen auch noch nach Guatemala einzureisen. Das braucht Zeit und da muss man früh nachmittags da sein. Also sehen wir nur im Vorbeifahren wie sich das bekannte Straßenbild aus Mexiko (teilweise verfallene Häuser mit ungepflegten Gärten neben schönen, neuen Häusern) ändert hin zu gepflegten Gartenanlagen mit einem schönen, instand gehaltenen Häuschen bis hin zu großen Anwesen. Natürlich fahren wir auch durch kleine Orte, die genauso ärmlich aussehen wie in Mexiko.

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Tiere gibbet hier, die kennste gar nicht…

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Unterwegs in Belize

Plötzlich sind wir wieder an der Grenze. 250 km! Schnell sind wir durch die Ausreise von Belize durch. Natürlich wollte die Dame hier auch wieder Geld, denn ich hätte ja bisher nur für das Mopped, nicht aber für mich selbst bezahlt. Na gut, nochmal 30 belizische Kujampels, die wir von Karl geschenkt bekommen haben für die eine Person und 10 Dollar für die andere. Auch der Zoll ist schnell erledigt. Moppeds will keiner sehen. Draußen steht die Moppedgang vom Hotel aus Chetumal vor mir. Wo haben wir die denn überholt? Die sind doch vor uns abgefahrenl Aber als Guatemalteken brauchen sie keine Papiere für die Moppeds, sondern nur selbst einreisen.

Rüber also nach Guatemala. M. fährt voraus – durch den Desinfektionsnebel. Aber mich lotsen hilfreiche Hände außen vorbei. Dort werden wir gleich, umrahmt von kleinen und großen Helfern, angehalten: Desinfektion – natürlich wieder bezahlen. Bitte hier rechts. Dann links ins Gebäude, einreisen. Ich nehme alle Papiere mit, M. bleibt bei den Moppeds. Die Schlange für die Ausreise ist ewiglang, aber für die Einreise nur einer vor mir! Klasse! Aber sie wollen M. persönlich sehen, wenn sie den Stempel reinmachen. Also fliegender Wechsel. Auf zum Zoll. Dafür brauch ich aber Kopien von diversen Unterlagen. Wo gibts die? Um die Ecke? Dort frage ich den Besitzer nach de Preis. Wie viele ich denn bräuchte. 4. Ich zeige ihm wie er die Dokumente kosten- und kopiergünstig drapieren soll und hätte gerne sicherheitshalber für mich 2 weitere Kopien. Das macht 4 Dollar! Ich lege ihm 3 hin, denn ich kann Dreisatz. Wenn 4 Kopien 2 Dollar kosten, dann kosten 6 Kopien 3. Ich zurück zum Schalter. Prima, keiner da. ich komme sofort dran. Ich hätte M’s Dokumente nicht mit auf meine Kopien nehmen sollen, auch wenn wir verheiratet sind. Er akzeptiert es nochmal ausnahmsweise, aber es fehlen die Kopien der Stempel im Pass. Also wieder zurück zum Kopierer und wieder zurück zum Schalter. Der Kopierer hat die Fahrzeugpapiere nicht richtig herum kopiert, sondern die Rückseite. Es fällt ihm aber nicht auf! Ich sag es ihm auch nicht! Jetzt bitte hier unterschreiben und dort bezahlen. Mein Mann muss auch noch mal extra herkommen, wenn ich bezahlt habe, denn er muss vor den Augen der Beamten unterschreiben und persönlich erscheinen.

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Grenze Guatemala, ganz wichtig der Dreck muss desinfiziert werden.

Jetzt fängt das Drama an. An der Kasse nehmen die keine Kreditkarte, keine Dollar, NUR Quetzales! Die Halsabschneider mit dem dicken Geldbündel sind mir nicht geheuer und ich käme ja auch nicht weit, denn ich will nicht meine ganzen Dollarvorräte so frühzeitig aufbrauchen. Ein Geldautomat oder eine Bank muss her, Der Geldautomat ist bei der Apotheke. Ich gehe zu Fuß ins Dorf und frage nach einem km nach. Die Apotheke ist rechts ab. Schnell finde ich sie, aber keinen Automaten, den gibts da oben bei der anderen. Die Straße entlang klappere ich 2 weitere Apotheken ab, erst bei der 4. werde ich fündig. Aber oh Mist, die EC-Karte nimmt er nicht. Die Kreditkarte … mit Mühe und Not erinnere ich mich an die PIN, aber die geht nicht. Also wieder zurück zum Mopped im Geheimfach nachschauen. Sch…., das war die PIN zu M’s Kreditkarte. Also wieder zurück, Denn die angebliche Bank hier finde ich nicht.  Ich habe Sorge, dass mitten im Grenzübertritt die Grenzer plötzlich Feierabend machen, also nicht lange fackeln. Zurück durch die brütende Hitze. Der Zöllner lässt mich natürlich nicht mit dem Mopped dorthin fahren. Ein Taxi könnte ich nehmen – wie denn, wenn ich kein Geld habe? Hinterher bezahlen – vermutlich für teuer Geld, dessen Wert ich (noch) nicht kenne: Nein danke, also doch wieder zu Fuß. Endlich am Automaten spuckt der nicht soviel Geld raus, wie ich gerne hätte. Nur umgerechnet 130 Euro. Na, wie weit kommt man denn hier damit? Na egal, erstmal zur Kasse. Schon wieder die Halsabschneider, die nur Dollar wittern und mich in Englisch ansprechen. Ich pfeife ihn auf Deutsch an, dass er mir jetzt auch nicht mehr ankommen brauche, wenn er mir eben schon nur so wenig für meine Dollar hat geben wollen. Er schaut irritiert sprachlos. Ich erkläre ihm auf spanisch, dass ich es nicht leiden könne, von allen wie ein Gringo behandelt zu werden, denn ich sei keiner! Er versucht es mit smalltalk auf spanisch, woher ich denn käme. Aus Europa? Aber ich hab den Kaffee auf. Mir läuft der beißende Schweiß in die Augen und ich bin zum dritten Mal in der Schlange vor der Kasse. Anscheinend hat den letzten Satz der Grenzsoldat mit der Maschinenpistole gehört. Er holt mich aus der Schlage raus und bietet mir den nächsten Platz direkt am Schalter an. Mit dem richtigen Geld geht das jetzt ganz schnell: Ich wieder an den mittlerweile ewiglangen Schlangen am Ein- UND am Ausreiseschalter vorbei direkt zum wartenden Beamten, der den Beleg in zwei Teile schneidet und mir zu verstehen gibt, dass er jetzt auf meinen Mann wartet. Flitzen, 30 Sek. zum Tausch, schnell erklärt, wohin er muss, gewieft genug, ihm für den Fall der Fälle (der natürlich eintritt) nochmals dieselbe Summe mitzugeben und weg ist er. Jetzt kommt ein Soldat – mit Maschinenpistole – und bittet uns (schon wieder), die Moppeds woanders hinzustellen, denn da kämen jetzt 2 lange LKW’s. Bevor ich antworten kann, ist aber schon M. in Sicht. Also schnell aufs Mopped und ab durch die Mitte!

IN die Taschen hat keiner geschaut, auch nicht, ob denn dasselbe Mopped wie auf den Papieren angegeben, an der Grenze steht. Nur, ob auf dem Nummernschild auch dasselbe, wie auf den Papieren draufsteht. Aber dafür hat es auch nur ein Drittel des mexikanischen Einfuhrzolles gekostet. Komisch! Die Mexikaner machen bei der Ausreise einen Riesenspökes, haben sich aber bei der Einreise nicht darum geschert und das Mopped nicht angeschaut. Hier dagegen sollen angeblich viele geklaute Autos anhand der Chasseenummern, Motornummern und Papieren in den letzten Monaten aufgefunden worden sein, die alle aus Belize gekommen wären und deshalb der ganze Aufwand. Kann ich zwar nachvollziehen, dass sie dem Einhalt gebieten wollen. Aber warum kontrollieren sie dann nicht mal mein Mopped, sondern nur das Kennzeichen? DAS hätte ich doch auch fälschen, austauschen, auf ein anderes Mopped pappen oder was weiß ich können. Na, es kommen ja noch ein paar Grenzen… Vielleicht erleuchten die mich ja. 2 Grenzen an einem Tag – mir reicht’s. Los jetzt!

Mittlerweile eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang brauchen wir noch eine Unterkunft. Nach Flores, wie unsere Moppedgang, schaffen wir nicht mehr. Aber dem Rat der Gang folgend soll es einen wunderschönen Maya-Nationalpark Yaxha vor Tical geben mit einem Campingplatz daneben. Dort erhalten wir für umgerechnet 5 Dollar den absoluten Luxuscampingplatz oben auf dem Podest auf halber Baumhöhe – mitten in der Natur, mit Blick bei untergehender Sonne auf den herrlichen See 5 m entfernt, mit 1a Wegen, sauberer Allgemeindusche und Wassertoiletten… Klar, die Besitzerin dieser „Ecologde“ ist eine Italienerin – Europäischer Standart! Leider tummeln sich auch hier 107 Krokodile im See. Schwimmen ungesund! Megaschade!

Bis demnächst

B.

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