Fahrtag nach Ipiales

Sa. 16.1.16

Wieder so ein besonderes Datum.

Wir sind schon um 8.oo losgekommen. Aber irgendwie kommen wir nicht richtig voran. Ungefähr 50 km schaffen wir pro Stunde, obwohl wir zügig überholen. Aber immer wieder stockt es, lange Autoschlangen sind zu überholen, Baustellen werden nur einspurig geführt und die Strecke insgesamt ist sehr kurvig ohne Geraden. Da fällt das Überholen echt schwer, vor allem weil die LKW gnadenlos ausholen und die Kurve schneiden, um rum zu kommen. Da heißt es aufpassen. Endlich, ab Popayan wird der Verkehr weniger, die Kurven nicht mehr so eng und es lässt sich etwas leichter cruisen. Ohne Verkehr wäre heute ein richtig schöner Fahrtag gewesen.

Die Strecke ist wunderschön, aber super anstrengend zu fahren. Es geht die Berge rauf und runter, wobei uns lieber rauf, als runter ist. Denn schon unter 1000 Höhenmetern geht es schon morgens früh über 30 Grad. Je später der Tag, desto höher die Grenze. Bei 600 m Höhe fahren wir einen neuen Temperaturrekord ein: 38 °C. Puh! Aber zum Glück geht es schnell wieder höher.

Die Landschaft ändert sich nach 200 km rapide. War es in Zentralamerika und bisher in Kolumbien grün und dicht bewaldet bis in hohe Höhen, so erleben wir jetzt zwischen 1000 und 1500 m Höhe wüstenähnliche Landschaft – braun, kaum Bäume, wenn dann nur mickrige Bäume, Gestrüpp, mehr und mehr nackte Felsen und Kakteen. Die haben wir schon lange nicht mehr gesehen.

image

Doch was ist das? Nach weiteren 100 km geht es plötzlich noch höher auf 2500 m Höhe und hier ist wieder alles grün, dicht bewachsen, Bäume bis oben in die Gipfel und Kulturanbau. Prickelnd interessant, die Landschaft, oder?!

Wir fahren bis kurz vor Ipiales. Dort gibt es die berühmte Kirche Sanctuario de nuestra Señora de las Lajas, die über ein enges Tal wie auf eine Brücke gebaut ist.

imageimage

Processed with MOLDIV

Es sieht aus, wie in „Der Name der Rose“

Sie ist wunderschön und wir sind begeistert ob der feinen Türmchen, Figuren und der Tatsache, dass man sozusagen von oben auf das „Dach“ steigen kann. Witzig! Man braucht keinen Eintritt zu zahlen, aber es ist gerade Messe – klar wiedermal Samstag für die Besichtigung ausgesucht. (Wie zuletzt in der Salzkirche auch.) So schauen wir uns erst mal draußen um und gehen ins Museum für 3000 Pesos (knapp 1 Euro) pro Nase. Nachdem Maria einem Kind erschienen ist (1754) wird hier zunächst eine kleine Kapelle errichtet, für nur 15 Personen. Schnell wird sie vergrößert, eine Etage draufgebaut, noch eine, noch eine, ausgebaut, verziert… Und kurz nach dem Krieg war sie fertig. Ein echtes Juwel! Unbedingt sehenswert für alle Reisenden: Nicht vorbei fahren!

Morgen gehts auf zur Grenze und nach Quito (Ecuador).

Vielleicht gibts dort schnelles Internet für Bilder…

Bis bald

B.

Cali – auf ins Paradies

Do 14.1.16

Wir versuchen, die Adresse der Finca in Cali herauszufinden, um der Einladung des Chefs von Girag zu folgen. Das allein war schon schwierig genug gewesen, weil wir immer nur Telefonnummern hatten, bei deren Anruf aber keiner antwortete, WENN wir denn Internet hatten, mit dem man skypen konnte. Zuletzt riefen wir über die Leitung der Hazienda an. Sie gaben uns eine Buchstaben-Zahlenkombination (5B3 – 41), die mit Abstand die zu finden schwierigste Adresse der bisherigen Reise war. Beide Navis kannten unterschiedliche Carreras 37 – abgesehen davon, dass es auch Calle 37 und Carretera 37 gibt. Man muss die richtige im richtigen Viertel finden. Da unser Navi keine Viertel kennt, müssen wir uns zum richtigen Viertel durchfragen. Dann die richtige Straße 37 finden, dann den richtigen Teil der Straße 5, dann die richtige Richtung geradeaus A, links B, (C und D waren irgendwo daneben), und dann den richtigen Abschnitt mit der richtigen Hausnummer. Selbst unmittelbare Nachbarn, nur wenige Häuser/Meter entfernt, haben uns die falsche Richtung an der Kreuzung genannt. Diese Bezeichnung ist zwar logisch aufgebaut, aber chaotisch umgesetzt. Die Bewohner bestätigen, dass in Cali eine Adresse zu finden höchst schwierig ist, vor allem im dichten Berufsverkehr, im Stau, im Einbahnstraßengewirr und in der brütenden Hitze ohne Fahrtwind. Doch endlich stehen wir vor dem richtigen Haus.

Wir haben die größte Stadt (Bogota), die zweitgrößte (Medellin) und die drittgrößte Stadt von Kolumbien (Cali) besucht und durchfahren. Puh!

Doch wir sind noch nicht da. Dies ist nur die Stadtwohnung. Die Finca ist im Süden von Cali in einem kleinen Dorf Pance in den Bergen, über eine holprige, teerlose Straße zu erreichen. Nach vielen vergeblichen Angaben, die keins unserer Navis kennt, bekommen wir doch eine Ahnung, wo die Finca liegt und finden sie tatsächlich vor Einbruch der Dunkelheit. Natürlich weiß nun das ganze Dorf, dass wir da sind und Gäste der Giraldos, denn so oft, wie wir danach gefragt haben und so wie wir mit unseren dicken Maschinen aussehen, fallen wir einfach auf. Beim späteren Getränkekauf bekommen wir dies bestätigt. Na, dann kann ja nix mehr passieren, wenn so viele Menschen auf uns aufpassen. 😉

Wir werden vom „Hausmeister“ Saulo und seinem Sohn Daniel und einem der 4 Hunde empfangen. Er hat uns gesehen, als wir vorbeigefahren sind und lacht sich kaputt darüber. Stolz zeigt er uns das Gelände, was er allein in Ordnung hält. Ein Fulltimejob. Seinen Sohn, 12 Jahre alt, kann ich problemlos verstehen, aber Saulo spricht zu schnell und zu undeutlich. M. versteht nichts, und ich nur mit Mühe und viel Nachfragen die Hälfte. Aber das macht nichts. Daniel ist sehr aufgeweckt, fragt viele Dinge und wir erzählen gerne von den unterschiedlichen Ländern, von Europa, den Eigenheiten des Geldes und schenken ihm einige übrig gebliebene Münzen und Scheine. Glücklich zieht er damit ab.

image

El Presidente hatte Recht. Es ist ein herrlich ruhiger Ort. Einer zum Ausspannen, zum Relaxen und Auftanken – ein Paradies – und viel zu schade für nur eine einzige Nacht. 2 Bäche fließen durch das Grundstück und vereinen sich dort. Außer Vögel und das Rauschen der Bäche hört man nichts.

Processed with MOLDIV

Das Paradies

So bleiben wir gerne noch einen weiteren Tag. Außerdem müssen so lästige Dinge wie Stiefel pflegen, Haare schneiden, Wäsche waschen, Dinge reparieren oder PC und Bilder sortieren/aufräumen gemacht werden.

Am Abend werden wir von der Nachbarin zum zweiten Mal auf ein Bier eingeladen. Diesmal nehmen wir gerne an (gestern war es zu spät geworden, ehe wir gekocht und gegessen hatten, war ich von der Fahrt zu groggy!). Es wird sehr kurzweilig, weil nach einigem Erzählen und Austauschen der Hausherr die Gitarre herausholt und gemeinsam wird (mehrstimmtig) gesungen, getanzt und mit Rasseln und Trommeln gespielt. Herrlich, das liebe ich ja!

Processed with MOLDIV

Stimmung!

Die Ruhe und Stille hier tut uns gut. Wir genießen die angenehme Temperatur, bevor es am nächsten Tag auf die 400 km Strecke bis zur Grenze nach Ecuador geht. Wir sollten früh um 8.00 losfahren, damit wir vielleicht noch die Grenze überqueren können. Mal sehen…

VGB

Edit zum Bambus: Man kann den Bambus wachsen hören. Er wächst ca 1 cm pro Tag und es hört sich so ähnlich wie das Hämmern eines Spechtes an. Wahnsinn, oder?

Kaffee: Hacienda Guayabal

Mi, 13.1.16

Wir haben schnell alles auf dem Mopped verstaut, aber ehe wir mit den umstehenden Reisenden fertig gequatscht und Kaffee getrunken und gefrühstückt haben, ist es schon wieder 11. Wir haben aber nur gut 200 km zu fahren, denn wir wollen auf einen Tipp Karls (des deutschen Motorradreisenden, den wir in Merida getroffen haben) zur Kaffeeplantage und dort eine Führung mitmachen. Das sollte zu schaffen sein. Zunächst müssen wir erst Stau und lange Autoschlangen überholen, bis wir Medellin großräumig verlassen haben. Das stresst schon sehr, müssen wir doch sehr aggressiv überholen, um die LKW und Busse, die keinerlei Rücksicht nehmen und soviel wie möglich Vollgas geben, auf dieser kurvigen Strecke zu überholen. Danach  schalten wir aber sofort in den Reisemodus um, sonst lässt irgendwann die Konzentration nach und man riskiert einen Unfall. Das wollen wir natürlich vermeiden. Je weiter wir nach Süden kommen, desto mehr verändert sich die Landschaft. War es seit Mazatlan (Fähre Mexiko) immer grün und mit dichtem Wald bewachsen – selbst auf 3500 m Höhe – so wird es hier sehr trocken. Die Berghänge werden braun und die Bäume stehen vereinzelt in lichten Abständen. Die schöne kurvige Straße schlängelt sich zwischen den Kaffeehängen entlang und wir genießen die wunderbaren Blicke in die unzähligen Täler, wenn mal wieder freie Strecke ist und keiner überholt werden muss. Leider ist auch heute das Wetter wieder sehr diesig, so dass die Bilder nicht gelingen. Es fehlt dem Fotografen Licht. Dennoch ist es dauerhaft heiß – wieder über 36 Grad, als ob man mit einem Fön angeblasen wird.

Am frühen Nachmittag sind wir an der Hazienda Guayabal und fragen nach einem Zimmer und einer Führung. Beides ist möglich. Wir belegen schnell das (einfache) Zimmer, springen eben in den Pool, duschen, ziehen uns um und genießen noch das Begrüßungsradler, ehe auch schon eine ¾ Std. später die Privatführung beginnt.

Processed with MOLDIV

Die Hacienda Guayabal, wunderbar gelegen.

image

Rundherum nur Kaffee…

Auf Nachfrage des Hoteliers auf spanisch! Anscheinend hat der englischsprachige Führer noch andere Gäste und der unsrige spricht nicht so gut englisch. Aber er spricht ein exzellentes, langsames und sehr deutliches Spanisch, so dass wir alles verstehen, was er uns erzählt. Es ist toll! Wir probieren die Kaffeekirschen – recht süß – bestaunen die Blumen und Sträucher in den Kaffeehainen, deren Duft und Flavor in die Kirschen übergeht, wir besteigen den Kaffeeberg (extrem steil, was ich lieber mit dem Mopped fahren würde, als meinen Füßen zuzumuten, aber es ist nur einige hundert Meter hoch) pflücken nur die gelben und roten Kaffeekirschen, die grünen lassen wir hängen (wie übrigens die eigentlichen Pflücker auch per Hand ca 150 -200 kg pro Tag!!!) und bestaunen den Sonnenuntergang vom oberen Aussichtspunkt, der einen Blick bis in weite Ferne über 5 weitere Hügel hinweg erlaubt. Wir sehen, wie die beiden Kaffeehäute entfernt werden, wie die Bohnen im Ofen innerhalb von nur einem Tag getrocknet werden und erfahren den unterschiedlichen Geschmack ein und desselben Kaffees bei unterschiedlichen Wassertemperaturen oder unterschiedlichen Brühzeiten. Außerdem lernen wir die Unterschiede zu anderen Ländern kennen wie z.B. Brasilien, wo der Kaffee mit Maschinen geerntet wird – im Gegensatz zu Kolumbien nur einmal pro Jahr – was zu Verlust an Qualität führt, weil auch die nichtreifen grünen Früchte mit geerntet werden. Dort trocknet die Sonne innerhalb von 3 Wochen die Kirschen, erst danach werden die Bohnen gewonnen. Also eine ganz andere Art und Weise der Kaffeeproduktion. Hochinteressant und klasse!. Vor allem, weil der Privatführer unser Tempo annahm, unsere Fragen beantwortete und so klar und deutlich sprach. Einfach ein wunderschöner Tag!

Abends sitzen wir nach einem leckeren frischen Fisch noch draußen in der lauen Natur bei einem Glas Rotwein und hören nur das Zirpen der Grillen oder Zikaden. DAS hatten wir schon lange nicht mehr im städtischen Trubel und Krach. Herrlich!

Hoffentlich hattet ihr auch einen schönen Tag daheim und unterwegs – eure B.

Processed with MOLDIV

Die verschiedenen Stadien der Kaffeepflanze

image

Das hier ist Kakao

Processed with MOLDIV

Nach einer kurzen Einführung können auch wir Kaffee pflücken, aber nur die gelben und roten Kirschen

image24

Den Pflückerlohn bitte – anschließend genießen wir den Sonnenuntergang

image

Hier sammeln sich die tauben Kaffeebohnen – daraus wird Instant-Kaffee, brrrrr…..

image

Das Wachsen des Bambusses kann man hören!

Schon wieder Inspektion

Gestern war Feiertag und wir mussten bis heute warten, um wegen eines Services zu fragen. Sie könnten uns nichts versprechen, da sie für heute schon 15 Motorräder angenommen haben. Aber bis morgen Abend würden sie sie sicher schaffen. Wir haben keine andere Wahl als zu akzeptieren. Der Service ist fällig und lange weitersuchen ohne Empfehlung wollen wir auch nicht. Aber dieser Laden hat nicht umsonst so einen guten Ruf, denn die Moppeds sind tatsächlich doch schon heute fertig. Bei mir war mal nichts zu reparieren, bei M. lediglich das Vorderradventil zu ersetzen. Er hatte schon in D-land Luftverlust bemerkt, der Reifen verlor nun zuletzt derart rapide die Luft, dass er ihn täglich aufpumpen musste. Mein reparierter Hinterradreifen hält immer noch dicht – hoffentlich auch noch 3000 km bis Lima. Dort soll es nach 18000 km neue Schuhe geben. Und die ganze Herrlichkeit für nicht mal 170,- Euro, wohlgemerkt für beide!!! Morgen gehts also wieder Richtung Süden.

VG B.

Sightseeing Medellin

Mo,11.1.16

Natürlich haben wir NICHT unsere Moppeds zum Schrauber bringen können. Es wäre ja auch zu schön gewesen. Hier ist heute Feiertag und alles zu. Wir haben uns schon gewundert, wieso kein Verkehr in der Stadt ist. Alles leer gefegt. Dafür ist eine der Hauptverkehrsadern fast komplett gesperrt, damit sowas wie ein Volkslauf mit Inlinern, Fahrrädern oder Jogging stattfinden kann. Wir ziehen in ein Hostel ans rosa-Viertel um. Es ist billiger und näher an der Innenstadt. Denn wir werden wohl nicht ganz so schnell nach Süden kommen.

So sind wir heute zum Tafelberg „Piedra del Peñol“ gefahren. Eine herrliche, kurvige Strecke. Auch diese Straße ist Mautstraße und wir fuschen uns wieder ewig am Stau vorbei. sowohl hin, als auch zurück. Hier fahren 10 mal so viele Zweiräder wie Autos und meist zu zweit besetzt. 3 nebeneinander, zwischen den Autos, rechts und links dran vorbei… Man muss sehr gut aufpassen, aber man stelle sich diese vielen Moppeds als Autos vor, DAS gäbe einen Stau.

Nach 80 km kommen wir oben an. Unsere Moppeds machen im selben Moment dem beeindruckenden Berg Konkurrenz. Sie sind umringt von immer neuen Menschen, die staunend davor stehen und die T’raube wird groß und größer.

image

Unsere Töfflis stehen mal wieder im Mittelpunkt

Ein kleines, rotes Töfli,ein Roller von Yamaha, hat sich daneben gestellt. alle schmunzeln ob des großen Bruders daneben. Das will vielleicht auch mal so groß werden…, Nicht nur der Berg beeindruckt mich, sondern vor allem die Treppe senkrecht nach oben. Mir wird schlecht! M. will rauf, aber ich bleibe lieber unten und genehmige mir während des Wartens ein Eis. Ich kann es kaum essen, so werde ich mit Fragen gelöchert. Der Stausee ist besonders, da unzählige Inseln und Inselchen entstanden sind. Der Ausblick ist toll, aber leider fehlt heute die Sonne. Schade! Es ist zu diesig, um einen Wahnsinns-Fernblick zu ergattern. Man kann nicht immer Glück haben. Wir sind immerhin nicht nass geworden, auch wenn die Wolken recht dunkel gedroht haben.

image

Der Pieda del Peñol

Processed with MOLDIV

Der Weg nach oben ist nichts für Leute mit Höhenangst und verlangt mit 665 Stufen eine gute Kondition

image

Ausblick von oben

image

Leider ziehen Wolken auf…

Mal sehen, ob wir nach dem Essen im Hostel noch raus auf die Britz gehen. Das Vergnügungsviertel und die Partymeile ist gleich um die Ecke, genannt „Zona Rosa“

VGB

image

Nach Norden bitte: Medellin

So.10.1.16

Ja, stimmt, eigentlich falsche Richtung. Aber es ist Sonntag und alles hat zu und wir suchen einen BMW-Schrauber. Es soll auch einen in Bogota geben. Aber seit Merida sind wir misstrauisch, was das anbelangt. Wir vertrauen nicht mehr jedem unsere Mädels an. Der in Medellin hat einen sehr guten Ruf, wie wir von verschiedenen Reisenden gehört haben. So entschließen wir uns, den 400 km Umweg in Kauf zu nehmen. Es soll ohnehin eine sehenswerte Stadt sein.

Es dauert aber, bis wir all unsere Sachen wieder auf dem Mopped sortiert und verstaut haben. Durch die Flüge ist da einiges durcheinander geraten. Erst um 11 kommen wir weg. Es sind angenehme Temperaturen draußen und die Sonne scheint. Es geht erstmal 2500 m stetig bergab. Das habe ich gar nicht so wahr genommen, auch wenn mir M. die Info mitgeteilt hat. Aber ich bin ja in Bogota eingeflogen und nicht hingefahren. Außerdem ist diese riesige Stadt so flach und von hohen Bergen umgeben, dass man einfach nicht vermutet, dass man sich in 2500 m Höhe befindet. Je mehr Höhe wir verlieren, desto wärmer wird es, bis es wieder über 36 Grad heiß ist. Puh! Aber zum Glück klettern wir bald die Berge wieder hoch auf über 2200 m bei frischen 19 °C. 

Wir fahren die schnellste Route, die über mehrere Mautstraßen führt, für die wir sage und schreibe….. nix zahlen! Diesen Tipp haben wir irgendwo gelesen und wieder vergessen und Luis hat uns nochmal darauf aufmerksam gemacht: Es gibt ganz rechts neben den Bezahlstationen eine ganz schmale Spur für Moppeds und Biker. Das muss man wissen, sonst sieht man die nicht und einmal in der Autospur drin, muss man auch zahlen – denn die Kamera erfasst jeden und die im Kassenhäuschen haben keine Möglichkeit, das rückgängig zu machen. Die Moppedspur ist mit mehreren „topes“ bestückt und so knapp, dass man mit Koffern schon richtig gut fahren und zielen muss. Aber meist ist neben dem hohen Bordstein noch ein kleiner Gehweg, so dass man dicht daneben entlang fahren kann, ohne mit den Koffern irgendwo hängen zu bleiben.

Trotz 2-spuriger Schnellstraßen macht der Fahrtag richtig viel Spaß, denn es gibt Kurven satt. Irgendwann ist die Straße nur noch einspurig und wir müssen wieder einen Überholmarathon abliefern. Aber wir sind so im Flow drin, dass es richtig gut fluppt. Wir sind richtig schnell. Wir haben von den anderen Verkehrsteilnehmern gelernt, die Lücken zu suchen und auszunutzen. Wenn die Autofahrer sich in den Kurven am Mittelstreifen festhalten, wird eben rechts überholt. Das entgegen kommende Mopped macht Platz, so dass ich trotzdem überholen kann. Ich mache dagegen auch dem überholenden Bus Platz. Jeder kommt hier zu seinem Recht, so dass wir trotz viel Verkehr vor Einbruch der Dunkelheit ein Hotelzimmer mit abgeschlossener Garage haben.

Wir kommen von oben über die Berge herein. WOW, unter uns liegt Medellin, an allen Hängen kleben die Häuser bis fast oben hin. Medellin liegt auf 1600 m. Aber es ist diesig und kein Platz zum Anhalten. Sorry, heute gibts keine Bilder.

Anbei: Wir sind heute wohl der gesamten Polizeiflotte von Kolumbien begegnet. Alle paar Kilometer eine erneute Kontrolle. In jedem Örtchen, und sei es noch so klein, stand mindestens ein Polizist. Sie haben sich nicht für uns interessiert. Wir sind auch jedesmal brav und fahren langsam an ihnen vorbei. Allerdings haben wir viele Zweiradfahrer in Diskussionen mit den Beamten gesehen, Busse wurden vor unserer Nase herausgewunken, LKW’s…  Glück gehabt? Ja, wiedermal! 

Morgen als erstes zum Schrauber – 5 km entfernt!. Hoffentlich kommen wir dran. Und hoffentlich sehen wir noch was von Medellin….

Bis demnächst VGB

 

Wieder vereint zur Salzkathedrale!

Sa, 9.1.16

Yeah – wir haben sie wieder! Unsere Mädels sind wieder wohlbehalten in unseren Händen. Sie sind tatsächlich gestern nachmittag am Flughafen angekommen, mussten dann aber erst noch ausgeladen werden und so wurde es zu spät für all den Papierkram. So sind wir heute morgen nach dem Frühstück gleich dorthin. Der ganze Mailverkehr lief postwendend ab, sowohl mit Sr Richard von Girag in Panama, als auch hier mit Sr Martinez von LAS – der hiesigen Fluggesellschaft. Wir wurden umfassend informiert, wo wir uns an wen wenden sollen, auch mit dazugehöriger Adresse. Auch wenn der Taxifahrer die nicht sofort fand, sondern noch eine Runde mehr drehte, so können wir diesen Transport uneingeschränkt empfehlen. (Die folgenden detaillierten Beschreibungen sind für Reisende/Interessierte. Die könnt ihr getrost überspringen!)

Herr Martinez ging mit uns gemeinsam zunächst die Moppeds „(be-)suchen“, d. h. mit Abtasten und Warnweste in den Sicherheitsbereich. In D-land kommt da kein Fremder rein. Jaaaaa, da standen sie traulich vereint auf einer Metallplatte, eng aneinander gekuschelt. Guuuut, sie sind also schon mal hier. Auch die 3 Kettenspraydosen sind noch da. Eigentlich darf man diese Dosen nicht im Flieger mitnehmen. Aber es ist so schwer, gutes Kettenspray zu finden, so dass wir sie auch nicht in Costa Rica lassen wollten. So haben wir sie extra oben als erstes in die Rollen getan, damit sie – falls sie gefunden werden – rausgenommen werden können und nicht die Mitnahme im Flieger riskieren, nur weil die Dosen im abgeschlossenen Koffer drin sind. Aber es ist nicht aufgefallen – Glück gehabt!

Bei der Überprüfung der Mädels stellt Sr Richard mit blassem Gesicht fest, dass wir nur eine einzige Fahrgestellnummer haben, die aber noch nicht mal eingraviert, sondern nur mit Sticker aufgeklebt ist. DAS geht aber nicht! Wir erklären ihm, dass dies Original so ist, dass es mit dem Fahrzeugschein übereinstimmt und eben so in D-land gehandhabt wird. Hm! Haben Sie ein Handy mit Blitz/Kamara? Klaro! Von den Lenkköpfen mit Nummer ein Bild und zurück ins Büro. Dort geht die Übertragung wegen fehlendem Kabel nicht. Per Bluetooth widersetzt sich M.s altes Iphone. So wird einfach ein Foto vom Foto gemacht. Alle Papiere, Pässe und Fahrzeugscheine  2 mal kopiert, ein Auto organisiert, mit dem man uns zum Zoll schickt. Dort fragen wir uns zur richtigen Beamtin durch – nachdem wir auch hier 2 mal den Pass gezeigt haben – die sich die Moppeds gerne anschauen will. Sie stehen aber nicht vor der Tür = nationaler Cargoterminal, sondern auf der anderen Seite = internationaler Cargo. Mist. Etwas Sport gefällig? Sie nimmt sich gleich einen Stapel Papiere mit, damit wir nicht noch mal in ihr Büro zurück müssen. Sehr nett mitgedacht, danke! Drüben angekommen wieder dasselbe Prozedere: Abtasten, Warnwesten, Rucksäcke abgeben und alle mann zu den Moppeds. Sie macht ein Gesamtbild und kontrolliert die Fahrgestellnummern. In die Koffer schaut sie nicht. Sie ist ohnehin zu klein und kommt nur mit Mühe mit ihrer Nase überhaupt über den Lenker. Anschließend setzt sie sich mit all den Papieren, Pässen und Fahrzeugscheinen ins Büro der Fluggesellschaft und füllt geduldig und sehr ordentlich alles per Hand aus. Noch ein Photo vom Photo des Photos wird gemacht. Denn auch die Übertragung von deren Handy zu Handy klappt nicht. Es waren ihre ersten internationalen Moppedtransporte überhaupt.

Endlich fertig wieder in den Sicherheitsbereich: Abtasten, Sicherheitsweste, Rucksäcke durchsuchen, Moppeds loseisen, umziehen, bepacken, Spiegel umdrehen und festschrauben, LOSFAHREN!!!!

Zur Salzkathedrale bitte!

Was haben wir die Moppeds vermisst! Ich brauche als erstes dringend eine Tanke – ich befürchte, ich hab keine 10 km mehr im Tank. Danach braucht M. dringend Luft im Vorderreifen. Der verliert ständig Luft. Ob es am Ventil liegt? Als letztes wollen wir wenigstens noch ein bisschen was vom Tag haben und ich möchte so gerne die Salzkathedrale im Norden von Bogota sehen. Also machen wir uns durch 60 km Stau, Chaos und Feierabendverkehr nach Zipaquira auf. Der bewachte Parkplatz kostet nur 5000 pro Mopped (1,50 €) und der Eintritt 25.000 (7,50 €) pro Nase – egal ob Touri oder nicht! Das finde ich mal fair! Dafür bekommt man aber eine wunderbare Kulisse geboten. Das alte Salzbergwerk ist deutlich zu erkennen und man hat nur wenig „Schmuck“ in die Gänge integriert. So bleibt der natürliche Charme des Bergwerks erhalten. Mir gefällt das sehr gut. Es ist viel größer und weitläufiger, als ich vermutet habe. Selbst Souvenirs und Cafés bzw. Snacks gibts unter Tage – und alles erschwinglich! Ich könnte schon wieder beim farbenfrohen Schmuck zuschlagen. Diese Pracht, wunderschön!!! Aber ich hab schon so viel im Koffer – da ist kein Platz mehr! Demnächst treffen wir einen Freund in Peru, der versprochen hat, was mitzunehmen. Dann ist wieder mehr Platz im Koffer – fragt sich nur wie lange 😉

image

Von außen deutet nichts auf die Kathedrale hin.

Processed with MOLDIV

Salzkathedrale – zuerst muss der Kreuzweg bewältigt werden

image

Salzkathedrale – das Kirchenschiff ist wirklich beeindruckend

Processed with MOLDIV

Impressionen

image

So tief unten haben wir noch keinen Cappuccino getrunken

Als wir rauskommen ist es schon wieder spät. Lass uns erst hier was essen und im Dunkeln zurück fahren. Dann ist sicher weniger Verkehr. (Ha, denkste! Zwar nicht so ein Chaos, aber immer noch Stau und viel Verkehr!) Über dem offenen Feuer sind wie in einem Trichter spitz nach oben zulaufend die Grillgüter angeordnet und duften herrlich! Das habe ich beim Hinweg schon gesehen und mich drauf gefreut. Ehe wir die Moppeds geparkt haben, werden wir auch schon mit dem ersten Probebissen begrüßt. Wow! Lecker! Es gibt keine Speisekarte und die junge Frau bemüht sich sehr, uns die einzelnen Spezialitäten zu beschreiben. Können wir nicht einfach eine Mischung aus allem haben? Klar! Wie viel denn? Ok, fangen wir mal klein an und können nachholen. Aber die Platte ist so voll, dass ich schon nach einem Drittel satt bin. M. ergeht es nicht viel anders.

image

Hmm, lecker !!!

Hier konnte ich zum ersten mal die „Ñame“ kosten, die ich zuletzt im Supermarkt bestaunt und kennengelernt habe. Sie schmeckt ähnlich wie eine Kartoffel, ist aber viel größer. Wir nehmen einfach den Rest im Dogibag für morgen mit! Wir bezahlen für die ganze Herrlichkeit keine 25 Euro. Dafür freut sich die junge Frau aber so über das Trinkgeld, dass sie es postwendend dem Grillmeister zeigt. Der hatte die ganze Zeit unsere Moppeds fest im Blick und mittlerweile standen 5 weitere Männer drum herum. Sie erfragten sich die üblichen Infos und zeigten sich sehr dankbar darüber, dass wir IHR Land besuchen. Sie sind stolz auf ihr Land und das können sie auch sein. Es hat viel mehr zu bieten als Drogen und Korruption. Jeder normalsterbliche Bürger will mit ehrlicher Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen. Der Erfindungsreichtum diesbezüglich ist sehr groß und reicht vom Unterhaltungskünstler an der roten Ampel bis hin zum Tante-Emma-Laden, der aus einem gefüllten Einkaufswagen und einem Sonnenschirm besteht. Diese Menschen haben nicht viel, sind aber freundlich und stolz darauf, dass ausgerechnet ICH ihr Land besuche. Von Neid oder Missgunst keine Spur. DAS beeindruckt mich wiederum sehr.

Gestern sind wir mit dem Hermania-Bus für 1500 (-,50€) pro Nase in die Altstadt von Bogota gefahren, um dort ein wenig Sightseeing zu betreiben. Es ist erstaunlich, dass bei DEM vielen Verkehr/Stau der Verkehr immer wieder ans Laufen kommt. Das muss am Fahrkönnen der Einheimischen liegen. Sie fummeln sich immer irgendwie durch. Dazwischen all die Moppeds, die unzähligen Taxen und großen und kleinen Busse… Dass der Verkehr noch nicht kollabiert ist, liegt angeblich am Millenium-Bus, der vor 15 Jahren eingeführt mit einer eigenen Spur quer durch die Stadt fährt und immer proppenvoll ist. Wir sind nicht so die Museumsgänger, auch wenn das Museum Oro mit Inkagoldschmuck bestimmt beeindruckend (und in anderen Kreisen wohl auch berühmt) ist. So schauen wir uns lieber die Kathedrale an und laufen durch die Straßen und durchs Menschengewühl. Viele Straßenkünstler versuchen ein paar Dineros dazu zu verdienen. Die Stadt ist laut, aber nicht schmutzig. Es liegt kaum Müll herum. Schmunzelnd schaue ich zu, wie eine Mutter ihr Kind in strengem Tonfall auffordert, die Plastikfolie wieder aufzuheben! Richtig so! Hier herrscht auch sonst mehr Umweltbewusstsein. Auf den Mülltüten stehen Slogans. Selbst spät abends im Dunkeln kehrt noch jemand die Gosse.

image

Die Toilettenbenutzung ist frei- nur für das Klopapier muss man zahlen.

image

Ein kolumbianisches Polizeimotorrad

Die Kathedrale von Bogota

image

Die aufwendige Weihnachtskrippe im Inneren der Kathedrale

Processed with MOLDIV

Straßenkünstler in Bogota

Kolumbien, was muss ich doch Abbitte leisten. Als ich zum ersten Mal in dem Buch von Joyce Price las, dass sie Kolumbien für einige Tage besuchte, während sie auf ihr Mopped wartete, hielt ich das für sehr gefährlich angesichts der Drogenkriminalität und war überrascht, das Gegenteil davon zu lesen. Ich kann dies nur bestätigen. Ich will die Probleme nicht runter spielen. Aber in D-land darf man auch nicht mit dunklerer Hautfarbe in berüchtigte Viertel auftauchen, ohne Gefahr zu laufen, verprügelt zu werden. Wie ich immer sage: Es gibt auf der ganzen Welt in jedem Land viele gute Menschen und einige böse. In jedem Land! Auch bei uns!

Ich glaube an das Gute im Menschen und ich wurde schon unzählige Male auf dieser Reise darin bestätigt.

Mögen euch daheim auch nur die guten Menschen begegnen.

Eure B.

Kolumbien

Do. 7.1.16

Wir sind in Kolumbien – Bogota. Es gibt nicht viel zu erzählen. Aufstehen, packen, Taxi zum Flughafen, 2 Std. warten, in den Flieger, raus aus dem Flieger, lange Schlange an der Einreise, aber ca. 20 offene Schalter, Befragung (2 min: Beruf, Hotel, nächstes Ziel), Zoll (nix zu deklarieren, nur Zettel abgeben), Taxi, Hotel.

Jetzt ist es wieder dunkel. ich vermisse mein Mopped. Entweder zu Fuß latschen oder andauernd ein Taxi rufen. Das ist etwas lästig – so oder so! Auch wenn ich zuletzt sehr über die Hitze in den Motorradklamotten gestöhnt habe, so ohne ist auch doof!

Sie sollen Samstag um 14 h ankommen und angeblich auch noch am selben Tag aus dem Zoll raus. Mal sehen ob das klappt. Aber soeben erhalte ich eine E-mail, sie kämen schon morgen. Das ist Zentralamerika. Immer für eine Überraschung gut. Jetzt bin ich mal gespannt, wann sie wirklich kommen!!!

Morgen also vielleicht Sightseeing Bogota MIT Moppeds?

VGB

Panamakanal: Die Miraflores-Schleuse

image

Mi .6.1.16 (Heute ist das besondere Datum!)

Fällt euch das auch erst heute auf, dass gestern gar kein verrücktes Datum war, weil ich das letzte Jahr genommen hab? (Sorry, Macht der Gewohnheit!)

Unsere Mädels sind heute nicht geflogen, schade. Aber „sicher“ am Samstag. Hoffen wir es! Hauptsache, sie kommen überhaupt dort heil in naher Zukunft an. Hier gehen die Uhren etwas anders und man kann dies nicht mit deutscher Zuverlässigkeit und Genauigkeit vergleichen. Wir haben ein gutes Gefühl, aber verlassen kann man sich nicht darauf. Hier in Zentralamerika liegt man in Gottes Hand und man kann nichts anderes machen, als darauf vertrauen, dass die Leute schon ihren Job richtig machen werden – irgendwann.

Wir haben den Tag heute sehr genossen und waren den ganzen Tag an der Miraflores-Schleuse. Wir haben deshalb zwar nur im vorbeifahrenden Taxi die Hochhäuser der Innenstadt von Panama Stadt gesehen, aber das ist egal. Wir sind über die neue Brücke Centenario gefahren und wohnen unter der alten „Puente de las Americas“. Es war so beeindruckend an der Schleuse und ich konnte mich einfach nicht sattsehen an den zentimetergenauen Durchfahrten. Auch wenn uns eine blöde Kontrolleurin schon gleich bei Ankunft früh morgens ankeift, dass wir neben dem Eingang vom Parkplatz aus keine Photos machen dürften, ohne zu bezahlen Denn das wäre ja angeblich „restricted area“. Wir Touris müssen 5 Mal so viel zahlen, wie die Einheimischen und das ist schon eine Menge. Liebe Frau, so geht man nicht mit den Leuten um, die man doch HEREIN bitten und nicht vergraulen will. Kann ihr das mal jemand erklären? Wir hatten uns gerade entschieden, den Eintritt von 30 $ zu entrichten, wenn wir uns frei bewegen dürfen und nicht an einer Führung teilnehmen müssen. Also was regt die sich so auf?

Die freundliche und geduldige Kassiererin versteht unser Ansinnen und bittet für das unmögliche Verhalten der Frau um Entschuldigung. Selbstverständlich könnten wir uns alle Zeit der Welt nehmen und Bilder machen soviel wir wollten, denn das wäre ja doch einmalig hier …

Das Visitorcenter hat alles, was das Herz begehrt: Museum auf 3 Etagen, 10 minütige Filmvorführung alle halbe Std. in engl. oder span. (deren Bilder so schnell wechseln, dass mir davon schlecht wird und ich mich ganz nach hinten setzen muss…), mehrere Aussichtsplattformen, Restaurant, Eisdiele, (Espresso-) Kaffee/Getränkestation mit Snacks und eine Wifizone. Hier checke ich noch schnell die mails und die Flüge, skype mit Sohn und Tochter und genieße den Ausblick auf den Kanal. Wow! Und ich bin hier – unfassbar. Wie so vieles auf dieser Reise. Wieder einmal wähne ich mich im Traum.

Da wir immer noch kein Internet im Hotel (und im Viertel) haben, müsst ihr auf Bilder noch etwas warten. Sorry, wird wie immer schnellstmöglich nachgereicht.

Bis bald B.

image

image

Zentimeterarbeit – und doch Routine!

image

image

Der Kanal vor der neuen Centenario-Brücke und eine der weiteren Schleusen. 

Processed with MOLDIV

Processed with MOLDIV

Processed with MOLDIV

image

Die neue Schleusenanlage für die größeren Schiffe. Sie sollte 2015 fertig sein, aber es fehlt wohl noch einiges…

image

eine der alten Loks, die die Schiffe auf Kurs halten

Neues Jahr, neues Glück?

Das alte Jahr ist Geschichte und das neue mit guten Vorsätzen gestartet. Wer einen davon noch nicht in die Tat umgesetzt hat und von mir noch einen Tipp braucht, wie er einen kleinen Teil seines Geldes gut verwenden kann, der schaue hier:

Noch einmal der Aufruf, es uns gleich zu tun und den Kindern in Peru zu helfen.  Wir danken im Voraus im Namen der Kinder! Hier der Einfachheit halber noch einmal die Bankverbindung: Deutsches Konto (BW Bank):

Konto Nr. 7495 5074 03               BLZ 600 501 01

Verwendungszweck z. B.: gsnomaden Kinderheim Peru

SEPA: IBAN: DE29 6005 0101 7495 5074 03 SWIFT: SOLADEST

Weitere Infos unter “Spendenaufruf”….

Wir danken herzlichst!!! Eure GSnomaden

Di, 5.1.15 (welch verrücktes Datum, welch verrückter Tag)

Die Moppeds sind am Flughafen!!!

image27

Panama – Auf dem Weg zum Flughafen

Wir haben heute morgen kein Internet im Hotel. Die Leitung streikt. Es gibt keine Möglichkeit irgendwohin anzurufen, auch über Festnetz nicht. Ob die Fluggesellschaft Avianka nun fliegt oder nicht, ist von hier aus nicht herauszufinden. So entscheiden wir uns gegen 10.00 Uhr, zum Flughafen zu fahren – fertig gerödelt, umgepackt und sortiert! Es ist nicht leicht, Avianka zu finden, so machen wir noch mal Halt bei MCD – unserem Lieblingsprovider in der Not. Dort telefonieren wir mit der Dame von der Fluggesellschaft und erfahren so per ungefähr, wohin wir denn müssen, um sie zu sprechen. Es ginge zwar auch per Telefon, aber das ist mir zu heikel. Ich möchte die Leute sehen, Papiere erledigen, den Agenten, der unsere Papiere für den Cargo erledigen soll, treffen und den Ort eruieren, wo denn morgen die Moippeds hin müssen. Lieber heute mal alles klären.

Wir verabreden uns um 13.00 am Eingang, das sie mit „blaues Gebäude“ und im selben Gebäude wie „Girag“ , aber im 1. Stock beschreibt. Dort fänden wir sie und Avianka! Wir müssten also auf das Cargogelände an den Flugzeugen vorbei, an den Hubschraubern irgendwie herum…. Wir fragen noch 2 Mal nach und endlich finden wir das Gebäude. Es ist viertel nach 12 und Mittagspause. Wir sollen am Eingang warten. Ok. Aber hier wäre doch auch Girag, lass uns doch mal nachfragen. Die sind einen Eingang nebenan. Dort gibt es morgen einen Flug für unsere Moppeds – ohne Agenten, aber dafür 200 $ pro Mopped weniger, mit allem Papierkram! Wir können unser Glück nicht glauben! Yeah – wir jubeln schon innerlich. Da kommt der Señor zurück mit bedauerndem Gesicht. Er habe gerade mit Sr. Richard gesprochen – den kennen wir ja schon vom Telefon her. Das wäre der Cargokoordinator und der habe noch nicht genug Fracht von Kolumbien nach Panama. So weiß er nicht, ob der Flieger morgen geht oder nicht. Vielleicht. Aber sicher am Samstag.

Also gut. Wir buchen jetzt fest! Bezahlen cash – wie gut, dass ich gestern noch 1000 $ abgehoben habe, denn das Tageslimit ist damit erreicht. Heute noch mal dasselbe mit 2 verschiedenen Karten und ich kann die Rechnung begleichen. Ob der Flieger schon morgen geht, würden wir später per Mail erfahren. Wir fahren die Moppeds selber in die Halle, werden danach aber aus Sicherheitsgründen wieder rausgescheucht. Während wir auf das Ok des Begutachters warten, smalltalken wir mit einem der Arbeiter. Es kommt plötzlich ein weiterer Herr dazu, der die üblichen Fragen stellt. Woher, wohin, englisch, spanisch? Er fragt uns, ob wir in Kolumbien über Cali führen. Das wissen wir noch nicht. Aber wir müssten automatisch dort vorbei, wenn wir nach Süden wollten. Er lädt uns auf eine Finca der Familie ein. Sein Bruder wohne dort, er würde ihm gerne vorab bescheid sagen und das wäre sehr schön dort mit 2 Flüssen auf dem Gelände. Er drückt mir seine Visitenkarte in die Hand. Meine Augen werden groß. Ich stupse M. an und weise auf die Dienstbezeichnung unter dem Namen hin. „Presidente“! Und mit einem knappen „Un placer“ und Händedruck – weg ist er.

Hab ich gerade geträumt? Wir schauen uns sprachlos an und dann zum Arbeiter, der bis gerade keinen Mucks gesagt hat, nun aber lossprudelt. Ja, das war „el jefe“ – der Chef, dem das alles hier gehört und mit einer ausladenden Geste weist er um sich! Dass uns der Chef höchstpersönlich die Ehre gibt und uns mit Handschlag begrüßt und sogar auf die Finka einlädt, ist ja der Hammer. Womit haben wir DAS denn nur verdient?

Mit Wehmut lassen wir die Moppeds in der Halle stehen. Es ist ein komisches Gefühl – so ganz ohne. Das war unser Zuhause in den letzten 6 Monaten.

Mit einem guten Gefühl suchen wir uns ein Taxi zum Hotel zurück. Es ist schon halb 5. Es lohnt sich kein Stadtbummel und auch keine Schleusenbesichtigung mehr. Für 20 $ im halblegalen Taxi fahren wir im dicken Stadtverkehr 1 ½ Std. zurück, um dann festzustellen, dass der Zimmerschlüssel gut in meiner Motorradhose verpackt im Mopped liegt. Zerknirscht beichten wir dies dem Portier – aber kein Problem. Er steigt einfach mit einer Leiter über den Balkon ein und macht uns das Zimmer auf.

Das Internet funzt immernoch nicht. Mist. Lassen wir uns also überraschen, wann die Moppeds kommen. Morgen Sightseeing in Panama! Darauf freue ich mich schon.

VGB

image25

Das Canal Inn unter der „Puente de las Americas“

image26

Im B&B ist tierisch was los…

image

Viel Verkehr unter der „Puente de las Americas“