Cali – auf ins Paradies

Do 14.1.16

Wir versuchen, die Adresse der Finca in Cali herauszufinden, um der Einladung des Chefs von Girag zu folgen. Das allein war schon schwierig genug gewesen, weil wir immer nur Telefonnummern hatten, bei deren Anruf aber keiner antwortete, WENN wir denn Internet hatten, mit dem man skypen konnte. Zuletzt riefen wir über die Leitung der Hazienda an. Sie gaben uns eine Buchstaben-Zahlenkombination (5B3 – 41), die mit Abstand die zu finden schwierigste Adresse der bisherigen Reise war. Beide Navis kannten unterschiedliche Carreras 37 – abgesehen davon, dass es auch Calle 37 und Carretera 37 gibt. Man muss die richtige im richtigen Viertel finden. Da unser Navi keine Viertel kennt, müssen wir uns zum richtigen Viertel durchfragen. Dann die richtige Straße 37 finden, dann den richtigen Teil der Straße 5, dann die richtige Richtung geradeaus A, links B, (C und D waren irgendwo daneben), und dann den richtigen Abschnitt mit der richtigen Hausnummer. Selbst unmittelbare Nachbarn, nur wenige Häuser/Meter entfernt, haben uns die falsche Richtung an der Kreuzung genannt. Diese Bezeichnung ist zwar logisch aufgebaut, aber chaotisch umgesetzt. Die Bewohner bestätigen, dass in Cali eine Adresse zu finden höchst schwierig ist, vor allem im dichten Berufsverkehr, im Stau, im Einbahnstraßengewirr und in der brütenden Hitze ohne Fahrtwind. Doch endlich stehen wir vor dem richtigen Haus.

Wir haben die größte Stadt (Bogota), die zweitgrößte (Medellin) und die drittgrößte Stadt von Kolumbien (Cali) besucht und durchfahren. Puh!

Doch wir sind noch nicht da. Dies ist nur die Stadtwohnung. Die Finca ist im Süden von Cali in einem kleinen Dorf Pance in den Bergen, über eine holprige, teerlose Straße zu erreichen. Nach vielen vergeblichen Angaben, die keins unserer Navis kennt, bekommen wir doch eine Ahnung, wo die Finca liegt und finden sie tatsächlich vor Einbruch der Dunkelheit. Natürlich weiß nun das ganze Dorf, dass wir da sind und Gäste der Giraldos, denn so oft, wie wir danach gefragt haben und so wie wir mit unseren dicken Maschinen aussehen, fallen wir einfach auf. Beim späteren Getränkekauf bekommen wir dies bestätigt. Na, dann kann ja nix mehr passieren, wenn so viele Menschen auf uns aufpassen. 😉

Wir werden vom „Hausmeister“ Saulo und seinem Sohn Daniel und einem der 4 Hunde empfangen. Er hat uns gesehen, als wir vorbeigefahren sind und lacht sich kaputt darüber. Stolz zeigt er uns das Gelände, was er allein in Ordnung hält. Ein Fulltimejob. Seinen Sohn, 12 Jahre alt, kann ich problemlos verstehen, aber Saulo spricht zu schnell und zu undeutlich. M. versteht nichts, und ich nur mit Mühe und viel Nachfragen die Hälfte. Aber das macht nichts. Daniel ist sehr aufgeweckt, fragt viele Dinge und wir erzählen gerne von den unterschiedlichen Ländern, von Europa, den Eigenheiten des Geldes und schenken ihm einige übrig gebliebene Münzen und Scheine. Glücklich zieht er damit ab.

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El Presidente hatte Recht. Es ist ein herrlich ruhiger Ort. Einer zum Ausspannen, zum Relaxen und Auftanken – ein Paradies – und viel zu schade für nur eine einzige Nacht. 2 Bäche fließen durch das Grundstück und vereinen sich dort. Außer Vögel und das Rauschen der Bäche hört man nichts.

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Das Paradies

So bleiben wir gerne noch einen weiteren Tag. Außerdem müssen so lästige Dinge wie Stiefel pflegen, Haare schneiden, Wäsche waschen, Dinge reparieren oder PC und Bilder sortieren/aufräumen gemacht werden.

Am Abend werden wir von der Nachbarin zum zweiten Mal auf ein Bier eingeladen. Diesmal nehmen wir gerne an (gestern war es zu spät geworden, ehe wir gekocht und gegessen hatten, war ich von der Fahrt zu groggy!). Es wird sehr kurzweilig, weil nach einigem Erzählen und Austauschen der Hausherr die Gitarre herausholt und gemeinsam wird (mehrstimmtig) gesungen, getanzt und mit Rasseln und Trommeln gespielt. Herrlich, das liebe ich ja!

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Stimmung!

Die Ruhe und Stille hier tut uns gut. Wir genießen die angenehme Temperatur, bevor es am nächsten Tag auf die 400 km Strecke bis zur Grenze nach Ecuador geht. Wir sollten früh um 8.00 losfahren, damit wir vielleicht noch die Grenze überqueren können. Mal sehen…

VGB

Edit zum Bambus: Man kann den Bambus wachsen hören. Er wächst ca 1 cm pro Tag und es hört sich so ähnlich wie das Hämmern eines Spechtes an. Wahnsinn, oder?

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