Nach Norden bitte: Medellin

So.10.1.16

Ja, stimmt, eigentlich falsche Richtung. Aber es ist Sonntag und alles hat zu und wir suchen einen BMW-Schrauber. Es soll auch einen in Bogota geben. Aber seit Merida sind wir misstrauisch, was das anbelangt. Wir vertrauen nicht mehr jedem unsere Mädels an. Der in Medellin hat einen sehr guten Ruf, wie wir von verschiedenen Reisenden gehört haben. So entschließen wir uns, den 400 km Umweg in Kauf zu nehmen. Es soll ohnehin eine sehenswerte Stadt sein.

Es dauert aber, bis wir all unsere Sachen wieder auf dem Mopped sortiert und verstaut haben. Durch die Flüge ist da einiges durcheinander geraten. Erst um 11 kommen wir weg. Es sind angenehme Temperaturen draußen und die Sonne scheint. Es geht erstmal 2500 m stetig bergab. Das habe ich gar nicht so wahr genommen, auch wenn mir M. die Info mitgeteilt hat. Aber ich bin ja in Bogota eingeflogen und nicht hingefahren. Außerdem ist diese riesige Stadt so flach und von hohen Bergen umgeben, dass man einfach nicht vermutet, dass man sich in 2500 m Höhe befindet. Je mehr Höhe wir verlieren, desto wärmer wird es, bis es wieder über 36 Grad heiß ist. Puh! Aber zum Glück klettern wir bald die Berge wieder hoch auf über 2200 m bei frischen 19 °C. 

Wir fahren die schnellste Route, die über mehrere Mautstraßen führt, für die wir sage und schreibe….. nix zahlen! Diesen Tipp haben wir irgendwo gelesen und wieder vergessen und Luis hat uns nochmal darauf aufmerksam gemacht: Es gibt ganz rechts neben den Bezahlstationen eine ganz schmale Spur für Moppeds und Biker. Das muss man wissen, sonst sieht man die nicht und einmal in der Autospur drin, muss man auch zahlen – denn die Kamera erfasst jeden und die im Kassenhäuschen haben keine Möglichkeit, das rückgängig zu machen. Die Moppedspur ist mit mehreren „topes“ bestückt und so knapp, dass man mit Koffern schon richtig gut fahren und zielen muss. Aber meist ist neben dem hohen Bordstein noch ein kleiner Gehweg, so dass man dicht daneben entlang fahren kann, ohne mit den Koffern irgendwo hängen zu bleiben.

Trotz 2-spuriger Schnellstraßen macht der Fahrtag richtig viel Spaß, denn es gibt Kurven satt. Irgendwann ist die Straße nur noch einspurig und wir müssen wieder einen Überholmarathon abliefern. Aber wir sind so im Flow drin, dass es richtig gut fluppt. Wir sind richtig schnell. Wir haben von den anderen Verkehrsteilnehmern gelernt, die Lücken zu suchen und auszunutzen. Wenn die Autofahrer sich in den Kurven am Mittelstreifen festhalten, wird eben rechts überholt. Das entgegen kommende Mopped macht Platz, so dass ich trotzdem überholen kann. Ich mache dagegen auch dem überholenden Bus Platz. Jeder kommt hier zu seinem Recht, so dass wir trotz viel Verkehr vor Einbruch der Dunkelheit ein Hotelzimmer mit abgeschlossener Garage haben.

Wir kommen von oben über die Berge herein. WOW, unter uns liegt Medellin, an allen Hängen kleben die Häuser bis fast oben hin. Medellin liegt auf 1600 m. Aber es ist diesig und kein Platz zum Anhalten. Sorry, heute gibts keine Bilder.

Anbei: Wir sind heute wohl der gesamten Polizeiflotte von Kolumbien begegnet. Alle paar Kilometer eine erneute Kontrolle. In jedem Örtchen, und sei es noch so klein, stand mindestens ein Polizist. Sie haben sich nicht für uns interessiert. Wir sind auch jedesmal brav und fahren langsam an ihnen vorbei. Allerdings haben wir viele Zweiradfahrer in Diskussionen mit den Beamten gesehen, Busse wurden vor unserer Nase herausgewunken, LKW’s…  Glück gehabt? Ja, wiedermal! 

Morgen als erstes zum Schrauber – 5 km entfernt!. Hoffentlich kommen wir dran. Und hoffentlich sehen wir noch was von Medellin….

Bis demnächst VGB

 

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