Hole in the Rock

Fr. 16.10.15

Der Wecker klingelt um kurz vor 7, es ist noch dunkel, denn die Sonne geht erst in einer halben Std. auf. Es gibt einen schnellen Kaffee bei Morgenrot und den Rest von gestern Abend. Punkt 9 sitzen wir auf dem Mopped, Wir sind nicht die ersten, denn wir haben schon früh einen Moppedfahrer starten hören. Gemeinsam ist der Tiefsand schnell gemeistert – keiner ist gefallen, wie im Lehrbuch mit Füße paddeln langsam durch. Puh! Haste gedacht, das wars jetzt. Pustekuchen! Das war erst der Anfang von nervenzehrendem Knuspern. Der Tiefsand ist zwar nicht mehr 30- 40 cm tief, aber immer noch 10 – 15 cm. Und das Kilometer um Kilometer! Es hört nicht auf. Bei 10 km/h und noch 50 zu fahrenden km dauert das 5 Std – WENN ich denn fahre! Andauernd schlägt der Lenker und das Hinterteil keilt aus. Ich bin am Ende meiner Nerven und heule. Ich halte das nicht aus. M. liest mir die Leviten. Wir MÜSSEN heute noch zurück, weil wir nicht genügend Wasser mehr haben (uns fehlen seit letzter Nacht 2 Trinkwassserflaschen! Etwa geklaut?)  Wer wollte noch mal unbedingt dahin fahren???

O-Ton M.: „Entweder du sagst jetzt, du schaffst das, oder wir fahren SOFORT zurück! Hörst du, SOFORT!!!“

Ich komme mir vor, wie die Jugendliche auf youtube: – Ich will aber! – Du kannst aber nicht! – Ich will aber! – Das geht aber nicht! – Warum? – Weil, da is Sand! – Ich will aber!….

Recht hat M. Mit jedem einzelnen Wort. Aber ich will dieses verd… Sch…. drecks… Loch sehen!!! Da, wo die Mormonenpioniere mit ihren Pferdewagen runter gedonnert sind.

Eine Entscheidung muss her: Ok, ich versuche es noch eine halbe Std lang (in der Hoffnung, dass der Weg irgendwann doch besser wird.) Wenn das nichts gibt, drehen wir um. Ok, also weiter!

Da kommt uns ein Moppedfahrer entgegen. Martin aus D-land, heute morgen so früh gestartet und schon am Hole gewesen. Nein, der Weg ist nicht ständig so sandig, aber ab und an, aber nur recht kurz. Zwischendrin ist er fester. Hoffnung keimt auf.

Hole-in-the-Rock-Road, ein ruhiger Abschnitt

Hole-in-the-Rock-Road, ein ruhiger Abschnitt

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Lächeln....

Lächeln….

Mutig gehts weiter. Es stimmt, der Weg bleibt zunächst viele km so sandig, wird aber zunehmend steiniger und felsiger. Auch die Auf- und Abfahrten werden steiler, gespickt mit losen dicken Steinen oder großen Steinplatten. Eine sandige Steilabfahrt mit Kehre und dicken Steinen und Stufen schaffe ich irgendwie heil runter. Wie ich hier wieder rauf kommen soll, weiß ich nicht. Aber das überlege ich mir, wenn ich wieder zurück fahre. Die stufigen Steine werden immer mehr, mit Vorliebe in steilen Stücken. Aber das kann ich ja nun mittlerweile ganz gut – Dank Jeff! (Hier ist Level 5 und ich hab ja noch eins in Petto ;-)….) Ich suche bewusst die Rumpelei über die Steine, denn da ist es fest und hiermit kenne ich mich gut aus. Ich fahre voraus, damit mich M. ggf. aufsammeln kann. Ist aber nicht nötig. Statt dessen bekommt er frei Haus „Tipps“ wie er es besser machen kann. So z. B. bei einer Steilauffahrt mit stufigen Felsenplatten. Ich bin zu schnell, die Maschine springt zwei mal kreuz und quer. Ich kann sie abfangen und ohne Abwürgen nach oben bugsieren. M. geht das ganze etwas langsamer an und so klappt es bedeutend besser.

Irgendwann sind wir doch da. Es ist halb 12. Nur kurz schauen wir uns das Loch an und bestaunen die unwegsame Landschaft, durch die die Pioniere durchgerumpelt sind. Durch das Loch klettern wir ein kleines Stück hinunter, während unten der Colorado in leuchtendem Blau herauf grinst. Hier soll ein vollgeladener Wagen durchgepasst haben? Vorne Pferde? Hinten 10 Männer am Seil die sich gegen das Abstürzen stemmen? Die Armen! Allesamt! Unvorstellbar. Noch ein paar Bilder und auf, auf! Wir müssen zurück!

Hole-in-the-Rock. Hier sind die Planwagen runter geschafft worden

Hole-in-the-Rock. Hier sind die Planwagen runter geschafft worden

...bis runter an den Colorado River. Heute ist dort der Lake Powell.

…bis runter an den Colorado River. Heute ist dort der Lake Powell.

Zurück geht es bedeutend leichter, denn jeder Meter im Sand heißt auch, wieder einen Meter in Richtung Ausgang! Langsam klettern wir in Schrittgeschwindigkeit die stufigen Steilhänge wieder runter. Das haben wir ja am Engineerpass gelernt. Manches Mal wundere ich mich über mich selbst: Hier bist du eben hochgefahren? Das hatte ich gleich wieder verdrängt vor lauter Konzentration der nächsten Schwierigkeiten. Die kurzen Sandstücke dazwischen versuche ich ohne Schlagen und Auskeilen zu meistern, erst mit beiden Füßen unten, dann wenigstens mit einem Fuß auf der Raste. Jep, klappt gut. Etwas schneller im 1. Gang mit beiden Füßen oben, nur geradeaus (und mit Luftanhalten)? Ja, geht auch. Vielleicht auch mal im 2. Gang, der Sand ist doch nicht so tief. Es wird besser und besser, je länger die Sandpassagen dauern. Wenn grade fester Untergrund ist, überlege ich fieberhaft, wie ich das eben runter gefahrene Knusperstück wieder rauf komme. Sandige Stufen mit Kehre am Lenker hängend, ist keine gute Idee, da das Vorderrad zu leicht wird. Da tänzelt das Vorderrad hin und her und macht was es will, weil ich wegen des Tankrucksacks nicht weit genug nach vorne komme. Der muss nach hinten, auch wenn dann das Gewicht hinten noch mehr wird. Einige steinige Steilhänge habe ich noch Zeit zum Üben. So geht es viel besser, trotz Gewicht hinten. Da ist der Sandberg. Im Sitzen langsam gerade nach oben bis in die Kehre, fast an die Wand. Dort auf die Füße, über die dicken Steine am Rand langsam drehen und mit mehr und mehr Gas den Steilhang rauf. Yeah!!!! Oben! Obwohl der Sand immer mehr wird, mein Herz immer ruhiger.

Irgendwann fahre ich die kilometerlange Tiefsandstrecke völlig allein. M. ist schon seit langem unsichtbar abgerauscht. Er braucht mehr Speed, wenn er im Stehen drüber bügelt. Ich mach lieber hösch! Ich hab heute Waffenstillstand mit dem Sand geschlossen. Den will ich nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Irgendwann komme ich um die Kurve gezockelt und M. räkelt sich im Sand und gähnt, während sein Mopped auf der anderen Seite steht. Ohne Kamera? Hä?

Ach ja! Wir sind wieder an der dicken Tiefsandstelle, die schlimmste des ganzen Weges. Ach, hab ich gar nicht gemerkt, dass wir schon hier sind. Der Herr wünscht, dass ich vorfahre und seine Fahrt auf Video aufnehme. Okee, dann fahre ich halt vor. Langsam im 1. Gang, mit paddelnden Füßen bis hinten hin. Es sind eh keine Nerven mehr da, die sich aufregen könnten. Wenn M. sagt, ich soll da durchfahren, dann fahre ich halt jetzt da mal durch. Ich hab heute eh mein Seepferdch… äh… „Sand“pferdchen gemacht. Ich stelle mein Mopped an der Seite ab und hole die Kamera heraus, mache sie an und gebe das Zeichen. Es dauert 3 Sekunden, da macht er plopp! Zack, er liegt im Sand.

kurz vor Schluss: das berüchtigte Tiefsandloch

kurz vor Schluss: das berüchtigte Tiefsandloch

So geht Tiefsandfahren - gaaaanz vorsichtig...

So geht Tiefsandfahren – gaaaanz vorsichtig…

Da ackert der Arme den ganzen Tag lang, damit ich nicht genau dort lande, und dann – kurz vor Schluss – passiert es ihm selber. Er wollte es zu schön für den Film machen.

Schnell ist sie aufgehoben und er paddelt durch. Danach noch eine halbe Std. für die restlichen 20 km. auf losem, sandigen Schotter zurück bis zur Straße (gestern haben wir dafür doppelt so lange gebraucht.) Wir fliegen im Stehen bei 50 – 60 km/h nur so über die Waschbretter immer der geteerten Straße entgegen.

An der Tanke merke ich dann deutlich die Anstrengungen dieses Tages. Es ist nichts mehr Lösung mit mir. Es fällt mir schwer, 6,14 $ zusammen zu legen. Ich muss jeden Gedanken einzeln erzwingen. Es reicht für heute.

Hier im Westen gibt es skurrile Typen - Der Desert Doctor - die einzige Motorradwerkstatt in 200 Meilen Umkreis

Hier im Westen gibt es skurrile Typen – Der Desert Doctor – die einzige Motorradwerkstatt in 200 Meilen Umkreis

Ein Eis zur Belohnung, noch eine halbe Std. einen Zeltplatz suchen und kaltes Abendessen mit Chips und Rotwein!

Bei der Arbeit

Bei der Arbeit

Da nehmen wir doch lieber das Zelt

Da nehmen wir doch lieber das Zelt

Der Wettergott hat es gut mit uns gemeint, und den Regen erst bei Dunkelwerden gebracht. Deshalb hat die Sonne nicht so geknallt und es waren nur wenig Leute unterwegs, so dass wir die meiste Zeit die komplette Straße zur Verfügung hatten und uns unseren Weg suchen konnten.

Danke! Der Schutzengel hat wieder guuuuut aufgepasst!

Auf dass eurer genauso gut aufpasst, eure B.

Capital Reef

Do 15.10.15

Wieder ein Nationalpark. Es gibt so viele und jeder ist wunderschön. Dieser zeichnet sich durch Schluchten aus, die unten durchfahren oder durchwandert werden können und der Sandsteinfelsen leuchtet in allen Farben: von weiß, gelb, beige, braun, Schokoladenbraun, grau und rot, ja sogar blau haben wir gesehen. Man sieht die unterschiedlich alten Erdschichten sehr deutlich. Es sieht aus wie mit einem dicken Pinsel angemalt. Und überall die mit gleichförmigen Ornamenten bestückte Säulen, wie vom Steinmetzmeister höchstpersönlich behauen. Wir fahren stundenlang durch die kurvigen Sträßchen.

Schmaler Canyon im Capitol Reef N.P.

Schmaler Canyon im Capitol Reef N.P.

Hier geht es (leider) nur noch zu Fuß weiter...

Hier geht es (leider) nur noch zu Fuß weiter…

Schnick Drive im Capitol Reef N.P.

Schnick Drive im Capitol Reef N.P.

Caitol Reef N.P., die alte Schule in Fruita

Caitol Reef N.P., die alte Schule in Fruita

So sieht es von innen aus.

So sieht es von innen aus.

Wir wollen die offroad-Abkürzung Richtung Escalante nehmen. Sie ist im 2. Teil nur für 4-wheeler vorbehalten. Sandig und schmal kurvt der Weg so vor sich hin. Uns kommt ein dicker Pick-up entgegen. Ach, DAS soll wohl das richtige Fahrzeug für diesen Weg sein! Natürlich erwartet er, dass ich mich in den Graben schmeiße oder wenigstens in den Tiefsand ausweiche. Aber ich habe eh schon genug damit zu tun, die Fuhre aufrecht zu halten, so dass er großzügig in die Sträucher ausweicht. Wenig später sehen wir dann auch, warum er uns entgegen kam. Er hatte wohl auch keine Lust durch die Furth: Nicht sehr tief, aber schnell fließend mit dicken Steinen. Es gibt eine Spur dadurch, genau einen Reifen breit. Hier kann man Blickführung üben! Auf der einen Seite rechts mit Tiefsand rein und auf der anderen Seite links mit Steinen und Sand raus. Neben der Furth ist alles easy, normaler Schotter, aber da kommen wir nicht hin… Ob ich über den Tiefsand überhaupt die Spur treffe, wage ich zu bezweifeln. Voll aufgerödelt blasen wir lieber zum Rückzug und außen rum über den Umweg Straße.

Ein Original Ford-T-Modell von 1927, 50 km/h Spitze (bei Rückenwind und Polizei im Nacken)

Ein Original Ford-T-Modell von 1927, 50 km/h Spitze (bei Rückenwind und Polizei im Nacken)

Herbstimpressionen am Highway 12

Herbstimpressionen am Highway 12

Ausblick am Highway 12

Ausblick am Highway 12

Endlich in Escalante angekommen. ist Einkaufen angesagt. Es gibt natürlich nur einen kleinen Supermarkt mit Labberbrot, Fuschkunstkäse und Fleischwurst in merkwürdiger Färbung. Salami ist out. Dafür Milch in kleinen Gebinden. 2 Flaschen bitte, für Cappuccino heute und für morgen früh!.

Wir holen Infos über den Trail zum Hole in the Rock beim Visitorcenter und fahren dann dorthin schon mal los, damit der Weg am nächsten Tag nicht so lang ist. Der Weg ist breit, zunächst mit dickem Schotter bedeckt, aber mehr und mehr sandig und vor allem Waschbrettpiste von allerübelster Sorte! Es soll mittendrin eine Tiefsandstelle geben. Wir fahren trotzdem. Vielleicht gibts für Moppeds ja eine schmale Spur in der Mitte – natürlich nicht. Diese Sektion ist nicht lange, nur 50 m – aber eben tief. Es ist schon spät, bald geht die Sonne unter. Verschieben wir doch diesen Adrenalinschub auf morgen! Erstmal! Wir fahren ein kleines Stück zurück und bauen unser Zelt auf, trinken Kaffee, kochen Abendessen und stellen fest, dass der von uns ausgesuchte Platz wohl sehr bekannt und beliebt unter den Leuten ist. imageAndauernd fährt ein Auto suchend umher. Bis um halb 11 stehen 5 Autos um uns rum. Mist. Nix mit Ruhe! Aber wir wollen morgen schon früh los, weil Regen angedroht ist. Vielleicht schaffen wir diesen Weg hin und zurück, bevor der Regen anfängt. Und vielleicht revanchieren wir uns morgen früh dann durch unser Klappern bei den anderen ;-)…

Gute N8 B.

Ureinwohner – Monument Valley – Goosenecks

Mi, 14.10.15

Wir fahren vom Mesa Verde Nationalpark Richtung Monument Valley. Da ich morgens mit allerlei gesundheitlichen Problemen zu kämpfen habe, brauche ich entsprechend viele Pausen und für alles doppelt so lang. Wir schaffen es bis kurz hinter Cortez. Campingplatz oder Wild? Wenn es ein Plätzchen gibt, lieber wild, aber hier sind die kargen Ebenen alle eingezäunt. Plötzlich hören die Zäune auf. Prima, schnell ist abseits der Piste was gefunden, auch wenn die trockenen stacheligen Sträucher überall ziemlich nerven. Wir lassen lieber die Stiefel an. Wir stehen nicht lange, da biegt ein Auto in unsere piselige Straße ab, hält an und lässt die Scheiben runter. Zwei Männer offensichtlich indianischen Ursprungs grüßen freundlich und beginnen einen netten Smalltalk. Sie erkundigen sich nach unserer Herkunft und was wir so vorhaben. Wir erkundigen uns auch nach ihnen und sie erzählen, dass sie aus  Cortez von der Arbeit kommen und jetzt nach Hause fahren. Der eine wohnt direkt hinter dem Hügel. Das Haus kann man gegen die Sonne aber gerade nicht sehen. Oh – dann stehen wir gerade auf seinem Grund? Well, ja, aber das stört ihn nicht. Wir fragen nach, ob wir tatsächlich auch die Nacht hier verbringen dürfen, und er erlaubt es uns. Prima! Dann kann ja nix schief gehen. Der Fahrer kommt bald zurück, fragt nach, ob wir alles haben oder etwas brauchen. Dort hinten gäbe es ein Wasserloch – echt nett – aber wir haben alles, danke! Er erzählt, dass er oben auf dem Berg dort wohnt und seine Schwester dort hinten, wo das Licht brennt.

Im Indianerreservat - mit Erlaubnis des Besitzers

Im Indianerreservat – mit Erlaubnis des Besitzers

Anscheinend sind wir mit Überschreiten der Landesgrenze hinter Cortez von Colorado nach Utah auch im Indianerreservat gelandet. Alle naselang kommt jemand vorbei, ein Auto, oder ein LKW, und natürlich auch wieder zurück. Wir sind wohl eine Attraktion und jeder muss mal schauen, was da abgeht. Aber das stört uns nicht. Wir hatten den dollsten Sternenhimmel, wolkenlos am Tag und genauso bei Nacht. Die Milchstraße ist deutlich zu erkennen, der große Wagen, Cassiopaya (Hinmels-W), später auch der Orion und die Pleaden. Und wir mittendrin, eingerahmt von Bergen. Welch ein Panorama, welch ein Strahlen am Morgen danach.

Ein schneller Kaffee am Straßenrand - so zwischendurch

Ein schneller Kaffee am Straßenrand – so zwischendurch

Weiter gehts, wir landen in Bluff – M. will schnell ein Photo machen und ich nur eben schnell einen Klo suchen…. Gaaaanz schlechte Entscheidung, Meister! Das war der teuerste Klobesuch der ganzen Reise!!! Wo gibts immer einen Klo? Im Visitorcenter. Was ist IMMER im Visitorcenter? Andenkenshop und Mitbringsel – Sorry, aber alleingelassen konnte ich einfach nicht widerstehen. Eine Kette mit königsblauem Lapislazuli, hellblauem und weißen Steinen, deren Namen ich vergessen habe, mit Silber, hergestellt von Nativepeople. Sie bieten mir an, den Film über die Entstehung des Ortes und die Pioniere anzuschmeißen. Aber ich muss erst M. einfangen. Er findet mich anscheinend nicht. Zurück bestaunen wir die kleinen Hütten, die die Pioniere damals für sich und 7 – 10 Kinder hatten, Pferdewagen und Ausrüstung. Sehr nett gemacht. Dort steht ein altes Klavier. Auch hier kann ich nicht widerstehen und frage… Liebe Om, das war die Uraufführung deines „Ohne Worte“ in Amerika! Im Film erfahren wir von dem „Hole in the Rock“, den die Pioniere damals genutzt haben, um einen Weg in die Schlucht, über den Colorado River und auf der anderen Seite wieder hoch zu finden und eine Straßen zu bauen . Genau dieses Loch möchte ich gerne sehen. Wohl nicht durchfahren – das wäre sehr vermessen – aber mit eigenen Augen sehen, wie steil das ist. Es ist gar nicht so lange her. Die letzten Pioniere sind gestorben, als wir geboren wurden.

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Die damalige Schmiede - er hatte viel zu tun, Wagen, Pferdehufe, Werkzeug...

Die damalige Schmiede – er hatte viel zu tun, Wagen, Pferdehufe, Werkzeug…

Wir fahren zum Monument Valley.

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Es ist eine Touristenattraktion und es geht in einer langen Autoschlange durch den Loop. Die meisten sind in Leihautos unterwegs und nicht offroad-erfahren. Das merkt man deutlich. Für uns zu langsam, wird der nicht tiefe Sand und die leichten Felsenstufen doch erheblich einfacher mit etwas mehr Geschwindigkeit. In der untergehenden Sonne haben wir schnell alles gesehen, ich mag das eh nicht, wenn die Horden laut plärrend um einen herumschlawenzeln und saublöde Fragen stellen. „Did you ship them over?“ Nein, wir sind durch den Ozean gefahren! Auf dem Campingplatz hier sollen wir die Moppeds oben lassen und alle Sachen runter zum Zeltplatz schleppen. Die haben wohl den Knall nicht gehört. Jede Wasserflasche? Essen? Kochgeschirr, Benzinflasche, Zelt, Schlafsack, Matratze, Zahnbürste, Kleidung…? Das halbe Moppedgepäck runter schleppen? Dafür 20 Dollar? Oder das doppelte für einen RV-Platz in der Reihe…???? Danke, anscheinend möchten sie kein Geld verdienen. Sie denken, wir hätten keine Alternative? Doch haben wir! Schnell ist eine gefunden. Wunderschön und völlig umsonst. Ätschibätsch!

The Mexican Het - unsere wunderschöne Campingalternative - völlig umsonst!

The Mexican Het – unsere wunderschöne Campingalternative – völlig umsonst!

Nach einer ebenso herrlichen Sternennacht und einem ebenso herrlich strahlendem  Morgen fahren wir zu den Goosenecks.

Die Goosenecks - (Übersetzung: Gänsehälse)

Die Goosenecks – (Übersetzung: Gänsehälse)

Die Felsen, die der San Juan River übriggelassen hat, sehen tatsächlich aus, wie Gänsehälse. In ca 5-6 Kehren schlängelt sich der Fluss durch das Sandgestein und gräbt sich mehr und mehr ein.Der Stadtpark verlangt eigentlich 5 $ pro Vehikel, aber es ist keiner da. So quatschen wir völlig umsonst mit anderen Touristen.

Weiter gehts zu den Natural Bridges.

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Mittlerweile brennt die Sonne bei knapp 30 Grad. Wieder gibt es nirgends Schatten. Seit Tagen haben wir keine Bäume gesehen, nur Dornengestrüpp und kahle Berge, die allerdings wunderschön und wie angemalt aussehen. Wir machen uns auf zum nächsten „Ort“. Der ist aber 150 km entfernt und mir brennt dir Birne weich, obwohl ich dauernd trinke. Das Monument Valley ist nur ein kleiner Teil von dieser grandiosen Wüstenlandschaft. Dies stellen wir auf dem Weg nach Hanksville fest. Hinter jeder Kurve eine neue Reihe der von Erosion übrig gebliebenen Bergreihen, übersäht mit Skulpturen, Ornamenten, Figuren, Gesichtern oder sonstigen von der Natur geschaffenen Gebilden. Kurz vor Capitol Reef (ein weiterer Nationalpark) suchen wir uns ein Schlafplätzchen. Auf dem Weg zum Cathedral Valley wären wir fast in der Furth gelandet. Aber der Fluss fließt schnell und ist am Eingang sandig und trübe. Man muss 10 m den Fluss runter fahren und dann auf der anderen Seite wieder raus. Das Ufer ist dicht bewachsen, man sieht nichts.

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Wir haben keine Lust, die Stiefel zu fluten, denn er sieht doch tief aus. Nur für einen Zeltplatz? Nein danke, da bleiben wir lieber gleich hier. Andere Autofahrer erhoffen sich von uns dieselben, heiß ersehnten Infos, dass wir von drüben gekommen sind. Nö, unsere Moppeds sehen immer noch ungewaschen aus. Sorry, aber da müsst ihr schon selber durchwaten…

Bis bald VGB

Unter Geiern - im wahrsten Sinne - haben wir geschlafen.

Unter Geiern – im wahrsten Sinne – haben wir geschlafen.

Diese 335 m hohe Steilwand mussten hoch ( Moki Dugway)

Diese 335 m hohe Steilwand mussten hoch ( Moki Dugway)

Nachtrag: Auf dem Shafertrail - M. bei der Arbeit ;-)

Nachtrag: Auf dem Shafertrail – M. bei der Arbeit 😉

Mesa Verde

Mo 12.10.15

Schon wieder Feiertag hier. Alle Sonntagsfahrer und Trödler sind in den Kurven und geben auf den Geraden Gas. Grrrr! Es ist herrliches Wetter, nicht zu heiß, wolkenlos sonnig. Der Parkranger erklärt uns noch einmal die Bedeutung von einer doppelten gelben durchgezogenen Linie und überprüft dies auch wenige Kilometer später hinter uns, ob wir einen Megatrödler nicht doch überholen. Aber wir haben ihn gesehen, beißen in den Lenker und warten eeeeewig, bis endlich diese blöden Striche auftauchen. Bähhhh!!!!

Mesa Verde war für mich enttäuschend. Die meisten der Felsenhäuser sind gesperrt und nur von Aussichtspunkten aus der Ferne zu sehen. Die einzige zu „besichtigende“ Häuserzeile ist halb wegen drohendem Steinschlag gesperrt und den hinteren Rest darf man wegen archäologischen Arbeiten nicht betreten – und bitte nicht die Wände berühren. Denn die sind ja so schön hergerichtet. Da hätte ich mir den km Fußweg in der prallen Sonne auch sparen können und ein Bild im Internet ansehen können. Das meiste ist eh nicht alt, sondern nachempfunden, so wie die Leute heute meinen, dass es vielleicht damals gewesen sein müsste. Die alten Photos von den Fundstätten zeigen, was wirklich gefunden wurde und was wirklich alt ist.

Na gut. Fahren wir weiter zum nächsten schönen Plätzchen. Es gibt ja genug davon in diesem riesigen Land.

Bis später B.

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der Weg in eine Kita - eine Erd"wohnung"

der Weg in eine Kita – eine Erd“wohnung“

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Vorsicht, giftig ;-)

Vorsicht, giftig 😉

Südwestcolorado

Sa. 10.10.15

Heute mal fast ohne offroad: Black Canyon of the Gunnison und der Kebler-Pass. Herrlich, Kurven über Kurven und Landschaft über Landschaft, und die gelben Birken stehen Spalier für uns. Der Himmel ist stahlblau, das Wetter zur Zeit einfach genial. Dies ist wenn nicht DIE, so doch einer der schönsten Regionen Colorados und wir jagen bei wenig Verkehr die Berge hoch und fliegen um die Ecken. Das macht Spaß! Leider geht heute unser letzter Tag mit Jeff viel zu schnell rum. Morgen fährt er wieder nach Hause und wir weiter unserer Route nach. Es war schön, hier Urlaub zu machen, kein Zelt auf oder abzubauen, ein warmes Zimmer oder Bad mit Heizung bei Ankunft vorzufinden, kochen auf 4 Platten, Kühlschrank, warmes Wasser… Eben die Annehmlichkeiten der Zivilisation zur Verfügung zu haben. Auf Dauer würde das zu Lasten unserer Reisezeit gehen und das ist uns diese Annehmlichkeit einfach nicht wert.

Bis demnächst B.

Auf dem Weg zum Kebler Pass

Auf dem Weg zum Kebler Pass

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Black canyon of the gunnison

Black canyon of the gunnison

Engineer-Pass: 2. Versuch

Fr. 9.10.15

Nachtrag: Gestern Abend sind wir 2 std. lang durch die Dunkelheit gefahren. Dabei hatten wir immer die Straßenränder im Blick wegen der „dears“. Da diese Rehe größer und dicker als in Europa sind, sollte man den Kontakt mit ihnen tunlichst auf den Teller beschränken. Aber hier sind diese Tiere irgendwie abgebrühter als auf der anderen Seite des Kontinents. Sie bleiben stehen, reagieren kaum, höchsten mit Kopf heben. Auf der Straße gehen sie zumeist gemütlich auf Seite. DAS lässt sich gut einschätzen. Zumeist. Klar, man kann sich nicht drauf verlassen. Gestern Abend sind uns bestimmt 10 mal Viecher am Straßenrand oder auf der Straße begegnet oder in die Quere gekommen, auch heute wieder 4 mal, vor allem kommen die ja nicht einzeln, sondern immer in Horden von mindestens 3 vor. So viele Rehe an einem Tag hab ich in meinem ganzen europäischen Verkehrsleben noch nicht zu Gesicht bekommen.

Der Enginieer-Pass:

Foto

Felsengesteinsstufen runter

Felsengesteinsstufen runter

Da wir gestern ja umdrehen mussten, haben wir heute einen 2. Versuch gestartet, diesmal von der anderen Seite aus, direkt aus Lake City aus. Er lässt sich zunächst in herrlichen Ausblicken sehr gemütlich an. Capitol City erreichen wir – es gibt tatsächlich ein neu gebautes Haus in diesem aufgegebenen Ort, der sich mal Hoffnung machte, die Hauptstadt von Colorado zu werden. (Ist aber leider Denver geworden.)

noch lächelt sie...

noch lächelt sie…

Dann geht’s bergan, alles zu meistern, auch wenn es steil, steinig und schottrig, manchmal eng in Kehren ist. Fast oben – es fehlen nur wenige Höhenmeter zu den 3918 m – da macht der vorgestern gefallene Schnee mir einen Strich durch die Rechnung. Es ist sooooo matschig. Mit abgefahrenen Straßenreifen ein no-go! Ich meine damit auch no-go! Patsch! Da lag sie wieder. Ich hab noch gesehen, wie mein Vordermann schlitternd durchfährt, ich versuche es mehr rechts, da scheint es trockener zu sein, war aber ein Trugschluss. Es war genauso tief und matschig. Links war es fest und dorthin lenke ich gerade rechtzeitig M. Natürlich kommt er Bilder machend wieder runter. Gute Miene zum bösen Spiel: ICH hab gewonnen, denn ICH liege ja NICHT im Matsch!

Sonderlackierung: die neue Trendfarbe

Sonderlackierung: die neue Trendfarbe „Mud“ – nur für Auserwählte

Matschepampe

Matschepampe

Schnell ist sie aufgehoben, auf die andere Seite geschoben und M. fährt sie nach oben. Es bricht mir kein Zacken aus der Krone, wenn ich die paar Meter nicht selber gefahren bin. Oben machen wir die obligatorischen Bilder und genießen die herrliche Aussicht bei herrlichem Wetter. Diese Farben, diese Berge und Täler, diese Weitsicht! Und rundherum ist Schnee. Wir haben die Schneegrenze schon überschritten und entscheiden uns deshalb, lieber nicht den Cinnamon-Pass zu fahren. Der wird wohl genauso matschig sein, wie das letzte Stück. Falsche Reifen! Lieber nicht. Statt dessen gehts um den Berg herum auf die andere Seite noch ein Stück bergauf durch Schnee, steinigen Matsch und Pfützen. Wow! Welches Erlebnis. Die weißen Berge sehen unglaublich aus! Aber die Zeit drängt, es ist schon wieder spät, lass uns runter fahren.

Kurz gefasst: Dies war der höchste, aber bisher auch schwierigste Pass in unser beider Moppedleben – fast 4000 m.

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Es ging gebirgig felsig, steinig, abwärts, immer mit dem Abgrund im Blick, teilweise mussten wir trailmäßig die Steinstufen runterklettern, mit Koffergewicht und fast abgefahrenen Straßenreifen, Kupplung ziehend, vorne und hinten bremsend langsam balancierend 200 m von einer Kehre zur nächsten. Wenn man zu schnell wird, kann man in der Kehre nicht mehr bremsen und schießt über das Ziel hinaus. Also schön höööösch!  Dies war ganz sicher Level 6 und ich habs erreicht. Selbst lange Spuren am Abgrund entlang folgend habe ich gemeistert, was bei meiner Höhenangst nicht leicht ist. Lieber nehme ich die Innenseite des Weges und dabei die schwierigeren Wege in Kauf. Aber manchmal ist das wirklich so riskant, dass die Spur am Abgrund wirklich „leichter“ zu fahren ist. Aber nach Deadhorse in Alaska ist mein Fahren in Spurrillen so gut geworden, dass es mir mehr und mehr gelingt, mein Nervenflattern und Herzrasen zugunsten von Konzentration und Selbstbewusstsein zurückzudrängen. Nur an 2 Kehren habe ich gekniffen. Mit meiner alten GS, die ich in und auswendig kenne und die etwas niedriger ist, wäre ich wohl gefahren. Aber ich hatte gestern schon einen Sturz, bei dem ich mir das rechte Knie wehgetan habe, und heute wieder, wo ich gleich neben der gestrigen Stelle nun einen dicken blauen Fleck kassiere. Ich habe mich von meinem Helden retten lassen. Er hat jetzt einen Level mehr als ich und ich brauche niemandem zu beweisen, wie gut ich Motorrad fahren kann, am wenigsten meinen Mitfahrern. Lieber sicher und heil runter, als alles zu fahren und zu scheitern. (Das ist eh Üben in die falsche Richtung und müsste ich mühsam in vielen Trainings wieder aufbauen).

Dies war ein wunderschöner, anstrengender Tag, den wir  – Dank Jeff – niemals vergessen werden. Ohne ihn wären wir sicher nicht hierher gefahren und auch sicher nicht den Pass. DEN hätten wir uns alleine nicht getraut. Er war unser Trumpf. Sein Können und zur Not seine Bärenkräfte waren unser Netz und doppelter Boden. Wir hätten herrliche Erlebnisse und Erfahrungen verpasst. Danke Jeff, für all deine Geduld. Du musstest oft und lange warten, bis wir endlich Bilder gemacht oder schwierige Stellen gemeistert haben.

Wir kommen wieder! Dann richtig im Schnee. Diese berühmten Berge ganz in weiß mit Skiern, DAS kennen wir noch nicht und wird auf unsere ToDoListe hinzugefügt.

Viele Grüße an alle Daheim

B.

Lake City und Umgebung

Do, 8.10.15

Wir haben die Zeit in Denver bei unserem Freund Jeff von den Giants sehr genossen und dringend nötig gehabt. Ich war zwei Tage krank und war froh, dass ich da nicht im Zelt in der Kälte verbringen musste, sondern mich von allen 3 Männern verwöhnen lassen konnte. Markus hat mir meinen Luftfilter wieder getauscht, weil ich mit dem Schaumstofffilter gar nicht glücklich war und seinen und meinen gesäubert ( nun haben wir einen als Reserve) und unseren Kram organisiert.

Am Mittwoch haben wir uns mit Jeff zu einem mehrtägigen Toürchen aufgemacht und eine Kabine (ein kleines 4-Personen Ferienhäuschen) in Lake City als Standort genommen. Aber zuvor Treffen mit Kim und einigen anderen zum Frühstück bei Woody – einem Unikat und Genie. Hier kriegst du neben Reifen, Motoren und Fahrzeugen, Motorradreparaturen und -umbauten allerlei Spezialzubehör. Er ist berühmt, vor allem bei behinderten Sportlern.  Er erfindet die „Brücken“, dass sie ihre Träume verwirklichen können. Von den letzten 5 Paralympics hatten seine Sportler immer alle Medaillen abgeräumt. Wow, oder?! Und er war sich selber nicht zu schade, am Herd zu stehen und allen Frühstück zu servieren, und selbst als letzter zu essen. Welch interessanter Mann! (www.woodyswheelworks.com) Foto

vlnr Woody, Jeff, B. Kim, M.

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Woody, Jeff, B. Kim, M.

Foto

Kim Krause durften wir kennenlernen, sie war ein Erlebnis, welch eine Powerfrau?!?!?! Sie hat sich für die BMW-Trophy beworben, durfte auch an den 2 Auswahlwochen in Afrika teilnehmen. Sie fuhr eine 800-er und ich dachte, sie ist bestimmt größer als ich. Aber sie ist einen halben Kopf kleiner! Wow! Ich bin so beeindruckt und sie fand es toll, was ich mache, selber fahre, selber mit Gepäck, selbst off-road…

Jeff und Kim

Jeff und Kim

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Und heute sind wir zusammen durch die herrliche Herbstgebirgslandschaft durch Colorado gefahren. Nachmittags haben wir überlegt, ob wir den offroad Engineer-Pass fahren sollen. Aber es ist von Ouray aus schwieriger als von der anderen Seite aus. Ok, also erst ankucken, und gegebenenfalls umdrehen. Versprochen. Eine Baustelle 700 m vor Einfahrt lässt unseren ohnehin engen Zeitplan noch mehr schrumpfen. Egal, direkt hinter der Baustelle gehts hoch, lose dicke Steine, feste noch dickere Steine. Es gibt nur einen schmalen Streifen von 30 cm durch die Stufen. Schon jetzt Level 4. Kurze Zeit später ist Markus stecken geblieben, abgewürgt, er muss zurück, aber bei Vorderrad oben auf dem Stein und Hinterrad schon unten sind die Beine dazwischen zu kurz. Ich stehe hinten und schaue mir das ganze mit klopfendem Herzen an. Jeff hilft. Nu bin ich dran. Komm Mädel, das geht, du musst „nur“ dahin schauen wo du hinwillst, dass rechts und links Löcher sind, ist dann egal. Mit klopfendem Herzen und äußerst sparsamem Gas hopple ich über die Steine hoch, trailmäßig langsam kurz vorm Abwürgen. oben angekommen, erst mal Luft holen. Man sieht nicht viel vom Weg, denn schon steht die Kehre an. Es geht weiter hoch und die nächste Kehre, wo Jeffs Mopped aufs Aufheben wartet. Ok, absteigen, helfen, aufsteigen, weiterfahren. So der Plan, aber eh ich einen Platz für meinen Seitenständer hatte, mach ich denselben Fehler wie Jeff und plopp. Gut, warten wir auf Markus. Alle Moppeds wieder aufgehoben, beim Einklappen des Seitenständers liegt Jeffs Mopped schon wieder auf derselben Seite. Ok, nochmal aufheben. Er fährt los, weil ich ihn in der engen losen Schotterkurve nicht gebrauchen kann. Das fesselt meinen Blick, geht gar nich. Aber eh ich richtig losgefahren bin, schlägt mein Lenker um und plopp. Muss ich denn alles Jeff nachmachen? Mist. Also wieder aufheben und um diese verdexte Kurve fahren.

Aufheben ist schwer

Aufheben ist schwer

Es geht schwierig weiter, aber machbar. Eben Level 5. Immer bergauf, mit dicken, festen Steinen, mit Furchen, Rinnen, Stufen, losen dicken Steinen, tiefem Abgrund rechts und viel Anstrengung. Ich komme an richtig hohe Steinstufen über den gesamten Weg verteilt. Woher? Keine Ahnung, links, da ist eine kleine, schmale Spurrille zwischen den Steinen. Ich hätte nur mehr Gas nehmen sollen, aber so bin ich halt nicht. Die Jungs hören mich unten schreien, aber sie eilen nicht herbei, um mein Baby in der Senkrechten zu halten. Ich halte so lange auf Zehenspitzen aus wie ich kann, aber rechts ist meine schwache Seite. Ich hab nicht viel Ausdauer und so muss ich sie fallen lassen, Beine breit machen, aber da ist kein Stein, sondern ein Loch. Beide purzeln wir über den Weg. Sie bleibt liegen und ich mache mich rund, rolle über den Helm in den ausgestreckten Sitz in Fahrtrichtung unten. Jetzt kommen die Jungs angeeilt. Hast du dir was getan? Nein, alles dran. Aber mein Mädel kann – noch einmal aufgehoben – aus dieser Position weder rauf noch runter. Wir versuchen, sie mit Motorhilfe hochzuschieben. Nee, geht nicht. Kurz überlegt. Ich beschreibe mein Gefühl, das ist Level 6 (soll heißen „über meinem Können“), da lacht Jeff und sagt, wohl eher 10. Recht hat er. Es ist zu schwer für mich. Nicht weiter quälen, wir haben genug Maschinen aufgehoben (M.’s übrigens kein einziges Mal an diesem Tag – nur nebenbei bemerkt). Ist auch schon spät. Lieber umdrehen. Das ist aber auch nicht so ganz einfach in diesen dicken Stufen. Aber ich ziehe mich auf meine Frauensonderstellung zurück und sichere nur. Wie gut, dass Jeff mit seinen Bärenkräften und Markus, mein Held, mir meine Maschine an eine Stelle bringen, wo ich wieder aufsteigen kann und dann nur warten muss, bis zuerst Jeff ganz oben sein Mopped gewendet hat und wieder runter gefahren ist und dann auch M. sein Bike direkt hinter mir ohne auf mich drauf zu fallen, gedreht hat. Dann fährt Jeff um die Kurve und ich habe genau 2 Meter, um auf die Füße zu kommen, links an der Stufe vorbei zu balancieren, an der ich zuvor aufwärts schon stecken geblieben bin, um die Kurve zu fahren, die ich nicht einsehen kann und nicht mehr weiß, wie es da aussah. Aber wie ich M. schon gesagt habe: Ich hab sie hier rauf gefahren, ich werde sie auch runter fahren können. Sagen lässt sich sowas immer leicht. Also nochmal: Konzentrier dich, langsam Luft holen, Augen zu  lass sie rollen, komm auf die Füße und lass die Kupplung los, damit die Motorbremse greifen kann. Genauso ging es, runter allemal auch sehr viel leichter. Dicke Steine einfach balancierend langsam runterhoppeln, immer auf die Spur kucken, schön langsam, damit das Hinterrad nicht so sehr blockiert, dann um die Kurve, wieder durch die Senke, hinterher wieder hoch, den Weg links rum mit der weiten Ausweichstelle, danach die abfallende Anliegerkurve, wo wir 4 mal aufgehoben haben, jetzt die Kehre, nun die Stelle wo M. stecken geblieben war und schon waren wir unten. Alle heil, auch die Mädels. Ab durch die Baustelle nach Hause, was mal eben 2 einhalb Std. dauert – im Dunkeln über die Straße – kein Problem. Wir haben zwar umgedreht, aber nicht gekniffen und sicher habe ich jetzt Level 6 erreicht. Gott sei Dank!

Gute N8 B.

Das Dreamteam

Das Dreamteam

Wasserspiele

Wasserspiele

In Lake City

In Lake City

Ein Ausflug in die Vergangenheit

Samstag, 3. Oktober 2015

Heute Morgen sind wir trotz des (deutschen) Feiertages früh aufgestanden und mit Jeff zum wöchentlichen Frühstück der BMW-Fahrer aufgebrochen. Etwa 20 Personen haben sich dort zu einem gemeinsamen Frühstück mit Benzingesprächen eingefunden. Auch hier werden wir direkt von den anderen unter die Fittiche genommen. Die eigentlich geplante Tour in die Berge wird aber aufgrund der allgemeinen Wetterlage („wo sind denn die Berge hin?“) abgesagt und stattdessen eine „Cemetery-Tour“ über die alten Bergarbeiter-Friedhöfe rund um Central City durchgeführt. Die alten Friedhöfe liegen gut versteckt in den Bergen östlich von Denver. Sind diese nur über kurvige Bergstraßen und Offroad-Abschnitte zu erreichen. Mittlerweile straft uns das Wetter Lügen und wir fahren in Höhen zwischen 2500 und 3000m unter blauem Himmel durch eine bunte Herbstlandschaft.

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Auch andere

Auch andere „parken“ ohne Seitenständer

An einem der alten Friedhöfe bekommen wir noch einen Geist zu sehen. Anschließend geht unser Tour-Guide verloren. Schickt er uns doch mit Handzeichen einen Schotterweg den Berg hoch und kommt nicht hinterher. Hat da der Geist etwa seine Hand im Spiel?

Der Friedhofsgeist

Der Friedhofsgeist

Durch den fehlenden Handyempfang ist eine kurzfristige Zusammenführung nicht mehr möglich und die Tour fällt etwas kürzer als geplant aus. Aber wir hätten uns sowieso von den anderen trennen müssen, stehen doch die Vorbereitungen für das abendliche Barbeque in Jeffs Haus an. Gemeinsam mit Jeff, seiner Frau und einem seiner Söhne genießen wir ein suuuuperleckeres Essen und lassen den Abend mit angenehmen Gesprächen ausklingen

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende

M.

Pay Back

Do 1.10.15

Gestern Abend hatten wir Gelegenheit, etwas von der Hilfsbereitschaft anderer zurückzugeben: Ein Offroader kam ohne Mopped an unseren Campingplatz. Wir dachten schon, er wolle smalltalken. Aber weit gefehlt. Er fragte nach Sprit, weil er dort oben „running out of fuel“ war, sein Freund schon vor 15 Meilen und sein Camp in 2 Meilen Entfernung läge. Klar haben wir 3 Liter Sprit für ihn, er wollte ihn auch bezahlen und zückt sofort sein Portemonnaie. Für nicht mal 3 Dollar? Lass stecken. Biker helfen untereinander. Wir tanken eh morgen wieder, da ist der Kanister schnell mit aufgefüllt, er möge nur bitte den Kanister zurück bringen, denn nur der passt in unsere Halterung. Sichtlich glücklich zieht er von dannen.

Auf dem Weg nach Denver kurz Routenplanung: Über direkte Strecke? Interstate? Oder Old-Highway, oder noch eine Extrarunde, schön über offroad? Ach, wir haben auf dem Shafer trail so viel Aufregung gehabt, das reicht. Lieber Strecke machen. Aber auf dem Weg soll es die Fisher Towers geben. Da wurden Western/Filme gedreht. Die würde M. sich gerne EBEN KURZ ankucken. Wäre nicht allradverpflichtend, also eigentlich ok. Also gut. Da können wir ja „eben“ hin. Beim Fisher Valley ist sicher auch der FisherTower. Wir biegen rechts ab.

Aber wir fahren erst mal 35 mal durch den Onion River rauf und runter, ein schönes Tal entlang mit merkwürdig betonfarbenen und betonartigen Felsen. Als ob hier ein Betonmischer seine riesige Ladung ausgekippt hätte. Manches Mal geht es direkt hinter dem kleinen Bach steil bergauf, so dass man zunächst langsam runter auf den Bach zu fahren muss, da man ja nie weiß, wie weich oder glitschig der Untergrund ist und damit das Wasser nicht hoch spritzt und einem die Sicht nimmt. Im Wasser allerdings muss man gleich wieder Gas geben, damit man gegenüber auch wieder hoch kommt. Es ist spaßig, alle 100 oder 300 m wieder aufs neue. Es könnte so schön sein, wenn nicht wie immer irgendwo das Knusperstückchen auf einen wartete. Das erste Stufenhochklettern klappt noch, aber das zweite, die Steilauffahrt im Sand nicht. Rechts droht der tiefe Abhang, links der Graben und der Sandstein. Wie der Name schon sagt, manchmal ist Sandstein nicht ganz so weich, wie der erste Teil des Namens unter dem Rad vermuten lässt. Er kostet uns eine Windschutzscheibe. Na, Hauptsache, niemandem ist etwas passiert. Also Mopped wieder auf die Räder (welcher Akt, wenn man selbst zwischen Mopped und Wand sich kaum drehen kann und eingequetscht ist, wenn die Räder höher als der Rest sind, und mit all dem Gepäck, bei losem Untergrund und festem Gestein an der Seite – kein Pack-an….), den Rest irgendwie hoch fahren und dann neu überlegen. Oben sind wir auch am Ende des Weges, danach ist nur noch eine Ranch – keine Towers. Es gäbe noch einen anderen Weg zurück auf den Highway, aber der ist weiter und wer weiß, wie der aussieht. Also umkehren, die 2 Knuspersektionen mit Gefühl im 1. Gang zurück auf die ursprüngliche Straße. Nach weiteren 35 Bachdurchfahrten ist auch die Laune wieder etwas gestiegen. Nach der nächsten Kurve steht ein Schild: „Fisher Towers nächste rechts“ Grrrr!

Eine der 35 Bachdurchfahrten

Eine der 35 Bachdurchfahrten

Blick ins Fisher Valley

Blick ins Fisher Valley

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rechts, wo der Tankrucksack liegt, hat sie gelegen

rechts, wo der Tankrucksack liegt, hat sie gelegen

Na egal, JETZT wollen wir die Sch…. dinger auch wenigstens mal sehen. Eine breite tiefgeschotterte Straße und ca 3 km später stehen wir davor. Hm, nett, sehr imposant. Kein Wunder, dass hier Filme gedreht wurden. Aber schon wieder brennt die Sonne, so suchen wir lieber ein schattiges Plätzchen am Colorado für die Pause.

Die Fisher Towers

Die Fisher Towers

Beim Umdrehen in Schräge auf losem Schotter (über Kupplung nach hinten ohne Motor), quetscht sich eine Frau mit ihrem Wagen an mir vorbei – blöde K_ _ – damit ich anschließend ihren Staub schlucken kann. Überholen lässt sie mich natürlich auch nicht. Nochmehr blöde K _ _ – irgendwann ist es mir zu bunt und ich zieh einfach links an ihr Steine schmeißend vorbei. Unten angekommen will ich sie zur Rede stellen und parke mitten auf dem Weg. Aber sie macht nicht mal die Scheibe runter, schüttelt nur den Kopf, sie würde nichts hören können und quetscht sich erneut an mir und meinem Mopped vorbei. Dreimal blöde K _ _ !!! Was denkt sie eigentlich von mir? Dass ich sie aus ihrem Auto zerre oder sie ohrfeige oder was? Vermutlich, denn anscheinend hatte sie Angst, auch nur das Fenster herunter zu drehen und mit mir zu sprechen. Vielleicht ist diese Vorstellung hier gar nicht so weit hergeholt.

Bei Micki-Di erfahren wir, dass es in einem Ort in Oregon, wo wir letzte Woche durchgefahren sind, in einer Schule wieder ein Massaker mit 12 Toten gegeben hat. Wir furchtbar. Aber auf Waffen angesprochen, rechtfertigt jeder den Besitz derselben. Ich verstehe es nicht. Mit 17 schon Autofahren dürfen, Waffen besitzen dürfen, in Parks auf Schilder schießen, alles erlaubt. Aber ein Bier unter 21 trinken???? Huhhhhhh, gefäääääährlich! Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Darüber sollten die Amerikaner mal nachdenken – tun sie auch, zumindest, wenn man Obamas Rede dazu hört: Mehr Waffen machen das Land nicht sicherer, aber die Opposition hat die restriktiveren Waffengesetze ja torpediert. Ist dies die Quittung dafür? Oder für die hiesige Schulpolitik? Für den Abwärtstrend an Bildung? Hoffentlich finden die Amerikaner bald eine Lösung, dass nicht alle paar Monate ein solch furchtbares Massaker passiert.

Passt auf euch auf zu Hause und macht’s gut

VGB

Arches – Bögen

Mi 30.9.15

Kaum zu glauben, wir sind schon (oder erst) 3 Monate unterwegs. Sehr weit sind wir noch nicht gekommen, und dennoch 26 TKM weit gefahren.

Heute war der Arches Nationalpark dran. Wieder ist es 32 – 35 Grad und im Park ist Schatten echte Mangelware. Mir schmilzt die Birne, aber M. hat einfach mehr „Sitzfleisch“. Ich wäre ja nach 2 Std. schon durch gewesen, aber er macht Bild um Bild, 5 min. fahren, 5 min. warten, 5 min. fahren, 2 min. absteigen, kucken, weiterfahren. Mich zermürbt das. Mir ist zu warm. Dazwischen die Japaner, die per Trillerpfeife zum Bus zurückbeordert werden, und lautstark alles besetzen, was geht. Sie machen mir sogar das Absteigen vom Mopped unmöglich, weil sie quer über den Parkplatz zwischen den Fahrzeugen her stürmen und sich um die Bedürfnisse anderer einen Kehricht scheren.

Auch wenn es mir nicht so weitläufig vorkam, wie tags zuvor der Canyonlands Nationalpark, so sind wir heute allein im Park 100 km gefahren. Die berühmten Arches erlaufen wir zur Mittagshitze – wie gefühlt tausend andere. Einige weitere Bögen und Besonderheiten hätte ich gerne bei niedrigeren Temperaturen er“wandert“, aber ohne Schatten??? Außerdem hätte ich dann EIN Highlight aussuchen müssen. Aber welches auslassen? So muss es also reichen, wenn ich manches nur von Ferne sehe.

Insgesamt fand ich den Park gestern wesentlich schöner, der Arches ist so groß ausgebaut, dass die Busse bis vorne hin gekarrt werden. Mich hat der berühmte Park eher enttäuscht. Die Massen strömen raus, 5 min. lang Photos machen und werden wieder eingesammelt. Sowas mag ich gar nicht. Aber vermutlich werden die Kosten der anderen Parks mit diesem überlaufenen Park quersubventioniert. Nun – mein Geschmack ist es nicht. Aber entscheidet selbst. Hier ein paar Bilder.

VGB

The balanced Rock

The balanced Rock

the skyline - Arch

the skyline – Arch

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Ein doppelter Bogen, nach links und nach hinten

Ein doppelter Bogen, nach links und nach hinten

Der berühmte Delikate Arche - er scheint wirklich bald zusammen zu brechen. Man hat lange darüber gestritten, ob man den Arch in Kunststoff einhüllen soll um ihn vor der Erosion zu schützen, sich dann aber dagegen etnschieden. Das ist eben Natur. Irgendwann entstehen Arches und irgendwann brechen sie zusammen.

Der berühmte Delikate Arche – er scheint wirklich bald zusammen zu brechen. Man hat lange darüber gestritten, ob man den Arch in Kunststoff einhüllen soll um ihn vor der Erosion zu schützen, sich dann aber dagegen etnschieden. Das ist eben Natur. Irgendwann entstehen Arches und irgendwann brechen sie zusammen.

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Wir unter dem nördlichen Bogen. Nach oben geschaut und man sieht diese losen Steine. Wann die wohl runter kommen?

Wir unter dem nördlichen Bogen. Nach oben geschaut und man sieht diese losen Steine. Wann die wohl runter kommen?

The Gossips _ Die Klatschweiber

The Gossips _ Die Klatschweiber

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