Ureinwohner – Monument Valley – Goosenecks

Mi, 14.10.15

Wir fahren vom Mesa Verde Nationalpark Richtung Monument Valley. Da ich morgens mit allerlei gesundheitlichen Problemen zu kämpfen habe, brauche ich entsprechend viele Pausen und für alles doppelt so lang. Wir schaffen es bis kurz hinter Cortez. Campingplatz oder Wild? Wenn es ein Plätzchen gibt, lieber wild, aber hier sind die kargen Ebenen alle eingezäunt. Plötzlich hören die Zäune auf. Prima, schnell ist abseits der Piste was gefunden, auch wenn die trockenen stacheligen Sträucher überall ziemlich nerven. Wir lassen lieber die Stiefel an. Wir stehen nicht lange, da biegt ein Auto in unsere piselige Straße ab, hält an und lässt die Scheiben runter. Zwei Männer offensichtlich indianischen Ursprungs grüßen freundlich und beginnen einen netten Smalltalk. Sie erkundigen sich nach unserer Herkunft und was wir so vorhaben. Wir erkundigen uns auch nach ihnen und sie erzählen, dass sie aus  Cortez von der Arbeit kommen und jetzt nach Hause fahren. Der eine wohnt direkt hinter dem Hügel. Das Haus kann man gegen die Sonne aber gerade nicht sehen. Oh – dann stehen wir gerade auf seinem Grund? Well, ja, aber das stört ihn nicht. Wir fragen nach, ob wir tatsächlich auch die Nacht hier verbringen dürfen, und er erlaubt es uns. Prima! Dann kann ja nix schief gehen. Der Fahrer kommt bald zurück, fragt nach, ob wir alles haben oder etwas brauchen. Dort hinten gäbe es ein Wasserloch – echt nett – aber wir haben alles, danke! Er erzählt, dass er oben auf dem Berg dort wohnt und seine Schwester dort hinten, wo das Licht brennt.

Im Indianerreservat - mit Erlaubnis des Besitzers

Im Indianerreservat – mit Erlaubnis des Besitzers

Anscheinend sind wir mit Überschreiten der Landesgrenze hinter Cortez von Colorado nach Utah auch im Indianerreservat gelandet. Alle naselang kommt jemand vorbei, ein Auto, oder ein LKW, und natürlich auch wieder zurück. Wir sind wohl eine Attraktion und jeder muss mal schauen, was da abgeht. Aber das stört uns nicht. Wir hatten den dollsten Sternenhimmel, wolkenlos am Tag und genauso bei Nacht. Die Milchstraße ist deutlich zu erkennen, der große Wagen, Cassiopaya (Hinmels-W), später auch der Orion und die Pleaden. Und wir mittendrin, eingerahmt von Bergen. Welch ein Panorama, welch ein Strahlen am Morgen danach.

Ein schneller Kaffee am Straßenrand - so zwischendurch

Ein schneller Kaffee am Straßenrand – so zwischendurch

Weiter gehts, wir landen in Bluff – M. will schnell ein Photo machen und ich nur eben schnell einen Klo suchen…. Gaaaanz schlechte Entscheidung, Meister! Das war der teuerste Klobesuch der ganzen Reise!!! Wo gibts immer einen Klo? Im Visitorcenter. Was ist IMMER im Visitorcenter? Andenkenshop und Mitbringsel – Sorry, aber alleingelassen konnte ich einfach nicht widerstehen. Eine Kette mit königsblauem Lapislazuli, hellblauem und weißen Steinen, deren Namen ich vergessen habe, mit Silber, hergestellt von Nativepeople. Sie bieten mir an, den Film über die Entstehung des Ortes und die Pioniere anzuschmeißen. Aber ich muss erst M. einfangen. Er findet mich anscheinend nicht. Zurück bestaunen wir die kleinen Hütten, die die Pioniere damals für sich und 7 – 10 Kinder hatten, Pferdewagen und Ausrüstung. Sehr nett gemacht. Dort steht ein altes Klavier. Auch hier kann ich nicht widerstehen und frage… Liebe Om, das war die Uraufführung deines „Ohne Worte“ in Amerika! Im Film erfahren wir von dem „Hole in the Rock“, den die Pioniere damals genutzt haben, um einen Weg in die Schlucht, über den Colorado River und auf der anderen Seite wieder hoch zu finden und eine Straßen zu bauen . Genau dieses Loch möchte ich gerne sehen. Wohl nicht durchfahren – das wäre sehr vermessen – aber mit eigenen Augen sehen, wie steil das ist. Es ist gar nicht so lange her. Die letzten Pioniere sind gestorben, als wir geboren wurden.

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Die damalige Schmiede - er hatte viel zu tun, Wagen, Pferdehufe, Werkzeug...

Die damalige Schmiede – er hatte viel zu tun, Wagen, Pferdehufe, Werkzeug…

Wir fahren zum Monument Valley.

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Es ist eine Touristenattraktion und es geht in einer langen Autoschlange durch den Loop. Die meisten sind in Leihautos unterwegs und nicht offroad-erfahren. Das merkt man deutlich. Für uns zu langsam, wird der nicht tiefe Sand und die leichten Felsenstufen doch erheblich einfacher mit etwas mehr Geschwindigkeit. In der untergehenden Sonne haben wir schnell alles gesehen, ich mag das eh nicht, wenn die Horden laut plärrend um einen herumschlawenzeln und saublöde Fragen stellen. „Did you ship them over?“ Nein, wir sind durch den Ozean gefahren! Auf dem Campingplatz hier sollen wir die Moppeds oben lassen und alle Sachen runter zum Zeltplatz schleppen. Die haben wohl den Knall nicht gehört. Jede Wasserflasche? Essen? Kochgeschirr, Benzinflasche, Zelt, Schlafsack, Matratze, Zahnbürste, Kleidung…? Das halbe Moppedgepäck runter schleppen? Dafür 20 Dollar? Oder das doppelte für einen RV-Platz in der Reihe…???? Danke, anscheinend möchten sie kein Geld verdienen. Sie denken, wir hätten keine Alternative? Doch haben wir! Schnell ist eine gefunden. Wunderschön und völlig umsonst. Ätschibätsch!

The Mexican Het - unsere wunderschöne Campingalternative - völlig umsonst!

The Mexican Het – unsere wunderschöne Campingalternative – völlig umsonst!

Nach einer ebenso herrlichen Sternennacht und einem ebenso herrlich strahlendem  Morgen fahren wir zu den Goosenecks.

Die Goosenecks - (Übersetzung: Gänsehälse)

Die Goosenecks – (Übersetzung: Gänsehälse)

Die Felsen, die der San Juan River übriggelassen hat, sehen tatsächlich aus, wie Gänsehälse. In ca 5-6 Kehren schlängelt sich der Fluss durch das Sandgestein und gräbt sich mehr und mehr ein.Der Stadtpark verlangt eigentlich 5 $ pro Vehikel, aber es ist keiner da. So quatschen wir völlig umsonst mit anderen Touristen.

Weiter gehts zu den Natural Bridges.

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Mittlerweile brennt die Sonne bei knapp 30 Grad. Wieder gibt es nirgends Schatten. Seit Tagen haben wir keine Bäume gesehen, nur Dornengestrüpp und kahle Berge, die allerdings wunderschön und wie angemalt aussehen. Wir machen uns auf zum nächsten „Ort“. Der ist aber 150 km entfernt und mir brennt dir Birne weich, obwohl ich dauernd trinke. Das Monument Valley ist nur ein kleiner Teil von dieser grandiosen Wüstenlandschaft. Dies stellen wir auf dem Weg nach Hanksville fest. Hinter jeder Kurve eine neue Reihe der von Erosion übrig gebliebenen Bergreihen, übersäht mit Skulpturen, Ornamenten, Figuren, Gesichtern oder sonstigen von der Natur geschaffenen Gebilden. Kurz vor Capitol Reef (ein weiterer Nationalpark) suchen wir uns ein Schlafplätzchen. Auf dem Weg zum Cathedral Valley wären wir fast in der Furth gelandet. Aber der Fluss fließt schnell und ist am Eingang sandig und trübe. Man muss 10 m den Fluss runter fahren und dann auf der anderen Seite wieder raus. Das Ufer ist dicht bewachsen, man sieht nichts.

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Wir haben keine Lust, die Stiefel zu fluten, denn er sieht doch tief aus. Nur für einen Zeltplatz? Nein danke, da bleiben wir lieber gleich hier. Andere Autofahrer erhoffen sich von uns dieselben, heiß ersehnten Infos, dass wir von drüben gekommen sind. Nö, unsere Moppeds sehen immer noch ungewaschen aus. Sorry, aber da müsst ihr schon selber durchwaten…

Bis bald VGB

Unter Geiern - im wahrsten Sinne - haben wir geschlafen.

Unter Geiern – im wahrsten Sinne – haben wir geschlafen.

Diese 335 m hohe Steilwand mussten hoch ( Moki Dugway)

Diese 335 m hohe Steilwand mussten hoch ( Moki Dugway)

Nachtrag: Auf dem Shafertrail - M. bei der Arbeit ;-)

Nachtrag: Auf dem Shafertrail – M. bei der Arbeit 😉

3 Gedanken zu „Ureinwohner – Monument Valley – Goosenecks

    • Danke für die Blumen. Darf ich fragen, woher du uns kennst? Bist du der Münchner mit der 1200-er vom Parkplatz am Grand Canyon? Sorry, aber wir lernen so viele Menschen kennen, dass ich manchmal etwas Hilfe brauche.

      • nee, nee… ich bin ganz schnöd in München. Ohne Grand-Canyon. Und ohne euch persönlich begegnet zu sein. Bin im Forum über euer Abenteuer gestolpert… Wir waren letzes Jahr in Südamerika unterwegs… guggst du hier: 3ptravel.com
        Weiterhin eine gute Reise
        Andy

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