Lake City und Umgebung

Do, 8.10.15

Wir haben die Zeit in Denver bei unserem Freund Jeff von den Giants sehr genossen und dringend nötig gehabt. Ich war zwei Tage krank und war froh, dass ich da nicht im Zelt in der Kälte verbringen musste, sondern mich von allen 3 Männern verwöhnen lassen konnte. Markus hat mir meinen Luftfilter wieder getauscht, weil ich mit dem Schaumstofffilter gar nicht glücklich war und seinen und meinen gesäubert ( nun haben wir einen als Reserve) und unseren Kram organisiert.

Am Mittwoch haben wir uns mit Jeff zu einem mehrtägigen Toürchen aufgemacht und eine Kabine (ein kleines 4-Personen Ferienhäuschen) in Lake City als Standort genommen. Aber zuvor Treffen mit Kim und einigen anderen zum Frühstück bei Woody – einem Unikat und Genie. Hier kriegst du neben Reifen, Motoren und Fahrzeugen, Motorradreparaturen und -umbauten allerlei Spezialzubehör. Er ist berühmt, vor allem bei behinderten Sportlern.  Er erfindet die „Brücken“, dass sie ihre Träume verwirklichen können. Von den letzten 5 Paralympics hatten seine Sportler immer alle Medaillen abgeräumt. Wow, oder?! Und er war sich selber nicht zu schade, am Herd zu stehen und allen Frühstück zu servieren, und selbst als letzter zu essen. Welch interessanter Mann! (www.woodyswheelworks.com) Foto

vlnr Woody, Jeff, B. Kim, M.

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Woody, Jeff, B. Kim, M.

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Kim Krause durften wir kennenlernen, sie war ein Erlebnis, welch eine Powerfrau?!?!?! Sie hat sich für die BMW-Trophy beworben, durfte auch an den 2 Auswahlwochen in Afrika teilnehmen. Sie fuhr eine 800-er und ich dachte, sie ist bestimmt größer als ich. Aber sie ist einen halben Kopf kleiner! Wow! Ich bin so beeindruckt und sie fand es toll, was ich mache, selber fahre, selber mit Gepäck, selbst off-road…

Jeff und Kim

Jeff und Kim

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Und heute sind wir zusammen durch die herrliche Herbstgebirgslandschaft durch Colorado gefahren. Nachmittags haben wir überlegt, ob wir den offroad Engineer-Pass fahren sollen. Aber es ist von Ouray aus schwieriger als von der anderen Seite aus. Ok, also erst ankucken, und gegebenenfalls umdrehen. Versprochen. Eine Baustelle 700 m vor Einfahrt lässt unseren ohnehin engen Zeitplan noch mehr schrumpfen. Egal, direkt hinter der Baustelle gehts hoch, lose dicke Steine, feste noch dickere Steine. Es gibt nur einen schmalen Streifen von 30 cm durch die Stufen. Schon jetzt Level 4. Kurze Zeit später ist Markus stecken geblieben, abgewürgt, er muss zurück, aber bei Vorderrad oben auf dem Stein und Hinterrad schon unten sind die Beine dazwischen zu kurz. Ich stehe hinten und schaue mir das ganze mit klopfendem Herzen an. Jeff hilft. Nu bin ich dran. Komm Mädel, das geht, du musst „nur“ dahin schauen wo du hinwillst, dass rechts und links Löcher sind, ist dann egal. Mit klopfendem Herzen und äußerst sparsamem Gas hopple ich über die Steine hoch, trailmäßig langsam kurz vorm Abwürgen. oben angekommen, erst mal Luft holen. Man sieht nicht viel vom Weg, denn schon steht die Kehre an. Es geht weiter hoch und die nächste Kehre, wo Jeffs Mopped aufs Aufheben wartet. Ok, absteigen, helfen, aufsteigen, weiterfahren. So der Plan, aber eh ich einen Platz für meinen Seitenständer hatte, mach ich denselben Fehler wie Jeff und plopp. Gut, warten wir auf Markus. Alle Moppeds wieder aufgehoben, beim Einklappen des Seitenständers liegt Jeffs Mopped schon wieder auf derselben Seite. Ok, nochmal aufheben. Er fährt los, weil ich ihn in der engen losen Schotterkurve nicht gebrauchen kann. Das fesselt meinen Blick, geht gar nich. Aber eh ich richtig losgefahren bin, schlägt mein Lenker um und plopp. Muss ich denn alles Jeff nachmachen? Mist. Also wieder aufheben und um diese verdexte Kurve fahren.

Aufheben ist schwer

Aufheben ist schwer

Es geht schwierig weiter, aber machbar. Eben Level 5. Immer bergauf, mit dicken, festen Steinen, mit Furchen, Rinnen, Stufen, losen dicken Steinen, tiefem Abgrund rechts und viel Anstrengung. Ich komme an richtig hohe Steinstufen über den gesamten Weg verteilt. Woher? Keine Ahnung, links, da ist eine kleine, schmale Spurrille zwischen den Steinen. Ich hätte nur mehr Gas nehmen sollen, aber so bin ich halt nicht. Die Jungs hören mich unten schreien, aber sie eilen nicht herbei, um mein Baby in der Senkrechten zu halten. Ich halte so lange auf Zehenspitzen aus wie ich kann, aber rechts ist meine schwache Seite. Ich hab nicht viel Ausdauer und so muss ich sie fallen lassen, Beine breit machen, aber da ist kein Stein, sondern ein Loch. Beide purzeln wir über den Weg. Sie bleibt liegen und ich mache mich rund, rolle über den Helm in den ausgestreckten Sitz in Fahrtrichtung unten. Jetzt kommen die Jungs angeeilt. Hast du dir was getan? Nein, alles dran. Aber mein Mädel kann – noch einmal aufgehoben – aus dieser Position weder rauf noch runter. Wir versuchen, sie mit Motorhilfe hochzuschieben. Nee, geht nicht. Kurz überlegt. Ich beschreibe mein Gefühl, das ist Level 6 (soll heißen „über meinem Können“), da lacht Jeff und sagt, wohl eher 10. Recht hat er. Es ist zu schwer für mich. Nicht weiter quälen, wir haben genug Maschinen aufgehoben (M.’s übrigens kein einziges Mal an diesem Tag – nur nebenbei bemerkt). Ist auch schon spät. Lieber umdrehen. Das ist aber auch nicht so ganz einfach in diesen dicken Stufen. Aber ich ziehe mich auf meine Frauensonderstellung zurück und sichere nur. Wie gut, dass Jeff mit seinen Bärenkräften und Markus, mein Held, mir meine Maschine an eine Stelle bringen, wo ich wieder aufsteigen kann und dann nur warten muss, bis zuerst Jeff ganz oben sein Mopped gewendet hat und wieder runter gefahren ist und dann auch M. sein Bike direkt hinter mir ohne auf mich drauf zu fallen, gedreht hat. Dann fährt Jeff um die Kurve und ich habe genau 2 Meter, um auf die Füße zu kommen, links an der Stufe vorbei zu balancieren, an der ich zuvor aufwärts schon stecken geblieben bin, um die Kurve zu fahren, die ich nicht einsehen kann und nicht mehr weiß, wie es da aussah. Aber wie ich M. schon gesagt habe: Ich hab sie hier rauf gefahren, ich werde sie auch runter fahren können. Sagen lässt sich sowas immer leicht. Also nochmal: Konzentrier dich, langsam Luft holen, Augen zu  lass sie rollen, komm auf die Füße und lass die Kupplung los, damit die Motorbremse greifen kann. Genauso ging es, runter allemal auch sehr viel leichter. Dicke Steine einfach balancierend langsam runterhoppeln, immer auf die Spur kucken, schön langsam, damit das Hinterrad nicht so sehr blockiert, dann um die Kurve, wieder durch die Senke, hinterher wieder hoch, den Weg links rum mit der weiten Ausweichstelle, danach die abfallende Anliegerkurve, wo wir 4 mal aufgehoben haben, jetzt die Kehre, nun die Stelle wo M. stecken geblieben war und schon waren wir unten. Alle heil, auch die Mädels. Ab durch die Baustelle nach Hause, was mal eben 2 einhalb Std. dauert – im Dunkeln über die Straße – kein Problem. Wir haben zwar umgedreht, aber nicht gekniffen und sicher habe ich jetzt Level 6 erreicht. Gott sei Dank!

Gute N8 B.

Das Dreamteam

Das Dreamteam

Wasserspiele

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In Lake City

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