Angekommen in Foz do Iguacu

So. 24.4.16

Wir fahren durch viel Landschaft und wenige, kleine Orte bis Sao Jose do Cedro. Dort kommen wir früh an, weil es entgegen der Vorhersage doch trocken geblieben ist und wir keine Pause gemacht haben, sondern durchgefahren sind. 95 Reales, umgerechnet 25 Euro fürs Zimmer ohne Klimaanlage, sind günstig. 40 Reales mehr für die Klimaanlage sind uns nicht wert, aber es ist drückend schwül. Schnell abgekühlt, erfrischt und ab in den Ort. Auch hier gibt es keine Bank und somit auch kein Bargeld. Ich bin geizig damit und rücke nur Kleinstbeträge im Minimercado raus. Alles andere wird – wenn möglich – mit Kreditkarte bezahlt – trotz jeweiliger Gebühren. Wir hätten ja gerne im Hotel gespeist. Die Karte versprach Leckereien zu günstigem Preise. Doch die Küche ist zu. Nebensaison! Mist! Auch im Ort gibts keine Restaurants. Nur Schaulaufen der Next Topstars!

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Brasil’s next Supermodel in der Provinz

Aber eine Bar mit Kleinigkeiten. Wir bestellen das teuerste Essen des ganzen Ortes, eine brasilianische Spezialität: gebratene Ochsenschwanzstückchen mit Maniok und frittierter Polenta für 10 Euronen. DAS muss man doch mal ausprobieren.

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Auf dem Rückweg sehen wir schon das Wetterleuchten. Schnell ab ins Hotel. Wenig später gehts dann richtig los. Aber ich hör es schon nicht mehr…schrrrrr, nrrrrrr, schhhhh, nrrrrrrch.

Mo.25.4.16

Es sind nur noch ca 330 km bis Foz do Iguacu auf brasilianischer Seite. Das sollte zu schaffen sein. Draußen regnet es zur Begrüßung. Na, gehen wir erstmal frühstücken, aber der Portier hat die Wasserthermoskanne für seinen Matetee entführt und außer Kaffee verlockt uns nichts auf dem Buffet. Hier stehen ungelogen 6 verschieden Kuchen, weitere 4 Tabletts mit Keksen und Karaffen mit irre süßem Kunstsaft. Jetzt verstehe ich auch, warum ich seit der Grenze in keinem einzigen Ort auch nur ein winzig kleines Café gesehen habe: Die Brasilianer haben keine Kaffeekultur, verkaufen zwar viel Kaffee in die ganze Welt, aber trinken selber nur Instantkaffee oder Filterkaffee – traditionell, also caro einfach. Da sie sich morgens schon mit Kuchen vollstopfen, warum bitteschön sollten sie dann nachmittags in ein Café gehen? Wenn sie schon keinen gescheiten Kaffee trinken und erst recht kein Stück Kuchen dazu? So bin ich heil froh, dass ich meine Kaffeemaschine mitgenommen habe. Das wären 4 darbende Wochen geworden, bis ich wieder meinen Hausstand vollständig habe. Es ist übrigens recht komisch, so mit halben Gepäck zu fahren. Andauernd fehlen uns Dinge, z. B. die Stühlchen, wenn wir ein Päuschen machen wollen und an den schönsten Wiesen und Ausblicken kein Bänkchen vorhanden ist. Oder das Zelt, wenn wiedermal die Sonne untergeht und wir noch kein Hotel haben, der nächste Ort aber noch 100 km entfernt liegt. Oder die Küche, so dass man selber was brutzeln kann, ohne ein Restaurant suchen zu müssen.

Na, genug philosophiert: Auf, auf, die Kilometer warten. Äh… es hat wieder angefangen zu schütten, eh wir alles verstaut haben. So setzen wir uns noch mal in die Lobby und warten. Aber als es auch nach 30 min. nicht aufhört, machen wir uns doch auf. Pünktlich mit Anlassen des Motors hört es doch auf. Prima, alles richtig gemacht. Es tröpfelt ein wenig, mal mehr mal weniger. Stets so, dass die Jacke vom Fahrtwind gleichzeitig getrocknet und vom Regen benässt wird. Irgendwo mitten im nichts gibts einen Ort, wo die verlorene Wasserflasche ersetzt wird, eine Klopause im einzigen Restaurant möglich ist, und die LKW mitten durch die Häuser donnern – so kommt es einem zumindest vor. Wie kann man hier nur leben? Die Straße zu überqueren ist nur mit langer Wartezeit möglich. Ein Auto nach dem anderen, ein LKW hinter dem nächsten. Ätzend!

Es fängt an zu blitzen, Gewitter im Anmarsch. Lass uns verschwinden und in der nächsten Kreuzung davor abbiegen. Aber anscheinend hat es das gehört. Es kommt hinter uns her. Es regnet und regnet – 3 stundenlang – und die Autos und LKW-Fahrer fahren rücksichtslos egoistisch riskant. Das bin ich seit Peru/Bolivien nicht mehr gewohnt und mag ich auch nicht. „Axxxxxxxxxx“ (Hier stand eine Beleidigung, die aber der Zensur zum Opfer gefallen ist!)

Es blitzt und blitzt. Vor uns sieht es sehr dunkel aus und dort ist wohl schon das Gewitter. Schon wieder klitschnass fahren wir noch in den nächsten Ort hinein und suchen einen Unterschlupf. Das ist gar nicht so leicht, denn wie gesagt – Cafés gibt es nicht. In einer Bäckerei gibt es 2 Plastiktische und Plastikstühle, kalten Fertigkakao oder Kaltgetränke, Kuchen und Süßigkeiten oder Empanadas. Wir warten eine halbe Std. ab, die ich zum Ausschütten der Koffer nutze. Das Wasser stand schon wieder 2 cm hoch. Aber es hört nicht auf zu blitzen Wir machen uns trotzdem auf. Es sind nur noch wenige Kilometer und vor uns ist es nicht mehr so dunkel. Klitsch nass suchen wir das reservierte Hotel. Dank M’s Suche im Internet heute Morgen finden wir zumindest die richtige Straße mit Navi und mit Nachfragen auch das Hotel. Gott sei Dank heil angekommen! So langsam höre ich mich in das Portugiesisch hier ein. Auch den Menschen hier fällt es leichter, mich zu verstehen. Vermutlich, weil hier im Touriort viele Menschen gewohnt sind, mit spanisch (z. T. auch englisch) umzugehen. Wie schön.

Leider erreicht mich soeben die schlimme Nachricht vom plötzlichen Tod einer Kollegin, die mich ziemlich mitnimmt. Wieder einmal merke ich, dass das Leben und Schicksal zu Hause nicht einfach aufhört, nur weil ich im Ausland auf Reisen bin. So hoffe ich, dass es euch allen gut geht.

Bis bald

B.

Weites Brasilien

Sa 23.4.16

Ich wusste schon vorher: Brasilien ist groß. Aber so richtig begreift man das wieder erst, wenn man es im wahrsten Sinne er“fährt“. Die Landschaft ist schön grün und es sieht aus wie im oberbergischen: Grüne Wiesen, Felder, Bäume, hübsch hügelig und kurvig – nur nicht so eng kurvig wie dort. Man braucht kein Gas wegnehmen, sondern kann dran bleiben. Schlagartig ist es fast 30 Grad. Dabei hab ich gestern noch gefroren und die Heizung angemacht und auch heute morgen noch sah es trotz blauem Himmel nach heftigem Regen aus. Die dunklen Wolken haben die ganze Nacht lang ihr Können gezeigt und auch heute Morgen sieht es nicht danach aus, als ob sie aufgeben wollen. So ziehen wir mal gleich die Regensachen an. Trotz 24 Grad schon. Aber es bleibt trocken und wir suchen von Tanke zu Tanke nach gutem Sprit. Aber es gibt nur „comun“ (87 Oktan) und denselben mit Additiven = ca 90 Oktan, also schlechten Sprit. Es soll irgendwo an der übernächsten was geben. Fehlanzeige. In 12 km. Fehlanzeige. In der nächsten Stadt = 56 km entfernt. Die Reserve ist noch nicht an,obwohl wir das jeden Moment erwarten. Es müsste also hinkommen. Wir fahren weiter. In der nächsten Stadt Santa Maria gibt es Shell-Tankstellen, die wir bisher nicht befragt haben. Dort fragen wir nach und tatsächlich haben sie den guten Sprit. V-Power heißt der hier. Wir tanken tatsächlich 48,7 Liter! Wohlgemerkt Fassungsvermögen von 24 Litern – laut Hersteller. Auf Reserve seit 35 km. Na, das war wohl knapp, aber 480 km mit einer Tankfüllung gefahren. Hier ziehe ich endlich die Regenjacke aus. Ich schmore im eigenen Saft.

Gleich 2 km später gibt es mitten in der Baustelle einen Supermarkt und wir müssen uns den Weg dorthin über holprige, faustdicke Steinwege suchen. Aber schnell stehe ich auf den Fußrasten und so ist das alles kein Problem. Wie gut, dass ich das immer noch kann. 😉 Ich kaufe ein paar Sachen ein. Es kostet nicht viel. Brötchen (das einzig „frische“, was ich bekommen kann, wird gerade eingepackt) kosten nur knapp 2 Regales, umgerechnet 15 Cent pro Stück. Dafür ist es dann aber auch schon nach einer halben Std. später zäh. (Bäh!). Die 5 l Wasserflasche kostet am meisten. fast 14 Regales = 3,50. Hups! Das ist aber teuer!

Wir suchen eine Bank im zentralen Park. Bisher hatte jede Stadt in  Zentral- oder Südamerika einen solchen – egal wie arm die Stadt oder Leute auch waren. Aber hier in Santa Maria finden wir weder einen Park noch eine Bank. So fahren wir einfach raus aus der Stadt und setzen uns in einer Seitenstraße auf die Bank in einem Bushäuschen und schmausen. 

Bis nach Cruz Alta RS sind es noch 120 km. Das schaffen wir noch bis Sonnenuntergang. Auch das Hotel dort kostet nur 25 Euro – für uns beide. Einfach, aber sauber mit Wifi. Was will (oder braucht?) man mehr? Unten grillt man – wohl ein Fest. Ich will noch eben die Trinkflasche von Markus auffüllen und wundere mich über den merkwürdigen Geruch der 5l Flasche beim Öffnen. Ich schnuppere dran und verziehe das Gesicht. Da sehe ich es: Auf dem Etikett steht „Vinaigre“. Ich doof! Ich hab noch nie 5 Liter so klaren Essigs auf einmal gesehen. So nehme ich die Flasche und frage nebenan auf dem Grillfest nach, ob den jemand gebrauchen kann. Ich verstehe kein Wort, sie kucken mich ebenso an wie Auto. Ich mache eine eindeutige Geste und verabschiede mich. Guten Appetit, gutes Waschen, Gelingen, viel Freude oder was auch immer damit! 

Ehe ich erfrischend geduscht hab, ist es auch schon wieder dunkel und immer noch drückend warm. Wir gehen den Kilometer in den Ort zum Supermarkt neues „Wasser“ und „Radler“ kaufen. Wir fühlen uns nicht bedrängt oder unwohl. Die Leute hier auf dem Land sind nicht reich. Das sieht man. Die Häuser sind etwas heruntergekommen und ihre Bildung beschränkt sich auf portugiesisch. Aber sie lächeln alle und lachen herzhaft, als ich (genauso wie Sie auf meine Frage) mit „Como?“ auf ihre Frage antworte. Auch sie wollen eigentlich nur in Frieden leben und arbeiten. 

VGB

Willkommen in Brasilien

Fr. 22.4.16

Gestern hat es sich dann so fürchterlich eingeregnet, dass wir uns nicht aufraffen konnten. Bei so Sch… äh… bescheidenem Wetter macht das wirklich keinen Spaß. So sitzen wir wiedermal einen Tag aus. Mitten drin, am frühen Nachmittag dann die Wende: Strahlend blauer Himmel. Da hätten wir auch fahren können. Aber das weiß man vorher nicht und die Trödelei ist auch nicht schlimm. Wir haben ein schönes Zimmer mit schönem Blick in die grüne Landschaft, wo diverse Vögel sich vergnügen.

Heute aber solls weiter gehen. Strahlend blauer Himmel ohne Wolken – wow! Schnell sind wir von Melo aus an der Grenze zu Brasilien, und wir geben hier die temporären Fahrzeugpapiere ab. Aber die Stempel und Einreise nach Brasilien gäbe es 1 km später. Aber dort ist gerade Mittagszeit und der 1. Schalter nicht besetzt. Man schickt uns gleich zum 2. Dort ist Ausreise aus Uruguay. Die Dame schickt uns einen Schalter weiter. Der Herr dort hat viel Zeit und anscheinend kämpft er noch mit dem neuen PC-Programm. Sie sind erst seit Januar hier eingezogen. Er kontrolliert die Nummernschilder, ob sie mit den Papieren übereinstimmen, nicht aber das Gepäck. Darauf habe ich spekuliert. Meine Lebensmittel kann ich also mitnehmen. Es sind nicht viele, aber Birne, Käse, Schinken, Avocado hätte ich in Chile z.B. nicht mitnehmen dürfen und wegschmeißen müssen. Aber es fehlt noch er Einreisestempel im Pass. Der erste Schalter ist immer noch nicht besetzt. Wir warten.

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Einreise nach Brasilien – warten auf das Ende der Mittagspause.

Endlich kommt er gemächlich angewackelt und wir müssen erstmal das doppelseitige Formular ausfüllen. Ach – jetzt wieder? Wie in Zentralamerika.

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Willkommen in Brasilien.

Insgesamt hat alles in allem recht lange gedauert und auch im nächsten Ort Bage verlieren wir viel Zeit damit, Geld und Internet zu organisieren. Die Geldautomaten können meine Karte nicht lesen – anderes System, das kennen wir schon aus Argentinien. Mist, hier also ähnliches Problem. Außerdem haben die Banken gerade eben zu gemacht. Geld wechseln? Ich hab noch Dollar. Auch das muss ich mühsam erfragen und suchen, denn die Leute verstehen mich mit meinem europäischen spanisch nicht. Wenn ich wenigstens das „sch“ von Uruguay oder Argentinien benutzen würde. Aber dazu war ich zu kurz in dieser Region, als dass ich diesen Dialekt sprechen könnte. Ich kanns gerade noch verstehen, aber nicht sprechen. So verstehe ich die Leute hier nicht. Es klingt so wie eine Mischung aus viel „sch“ und Arabisch.

So gehen wir erstmal hier auf Hotelsuche. Booking.com sagt 60,- für ein Luxuszimmer mit Whirlpool etc. Endlich finden wir das „Hotel“ am Popo der Welt über ausgewaschene „Trampelpfade“, dass ich schon dachte, das Schild mit dem gleichnamigen Projekt bedeute, dass das Hotel erst noch gebaut werden solle. Aber der Herr am Rand des Weges bestätigt, dort am Ende des Weges sei das Hotel. Doch die Dame spricht nur Portugiesisch und will 70 Dollar für das einfache Zimmer ohne Whirlpool haben. Ich biete ihr zweimal an, 40,- zu zahlen, denn wir brauchen keinen Luxus. Aber sie besteht darauf. Dann sollen wir nebenan irgendwo hin, da gäbe es angeblich das Zimmer vom Internet. Ich hab keine Lust mehr auf ihre Diskussionen und unverständlichen Erklärungen. So fahren wir weiter. Ich hab auf dem Weg hierhin noch 2 Hotels gesehen und dort fragen wir nach. Dort gibt’s ein schönes Zimmer mit abgeschlossen Hof für gut 40,- . Geht doch!

Bye, B

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Bei dem Gespann werden Erinnerungen aus Mittelamerika wach.

Teures Uruguay

Mi. 20.4.16

Wir haben den Regen ausgesessen und uns den heutigen, wunderschönen Fahrtag verdient. Zunächst fahren wir direkt am Meer entlang. Die Strände sind alle öffentlich, meist wunderschöne Sandstrände, nur manchmal felsige Küste. Die teuer aussehenden Villen sind alle auf der anderen Seite der Straße. Nix Privatstrand, nix gesperrt, nix zugebaut. Das finde ich gut und wünschte ich mir von so manch anderer Küste auch. Auf jeden Fall brechen sich hier tosend die mehrere Meter steigenden und gischtschmeißenden Wellen am steil ansteigenden Strand. Wow! Das kracht! Wir halten extra dafür an, um diesem Schauspiel 10 Minuten lang zuzusehen.

Kurz danach hört der Teer auf. Grrr, als ob ich es geahnt hätte, dass ich keine reinen Straßenreifen hab aufziehen lassen wollen. Na, ok. Die Piste ist meist ganz gut zu fahren, die wenigen Matschlöcher haben irgendwo festgefahrene Spuren. Dafür, dass es bis gestern noch so geschüttet hat, ist die Fahrbahn erstaunlich trocken. Die Landschaft ringsumher entschädigt uns für die notwendige Konzentration. Es sieht aus wie in Dartmoor/England. Alles sehr grün, niedriger Baumbewuchs und zwischendrin rumliegende, felsige Steine. Irgendwo am Straßenrand machen wir Mittagspause – um halb 4 ;-). Ein einziges Auto kommt vorbei, sonst haben wir Ruhe. Halt, ach nein. Nach und nach kommen 7 Pferde neugierig angetrabt. Aber als wir zum Zaun kommen, drehen sie sich um und tun so großspurig, als ob auf der anderen Seite der Wiese grüneres Gras wäre. Dabei sieht man ihnen ihr Interesse an uns deutlich an.

Kurz vor Treinta y Tres sehen wir neben der Straße die Auswirkungen des Regens der letzten Tage: Straßenlaternen stehen im Wasser bis an den „Schirm“, die Strommasten bis an die Leitungen, der Campingplatz total unter Wasser, die Straße gekappt, 100-e Meter überflutet, und die Brücke weggerissen. Nur die Hauptstraße ist unversehrt. Echt heftig.

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Überall rechts und links der Straße findet man überflutete Felder.

Da in Dolores der Tornado gewütet hat und Rio Uruguay stromaufwärts über die Ufer getreten ist, fahren wir lieber weiträumig daran vorbei. Aber anscheinend gelingt uns das nur teilweise, weil wohl auch andere Flüsse über die Ufer getreten sind. So schlimm hat es wohl seit Ewigkeiten nicht mehr geschüttet und nun muss das ganze Wasser erstmal wieder irgendwohin laufen. Warten wir es also ab.

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Die Bauern haben jetzt alle Hände voll zu tun…

Eigentlich wollen wir nur bis Treinta y Tres. Aber dort sind die Hotels so teuer (teurer als in Montevideo oder Punta del Este für halb soviel Komfort) und die billigeren Kaschemmen sagen uns nicht zu. Also booking.com zu Hilfe gerufen, aber das sagt nur 113 km entfernt in Melo sage und schreibe 2 Hotels an. Keine Aussage über Garagen. So fahren wir erstmal hin – im Dunkeln mittlerweile. Aber es ist kaum Verkehr und die wenigen Schlaglöcher können wir meist umfahren. Dort angekommen gibts auf dem platten Land (muten im Nichts) natürlich keine Garage, sondern nur einen offenen Parkplatz. Aber wir dürfen unsere Mädels direkt unter das beleuchtete Eingangsdach stellen, direkt neben die Rezeption, wo Tag und Nacht jemand ist. Es wäre sicher hier. Hoffentlich. Ohne Mädels lässt es sich schlecht fahren 😉

Zur guten Nacht gibts dann noch ein fürstliches Zimmer mit integrierter Badewanne und Dusche im offenen Schlafzimmer, ein ebenso fürstliches Mal für noch nicht mal 10 Euro (echt billig, dafür dass das Zimmer so teuer war!) und ein fürstliches Bad in der Whirbelbadewanne. Heute morgen haben wir uns noch genau über die Vor- und Nachteile „gezankt“ und jetzt können wir das glatt ausprobieren …. Ja denkste. Funzt nicht. Schade!

Bei euch alles ok?

VGB

„Weltuntergang“

Di 19.4.16

Hier ist Weltuntergang – zumindest gefühlt. Seit Tagen schüttet es nahezu ununterbrochen, weshalb die Flüsse über die Ufer treten, Hochwasser und Überschwemmungen verursachen und so die Autobahn zwischen Colonia und Montevideo, die wir letzte Woche noch gefahren sind, nun gesperrt ist. Ein Tornado hat 250 km von Montevideo eine Gemeinde zerstört. 25.000 Menschen obdachlos. El Niño wird dafür verantwortlich gemacht.

Gestern haben wir den Tag genutzt, um in dem kleinen Zeitfenster, in dem es vorwiegend trocken war, 150 km von Montevideo nach Punta Del Este zu fahren.

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Dieser Ort zeichnet sich durch die schmale, enge Landzunge aus, auf dem die vielen Hochhäuser und Tourihochburgen gebaut wurden. Das Ambiente ist sehr gepflegt und sieht teuer aus! Vermutlich schneiden sie den Rasen hier mit der Nagelschere! Man kann von nahezu jedem Standort aus auf beide Seiten des Atlantiks sehen. Klasse! Trotzdem wirkt dieser Ort nicht bedrückend oder eng. Mir gefällt er. Die Wellen produzieren Schaumberge, die über die Straße geweht werden.

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Hier in Punta Del Este ist das Wetter auch nicht besser.

Viel Verkehr ist nicht mehr, denn hier ist Herbst und Nebensaison. Wir werden ihn gleich einmal erkunden – trotz Regens – und morgen soll endlich mal wieder die Sonne scheinen. Unvorstellbar momentan. Aber wir werden sehen….

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Strandgut.

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Diese Hand ist vom gleichen Künstler gestaltet, wie die in der Atacama-Wüste/Chile.

Uns geht es gut, trotz Regen, Stürme und Unwetter. Unsere Sachen sind mittlerweile wieder getrocknet und wir sitzen das Wetter einfach aus. Erst morgen gehts weiter.

Wir hoffen, zu Hause bekommt ihr davon nichts mit und es geht euch allen gut.

Herzliche Grüße B.

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Impressionen vom Hafen.

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Bunte Vögel und Hollywoodfiguren aus Schrott.

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Kneipenkunst

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Crêpes und Kaffee, eine echte Alternative zu dem Regenwetter dort draußen – wo geht’s hier bitte nach Hause?

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Bikertreffen.

An die Arbeit

Sa 16.4.16

Es regnet – immer noch, nicht schon wieder. Also machen wir uns an die Arbeit und wechseln die Bremsbeläge. Aber wir finden die Werkzeugrolle nicht mehr. So ein Mist, wohl in den Umräumaktionen seit Schrotten des Tools wohl irgendwo liegen geblieben. Ärgerlich, denn das war gutes und gut durchdachtes Werkzeug, was uns eigentlich die Sicherheit gab, notfalls selbst Hand anlegen zu können und weiter zu kommen. Mit dem übriggebliebenen Rest können wir kein Rad ausbauen, um einen Platten zu reparieren, keine Kette spannen, keinen Spiegel festziehen. Echt ätzend. Aber nicht zu ändern. So fragen wir in der Hotelrezeption nach Werkzeug, so dass wir unterm Garagendach unsere Bremsbeläge gewechselt bekommen. Es dauert etwas länger, weil wir die zuletzt und einzig vor über einem Jahr gemacht haben. Aber erstaunlich, wie wir uns immernoch daran erinnern. Zur Not gibt es ja Youtube, das Montagebuch von BMW – und zur allergrößten Not noch einen Anruf bei unserem Schrauber in D-land. Sie haben „Ridersday“ und da ist richtig was los. Aber schnell den Rat eingesackt und Grüße an alle losgeschickt und schon gehts an die Arbeit.

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Wenigstens

… ist der Regen warm!

Fr., 15.4.16

Wir haben heute einiges zu regeln und wir fahren aus dem Parkhaus bei strömendem Regen raus. Es hat keinen Sinn, abzuwarten, denn es strömt schon den ganzen Morgen. Wir haben gestern neue Reifen und den Service bekommen, so fahren wir heute äußerst vorsichtig durch die Stadt. Premiere! Bei solchem Regen habe ich noch nie Reifen eingefahren. Welcher Unterschied zu gestern. Wir haben per Zufall am Straßenrand einen 1200-er Fahrer getroffen und im Gespräch erfahren, dass er uns für das weltreisende Päärchen  mit 800-ern von gestern bei Touratech gehalten hat. WAS? Es gibt noch ein Paar auf 800-ern? Vielleicht sind die noch da? Wir also zu Touratech und dort nachgefragt. Sie – 2 bikes one world –  sind tatsächlich noch da gewesen, direkt um die Ecke von unserem Hotel, so dass wir einen wundervollen kurzweiligen Abend zusammen mit Petra und Anders verbracht haben.

Und heute das genaue Gegenteil. Es schüttet nahezu ununterbrochen. Wir sind klatsch nass und es hört und hört nicht auf. Wir haben aber Termine, müssen unsere Rückfahrt planen und ein langes Wochenende (Montag Feiertag) steht vor der Tür. So quälen wir uns durch den Verkehr, der unsere Lücken, die wir absichtlich großzügig bemessen, immer wieder zufährt. Endlich ist alles geklärt und wir haben sogar mit Hilfe von Touratech sogar ein bezahlbares Hotel hier in der teuersten Gegend von Montevideo bekommen. Gepäck ist umsortiert und minimiert. Morgen werden wir wohl die Bremsklötze selber wechseln. M. fährt 2 Sätze davon seit 9 Monaten spazieren und hier wollten die bei BMW mehr als 800 Dollar nur für die Bremsen. Allein 700 für die Bremsklötze. Da haben wir dankend abgelehnt. Die haben sie ja wohl nicht mehr alle. Da nehmen wir die eigenen, es werden wohl die letzten auf der Reise zu wechselnden sein.

By the way für alle Reisenden, die hier neue Reifen suchen: Uruguay ist sehr klein und wie überall in Südamerika muss man die richtigen Leute fragen, um das zu bekommen, was man sucht. Selbst mit Hilfe von Eduardo, dem Tigerfahrer von der Fähre, war es äußerst schwierig, an gescheite Reifen zu kommen. Angeblich gibt es nur Straßenreifen oder Crossreifen, die nur 4000 km halten. Heidenau oder Mitas gibt es nicht. In ganz Uruguay nicht. Der einzige Großhändler weiß das. Ich wusste aber, dass ein 700-er Fahrer Mitas drauf hatte und die In Maldonado/Uruguay hat aufziehen lassen. Noch mal telefoniert. Jetzt konnten wir den Mitas bekommen, auch wenn er nicht in der Liste steht – zu reichlich überhöhten Preisen. Aber aufziehen wollte er sie uns nur Freitag – wenn wir andere Termine haben. Wir haben sie letztendlich bei BMW (preiswerter!!!!) gefunden und dort in einem aufziehen lassen. Auch noch teuer genug. Kaum fertig, finden wir mehrere Heidenau- und Mitas-Reifen bei Toruatech.

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Ignacio erklärt uns, dass da Eifersucht mit im Spiel ist und der Importeur diese Reifen nicht verkaufen will und sie deshalb angeblich nicht zu kriegen sind. Wir haben also wegen exorbitant hoher Steuern nicht den Heidenau, sondern den Mitas E 07 drauf. Heidenau ist einfach wahnsinnig teuer hier. Mal sehen, so kommen wir in den Genuss, den Mitas probezufahren. Wollte ich ja gleich zu Anfang der Reise wegen etwas besserer Offroadfähigkeiten (wenn auch etwas kürzerer Laufzeit), aber da gab es den Vorderreifen noch nicht in schlauchlos.

In der Nacht hat es stets und ständig weiter gewittert. Es soll weiterhin die nächsten 2 Tage permanent regnen und gewittern. Aprilwetter! Na bravo! Ich dachte, das sei ein europäisches Phänomen! Sachen noch nicht trocken, aber schon wieder nass.Fragen wir mal nach, ob wir uns nicht 2 Tage hier verkrümeln können….

Hab gehört bei euch ist auch Aprilwetter. Petrus ist sauer! (Ich weiß gar nicht weshalb. Ich hab nix gemacht, bin wie immer ganz brav ;-)….)

Na, egal. warten wir es eben ab.

VGB