Peru: Grenze und erste Erfahrungen

Fr. 22.1.16

Aufstehn, die Sonne scheint! Unglaublich, wie nett dieser mystische Ort von gestern jetzt aussieht! Alle Geschäfte offen, friedliche Ruhe, herrlich blauer Himmel. Welche Freiheit, welch idealen Bedingungen zum Moppedfahren: 20-25 Grad, Sonne, herrliche Kurven, kein Verkehr, guter Teer! DAS ist mal Genuss pur! Es geht allerdings immer weiter runter und

NEIIIIIIIIIIN!

Wir hängen wieder in den Wolken drin. Das hatten wir doch schon mal. Aber zum Glück sind die nicht so dicht wie gestern und schnell sind wir weiter unten und die Wolken über uns. Wir genießen die Strecke bis zur Grenze, allerdings wird es auch zunehmend wärmer.

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Kunst am Wegesrand im Vorbeifahren!

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Die Grenze ist problemlos. Auf Seite von Peru braucht man wiederum eine Kopie vom Pass, Führerschein und Fahrzeugschein, sowie der Seguro, der Versicherung. Da wir die ja eben erst bekommen haben, macht der Beamte diese Kopie selber. Bei unserem Vorgänger, der gar keine Kopien hatte, hat er sie sogar alle selber gemacht. Nett! Aber um die Seguro für 33 Dollar für 1 Monat und pro Mopped kommt man nicht herum. Dafür klebt er dann noch einen hässlichen Aufkleber mit Handbeschrifteten Angaben aufs Mopped.

Kaum in Peru fallen uns die schmutzigen Straßenränder auf, gepflastert mit Müll. Selbst an der Grenze von Ecuador hat noch jemand um unsere Moppeds herum gekehrt. Aber hier erinnert uns viel an Zentralamerika. So schmutzig hab ich das seit Honduras nicht mehr gesehen und selbst da meine ich, wäre es nicht so weit verstreut und nicht überall so zugemüllt. Es sieht wieder sehr ärmlich aus in der braunen, trockenen Landschaft. Komisch, auf Meereshöhe ist alles trocken und es wächst nichts, kaum ein Baum, nur trockene, blattlose Sträucher und auf 3000 m Hohe ist alles grün mit dichten Wäldern. Im nächsten Ort gibt es eine Bank und wir holen Landeswährung: Sol heißt das Geld hier und ist in etwa 3 zu 1 wert.

Ich gebe M. recht, wir können nicht die direkte Strecke nach Trujillo fahren. Das halten wir einfach nicht aus. Fast auf Meereshöhe sind es gleich wieder 37 Grad. Da kann ich kein Mopped bei fahren. Ich werde müde, kann nicht konzentriert fahren und so ist es dann auch passiert:

Wir fahren die Hauptstraße Richtung Berge durch einen Ort in einer Autoschlange mit unzähligen Tucktucks, die uns wieder mal keinen Zentimeter Platz gönnen und meinen, sie wären schneller als wir. Am Ortsausgang dann läuft 10 m lang Wasser über die Straße und es sieht für mich nach einem Rohrbruch aus, den wir bisweilen schon gesehen haben und Männer im niedrigen Wasser arbeiten. Langsam fahren wir drauf zu und schon rutscht M hinter dem quer liegenden Mopped vor meiner Nase entlang. Ich hab keine andere Wahl, ich MUSS bremsen und schon eiert mein Lenker bis auch der umschlägt und patsch, rutschen wir beide! Klatsch nass sehen wir erst jetzt, dass dicker Grünspan auf der Straße klebt, so dass diese Stelle rutschig wie Schmierseife ist. Anscheinend läuft hier schon lange Wasser über die Straße und neben der Straße fahren wohl nicht umsonst alle Moppeds her. Mist, DAS haben wir nicht gesehen. Hätten wir vielleicht, wenn wir aufmerksamer gewesen wären. Ja, wenn es vielleicht nicht so heiß gewesen wäre und wir nicht so matschig gewesen wären. Na, uns ist nix passiert und so heben wir zuerst mein Mopped auf. Aber ehe ich mich versehe, sind weitere 5 junge Burschen da, die nicht nur mir, sondern auch M’s Mopped aus der steinigen Randböschung rausholen. Er will sein Mopped alleine rausfahren, aber ich sehe, wie allein beim Hochheben das Hinterrad wegrutscht und rate ihm, alle 5 Männer festhalten zu lassen und gemeinsam in die richtige Richtung zu schieben. Anscheinend ist außer einem losen Navi bei mir, einem losen Spiegel bei M. und ein paar Kratzern an der Protektion auch an den Moppeds nichts kaputt.

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Wieder Glück gehabt.

Im nächsten größeren Ort wollen wir übernachten, uns trocken legen und über die weitere Route nachdenken. Es gibt Internet und einen Platz in der Garage. Aber ehe wir da sind, hat uns die „Meute“ schon entdeckt. 30 Männer, Jungs und Polizisten stehen um uns rum, diskutieren, fragen, staunen. Die Polizei muss den Verkehr regeln, denn es staut sich wegen uns.

IMG_5874Aber da jetzt jeder weiß, DASS wir da sind, sogar die Polizei, glaube ich nicht, dass sich da einer ranwagt. Aber man weiß ja nie. So fahren wir eine Extrarunde, in der Hoffnung, dass sich die Leute verkrümeln, ehe wir wieder da sind, denn es soll nicht jeder wissen, wo unsere Mopeds stehen.

Wir hoffen, Ihr seid auch alle gesund daheim

Herzlichst Eure B.

Wie auf dem Dach der Welt

Do 21.1.16

Wir fühlen uns wie auf dem Dach der Welt. So hoch oben schauen wir immer wieder tief runter!

Erstmal bis nach Cuenca, dort die Innenstadt besichtigen und einen Kaffee trinken und weitere Route überlegen – so der Plan. Aber wie immer kommt es anders, als man denkt. Bis Cuenca geht es erstmal über 3500 m hoch, was gleichbedeutend mit 8 einsamen Graden und Frieren ist. Wie guuut, dass wir unsere Regensachen drüber haben. In Cuenca fängt es pünktlich mit dem Parken an zu regnen. Außerdem gibt es eine Demo wegen der Rechte von Hühnern, was zu Verkehrschaos und Stau in der Innenstadt führt. Die Polizei spielt mit ihren Mariachis auf und nach einer gewissen Zeit zieht der Tross weiter. So fällt die Besichtigung nur auf die schöne, große Kathedrale, die aber leider durch einen überdimensionierten, vergoldeten Altar bis in die Kuppel rauf nicht so richtig zur Geltung kommt. Von der schönen Architektur, den Fensterbildern, der Kuppel und dem zarten Wandschmuck sieht man nicht viel. Schade. Kein Wunder, wenn bei dem protzigen Prunk die betenden Menschen sich lieber einen der Seitenaltäre aussuchen. Die findet man in jeder Kirche reichlich.

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Cuenca im Regen 😦

Die wunderschönen Häuser im Kolonialstil schauen trübe drein im Regen. Also weiter nach Loja.

Schon früh um 2 dort breiten wir im Café beim Eis die Karte aus. Was machen wir? Ins Tal der 100-jährigen, 40 km weiter und dort im deutschen Hostel übernachten? Das bedeutet morgen zu den 190 km nochmal 40 km mehr plus Grenzübertritt. Hm, lieber heute näher an die Grenze ran, man weiß ja nie! Als ob ich es geahnt hätte…

Ein herrlicher, kurvig cruisender Fahrtag durch wunderschöne Berglandschaften mit grandiosen Blicken in die Täler runter geht mit leuchtend roten oder schroff blanken Felsen, erstmals wieder Nadelwäldern auf 3000 m Höhe oder niedrigem Strauchwuchs auf 1800 m Höhe zu Ende, aber nicht ohne vorher noch mal richtig dick aufzutischen. Nach Loja gehts den Berg runter und plötzlich sind es 31 Grad. Wir haben zu viel an. Alle Regensachen ausziehen. Aber kaum ausgezogen gehts auch schon wieder reichlich hoch und plötzlich hängen wir mitten in den Wolken – eine ganze Stunde lang – und kriechen feucht die orangefarbene Mittellinie entlang. Richtig dicke Suppe! Sicht teilweise unter 10 m, die meiste Zeit aber auch nicht viel weiter! Das Visier beschlägt permanent, von innen und außen. Keine Chance! So schiebe ich das Visier nach oben und wische nur meine beschlagene Brille – alle 2-4 Sekunden. Ätzend! M. entschwindet meist meinen Blicken, aber wie gut, dass die Kommunikation funktioniert. Ich wäre sonst geradeaus gefahren und nicht links in den Ort hinein. Den einzigen größeren bis zur Grenze, wo überhaupt eine Chance auf Hotel besteht. Den Abzweig hätte ich übersehen. So bleiben morgen bis zur Grenze „nur“ noch 100 km übrig. Das sollte gehen – selbst wenn wieder solch verrücktes Wetter herrscht!

Bis dahin VGB

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Trübe Aussichten

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Was machen Kinder bei schlechtem Wetter? Im Internet surfen – ist überall auf der Welt dasselbe! 😉

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So sieht der Ort ohne Nebel aus

Baños – und weiter gehts

Mi.20.1.16

Wir sind gestern von Quito bis nach Baños gefahren. Das ist gar nicht so leicht aus Quito raus. Das Navi will mitten durch die Stadt. Auf den Stadtverkehr und Dieselstinkerei haben wir aber keine Lust. Wir wollen lieber auf dem schnellsten Weg runter Richtung Süden, über die Autobahn. Also fahren wir erstmal nach Norden. Aber dort ist eine riesige Baustelle und wir finden im Umleitungsgewühl die Einfahrt nicht. Auch eine spätere Einfahrt bleibt uns im Wohnviertel verborgen. So entscheiden wir uns, über den Flughafen zu fahren und den großen Umweg in Kauf zu nehmen, als lange im Stau zu stehen oder zu suchen. Die breit ausgebaute zweispurige Straße ist natürlich Mautstraße und geht steil rauf und runter. Die Schilder weisen auf die Geschwindigkeit hin mit „livianos“ als Zusatz. Keine Ahnung was das heißt. Wir fahren mal 90 – 100.

Da ist eine Polizeisperre. Sie winken nahezu alle raus, können sich aber nicht entscheiden, wohin wir uns stellen sollen. Der eine sagt hier, der andere dort. Na gut, dann entscheiden wir eben selbst. Sie wollen unsere Papiere sehen. Bitte sehr. Aber sie geben sie nicht zurück. Sie reden immer auf den armen M. ein. Mich lassen sie unbehelligt. Der Arme versteht kein Wort und bringt noch weniger raus. Irgendwann ist es mir zu bunt und ich frage die Herren, ob ich denn vielleicht helfen könne, ich würde ein bisschen mehr spanisch sprechen. Aber der jüngere Herr hat wohl den Amtsschimmel ausgepackt, kuckt streng und ernst. Aber auch ich verstehe nichts. Die verwendeten Wörter kenne ich nicht, und er spricht unsagbar schnell und undeutlich! Aber der ältere Herr hat wohl mehr Erfahrung. Er fragt, woher wir kommen und wohin wir wollen. Misstrauisch hinterfragen sie meine Angaben. Nach Süden? Hierher? Ich erkläre die Gründe. Ok, widerwillig akzeptiert er dies. Er spricht von Geschwindigkeit. Aber diesmal waren wir wirklich nicht zu schnell. Er fragt nach unserer Anzeige: Meilen oder Km? Dann erklärt er mir, wie schnell wir fahren dürfen. Ich nicke und bestätige, dass wir bei dem Wind so anfällig sind, dass wir aus Vorsicht schon gar nicht schneller fahren würden oder könnten. Auch wenn der jüngere Herr zweifelnd schaut, der ältere akzeptiert es und lässt uns fahren.

Bis Baños ist es nicht weit, aber die Strecke zieht sich. So kommen wir am frühen Nachmittag dort an. Es ist ein Touristenmagnet mit all seinen Wasserfällen, Vulkanen und Abenteuermöglichkeiten wie Mountainbiken, Rafting, Canopy, Klettern und Cayoning, wenn auch gerade keine Saison ist und nur „wenige“ da sind. Macht nix! Wir bummeln umher und besichtigen die Basilika mit den schönen Holztoren und den interessanten Bildern mit der jeweiligen Story von örtlichen Wundern. Wir suchen ein nettes Café und essen ein Eis. Eine Massage und ein bisschen Wellness wäre auch nicht schlecht, lesen wir dort in einem Prospekt. Ja, das wäre was! Aber der Massagesalon im Ort sagt uns nicht zu und der andere liegt oben im Berg. Ob man reservieren  muss? Sicher, bei solchem Luxus mit Spa und Hotel. Aber wir laufen im Kreis, ohne das Touri-Büro zu finden. Mittlerweile schon 7 ist es sicher zu spät für die Massage. Schade. Aber lass uns doch einfach hoch fahren, dort für morgen fragen und uns das Ambiente anschauen und einen Trinken. Taxi kostet ja nur ein paar Dollar. Gesagt, getan. Von dort oben – 500 m höher – kann man direkt auf den Ort herunterblicken. Ein Wahnsinnsblick auf das schachbrettartige, beleuchtete Straßenmuster mit der Basilika.

imageEs gibt doch 2 halbstündige Massagen für uns, aber nicht zeitgleich, sondern nur nacheinander. M. fängt an und ich überrasche ihn mit einem anschließenden Abendessen im Restaurant nebenan, obwohl es eigentlich bald schließt. Aber da ich vorher schon alles bestellt habe, klappt das wie am Schnürchen, ohne dass Überstunden fällig werden. Das können wir morgen doch gleich nochmal machen und dann ein bisschen in den Wirbelpools und Schwimmbecken relaxen. Vorher wollen wir natürlich noch die Wasserfälle besichtigen. Einen kann man vom Zimmerfenster aus sehen.

Aber am nächsten Tag hängen die Wolken tief. Es regnet! Da lohnt es nicht rauf zu fahren, wenn man doch nichts sieht. Wie schade. Die Wasserfälle sind an unterschiedlichen Stellen in der Schlucht zu „suchen“, denn im üppigen Grün sind sie nicht leicht auszumachen. Bei DEM Wetter mag selbst M. nicht überall hingehen. Aber den einen Dollar Eintritt für die Machay-Wasserfälle haben wir. Es wäre auch nicht weit, nur einige Minuten. Aber dass nur bis zum ersten Aussichtsbalkon 283 Stufen runter – und auch wieder rauf – zu laufen sind, hat uns keiner gesagt. 100 Stufen sind in etwas 6 Stockwerke, macht ein 16-stöckiges Hochhaus ohne Aufzug! Ich drehe sicherheitshalber nach dem Aussichtsbalkon um. Die nächsten Treppen sind noch steiler und man ist noch lange nicht unten. M. macht sich dahin auf. Was er doch alles für ein schönes Bild tut. Er gibt aber zu, dass sicher nochmal 200 Stufen nach unten dazukommen und er ist bei der Feuchtigkeit nassgeschwitzt, als er wieder oben ankommt.

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Wasserfälle um Baños herum

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noch mehr Wasserfälle

So kommen wir erst gegen 2 aus Baños raus und es sind bis Cuenta 300 km. Es müsste so gerade klappen. Aber da die Wolken so tief hängen, ist im dichten regnerischen Nebel bei teilweise nur 11 Grad Vorsicht angesagt. Unsere Reifen sind kurz vorm Ende. Ohne Grip und ohne Sicht fahren wir lieber langsam. Aber zum Glück ist nicht so viel Verkehr. Trotzdem immer noch 70 km bis Cuenca und in 20 min geht die Sonne unter.

Mist!

Seit Stunden nur Bergdörfer, kein einziges Hotel!

Doch wie immer passt der Schutzengel gut auf uns auf und beschert uns ein sauberes Hostel für 20 $ mit überdachtem Innenhof und Garagentor und 3 Kindern + 2 Frauen mit großen staunenden Augen. Durchgefroren freuen wir uns jetzt über trockene Klamotten und was zu essen (ich finde immer noch was in meinen Koffern ;-)…)

Hoffentlich friert ihr zu Hause nicht zu sehr. Ich hab gehört, jetzt ist (endlich) Winter bei euch….

VGB

Spendenaufruf: Kinderheim

19.1.16

Wir sind in ungefähr einer Woche beim Kinderheim in Peru. Wer also noch schnell vorher seine Spende platzieren möchte, damit die Summe größer wird, der hat jetzt noch Gelegenheit dazu. (Weitere Infos unter „Spendenaufruf“)

Hier noch mal die Kontodaten:

Deutsches Konto (BW Bank):

Konto Nr. 7495 5074 03
BLZ 600 501 01

SEPA:
IBAN: DE29 6005 0101 7495 5074 03 SWIFT: SOLADEST

Verwendungszweck z. B. Gsnomaden Kinderheim Peru

Mit herzlichem Dank im voraus! Eure B und M.

Sightseeing Quito

Mo 18.1.16

Fahrpause und Sightseeing ist heute angesagt. Wir fahren nur 6 km nördlich zum Aufkleberladen und dieselbe Strecke zurück. Danach mit dem Taxi ins historische Zentrum. Es ist eine tolle Stadt, herrlich verzierte Häuser im Kolonialstil und vor allem sauber! Ich sehe keinen Mülleimer, aber anscheinend braucht den hier auch keiner. Es liegt nichts auf der Straße herum. Wirklich nichts! Unglaublich!

Wir fahren die Straße der 7 Kirchen steil herunter. Uns erinnert dies an San Franzisko. Die Kirche am zentralen Platz hat innen vergoldete Altäre, Holzschnitzereien und Schmuck. Tonnen von Gold wurden hier verarbeitet. Beeindruckend!

Foto 1Foto 2

P1020840Aber wir besichtigen nicht alle Kirchen, sondern genießen lieber nebenan im zentralen Park das Flair. Die Einheimischen sitzen hier um den Brunnen herum und lauschen 3 Musikern (2 spielen Gitarre, einer singt). Auch wir wollen lauschen, aber wir werden als Gringos auffällig misstrauisch beäugt. Ich bekomme dies mit und widerspreche kurz und knapp auf spanisch. Ich lege nach dem ersten Lied zum Dank einen Dollar in den Hut, was die Künstler mit Wohlwollen aufnehmen und die anderen auffordern, unserem Beispiel zu folgen. Weitere einheimische Lieder folgen. Einige singen die Refrains leise mit, eine Frau häkelt und wir sind akzeptiert. Nach einer Weile möchte ich doch noch die Basilika oben auf dem Berg besichtigen und ich verabschiede mich mit einem Dank. Aber so leicht lassen uns die Musiker nicht gehen. Sie wollen doch wissen, woher wir denn kommen. Drum herum verstummt jegliches Gespräch, jeder hört aufmerksam zu. Ja, in Deutschland waren sie auch noch nicht. Sie könnten uns ja besuchen. Aber da ist gerade keiner. Macht nichts, sie würden die Tür aufbrechen. Aber der Kühlschrank wäre leer. Wäre auch egal, irgendwie würden sie den schon füllen…. Mit einem Lachen verabschieden wir uns und alle applaudieren rundherum. Echt nett!

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Im zentralen Park – sichtlich stolze Polizistinnen, Zaungäste, Folkloremusiker und eine Frau im traditionellen Outfit (der Kleine hängt dort wie eine Marionette!)

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himmlische Ausblicke -Schuhputzer mit Inbrunst bei der Arbeit – noch eine Uniform (5 verschiedene Polizisten sorgten für Ordnung an diesem Platz und jeder mit einer anderen Aufgabe!)

Aber wir kommen nicht weit. Beim Hotel am Platze fällt mir der riesige Strauß wunderschöner Rosen ins Auge. Die Portiers bitten uns herein. Gerne! Die Rosen sind eine Spezialität dieser Region. Sie sind die schönsten der Welt und werden mit speziellem Verfahren bis zu einem Jahr haltbar gemacht! Wunderschön! Drinnen sehen wir das Café des Hotels. Möchtest du einen Kaffee? Immer! Mit Eis? Claro que si! Seguro! Wir probieren eine Getränkespezialität aus Quito: Rosero. Mit verschiedenen Früchten, wie Bohle ohne Alkohol. Sehr lecker! Das Eis wird mit dampfendem Stickstoff von einer Bedienung im lila Kostüm mit Maske und Spitzhut serviert – einer Tradition aus der „Semana Santa“, der Osterwoche. Dass das Ganze natürlich mehr Dollars kostet, ist uns klar, aber egal! Wir genießen dies gerade sehr!

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Die schöne Basilika ist im letzten Licht wunderschön anzusehen. Eigentlich ein Betonbau sieht sie aus, wie aus Stein gebaut, mit großen Bronzetüren, 3 hohen, verzierten Türmen und 2 $ Eintritt, aber anscheinend sind wir zu spät – alles schon zu!

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Na egal, schauen wir, wo es was zu essen gibt, denn wir wollen nicht im Dunkeln zu Fuß unterwegs sein. Aber wir finden nichts. Also suchen wir ein Lokal in M.’s heruntergeladener App aus und fahren mit dem Taxi für wenige Dollar dorthin und an der Basilika vorbei. Mist, sie ist an der Seite auf (haben wir nicht gesehen, schade!). Im Dunkeln ist Quito gefährlich, darauf weisen diverse Artikel im Internet, Reisende und Einheimische hin.

Wir legen es lieber nicht drauf an und fahren wieder Taxi zurück für einige Dollar. Der Fahrer findet unser Hostel trotz Visitenkarte mit Kartenausschnitt nicht. Aber mit Hilfe unseres Navis schaffen wir es doch noch. Wie gut, dass wir das mit hatten!

Gute N8 B.

 

Grenze: Ecuador

So, 17.1.16

Schon um kurz nach 8 fahren wir Richtung Grenze bei Ipiales. Schnell haben wir den Ausreisestempel im Pass, aber die Aduane macht Probleme: Die junge Dame vom Zoll in Bogota hat das Original behalten und uns nur 2 Kopien mitgegeben. Aber WIR brauchen das Original zum Ausreisen. Ich erkläre der Dame vom Zoll, dass ich kein Spezialist dafür wäre und dass die Dame in Bogota mir diese beiden Papiere gegeben habe, mehr habe ich nicht. Und nu? Sie zieht mit den Kopien ab, holt Rat beim Kollegen und erscheint nach einigen Minuten mit dem Ausreisestempel für unsere Moppeds wieder. Vielleicht hat sie in Bogota angerufen, vielleicht auch nicht. Keine Ahnung. Jedenfalls dürfen wir weiter. Glück gehabt!

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Auf ecuadorianischer Seite ist alles in einem Gebäude. Natürlich muss M. selber zum Schalter, aber ich habe alles vorbereitet, alles ausgefüllt und er muss seinen Pass nur noch selber abholen. Es kostet nichts.

Die „Aduane“ ist sehr lustig, denn die jungen Damen beömmeln sich darüber, dass ich (angeblich) keine e-mail habe (die echte will ich ihnen nicht geben), kein Fazebuk, kein Instagramm…. Ja wie ich denn mit meiner Familie kommunizieren würde? Mit meinem Mann? Hablamos – wir SPRECHEN miteinander! Die ganze Abteilung lacht sich kaputt. Nein, wie ich denn mit Deutschland kommunizieren würde? Per skype. Ja, die hätten sie dann gerne. Das ist zwar nur ein Name, aber ich gebe ihnen irgendeine sinnvolle Abkürzung mit @online.de am Ende. Sie schaut zwar zweifelnd, aber das akzeptiert sie. Hauptsache, der PC ist zufrieden. Wir brauchen keine Kopien, nur die Fahrzeugpapiere, Pass und Führerschein im Original. Alles wird per Handy fotografiert und fertig! Alles in allem weniger als eine Stunde! Wow! Na dann los! Aber keiner interessiert sich für unsere neuen Papiere, keiner will sie sehen.

Auch gut. Dann eben nicht! Aber auf der Strecke gibt es Militärposten. Einer dieser Posten kontrolliert alle Fahrzeuge und auch uns. Sie wollen aber nur den Pass sehen, schauen allerdings recht zweifelnd auf mein Visum der USA. Ich soll bitte meinen Helm ausziehen. M. dagegen smalltalkt schon vorne mit den anderen. Ich werde nach dem hiesigen Visum gefragt. Ich erkläre, ich hätte keins. Aber ich erfrage meinen Pass zurück und erkläre ihnen seinen Aufbau: Pass aus D-land, danach Visum USA, dann viele Seiten später der hiesige Einreisestempel. Jep. Damit sind sie einverstanden und lassen mich fahren. Aber M. ist noch lange nicht fertig. Sie fragen nach GPS, nach seinem Gepäck, wofür er das alles brauche und ich verdrehe schon die Augen. DAS wird wohl das Highlight des heutigen Tages für die jungen Burschen gewesen sein. Sicher sprechen sie noch lange von den Moppeds.

Kurz danach entführt mich M. von der GPS-Route weg. Hä? Was ist denn jetzt los? Er hat wohl noch ein Date! Jep! Willkommen am Äquator! Stimmt – den hatte ich total vergessen. Der Platz ist recht unspektakulär und laut GPS auch ein wenig zu weit südlich, ca 200 m. Macht aber nix. Wir haben ihn selber fahrend überquert! Yeah!!!

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Auf dem Äquator

Recht schnell sind wir in Quito auf fast 3000 m Höhe angelangt. Der Verkehr ist deutlich entspannter, als noch in Kolumbien. Vielleicht liegt es daran, dass heute Sonntag ist? Jedenfalls wurden wir nicht so von anderen Minimoppeds umsurrt, was das Ganze deutlich vereinfacht und entspannt hat. Gestern bin ich im Anfahrtrubel zum 2. Mal von einem solchen angefahren worden, der sich diesmal auch tatsächlich gelegt hat. Mich stört das nicht wirklich, da meine Maschine mit dem ganzen Gewicht recht träge ist. Die paar Kratzer am Koffer mehr machen den Kohl auch nicht mehr fett. Die kleinen Moppedfahrer allerdings fahren zum Glück alle mit Helm, mehr aber auch nicht. Das wird sicher einige heftige Schürfwunden gegeben haben. Es tut mir sehr leid für ihn, aber die fahren alle wild durcheinander und lassen keinen Zentimeter Platz zwischen sich und anderen. Sie unterschätzen unsere Breite und unsere Geschwindigkeit, unseren Antritt, und vor allem, dass wir mehr Platz brauchen, als sie uns zugestehen wollen. Kein Wunder, wenn sie dann den Kürzeren ziehen. Aber zum Glück ist nicht mehr passiert. Die maximalen Geschwindigkeiten sind hier nicht so hoch, wie in D-land. Da laufen die Unfälle oft glimpflicher ab als zu Hause.

Aber lass uns doch den Abend mit einem schön kalten Radler beschließen und dabei ein wenig den Blog pflegen. Pustekuchen! Es ist doch Sonntag! Da wird kein Bier verkauft – jedenfalls nicht in ganz Ecuador! (Schnief!!!!)

Also kein Prost! Schade!

Bis morgen, dann versuchen wir das noch mal 😉

Bye B.

Fahrtag nach Ipiales

Sa. 16.1.16

Wieder so ein besonderes Datum.

Wir sind schon um 8.oo losgekommen. Aber irgendwie kommen wir nicht richtig voran. Ungefähr 50 km schaffen wir pro Stunde, obwohl wir zügig überholen. Aber immer wieder stockt es, lange Autoschlangen sind zu überholen, Baustellen werden nur einspurig geführt und die Strecke insgesamt ist sehr kurvig ohne Geraden. Da fällt das Überholen echt schwer, vor allem weil die LKW gnadenlos ausholen und die Kurve schneiden, um rum zu kommen. Da heißt es aufpassen. Endlich, ab Popayan wird der Verkehr weniger, die Kurven nicht mehr so eng und es lässt sich etwas leichter cruisen. Ohne Verkehr wäre heute ein richtig schöner Fahrtag gewesen.

Die Strecke ist wunderschön, aber super anstrengend zu fahren. Es geht die Berge rauf und runter, wobei uns lieber rauf, als runter ist. Denn schon unter 1000 Höhenmetern geht es schon morgens früh über 30 Grad. Je später der Tag, desto höher die Grenze. Bei 600 m Höhe fahren wir einen neuen Temperaturrekord ein: 38 °C. Puh! Aber zum Glück geht es schnell wieder höher.

Die Landschaft ändert sich nach 200 km rapide. War es in Zentralamerika und bisher in Kolumbien grün und dicht bewaldet bis in hohe Höhen, so erleben wir jetzt zwischen 1000 und 1500 m Höhe wüstenähnliche Landschaft – braun, kaum Bäume, wenn dann nur mickrige Bäume, Gestrüpp, mehr und mehr nackte Felsen und Kakteen. Die haben wir schon lange nicht mehr gesehen.

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Doch was ist das? Nach weiteren 100 km geht es plötzlich noch höher auf 2500 m Höhe und hier ist wieder alles grün, dicht bewachsen, Bäume bis oben in die Gipfel und Kulturanbau. Prickelnd interessant, die Landschaft, oder?!

Wir fahren bis kurz vor Ipiales. Dort gibt es die berühmte Kirche Sanctuario de nuestra Señora de las Lajas, die über ein enges Tal wie auf eine Brücke gebaut ist.

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Es sieht aus, wie in „Der Name der Rose“

Sie ist wunderschön und wir sind begeistert ob der feinen Türmchen, Figuren und der Tatsache, dass man sozusagen von oben auf das „Dach“ steigen kann. Witzig! Man braucht keinen Eintritt zu zahlen, aber es ist gerade Messe – klar wiedermal Samstag für die Besichtigung ausgesucht. (Wie zuletzt in der Salzkirche auch.) So schauen wir uns erst mal draußen um und gehen ins Museum für 3000 Pesos (knapp 1 Euro) pro Nase. Nachdem Maria einem Kind erschienen ist (1754) wird hier zunächst eine kleine Kapelle errichtet, für nur 15 Personen. Schnell wird sie vergrößert, eine Etage draufgebaut, noch eine, noch eine, ausgebaut, verziert… Und kurz nach dem Krieg war sie fertig. Ein echtes Juwel! Unbedingt sehenswert für alle Reisenden: Nicht vorbei fahren!

Morgen gehts auf zur Grenze und nach Quito (Ecuador).

Vielleicht gibts dort schnelles Internet für Bilder…

Bis bald

B.