Grenze: Ecuador

So, 17.1.16

Schon um kurz nach 8 fahren wir Richtung Grenze bei Ipiales. Schnell haben wir den Ausreisestempel im Pass, aber die Aduane macht Probleme: Die junge Dame vom Zoll in Bogota hat das Original behalten und uns nur 2 Kopien mitgegeben. Aber WIR brauchen das Original zum Ausreisen. Ich erkläre der Dame vom Zoll, dass ich kein Spezialist dafür wäre und dass die Dame in Bogota mir diese beiden Papiere gegeben habe, mehr habe ich nicht. Und nu? Sie zieht mit den Kopien ab, holt Rat beim Kollegen und erscheint nach einigen Minuten mit dem Ausreisestempel für unsere Moppeds wieder. Vielleicht hat sie in Bogota angerufen, vielleicht auch nicht. Keine Ahnung. Jedenfalls dürfen wir weiter. Glück gehabt!

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Auf ecuadorianischer Seite ist alles in einem Gebäude. Natürlich muss M. selber zum Schalter, aber ich habe alles vorbereitet, alles ausgefüllt und er muss seinen Pass nur noch selber abholen. Es kostet nichts.

Die „Aduane“ ist sehr lustig, denn die jungen Damen beömmeln sich darüber, dass ich (angeblich) keine e-mail habe (die echte will ich ihnen nicht geben), kein Fazebuk, kein Instagramm…. Ja wie ich denn mit meiner Familie kommunizieren würde? Mit meinem Mann? Hablamos – wir SPRECHEN miteinander! Die ganze Abteilung lacht sich kaputt. Nein, wie ich denn mit Deutschland kommunizieren würde? Per skype. Ja, die hätten sie dann gerne. Das ist zwar nur ein Name, aber ich gebe ihnen irgendeine sinnvolle Abkürzung mit @online.de am Ende. Sie schaut zwar zweifelnd, aber das akzeptiert sie. Hauptsache, der PC ist zufrieden. Wir brauchen keine Kopien, nur die Fahrzeugpapiere, Pass und Führerschein im Original. Alles wird per Handy fotografiert und fertig! Alles in allem weniger als eine Stunde! Wow! Na dann los! Aber keiner interessiert sich für unsere neuen Papiere, keiner will sie sehen.

Auch gut. Dann eben nicht! Aber auf der Strecke gibt es Militärposten. Einer dieser Posten kontrolliert alle Fahrzeuge und auch uns. Sie wollen aber nur den Pass sehen, schauen allerdings recht zweifelnd auf mein Visum der USA. Ich soll bitte meinen Helm ausziehen. M. dagegen smalltalkt schon vorne mit den anderen. Ich werde nach dem hiesigen Visum gefragt. Ich erkläre, ich hätte keins. Aber ich erfrage meinen Pass zurück und erkläre ihnen seinen Aufbau: Pass aus D-land, danach Visum USA, dann viele Seiten später der hiesige Einreisestempel. Jep. Damit sind sie einverstanden und lassen mich fahren. Aber M. ist noch lange nicht fertig. Sie fragen nach GPS, nach seinem Gepäck, wofür er das alles brauche und ich verdrehe schon die Augen. DAS wird wohl das Highlight des heutigen Tages für die jungen Burschen gewesen sein. Sicher sprechen sie noch lange von den Moppeds.

Kurz danach entführt mich M. von der GPS-Route weg. Hä? Was ist denn jetzt los? Er hat wohl noch ein Date! Jep! Willkommen am Äquator! Stimmt – den hatte ich total vergessen. Der Platz ist recht unspektakulär und laut GPS auch ein wenig zu weit südlich, ca 200 m. Macht aber nix. Wir haben ihn selber fahrend überquert! Yeah!!!

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Auf dem Äquator

Recht schnell sind wir in Quito auf fast 3000 m Höhe angelangt. Der Verkehr ist deutlich entspannter, als noch in Kolumbien. Vielleicht liegt es daran, dass heute Sonntag ist? Jedenfalls wurden wir nicht so von anderen Minimoppeds umsurrt, was das Ganze deutlich vereinfacht und entspannt hat. Gestern bin ich im Anfahrtrubel zum 2. Mal von einem solchen angefahren worden, der sich diesmal auch tatsächlich gelegt hat. Mich stört das nicht wirklich, da meine Maschine mit dem ganzen Gewicht recht träge ist. Die paar Kratzer am Koffer mehr machen den Kohl auch nicht mehr fett. Die kleinen Moppedfahrer allerdings fahren zum Glück alle mit Helm, mehr aber auch nicht. Das wird sicher einige heftige Schürfwunden gegeben haben. Es tut mir sehr leid für ihn, aber die fahren alle wild durcheinander und lassen keinen Zentimeter Platz zwischen sich und anderen. Sie unterschätzen unsere Breite und unsere Geschwindigkeit, unseren Antritt, und vor allem, dass wir mehr Platz brauchen, als sie uns zugestehen wollen. Kein Wunder, wenn sie dann den Kürzeren ziehen. Aber zum Glück ist nicht mehr passiert. Die maximalen Geschwindigkeiten sind hier nicht so hoch, wie in D-land. Da laufen die Unfälle oft glimpflicher ab als zu Hause.

Aber lass uns doch den Abend mit einem schön kalten Radler beschließen und dabei ein wenig den Blog pflegen. Pustekuchen! Es ist doch Sonntag! Da wird kein Bier verkauft – jedenfalls nicht in ganz Ecuador! (Schnief!!!!)

Also kein Prost! Schade!

Bis morgen, dann versuchen wir das noch mal 😉

Bye B.

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