Spendenaufruf: Kinderheim

19.1.16

Wir sind in ungefähr einer Woche beim Kinderheim in Peru. Wer also noch schnell vorher seine Spende platzieren möchte, damit die Summe größer wird, der hat jetzt noch Gelegenheit dazu. (Weitere Infos unter „Spendenaufruf“)

Hier noch mal die Kontodaten:

Deutsches Konto (BW Bank):

Konto Nr. 7495 5074 03
BLZ 600 501 01

SEPA:
IBAN: DE29 6005 0101 7495 5074 03 SWIFT: SOLADEST

Verwendungszweck z. B. Gsnomaden Kinderheim Peru

Mit herzlichem Dank im voraus! Eure B und M.

Sightseeing Quito

Mo 18.1.16

Fahrpause und Sightseeing ist heute angesagt. Wir fahren nur 6 km nördlich zum Aufkleberladen und dieselbe Strecke zurück. Danach mit dem Taxi ins historische Zentrum. Es ist eine tolle Stadt, herrlich verzierte Häuser im Kolonialstil und vor allem sauber! Ich sehe keinen Mülleimer, aber anscheinend braucht den hier auch keiner. Es liegt nichts auf der Straße herum. Wirklich nichts! Unglaublich!

Wir fahren die Straße der 7 Kirchen steil herunter. Uns erinnert dies an San Franzisko. Die Kirche am zentralen Platz hat innen vergoldete Altäre, Holzschnitzereien und Schmuck. Tonnen von Gold wurden hier verarbeitet. Beeindruckend!

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P1020840Aber wir besichtigen nicht alle Kirchen, sondern genießen lieber nebenan im zentralen Park das Flair. Die Einheimischen sitzen hier um den Brunnen herum und lauschen 3 Musikern (2 spielen Gitarre, einer singt). Auch wir wollen lauschen, aber wir werden als Gringos auffällig misstrauisch beäugt. Ich bekomme dies mit und widerspreche kurz und knapp auf spanisch. Ich lege nach dem ersten Lied zum Dank einen Dollar in den Hut, was die Künstler mit Wohlwollen aufnehmen und die anderen auffordern, unserem Beispiel zu folgen. Weitere einheimische Lieder folgen. Einige singen die Refrains leise mit, eine Frau häkelt und wir sind akzeptiert. Nach einer Weile möchte ich doch noch die Basilika oben auf dem Berg besichtigen und ich verabschiede mich mit einem Dank. Aber so leicht lassen uns die Musiker nicht gehen. Sie wollen doch wissen, woher wir denn kommen. Drum herum verstummt jegliches Gespräch, jeder hört aufmerksam zu. Ja, in Deutschland waren sie auch noch nicht. Sie könnten uns ja besuchen. Aber da ist gerade keiner. Macht nichts, sie würden die Tür aufbrechen. Aber der Kühlschrank wäre leer. Wäre auch egal, irgendwie würden sie den schon füllen…. Mit einem Lachen verabschieden wir uns und alle applaudieren rundherum. Echt nett!

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Im zentralen Park – sichtlich stolze Polizistinnen, Zaungäste, Folkloremusiker und eine Frau im traditionellen Outfit (der Kleine hängt dort wie eine Marionette!)

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himmlische Ausblicke -Schuhputzer mit Inbrunst bei der Arbeit – noch eine Uniform (5 verschiedene Polizisten sorgten für Ordnung an diesem Platz und jeder mit einer anderen Aufgabe!)

Aber wir kommen nicht weit. Beim Hotel am Platze fällt mir der riesige Strauß wunderschöner Rosen ins Auge. Die Portiers bitten uns herein. Gerne! Die Rosen sind eine Spezialität dieser Region. Sie sind die schönsten der Welt und werden mit speziellem Verfahren bis zu einem Jahr haltbar gemacht! Wunderschön! Drinnen sehen wir das Café des Hotels. Möchtest du einen Kaffee? Immer! Mit Eis? Claro que si! Seguro! Wir probieren eine Getränkespezialität aus Quito: Rosero. Mit verschiedenen Früchten, wie Bohle ohne Alkohol. Sehr lecker! Das Eis wird mit dampfendem Stickstoff von einer Bedienung im lila Kostüm mit Maske und Spitzhut serviert – einer Tradition aus der „Semana Santa“, der Osterwoche. Dass das Ganze natürlich mehr Dollars kostet, ist uns klar, aber egal! Wir genießen dies gerade sehr!

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Die schöne Basilika ist im letzten Licht wunderschön anzusehen. Eigentlich ein Betonbau sieht sie aus, wie aus Stein gebaut, mit großen Bronzetüren, 3 hohen, verzierten Türmen und 2 $ Eintritt, aber anscheinend sind wir zu spät – alles schon zu!

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Na egal, schauen wir, wo es was zu essen gibt, denn wir wollen nicht im Dunkeln zu Fuß unterwegs sein. Aber wir finden nichts. Also suchen wir ein Lokal in M.’s heruntergeladener App aus und fahren mit dem Taxi für wenige Dollar dorthin und an der Basilika vorbei. Mist, sie ist an der Seite auf (haben wir nicht gesehen, schade!). Im Dunkeln ist Quito gefährlich, darauf weisen diverse Artikel im Internet, Reisende und Einheimische hin.

Wir legen es lieber nicht drauf an und fahren wieder Taxi zurück für einige Dollar. Der Fahrer findet unser Hostel trotz Visitenkarte mit Kartenausschnitt nicht. Aber mit Hilfe unseres Navis schaffen wir es doch noch. Wie gut, dass wir das mit hatten!

Gute N8 B.

 

Grenze: Ecuador

So, 17.1.16

Schon um kurz nach 8 fahren wir Richtung Grenze bei Ipiales. Schnell haben wir den Ausreisestempel im Pass, aber die Aduane macht Probleme: Die junge Dame vom Zoll in Bogota hat das Original behalten und uns nur 2 Kopien mitgegeben. Aber WIR brauchen das Original zum Ausreisen. Ich erkläre der Dame vom Zoll, dass ich kein Spezialist dafür wäre und dass die Dame in Bogota mir diese beiden Papiere gegeben habe, mehr habe ich nicht. Und nu? Sie zieht mit den Kopien ab, holt Rat beim Kollegen und erscheint nach einigen Minuten mit dem Ausreisestempel für unsere Moppeds wieder. Vielleicht hat sie in Bogota angerufen, vielleicht auch nicht. Keine Ahnung. Jedenfalls dürfen wir weiter. Glück gehabt!

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Auf ecuadorianischer Seite ist alles in einem Gebäude. Natürlich muss M. selber zum Schalter, aber ich habe alles vorbereitet, alles ausgefüllt und er muss seinen Pass nur noch selber abholen. Es kostet nichts.

Die „Aduane“ ist sehr lustig, denn die jungen Damen beömmeln sich darüber, dass ich (angeblich) keine e-mail habe (die echte will ich ihnen nicht geben), kein Fazebuk, kein Instagramm…. Ja wie ich denn mit meiner Familie kommunizieren würde? Mit meinem Mann? Hablamos – wir SPRECHEN miteinander! Die ganze Abteilung lacht sich kaputt. Nein, wie ich denn mit Deutschland kommunizieren würde? Per skype. Ja, die hätten sie dann gerne. Das ist zwar nur ein Name, aber ich gebe ihnen irgendeine sinnvolle Abkürzung mit @online.de am Ende. Sie schaut zwar zweifelnd, aber das akzeptiert sie. Hauptsache, der PC ist zufrieden. Wir brauchen keine Kopien, nur die Fahrzeugpapiere, Pass und Führerschein im Original. Alles wird per Handy fotografiert und fertig! Alles in allem weniger als eine Stunde! Wow! Na dann los! Aber keiner interessiert sich für unsere neuen Papiere, keiner will sie sehen.

Auch gut. Dann eben nicht! Aber auf der Strecke gibt es Militärposten. Einer dieser Posten kontrolliert alle Fahrzeuge und auch uns. Sie wollen aber nur den Pass sehen, schauen allerdings recht zweifelnd auf mein Visum der USA. Ich soll bitte meinen Helm ausziehen. M. dagegen smalltalkt schon vorne mit den anderen. Ich werde nach dem hiesigen Visum gefragt. Ich erkläre, ich hätte keins. Aber ich erfrage meinen Pass zurück und erkläre ihnen seinen Aufbau: Pass aus D-land, danach Visum USA, dann viele Seiten später der hiesige Einreisestempel. Jep. Damit sind sie einverstanden und lassen mich fahren. Aber M. ist noch lange nicht fertig. Sie fragen nach GPS, nach seinem Gepäck, wofür er das alles brauche und ich verdrehe schon die Augen. DAS wird wohl das Highlight des heutigen Tages für die jungen Burschen gewesen sein. Sicher sprechen sie noch lange von den Moppeds.

Kurz danach entführt mich M. von der GPS-Route weg. Hä? Was ist denn jetzt los? Er hat wohl noch ein Date! Jep! Willkommen am Äquator! Stimmt – den hatte ich total vergessen. Der Platz ist recht unspektakulär und laut GPS auch ein wenig zu weit südlich, ca 200 m. Macht aber nix. Wir haben ihn selber fahrend überquert! Yeah!!!

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Auf dem Äquator

Recht schnell sind wir in Quito auf fast 3000 m Höhe angelangt. Der Verkehr ist deutlich entspannter, als noch in Kolumbien. Vielleicht liegt es daran, dass heute Sonntag ist? Jedenfalls wurden wir nicht so von anderen Minimoppeds umsurrt, was das Ganze deutlich vereinfacht und entspannt hat. Gestern bin ich im Anfahrtrubel zum 2. Mal von einem solchen angefahren worden, der sich diesmal auch tatsächlich gelegt hat. Mich stört das nicht wirklich, da meine Maschine mit dem ganzen Gewicht recht träge ist. Die paar Kratzer am Koffer mehr machen den Kohl auch nicht mehr fett. Die kleinen Moppedfahrer allerdings fahren zum Glück alle mit Helm, mehr aber auch nicht. Das wird sicher einige heftige Schürfwunden gegeben haben. Es tut mir sehr leid für ihn, aber die fahren alle wild durcheinander und lassen keinen Zentimeter Platz zwischen sich und anderen. Sie unterschätzen unsere Breite und unsere Geschwindigkeit, unseren Antritt, und vor allem, dass wir mehr Platz brauchen, als sie uns zugestehen wollen. Kein Wunder, wenn sie dann den Kürzeren ziehen. Aber zum Glück ist nicht mehr passiert. Die maximalen Geschwindigkeiten sind hier nicht so hoch, wie in D-land. Da laufen die Unfälle oft glimpflicher ab als zu Hause.

Aber lass uns doch den Abend mit einem schön kalten Radler beschließen und dabei ein wenig den Blog pflegen. Pustekuchen! Es ist doch Sonntag! Da wird kein Bier verkauft – jedenfalls nicht in ganz Ecuador! (Schnief!!!!)

Also kein Prost! Schade!

Bis morgen, dann versuchen wir das noch mal 😉

Bye B.

Fahrtag nach Ipiales

Sa. 16.1.16

Wieder so ein besonderes Datum.

Wir sind schon um 8.oo losgekommen. Aber irgendwie kommen wir nicht richtig voran. Ungefähr 50 km schaffen wir pro Stunde, obwohl wir zügig überholen. Aber immer wieder stockt es, lange Autoschlangen sind zu überholen, Baustellen werden nur einspurig geführt und die Strecke insgesamt ist sehr kurvig ohne Geraden. Da fällt das Überholen echt schwer, vor allem weil die LKW gnadenlos ausholen und die Kurve schneiden, um rum zu kommen. Da heißt es aufpassen. Endlich, ab Popayan wird der Verkehr weniger, die Kurven nicht mehr so eng und es lässt sich etwas leichter cruisen. Ohne Verkehr wäre heute ein richtig schöner Fahrtag gewesen.

Die Strecke ist wunderschön, aber super anstrengend zu fahren. Es geht die Berge rauf und runter, wobei uns lieber rauf, als runter ist. Denn schon unter 1000 Höhenmetern geht es schon morgens früh über 30 Grad. Je später der Tag, desto höher die Grenze. Bei 600 m Höhe fahren wir einen neuen Temperaturrekord ein: 38 °C. Puh! Aber zum Glück geht es schnell wieder höher.

Die Landschaft ändert sich nach 200 km rapide. War es in Zentralamerika und bisher in Kolumbien grün und dicht bewaldet bis in hohe Höhen, so erleben wir jetzt zwischen 1000 und 1500 m Höhe wüstenähnliche Landschaft – braun, kaum Bäume, wenn dann nur mickrige Bäume, Gestrüpp, mehr und mehr nackte Felsen und Kakteen. Die haben wir schon lange nicht mehr gesehen.

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Doch was ist das? Nach weiteren 100 km geht es plötzlich noch höher auf 2500 m Höhe und hier ist wieder alles grün, dicht bewachsen, Bäume bis oben in die Gipfel und Kulturanbau. Prickelnd interessant, die Landschaft, oder?!

Wir fahren bis kurz vor Ipiales. Dort gibt es die berühmte Kirche Sanctuario de nuestra Señora de las Lajas, die über ein enges Tal wie auf eine Brücke gebaut ist.

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Es sieht aus, wie in „Der Name der Rose“

Sie ist wunderschön und wir sind begeistert ob der feinen Türmchen, Figuren und der Tatsache, dass man sozusagen von oben auf das „Dach“ steigen kann. Witzig! Man braucht keinen Eintritt zu zahlen, aber es ist gerade Messe – klar wiedermal Samstag für die Besichtigung ausgesucht. (Wie zuletzt in der Salzkirche auch.) So schauen wir uns erst mal draußen um und gehen ins Museum für 3000 Pesos (knapp 1 Euro) pro Nase. Nachdem Maria einem Kind erschienen ist (1754) wird hier zunächst eine kleine Kapelle errichtet, für nur 15 Personen. Schnell wird sie vergrößert, eine Etage draufgebaut, noch eine, noch eine, ausgebaut, verziert… Und kurz nach dem Krieg war sie fertig. Ein echtes Juwel! Unbedingt sehenswert für alle Reisenden: Nicht vorbei fahren!

Morgen gehts auf zur Grenze und nach Quito (Ecuador).

Vielleicht gibts dort schnelles Internet für Bilder…

Bis bald

B.

Cali – auf ins Paradies

Do 14.1.16

Wir versuchen, die Adresse der Finca in Cali herauszufinden, um der Einladung des Chefs von Girag zu folgen. Das allein war schon schwierig genug gewesen, weil wir immer nur Telefonnummern hatten, bei deren Anruf aber keiner antwortete, WENN wir denn Internet hatten, mit dem man skypen konnte. Zuletzt riefen wir über die Leitung der Hazienda an. Sie gaben uns eine Buchstaben-Zahlenkombination (5B3 – 41), die mit Abstand die zu finden schwierigste Adresse der bisherigen Reise war. Beide Navis kannten unterschiedliche Carreras 37 – abgesehen davon, dass es auch Calle 37 und Carretera 37 gibt. Man muss die richtige im richtigen Viertel finden. Da unser Navi keine Viertel kennt, müssen wir uns zum richtigen Viertel durchfragen. Dann die richtige Straße 37 finden, dann den richtigen Teil der Straße 5, dann die richtige Richtung geradeaus A, links B, (C und D waren irgendwo daneben), und dann den richtigen Abschnitt mit der richtigen Hausnummer. Selbst unmittelbare Nachbarn, nur wenige Häuser/Meter entfernt, haben uns die falsche Richtung an der Kreuzung genannt. Diese Bezeichnung ist zwar logisch aufgebaut, aber chaotisch umgesetzt. Die Bewohner bestätigen, dass in Cali eine Adresse zu finden höchst schwierig ist, vor allem im dichten Berufsverkehr, im Stau, im Einbahnstraßengewirr und in der brütenden Hitze ohne Fahrtwind. Doch endlich stehen wir vor dem richtigen Haus.

Wir haben die größte Stadt (Bogota), die zweitgrößte (Medellin) und die drittgrößte Stadt von Kolumbien (Cali) besucht und durchfahren. Puh!

Doch wir sind noch nicht da. Dies ist nur die Stadtwohnung. Die Finca ist im Süden von Cali in einem kleinen Dorf Pance in den Bergen, über eine holprige, teerlose Straße zu erreichen. Nach vielen vergeblichen Angaben, die keins unserer Navis kennt, bekommen wir doch eine Ahnung, wo die Finca liegt und finden sie tatsächlich vor Einbruch der Dunkelheit. Natürlich weiß nun das ganze Dorf, dass wir da sind und Gäste der Giraldos, denn so oft, wie wir danach gefragt haben und so wie wir mit unseren dicken Maschinen aussehen, fallen wir einfach auf. Beim späteren Getränkekauf bekommen wir dies bestätigt. Na, dann kann ja nix mehr passieren, wenn so viele Menschen auf uns aufpassen. 😉

Wir werden vom „Hausmeister“ Saulo und seinem Sohn Daniel und einem der 4 Hunde empfangen. Er hat uns gesehen, als wir vorbeigefahren sind und lacht sich kaputt darüber. Stolz zeigt er uns das Gelände, was er allein in Ordnung hält. Ein Fulltimejob. Seinen Sohn, 12 Jahre alt, kann ich problemlos verstehen, aber Saulo spricht zu schnell und zu undeutlich. M. versteht nichts, und ich nur mit Mühe und viel Nachfragen die Hälfte. Aber das macht nichts. Daniel ist sehr aufgeweckt, fragt viele Dinge und wir erzählen gerne von den unterschiedlichen Ländern, von Europa, den Eigenheiten des Geldes und schenken ihm einige übrig gebliebene Münzen und Scheine. Glücklich zieht er damit ab.

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El Presidente hatte Recht. Es ist ein herrlich ruhiger Ort. Einer zum Ausspannen, zum Relaxen und Auftanken – ein Paradies – und viel zu schade für nur eine einzige Nacht. 2 Bäche fließen durch das Grundstück und vereinen sich dort. Außer Vögel und das Rauschen der Bäche hört man nichts.

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Das Paradies

So bleiben wir gerne noch einen weiteren Tag. Außerdem müssen so lästige Dinge wie Stiefel pflegen, Haare schneiden, Wäsche waschen, Dinge reparieren oder PC und Bilder sortieren/aufräumen gemacht werden.

Am Abend werden wir von der Nachbarin zum zweiten Mal auf ein Bier eingeladen. Diesmal nehmen wir gerne an (gestern war es zu spät geworden, ehe wir gekocht und gegessen hatten, war ich von der Fahrt zu groggy!). Es wird sehr kurzweilig, weil nach einigem Erzählen und Austauschen der Hausherr die Gitarre herausholt und gemeinsam wird (mehrstimmtig) gesungen, getanzt und mit Rasseln und Trommeln gespielt. Herrlich, das liebe ich ja!

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Stimmung!

Die Ruhe und Stille hier tut uns gut. Wir genießen die angenehme Temperatur, bevor es am nächsten Tag auf die 400 km Strecke bis zur Grenze nach Ecuador geht. Wir sollten früh um 8.00 losfahren, damit wir vielleicht noch die Grenze überqueren können. Mal sehen…

VGB

Edit zum Bambus: Man kann den Bambus wachsen hören. Er wächst ca 1 cm pro Tag und es hört sich so ähnlich wie das Hämmern eines Spechtes an. Wahnsinn, oder?

Kaffee: Hacienda Guayabal

Mi, 13.1.16

Wir haben schnell alles auf dem Mopped verstaut, aber ehe wir mit den umstehenden Reisenden fertig gequatscht und Kaffee getrunken und gefrühstückt haben, ist es schon wieder 11. Wir haben aber nur gut 200 km zu fahren, denn wir wollen auf einen Tipp Karls (des deutschen Motorradreisenden, den wir in Merida getroffen haben) zur Kaffeeplantage und dort eine Führung mitmachen. Das sollte zu schaffen sein. Zunächst müssen wir erst Stau und lange Autoschlangen überholen, bis wir Medellin großräumig verlassen haben. Das stresst schon sehr, müssen wir doch sehr aggressiv überholen, um die LKW und Busse, die keinerlei Rücksicht nehmen und soviel wie möglich Vollgas geben, auf dieser kurvigen Strecke zu überholen. Danach  schalten wir aber sofort in den Reisemodus um, sonst lässt irgendwann die Konzentration nach und man riskiert einen Unfall. Das wollen wir natürlich vermeiden. Je weiter wir nach Süden kommen, desto mehr verändert sich die Landschaft. War es seit Mazatlan (Fähre Mexiko) immer grün und mit dichtem Wald bewachsen – selbst auf 3500 m Höhe – so wird es hier sehr trocken. Die Berghänge werden braun und die Bäume stehen vereinzelt in lichten Abständen. Die schöne kurvige Straße schlängelt sich zwischen den Kaffeehängen entlang und wir genießen die wunderbaren Blicke in die unzähligen Täler, wenn mal wieder freie Strecke ist und keiner überholt werden muss. Leider ist auch heute das Wetter wieder sehr diesig, so dass die Bilder nicht gelingen. Es fehlt dem Fotografen Licht. Dennoch ist es dauerhaft heiß – wieder über 36 Grad, als ob man mit einem Fön angeblasen wird.

Am frühen Nachmittag sind wir an der Hazienda Guayabal und fragen nach einem Zimmer und einer Führung. Beides ist möglich. Wir belegen schnell das (einfache) Zimmer, springen eben in den Pool, duschen, ziehen uns um und genießen noch das Begrüßungsradler, ehe auch schon eine ¾ Std. später die Privatführung beginnt.

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Die Hacienda Guayabal, wunderbar gelegen.

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Rundherum nur Kaffee…

Auf Nachfrage des Hoteliers auf spanisch! Anscheinend hat der englischsprachige Führer noch andere Gäste und der unsrige spricht nicht so gut englisch. Aber er spricht ein exzellentes, langsames und sehr deutliches Spanisch, so dass wir alles verstehen, was er uns erzählt. Es ist toll! Wir probieren die Kaffeekirschen – recht süß – bestaunen die Blumen und Sträucher in den Kaffeehainen, deren Duft und Flavor in die Kirschen übergeht, wir besteigen den Kaffeeberg (extrem steil, was ich lieber mit dem Mopped fahren würde, als meinen Füßen zuzumuten, aber es ist nur einige hundert Meter hoch) pflücken nur die gelben und roten Kaffeekirschen, die grünen lassen wir hängen (wie übrigens die eigentlichen Pflücker auch per Hand ca 150 -200 kg pro Tag!!!) und bestaunen den Sonnenuntergang vom oberen Aussichtspunkt, der einen Blick bis in weite Ferne über 5 weitere Hügel hinweg erlaubt. Wir sehen, wie die beiden Kaffeehäute entfernt werden, wie die Bohnen im Ofen innerhalb von nur einem Tag getrocknet werden und erfahren den unterschiedlichen Geschmack ein und desselben Kaffees bei unterschiedlichen Wassertemperaturen oder unterschiedlichen Brühzeiten. Außerdem lernen wir die Unterschiede zu anderen Ländern kennen wie z.B. Brasilien, wo der Kaffee mit Maschinen geerntet wird – im Gegensatz zu Kolumbien nur einmal pro Jahr – was zu Verlust an Qualität führt, weil auch die nichtreifen grünen Früchte mit geerntet werden. Dort trocknet die Sonne innerhalb von 3 Wochen die Kirschen, erst danach werden die Bohnen gewonnen. Also eine ganz andere Art und Weise der Kaffeeproduktion. Hochinteressant und klasse!. Vor allem, weil der Privatführer unser Tempo annahm, unsere Fragen beantwortete und so klar und deutlich sprach. Einfach ein wunderschöner Tag!

Abends sitzen wir nach einem leckeren frischen Fisch noch draußen in der lauen Natur bei einem Glas Rotwein und hören nur das Zirpen der Grillen oder Zikaden. DAS hatten wir schon lange nicht mehr im städtischen Trubel und Krach. Herrlich!

Hoffentlich hattet ihr auch einen schönen Tag daheim und unterwegs – eure B.

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Die verschiedenen Stadien der Kaffeepflanze

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Das hier ist Kakao

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Nach einer kurzen Einführung können auch wir Kaffee pflücken, aber nur die gelben und roten Kirschen

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Den Pflückerlohn bitte – anschließend genießen wir den Sonnenuntergang

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Hier sammeln sich die tauben Kaffeebohnen – daraus wird Instant-Kaffee, brrrrr…..

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Das Wachsen des Bambusses kann man hören!

Schon wieder Inspektion

Gestern war Feiertag und wir mussten bis heute warten, um wegen eines Services zu fragen. Sie könnten uns nichts versprechen, da sie für heute schon 15 Motorräder angenommen haben. Aber bis morgen Abend würden sie sie sicher schaffen. Wir haben keine andere Wahl als zu akzeptieren. Der Service ist fällig und lange weitersuchen ohne Empfehlung wollen wir auch nicht. Aber dieser Laden hat nicht umsonst so einen guten Ruf, denn die Moppeds sind tatsächlich doch schon heute fertig. Bei mir war mal nichts zu reparieren, bei M. lediglich das Vorderradventil zu ersetzen. Er hatte schon in D-land Luftverlust bemerkt, der Reifen verlor nun zuletzt derart rapide die Luft, dass er ihn täglich aufpumpen musste. Mein reparierter Hinterradreifen hält immer noch dicht – hoffentlich auch noch 3000 km bis Lima. Dort soll es nach 18000 km neue Schuhe geben. Und die ganze Herrlichkeit für nicht mal 170,- Euro, wohlgemerkt für beide!!! Morgen gehts also wieder Richtung Süden.

VG B.

Sightseeing Medellin

Mo,11.1.16

Natürlich haben wir NICHT unsere Moppeds zum Schrauber bringen können. Es wäre ja auch zu schön gewesen. Hier ist heute Feiertag und alles zu. Wir haben uns schon gewundert, wieso kein Verkehr in der Stadt ist. Alles leer gefegt. Dafür ist eine der Hauptverkehrsadern fast komplett gesperrt, damit sowas wie ein Volkslauf mit Inlinern, Fahrrädern oder Jogging stattfinden kann. Wir ziehen in ein Hostel ans rosa-Viertel um. Es ist billiger und näher an der Innenstadt. Denn wir werden wohl nicht ganz so schnell nach Süden kommen.

So sind wir heute zum Tafelberg „Piedra del Peñol“ gefahren. Eine herrliche, kurvige Strecke. Auch diese Straße ist Mautstraße und wir fuschen uns wieder ewig am Stau vorbei. sowohl hin, als auch zurück. Hier fahren 10 mal so viele Zweiräder wie Autos und meist zu zweit besetzt. 3 nebeneinander, zwischen den Autos, rechts und links dran vorbei… Man muss sehr gut aufpassen, aber man stelle sich diese vielen Moppeds als Autos vor, DAS gäbe einen Stau.

Nach 80 km kommen wir oben an. Unsere Moppeds machen im selben Moment dem beeindruckenden Berg Konkurrenz. Sie sind umringt von immer neuen Menschen, die staunend davor stehen und die T’raube wird groß und größer.

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Unsere Töfflis stehen mal wieder im Mittelpunkt

Ein kleines, rotes Töfli,ein Roller von Yamaha, hat sich daneben gestellt. alle schmunzeln ob des großen Bruders daneben. Das will vielleicht auch mal so groß werden…, Nicht nur der Berg beeindruckt mich, sondern vor allem die Treppe senkrecht nach oben. Mir wird schlecht! M. will rauf, aber ich bleibe lieber unten und genehmige mir während des Wartens ein Eis. Ich kann es kaum essen, so werde ich mit Fragen gelöchert. Der Stausee ist besonders, da unzählige Inseln und Inselchen entstanden sind. Der Ausblick ist toll, aber leider fehlt heute die Sonne. Schade! Es ist zu diesig, um einen Wahnsinns-Fernblick zu ergattern. Man kann nicht immer Glück haben. Wir sind immerhin nicht nass geworden, auch wenn die Wolken recht dunkel gedroht haben.

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Der Pieda del Peñol

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Der Weg nach oben ist nichts für Leute mit Höhenangst und verlangt mit 665 Stufen eine gute Kondition

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Ausblick von oben

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Leider ziehen Wolken auf…

Mal sehen, ob wir nach dem Essen im Hostel noch raus auf die Britz gehen. Das Vergnügungsviertel und die Partymeile ist gleich um die Ecke, genannt „Zona Rosa“

VGB

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Nach Norden bitte: Medellin

So.10.1.16

Ja, stimmt, eigentlich falsche Richtung. Aber es ist Sonntag und alles hat zu und wir suchen einen BMW-Schrauber. Es soll auch einen in Bogota geben. Aber seit Merida sind wir misstrauisch, was das anbelangt. Wir vertrauen nicht mehr jedem unsere Mädels an. Der in Medellin hat einen sehr guten Ruf, wie wir von verschiedenen Reisenden gehört haben. So entschließen wir uns, den 400 km Umweg in Kauf zu nehmen. Es soll ohnehin eine sehenswerte Stadt sein.

Es dauert aber, bis wir all unsere Sachen wieder auf dem Mopped sortiert und verstaut haben. Durch die Flüge ist da einiges durcheinander geraten. Erst um 11 kommen wir weg. Es sind angenehme Temperaturen draußen und die Sonne scheint. Es geht erstmal 2500 m stetig bergab. Das habe ich gar nicht so wahr genommen, auch wenn mir M. die Info mitgeteilt hat. Aber ich bin ja in Bogota eingeflogen und nicht hingefahren. Außerdem ist diese riesige Stadt so flach und von hohen Bergen umgeben, dass man einfach nicht vermutet, dass man sich in 2500 m Höhe befindet. Je mehr Höhe wir verlieren, desto wärmer wird es, bis es wieder über 36 Grad heiß ist. Puh! Aber zum Glück klettern wir bald die Berge wieder hoch auf über 2200 m bei frischen 19 °C. 

Wir fahren die schnellste Route, die über mehrere Mautstraßen führt, für die wir sage und schreibe….. nix zahlen! Diesen Tipp haben wir irgendwo gelesen und wieder vergessen und Luis hat uns nochmal darauf aufmerksam gemacht: Es gibt ganz rechts neben den Bezahlstationen eine ganz schmale Spur für Moppeds und Biker. Das muss man wissen, sonst sieht man die nicht und einmal in der Autospur drin, muss man auch zahlen – denn die Kamera erfasst jeden und die im Kassenhäuschen haben keine Möglichkeit, das rückgängig zu machen. Die Moppedspur ist mit mehreren „topes“ bestückt und so knapp, dass man mit Koffern schon richtig gut fahren und zielen muss. Aber meist ist neben dem hohen Bordstein noch ein kleiner Gehweg, so dass man dicht daneben entlang fahren kann, ohne mit den Koffern irgendwo hängen zu bleiben.

Trotz 2-spuriger Schnellstraßen macht der Fahrtag richtig viel Spaß, denn es gibt Kurven satt. Irgendwann ist die Straße nur noch einspurig und wir müssen wieder einen Überholmarathon abliefern. Aber wir sind so im Flow drin, dass es richtig gut fluppt. Wir sind richtig schnell. Wir haben von den anderen Verkehrsteilnehmern gelernt, die Lücken zu suchen und auszunutzen. Wenn die Autofahrer sich in den Kurven am Mittelstreifen festhalten, wird eben rechts überholt. Das entgegen kommende Mopped macht Platz, so dass ich trotzdem überholen kann. Ich mache dagegen auch dem überholenden Bus Platz. Jeder kommt hier zu seinem Recht, so dass wir trotz viel Verkehr vor Einbruch der Dunkelheit ein Hotelzimmer mit abgeschlossener Garage haben.

Wir kommen von oben über die Berge herein. WOW, unter uns liegt Medellin, an allen Hängen kleben die Häuser bis fast oben hin. Medellin liegt auf 1600 m. Aber es ist diesig und kein Platz zum Anhalten. Sorry, heute gibts keine Bilder.

Anbei: Wir sind heute wohl der gesamten Polizeiflotte von Kolumbien begegnet. Alle paar Kilometer eine erneute Kontrolle. In jedem Örtchen, und sei es noch so klein, stand mindestens ein Polizist. Sie haben sich nicht für uns interessiert. Wir sind auch jedesmal brav und fahren langsam an ihnen vorbei. Allerdings haben wir viele Zweiradfahrer in Diskussionen mit den Beamten gesehen, Busse wurden vor unserer Nase herausgewunken, LKW’s…  Glück gehabt? Ja, wiedermal! 

Morgen als erstes zum Schrauber – 5 km entfernt!. Hoffentlich kommen wir dran. Und hoffentlich sehen wir noch was von Medellin….

Bis demnächst VGB

 

Wieder vereint zur Salzkathedrale!

Sa, 9.1.16

Yeah – wir haben sie wieder! Unsere Mädels sind wieder wohlbehalten in unseren Händen. Sie sind tatsächlich gestern nachmittag am Flughafen angekommen, mussten dann aber erst noch ausgeladen werden und so wurde es zu spät für all den Papierkram. So sind wir heute morgen nach dem Frühstück gleich dorthin. Der ganze Mailverkehr lief postwendend ab, sowohl mit Sr Richard von Girag in Panama, als auch hier mit Sr Martinez von LAS – der hiesigen Fluggesellschaft. Wir wurden umfassend informiert, wo wir uns an wen wenden sollen, auch mit dazugehöriger Adresse. Auch wenn der Taxifahrer die nicht sofort fand, sondern noch eine Runde mehr drehte, so können wir diesen Transport uneingeschränkt empfehlen. (Die folgenden detaillierten Beschreibungen sind für Reisende/Interessierte. Die könnt ihr getrost überspringen!)

Herr Martinez ging mit uns gemeinsam zunächst die Moppeds „(be-)suchen“, d. h. mit Abtasten und Warnweste in den Sicherheitsbereich. In D-land kommt da kein Fremder rein. Jaaaaa, da standen sie traulich vereint auf einer Metallplatte, eng aneinander gekuschelt. Guuuut, sie sind also schon mal hier. Auch die 3 Kettenspraydosen sind noch da. Eigentlich darf man diese Dosen nicht im Flieger mitnehmen. Aber es ist so schwer, gutes Kettenspray zu finden, so dass wir sie auch nicht in Costa Rica lassen wollten. So haben wir sie extra oben als erstes in die Rollen getan, damit sie – falls sie gefunden werden – rausgenommen werden können und nicht die Mitnahme im Flieger riskieren, nur weil die Dosen im abgeschlossenen Koffer drin sind. Aber es ist nicht aufgefallen – Glück gehabt!

Bei der Überprüfung der Mädels stellt Sr Richard mit blassem Gesicht fest, dass wir nur eine einzige Fahrgestellnummer haben, die aber noch nicht mal eingraviert, sondern nur mit Sticker aufgeklebt ist. DAS geht aber nicht! Wir erklären ihm, dass dies Original so ist, dass es mit dem Fahrzeugschein übereinstimmt und eben so in D-land gehandhabt wird. Hm! Haben Sie ein Handy mit Blitz/Kamara? Klaro! Von den Lenkköpfen mit Nummer ein Bild und zurück ins Büro. Dort geht die Übertragung wegen fehlendem Kabel nicht. Per Bluetooth widersetzt sich M.s altes Iphone. So wird einfach ein Foto vom Foto gemacht. Alle Papiere, Pässe und Fahrzeugscheine  2 mal kopiert, ein Auto organisiert, mit dem man uns zum Zoll schickt. Dort fragen wir uns zur richtigen Beamtin durch – nachdem wir auch hier 2 mal den Pass gezeigt haben – die sich die Moppeds gerne anschauen will. Sie stehen aber nicht vor der Tür = nationaler Cargoterminal, sondern auf der anderen Seite = internationaler Cargo. Mist. Etwas Sport gefällig? Sie nimmt sich gleich einen Stapel Papiere mit, damit wir nicht noch mal in ihr Büro zurück müssen. Sehr nett mitgedacht, danke! Drüben angekommen wieder dasselbe Prozedere: Abtasten, Warnwesten, Rucksäcke abgeben und alle mann zu den Moppeds. Sie macht ein Gesamtbild und kontrolliert die Fahrgestellnummern. In die Koffer schaut sie nicht. Sie ist ohnehin zu klein und kommt nur mit Mühe mit ihrer Nase überhaupt über den Lenker. Anschließend setzt sie sich mit all den Papieren, Pässen und Fahrzeugscheinen ins Büro der Fluggesellschaft und füllt geduldig und sehr ordentlich alles per Hand aus. Noch ein Photo vom Photo des Photos wird gemacht. Denn auch die Übertragung von deren Handy zu Handy klappt nicht. Es waren ihre ersten internationalen Moppedtransporte überhaupt.

Endlich fertig wieder in den Sicherheitsbereich: Abtasten, Sicherheitsweste, Rucksäcke durchsuchen, Moppeds loseisen, umziehen, bepacken, Spiegel umdrehen und festschrauben, LOSFAHREN!!!!

Zur Salzkathedrale bitte!

Was haben wir die Moppeds vermisst! Ich brauche als erstes dringend eine Tanke – ich befürchte, ich hab keine 10 km mehr im Tank. Danach braucht M. dringend Luft im Vorderreifen. Der verliert ständig Luft. Ob es am Ventil liegt? Als letztes wollen wir wenigstens noch ein bisschen was vom Tag haben und ich möchte so gerne die Salzkathedrale im Norden von Bogota sehen. Also machen wir uns durch 60 km Stau, Chaos und Feierabendverkehr nach Zipaquira auf. Der bewachte Parkplatz kostet nur 5000 pro Mopped (1,50 €) und der Eintritt 25.000 (7,50 €) pro Nase – egal ob Touri oder nicht! Das finde ich mal fair! Dafür bekommt man aber eine wunderbare Kulisse geboten. Das alte Salzbergwerk ist deutlich zu erkennen und man hat nur wenig „Schmuck“ in die Gänge integriert. So bleibt der natürliche Charme des Bergwerks erhalten. Mir gefällt das sehr gut. Es ist viel größer und weitläufiger, als ich vermutet habe. Selbst Souvenirs und Cafés bzw. Snacks gibts unter Tage – und alles erschwinglich! Ich könnte schon wieder beim farbenfrohen Schmuck zuschlagen. Diese Pracht, wunderschön!!! Aber ich hab schon so viel im Koffer – da ist kein Platz mehr! Demnächst treffen wir einen Freund in Peru, der versprochen hat, was mitzunehmen. Dann ist wieder mehr Platz im Koffer – fragt sich nur wie lange 😉

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Von außen deutet nichts auf die Kathedrale hin.

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Salzkathedrale – zuerst muss der Kreuzweg bewältigt werden

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Salzkathedrale – das Kirchenschiff ist wirklich beeindruckend

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Impressionen

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So tief unten haben wir noch keinen Cappuccino getrunken

Als wir rauskommen ist es schon wieder spät. Lass uns erst hier was essen und im Dunkeln zurück fahren. Dann ist sicher weniger Verkehr. (Ha, denkste! Zwar nicht so ein Chaos, aber immer noch Stau und viel Verkehr!) Über dem offenen Feuer sind wie in einem Trichter spitz nach oben zulaufend die Grillgüter angeordnet und duften herrlich! Das habe ich beim Hinweg schon gesehen und mich drauf gefreut. Ehe wir die Moppeds geparkt haben, werden wir auch schon mit dem ersten Probebissen begrüßt. Wow! Lecker! Es gibt keine Speisekarte und die junge Frau bemüht sich sehr, uns die einzelnen Spezialitäten zu beschreiben. Können wir nicht einfach eine Mischung aus allem haben? Klar! Wie viel denn? Ok, fangen wir mal klein an und können nachholen. Aber die Platte ist so voll, dass ich schon nach einem Drittel satt bin. M. ergeht es nicht viel anders.

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Hmm, lecker !!!

Hier konnte ich zum ersten mal die „Ñame“ kosten, die ich zuletzt im Supermarkt bestaunt und kennengelernt habe. Sie schmeckt ähnlich wie eine Kartoffel, ist aber viel größer. Wir nehmen einfach den Rest im Dogibag für morgen mit! Wir bezahlen für die ganze Herrlichkeit keine 25 Euro. Dafür freut sich die junge Frau aber so über das Trinkgeld, dass sie es postwendend dem Grillmeister zeigt. Der hatte die ganze Zeit unsere Moppeds fest im Blick und mittlerweile standen 5 weitere Männer drum herum. Sie erfragten sich die üblichen Infos und zeigten sich sehr dankbar darüber, dass wir IHR Land besuchen. Sie sind stolz auf ihr Land und das können sie auch sein. Es hat viel mehr zu bieten als Drogen und Korruption. Jeder normalsterbliche Bürger will mit ehrlicher Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen. Der Erfindungsreichtum diesbezüglich ist sehr groß und reicht vom Unterhaltungskünstler an der roten Ampel bis hin zum Tante-Emma-Laden, der aus einem gefüllten Einkaufswagen und einem Sonnenschirm besteht. Diese Menschen haben nicht viel, sind aber freundlich und stolz darauf, dass ausgerechnet ICH ihr Land besuche. Von Neid oder Missgunst keine Spur. DAS beeindruckt mich wiederum sehr.

Gestern sind wir mit dem Hermania-Bus für 1500 (-,50€) pro Nase in die Altstadt von Bogota gefahren, um dort ein wenig Sightseeing zu betreiben. Es ist erstaunlich, dass bei DEM vielen Verkehr/Stau der Verkehr immer wieder ans Laufen kommt. Das muss am Fahrkönnen der Einheimischen liegen. Sie fummeln sich immer irgendwie durch. Dazwischen all die Moppeds, die unzähligen Taxen und großen und kleinen Busse… Dass der Verkehr noch nicht kollabiert ist, liegt angeblich am Millenium-Bus, der vor 15 Jahren eingeführt mit einer eigenen Spur quer durch die Stadt fährt und immer proppenvoll ist. Wir sind nicht so die Museumsgänger, auch wenn das Museum Oro mit Inkagoldschmuck bestimmt beeindruckend (und in anderen Kreisen wohl auch berühmt) ist. So schauen wir uns lieber die Kathedrale an und laufen durch die Straßen und durchs Menschengewühl. Viele Straßenkünstler versuchen ein paar Dineros dazu zu verdienen. Die Stadt ist laut, aber nicht schmutzig. Es liegt kaum Müll herum. Schmunzelnd schaue ich zu, wie eine Mutter ihr Kind in strengem Tonfall auffordert, die Plastikfolie wieder aufzuheben! Richtig so! Hier herrscht auch sonst mehr Umweltbewusstsein. Auf den Mülltüten stehen Slogans. Selbst spät abends im Dunkeln kehrt noch jemand die Gosse.

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Die Toilettenbenutzung ist frei- nur für das Klopapier muss man zahlen.

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Ein kolumbianisches Polizeimotorrad

Die Kathedrale von Bogota

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Die aufwendige Weihnachtskrippe im Inneren der Kathedrale

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Straßenkünstler in Bogota

Kolumbien, was muss ich doch Abbitte leisten. Als ich zum ersten Mal in dem Buch von Joyce Price las, dass sie Kolumbien für einige Tage besuchte, während sie auf ihr Mopped wartete, hielt ich das für sehr gefährlich angesichts der Drogenkriminalität und war überrascht, das Gegenteil davon zu lesen. Ich kann dies nur bestätigen. Ich will die Probleme nicht runter spielen. Aber in D-land darf man auch nicht mit dunklerer Hautfarbe in berüchtigte Viertel auftauchen, ohne Gefahr zu laufen, verprügelt zu werden. Wie ich immer sage: Es gibt auf der ganzen Welt in jedem Land viele gute Menschen und einige böse. In jedem Land! Auch bei uns!

Ich glaube an das Gute im Menschen und ich wurde schon unzählige Male auf dieser Reise darin bestätigt.

Mögen euch daheim auch nur die guten Menschen begegnen.

Eure B.