Noch eine Bärengeschichte

Di. 11.8.15

Es ist  trocken draußen und wir packen ohne Kaffee zu machen, ein, wollen wir doch zur Alpin-Backery und die haben auch herrlichen Cappuccino. Dort bearbeiten wir erstmal die fehlenden Bilder, skypen und frühstücken. Außerdem tendieren meine Vorräte gegen Null – sowohl was die kalte als auch warme Küche anbelangt. Einkaufen ist angesagt! Ich HASSE das! Das dauert immer EWIG, weil du erst überlegen musst, was könntest du zur Abwechslung mal kochen. Dann suchst du stundenlang in den wildfremden Läden die Regale nach den benötigten Utensilien ab, nur um festzustellen, dass sie das nicht haben oder in zu großen Gebinden. Dann musst du umdisponieren, also neu überlegen, was du denn nettes kochen kannst. Immer unter dem Blickwinkel, dass es haltbar genug und platzsparend sein muss. Hast du dann endlich alles gefunden und viiiiiiiiieeeellll Geld dafür da gelassen, dann musst du noch kucken, wie du alles irgendwie auf dem eigentlich vollen Bike untergebracht kriegst. (Puh!)

Ab zur Tanke und gegen 13.00 gehts los. Ein letztes Bild vom Wahrzeichen von Whitehorse: Die SS Klondike, ein alter Raddampfer und auf zu den letzten km auf dem Alcan.

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Ich suche – wie immer – die Straßenränder nach Bären und Elchen ab. Nichts! Nicht mal Schilder, die einen davor warnen zur Abwechslung. Hier gibts nur Bäume und Bäume. Und eine ziemlich gerade Straße. Mir werden die Augen schwer. Sekundenschlaf auf dem Mopped? Geht gar nicht, also anhalten!

_MG_9472 Am Kluane-See

M. fragt auch schon, ob ich einen Kaffee brauche. Logo! Immer, aber ich habe keine Lust, meine Küche aufzumachen, muss ich ja hinterher alles wieder spülen und einpacken. Aber 5 min. am Kloane-See, das könnte ich gebrauchen. Ich mache auf dem Mopped sitzend die Augen zu, obwohl der See mit seiner Insel in der Mitte bei schönem Sonnenschein in tollen Farben leuchtet. Das tut gut und zur Abwechslung fahre ich vorne weg. Ich bin wieder voll da und wach genug, um wieder die Ränder abzusuchen. Wie mag wohl die Landschaft sein müssen, um Bären oder Elche zu sehen? Eher waldig? Offene Grasfläche oder am Rande eines kleinen Sees? Alle Welt spricht doch von viel wilden Tieren auf dem Highway. Warum nur kriegen wir das nicht mit? Ich weiß, Dämmerung, die Lieblingszeit von Wildtieren. Dafür sind wir morgens zu spät und abends schon am Campingplatz. Trotzdem! Wenigstens EINEN Elch, bitte! Wir kriegen nur 2 Erdhörnchen zu sehen, die kurz vor den Rädern in selbstmörderischer Manier herflitzen. Ein entgegenkommender Motorradfahrer steht am Rande, um seine Spritvorräte auszugleichen. Wir halten an und bieten Hilfe an, aber er benötigt keine. Er habe noch, ein ganz klein wenig. Also weiter. Kurze Zeit später stehen zwei weitere Moppedfahrer rechts und links am Straßenrand in Fahrtrichtung, ein Auto auch. Was ist denn hier los. EIN BÄR!!!!! Ein Grizzley! 20 m neben der Fahrbahn am Straßenrand. Völlig überrascht zeige ich darauf und rausche erstmal dran vorbei, bevor ich bremse, drehe und in gebührendem Abstand mit laufendem Motor, abfahrbereit mit eingelegtem Gang, auf der anderen Seite am Straßenrand stehen bleibe. M. hat schon längst den Braten gerochen und hält hinter dem Auto, holt den Fotoapparat raus und macht Bilder. (Mit Helm, laufendem Motor und Kamera um den Hals!) Der Bär schaufelt sich genüsslich die Beeren rein und schaut  sich die Leute an. Ich schnappe nach Luft, weil der Bär sogar ein paar Schritte auf den Autofahrer und M. zugeht. Der Autofahrer ist tatsächlich ausgestiegen, um Bilder zu machen (der Doof!). Ich halte die Situation und Anpannung nicht aus und drehe und verkrümle mich. M. folgt meinem Beispiel. Lassen wir den Armen doch einfach in Ruhe zu Abend essen.

Foto

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Und wir genehmigen unseren Mädels auch mal ein paar Tropfen…. Tja. Hätten wir doch die Tanke nach 250 km genommen, aber wir wollten die in 20 km später nehmen. Die hatte aber zu. Auch die weitere Tanke in 100 km später gibt es nicht mehr und bis nach Beaver Creek sind es weitere 60 km. Dort gibt es an der Tanke (die gleichzeitig unser Campingplatz ist) aber nur 87-er Sprit und wir sind schon seit 60 km auf Reserve (ca 80km können wir auf Reserve noch fahren) Auch die vierte Tanke im Ort hat nicht den richtigen. Es gibt noch eine hier. Wenn die keinen hat, wird es eng, denn in den Reservekanistern haben wir insgesamt nur 4 Liter, weil wir den Sprit auch zum Kochen nutzen. Laut Navi sind es zur nächsten Tanke 80 km – WENN die dann auf hat. Aber zum Glück bekommen wir den richtigen Sprit an der letzten Tanke im Ort! Puh!

Wir schaffen es noch bis zum Nachtisch (hm, Erdbeerjoghurt!), bevor es bei nur 8 Grad an zu regnen anfängt. Es ist noch hell, erst 9 Uhr abends. Es gibt eine Art Gemeinschaftsraum mit laufendem Fernsehen, Waschmaschinen/Trocknern, kleinem Shop, Sofas und Tisch/Stühlen zum Essen/Lesen/Schreiben/Wäschefalten…. Dort ist es warm und trocken. 🙂

In diesem Sinne VGB

Bärengeschichten

Di, 11.8.15

Die fehlenden Bilder der Athabaskafalls sind nun eingestellt (s. Jasper, Yoho, Banff-Eintrag) 

Sicher denkt ihr, was hat sie nur immer mit den Bären, die sieht man doch eh nicht. Aber sie kommen immer näher. Mit uns kam ein Reisender ins Gespräch, der an den Hot springs (in Liard) auf dem Campingplatz auf der anderen Straßenseite untergekommen war und morgens die Quellen besuchte. Er erzählte uns, wie er so in den Fluten chillte, kam ein Bär vorbei, betrachtete ihn und dann das Wasser (Hhm, MIST, besetzt!) drehte sich um und trollte sich. Puh, mein Herz hätte vermutlich ausgesetzt!

Die drei Nachbarn vom heutigen Campingplatz fuhren mit ihren GSen denselben Highway wie wir und erzählten von 3 Bären am Straßenrand.

Die Frau von der gestrigen Kaffeebude in Crosscar (wir bestellten Grüße aus der Skagwayer Kaffeebude) erzählte, es gäbe zur Zeit sehr viele Bären entlang des Highways, weniger Schwarzbären, als vor allem Grizzleys, bitte sehr vorsichtig sein und NICHT AUSSTEIGEN!!! Haha, wie denn auf dem Mopped….

VGB

Skagway, oder wo alles begann

Wer kennt Sie nicht die Geschichten von Jack London über den Goldrausch am Klondike, den Chilkhoot Trail. Jetzt sind wir auch dort. Wir sind in Alaska angekommen, genauer gesagt in Skagway. Von hier aus sind die Goldsucher auf den strapaziösen Marsch zu den Goldfeldern am Klondike aufgebrochen. Skagway war von 1898 bis 99 Sündenbabel und Hoffnung für Zehntausende von Goldsuchern. Heute lebt der Ort von den alten Geschichten und den einfallenden Touristenhorden der ankernden Kreuzfahrtschiffe.

Wie sind wir denn hierhin gekommen? Nach einem ausgiebigen Morgencappuchino (ja wir haben Frischmilch organisiert 🙂 ) unter wolkenlosem Himmel können wir uns nur schwer vom schönen Teslinsee losreißen. So brechen wir erst gegen 13:00 Uhr auf und folgen dem Alaska Highway weiter nach Norden. Nicht nur die Anzahl der gefahrenen Kilomenter nimmt zu, sondern auch die Wolkendecke. Bei Jakes Corner biegen wir vom Alaska Highway ab und nehmen die Tagish Road unter die Räder. Bei Carcross, einer First Nation Siedlung, machen wir am See eine Pause und helfen einem Einheimischen sein Boot auf dem Trailer zu verstauen. Ab hier folgen wir dem Klondike Highway nach Süden. Welch eine wunderbare und hochalpine Landschaft durchqueren wir bei sinkenden Temperaturen. Am White Pass wechseln wir nicht nur von Kanada in die USA (in den Bundesstaat Alaska), sondern dürfen die Uhr schon wieder eine Stunde zurück drehen. Ab hier geht es in weiten Kurven fast 1000 Meter abwärts Skagway entgegen. Nach 13.000 km haben wir endlich das Meer erreicht. Wir stehen am Fährterminal des Alaska Marine Highway und können unser Glück einfach nicht fassen: Wir sind am Pazifik angekommen.

Direkt am Hafen bauen wir unser Zelt auf. Die Kreuzfahrttouristen sind wieder auf dem Schiff zurück, so können wir durch die fast menschenleere Downtown von Skagway schlendern. Im Ort sind noch zahlreiche alte Gebäude aus der Goldgräberzeit erhalten geblieben. In einem dieser Gebäude ist das Goldrauschmuseum untergebracht, welches über das harte Leben der Goldgräber informiert. Auch heute noch sind in Skagway zahlreiche Goldclaims abgesteckt. In diesen kann der moderne Goldsucher schon fertigen Goldschmuck finden und muss nicht mühevoll auf die Suche nach Goldnuggets gehen. Wenn wir schon in Alaska sind, möchten wir auch gerne leckeren Fisch essen. In einem gemütlichen, alten Lokal aus der Gründerzeit werden wir auf der Speisekarte fündig. Es gibt leckeren Heilbutt und eine große Portion Alsaka King Prawn Legs (die berühmten Alaska Königskrabben), hmmmm was für ein Genuss. B. dachte schon, einer müsse hungrig nach Hause gehen, da das Essen erst mühsam erarbeitet werden muss. „Die wehren sich noch, wenn sie tot sind.“

Satt und zufrieden wünschen wir Euch eine gute Nacht.

M.

_MG_9252 _MG_9254 das erste Mal in Alaska_MG_9263 _MG_9266 das erste Mal am pazifischen Wasser_MG_9270Skagway – die alte Goldsucherstadt

so viel am Verpflegung und Zeug  (eine Tonne Gewicht) musste ein Goldsucher über den Pass tragen (also mehrfach laufen!!!)_MG_9282 _MG_9285 _MG_9289

M. beim Verhungern… 😉

_MG_9315 _MG_9319 _MG_9363 _MG_9406 anscheinend ist gerade die Zeit der Lachse – sie sind am Ziel angekommen und laichen hier…_MG_9396 _MG_9393

Tipp von B.: Solltet ihr jemals hier her kommen, macht einen weiten Bogen um die Schmuckläden. Ihr verfallt sonst dem Goldrausch!!!!! Und das wird teuer, sag ich euch! Wir wissen das auch eigener Erfahrung… (wir konnten einfach nicht widerstehen)

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Strecke machen – Fort Nelson/Liard River/Teslin

Do, 6.8.15 Wir machen Strecke, fahren fast 500 km bis Fort Nelson. Es regnet, immer wieder, teilweise sehr heftig, aber nur recht kurz, so dass wir doch recht entspannt, wenn auch total eingesaut, ankommen. Mädels, wie seht ihr denn aus? Könnt ihr euch nicht wie anständige Moppeds benehmen?

Fr. 7.8.15 Wir fahren heute extra nicht so weit, weil wir in Liard River Hot springs übernachten möchten. (320 km) Der Name ist Programm, Hot springs = heiße Quellen. Heißt aber auch, der Campground ist natürlich voll, obwohl wir schon um viertel nach 5 da sind. Mist. Aber wie die trailmagic zuschlägt: Das „management“ hat sich vertran, die Nr. 38 ist reserviert, aber nicht bezahlt, weshalb wohl ein falscher Platz reserviert wurde. Er wäre wohl frei. grins! Der Platz WURDE reserviert und zwar für UNS! Während wir einchecken, fährt ein weiteres Auto vor – tut uns leid – voll (jetzt wirklich!)

Das Eichhörnchen nebenan mag die Reste der ausgeleerten Brottüte (s. Bild) und wir die heißen Quellen, auf die wir uns dann gleich stürzen. Hoffentlich stürzen sich im Gegenzug nicht die reichlich vorhandenen Bären auf uns. Die Mitarbeiterin hat uns zu der üblichen Litanei (der Handhabung wegen Bärengefahr, u. a.: sie haben hier sehr viele Bären und Schilder am Pool zeugen von „Problembären“, na, das ist ja das richtige für mich!)) sogar noch einen Extrahinweis geben: Bitte nicht versuchen zu streicheln. Na, wer kommt denn auf so eine bescheuerte Idee??????? (Anscheinend gibt’s genügend!)

Hügel über Hügel, Bäume über Bäume, ab und zu mal ein kleines Stück den River oder einen See entlang. Kaum Verkehr, aber immer wieder Baustellen, die km-lang per vorne wegfahrenden Pilotwagen durchgestanden werden müssen. Dies meine ich wörtlich. Allein hierfür hat es sich schon gelohnt, die ganzen Trainings und Ausbildung im offroadcamps zu machen. Meine Güte. Die LKW’s fahren dir rechts und links um die Ohren, teilweise staubt es so sehr, dass du nichts mehr siehst (weswegen die „Ampelfrauen“ einen immer ganz nach vorne winken 🙂 und wir als erstes fahren dürfen… – und so by the way all die anderen überholen). Von tiefem Schotter, bis über Sand, grobes Gestein, tiefe, harte Spurrillen, Matsch, Käsepiste (Loch an Loch)… alles vorhanden. Bitte stets sehr aufmerksam bleiben, denn die führen dich kreuz und quer, und alle paar Meter ändert sich die Bodenbeschaffenheit!

Laut unserem Reiseführer (die Infobroschüre aus den lokalen Visitor Center) soll es in Tetsa River die besten Cinnamon Buns des gesamten Alaska Highways geben. Da muss M. natürlich einen Zwischenstopp einlegen. Auf die Frage, was Cinnamon Buns denn nun sind, ernten wir nur einen ungläubigen Blick der Bedienung und irritierte sowie erfolglose Erklärungsversuche. Erst der Einwand, es sei so etwas wie eine Danish Roll (sowas ähnliches wie eine Rosinenschnecke ohne Rosinen) oder einen Donut (das müssten wir als Europäer doch kennen) bringt etwas Licht ins Dunkel und verführt M. zu einer Bestellung. Draußen in der Sonne wird die kalorienreduzierte  😉 Köstlichkeit direkt verspeist. Man nehme also die (sehr heiße) Rosinenschnecke, mache sie dreimal so dick, keine Rosinen, dafür 5 mal soviel Zimt mit karamellisiertem Zucker, keinen Zitronenüberguss, aber das ganze mit reichlich schwimmender heißer Butter übergossen. Klebrig bis zum Abwinken und genauso lecker, O-ton M: „Kannst Du mir bitte die Motorradhose wieder etwas weiter stellen?“. Nein, aber das Abendessen spartanisch gestalten 😉

Ab Tetsa River ändert sich die Landschaft schlagartig. Der Alaska Highway schlängelt sich kurvenreich durch ein Tal und wird für nordamerikanische Verhältnisse zu einem schmalen Asphaltband. Das Einzige, was den Fahrspaß trüb, sind die immer wieder auftauchenden, frisch gesplitteten Flicken auf der Straße. Das geht so weiter, vorbei am Summit Lake, bis zum türkisfarbenen Muncho Lake. Ab dort reichte das Geld nicht mehr für ein kurviges und enges Asphaltband, so dass sich wieder der altbekannte Straßenstandard einstellt.

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@ Schilder: Am Straßenrand stehen andauernd Warnschilder, worauf man alles achten soll, selbstredend auf Büffeln, Wölfe, Bären und neuerdings auch Elche. Waren die in Amerika noch alle mit Untertiteln versehen (für diejenigen, die schlau genug sind und lesen können, aber anscheinend zu doof, die Piktogramme zu interpretieren), so muss man hier schon genau hinsehen. Hier wird auf einer Geraden alle 50 m vor trabenden Pferden, springenden Rehen und zuletzt auch noch vor spazierenden Hirschen gewarnt. Aber mit dem Karibu, welches plötzlich auf der Straße steht, wer hätte denn DAMIT rechnen sollen. Wenigstens ein Schild hätte hier davor doch warnen müssen, oder?! 😉

Die Sonne ist untergegangen und es wird langsam dunkel. Genau auf diesen Zeitpunkt haben wir gewartet. In der Hoffnung, dass sich nun die ganzen Tagestouristen verdrückt haben, machen wir uns auf den Weg zu den heißen Quellen. Diese erreichen wir nach 700 m Boardwalk, leider gemeinsam mit etlichen anderen Leuten (grrr). Die Hot Springs bestehen aus zwei heißen Becken. Im ersten ist niemand, im zweiten Betrieb. Am Rande bekomme ich mit, wie von „cool“ und „hot“ die Rede ist. Dann gehe ich mal lieber dahin, wo alle sind – entgegen meiner sonstigen Angewohnheit. Der ist, wie in der Badewanne, so gerade eben noch auszuhalten heiß. Jetzt weiß ich auch, warum die alle hier sind, und nicht im anderen. Der ist brütend heiß, weil dort die heißen Quellen sprudeln. Wir machen es uns also bequem und beobachten eine Fledermaus, die immer wieder auf der Suche nach Insekten dicht über die Wasseroberfläche fliegt. Nach ausgiebigem Chillen in dem warmen und leicht „duftenden“ Wasser machen wir uns wunderbar aufgewärmt auf den Weg zurück zum Zelt.

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Sa. 8.8.15

Es drohen wieder dicke dunkle Wolken, die mich zur Vollmontur animieren, M. dagegen riskiert nur halbe Regensachen. Es gibt nicht viel. Er hat gewonnen. Auf halbem Weg hängen wir unser Schild in Watson Lake auf. Es geht unter bei all den hunderten Schildern. Macht nix! Auf der Rückfahrt kucken wir nach, ob’s noch hängt.

Heute haben wir an 4 Tankstellen versucht, Sprit zu kriegen, jedesmal nur der mit so geringer Oktanzahl. Da wir noch 150 km Rest hatten, trauten wir uns weiterzufahren, haben aber, 50 km später bereits eine gefunden und getankt. Nach 150 km wieder. Lieber einmal mehr, als hinterher nix kriegen. Hier ist wirklich keiner – 100 km lang niemand. So haben wir heute 3 mal getankt und fast 500 km auf einsamem Alcan abgespult. Morgen gehts weiter nach Skagway, das liegt schon in Alaska, auch wenn diese Stichstraße nur von Kanada aus erreichbar ist

@ Bilder – hier ist selten Internet, wenn’s dann welches gibt, ist es megalangsam, reicht so gerade fürs Hochladen des Textes. Sobald wir in Ancorage sind, gibt es sicher wieder mehr Möglichkeiten. Bitte nicht ungeduldig werden, wir „liefern“ nach 😉

VG B,M

Dawson Creek

Mi. 5.8.15 Heute wäre mein erster Arbeitstag gewesen. Die Kinder haben noch eine Woche lang Ferien.

Preisfrage: Wie geht das? 107 km Strecke, Abfahrt um 18.00 und Ankunft um 18.17 Uhr? (Lösung s. u.)

Wir fahren von Hinton Richtung Alaska. Bereits dort gibt es ein Schild mit „scenic Alaska Highway“. Wir kommen trotz dicker Regenwolken recht gut voran und werden nicht allzu sehr nass. Wir fahren ewig lang durch Nadelwälder. So weit das Auge reicht. In Grande Prärie (die nächst größere Stadt) machen wir ausgiebig Pause. Es sind bis Dawson Creek – nicht zu verwechseln mit DEM Dawson City – noch 107 km, laut Navi, wir haben jetzt 18.00 Uhr, also Ankunft um 18.17 Uhr. Hä? Moment mal, was für ein Mist. Welchen Ort hat DAS denn jetzt wieder gefunden. Also noch mal eingeben. Selbes Ergebnis. Langsam dämmert’s mir. Klaro, in Hollywood nehmen die dafür ein Auto und reisen durch die Zeit, wir nur das Mopped und fahren über die Zeitgrenze. Schon wieder eine Stdl. mehr.

In Dawson Creek fängt der berühmte Alaska Highway an. Kilometer Null! Genau dort gibt es einen Campingplatz und genau dort haben wir unser Zelt aufgeschlagen!

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Wen es interessiert: Den A. H. (auch AlCan – alte Bezeichnung) haben die Amis mit den Kanadiern 1942 während des Krieges gebaut, weil die Japaner in Pearl Harbour eingefallen sind und die Amis festgestellt haben, dass sie Alaska nicht verteidigen können. Also schnell ein Abkommen mit Kanada: Die Amis übernehmen den Bau und die Kosten dafür, die Kanadier stellen das Material und nach dem Krieg gehört Kanada der Highway. Dafür entfallen bis dahin sämtliche Transport oder sonstigen Landeszölle.

Letzter Tag im Jasper Nationalparks

Di. 4.8.15

Ab jetzt soll es wohl „langweilig“ werden, sagt M, vorwiegend Strecke machen. So genießen wir den letzten Tag im Jasper noch mal richtig und fahren nur 170 km, dafür aber eine Std Böötchen vor herrlicher Kulisse auf dem Maligne See – bitte nicht reinfallen, der See ist nur 4 °C „warm“. Hier kostet es „nur“ 30 Dollar die Std. dafür ohne Warteschlange! 🙂 Auch den Maligne Canyon nehmen wir uns vor, und ich könnte ob der Höhe der Brücke die heute darüber führet glatt in die Hose machen. Was das Wasser doch mit den Steinen zusammen für eine Macht und Kraft hat. Wow! Ein Belgischer Pater haar den Fluss so genannt (frz. maligne für schlecht, tückisch), weil er ihn so schlecht mit seinem Pferd überqueren konnte. Dies kann man sich angesichts der verwinkelt tosenden Massen gut vorstellen.

Die Mittagsspause haben wir etwas abseits des Parkplatzes am Medicinlake verbracht und wundern uns, warum plötzlich der Bär dort brummt, als wir zum Parkplatz zurücktapern. Die Stars sind angekommen: Die Mufflons, die hier leben und plötzlich staut sich alles, weil wieder alle kreuz und quer stehen bleiben und fotografieren. Aber wie vermutet, sobald wir den Motor anmachen, stieben die davon – und wir haben freie Fahrt!

Campingplatz außerhalb des NP in Hinton und gute Nacht zusammen.

VGB

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ein öffentliches Piano - in Calgary

ein öffentliches Piano – in Calgary

alle!

ohh, alle!

auf dem Maligne Lake

auf dem Maligne Lake

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The sunwapter

The sunwapter

Nationalparks Banff, Yoho, Jasper

Sonntag 2. August 2015 – ein besonderer Tag, weil „Hochzeitstag“.

Heute bleibt die Küche kalt, dafür fangen wir in aller Seelenruhe in der Kaffeebude in Banff an. Wir kriegen gerade noch den letzten Tisch und die Leute stehen bis zur Tür raus an. Wir skypen, appen und trödeln so vor uns hin und schauen dem Trubel zu, so dass wir erst spät loskommen. Was für ein Glück! Wir wollen zum Lake Louise, aber da ist Großkampftag. Es staut sich mittlerweile nicht mehr ganz so dolle und wir kommen mit recht wenig Warten bis vorne zum Parkplatz. (Als ob wir uns hinten am Straßenrand in 3 km Entfernung hinstellen würden….) Irgendein halber Parkplatz ist immer bei irgendwelchen Mülltonnen oder Einfahrten oder Brückeneingängen frei. So auch diesmal – die anderen Autofahrer suchen weiter (und ärgern sich vermutlich – hihi!) Natürlich ist der Lake Luise vollkommen überlaufen. Es wimmelt nur von Menschen. Die meisten können einfach nicht die Klappe halten und schnattern immer weiter und meistens viel lauter als nötig, so dass man in 3 m Abstand noch alles haarklein verstehen kann. Furchtbar. Wir setzen uns mitten in den Trubel an den Rand des Sees auf die Promenade und blenden die anderen einfach aus. Welch herrlicher Blick.

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Kein Wunder, dass die Eisenbahngesellschaft damals diesen Ort als einen für die drei Luxushotels ausgesucht hat. Natürlich kann ich nicht anders, als meine Füße in den See zu stecken. Er ist eiskalt. Klar, so türkisfarben wird der vom Gletscher gespeist (der über dem See thront und ab und zu „kalbt“, dessen Knall dann 20 sec. bis hierher braucht).

_MG_8879 der Gletscher über Lake Louise_MG_8880  _MG_8874 Trubel über Gewimmel   _MG_8884 _MG_8891Schlange stehen am Bootshaus – für schlappe 65 Dollar die Std. – das ist doch glatt geschenkt,oder?

Wir wollen einen Kaffee im Luxushotel uns gönnen, aber in der Abteilung „herrlicher Ausblick“ sind die Tische den Hausgästen vorbehalten und alle anderen können sich im Seitentrakt am „Daily“ einen halbguten Cappuccino im Pappbecher, Getränkeflaschen oder Snacks holen. So manch eine Tochter von Beruf blickt sehr hochnäsig umher, auch wenn sie selber wie abgehalftert herumläuft. Aber laut nach „Daddy“ rufen, wenn sie in den „Salon“ nicht reingelassen wird. Da kommt er schon angeeilt, mit Handy am Ohr, Badelatschen und kurzer Turnhose. Na, was ist das denn für eine Attitüde. Wo bleibt denn da der Stil???

_MG_8873die berühmte Abfahrt im Skigebiet von Lake Luise – wie im Winter Schlange stehen am Lift und wie im Winter fährt jede Gondel nur halb voll. Die Leute werden auch im Sommer nicht klüger und warten wohl lieber doppelt so lang…  _MG_8877

Da hatte das letzte Hotel in Banff „Fairmont Springs“ doch viel mehr Flair mit dem angrenzenden Bowfalls. Im Eingang spielte eine Harfinistin bekannte Weltmelodien, auch wenn man schon genau hinhören musste, um diese wieder zu erkennen.

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Sie schickte uns auch in den ersten Stock, weil man dort den schönen Ausblick genießen könne. Stimmt, das hatte M. doch schon erzählt. Dieses Hotel wurde zu Beginn des 20. Jh. errichtet. Aber ach, o weh! – die Baupläne wurden falsch herum (seitenverkehrt) gehalten, was niemandem auffiel. Erst dem Bauherrn (der Canadian Pazifik Railway) NACH der Errichtung des 1. Stockwerkes. DAS Donnerwetter war bestimmt in ganz Rocky Mountains zu hören. Die folgenden Stockwerke wurden dann richtig herum gebaut. So haben im 1. Stock die Suiten alle den Blick vor den Berg und die Küche den besten Ausblick auf den BowRiver. Erst die darüber liegenden Stockwerke dürfen sich am herrlichen Ausblick erfreuen.

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_MG_8862die Bowfalls neben dem Hotel

Wir machen uns wieder auf, wollen noch beim Lake Moraine vorbeischauen. Aber die Straße ist wegen Überfüllung gesperrt – sehr zu unserem Ärger, denn mittlerweile sind viele schon wieder nach Hause gefahren. So ziehen wir unverrichteter Dinge gen Banff, wo wir uns ein echtes Steak mit Salat (ohne Fritten o.ä.!!!) mit einem Weißbier und einem Gläschen roten Saft gönnen. Alles zusammen schlappe 100 Dollares – na, nach meinem Einkaufserlebnis kann ich diese Preise nun verstehen.

Mo. 3.8.15

Auf, auf, aus den Federn ihr müden Knochen. Raus mich euch. Es ist schon 6 Uhr und nach dem Einpacken noch 1 Std. Fahrt (bzw. Frieren bei 8 °C) bis zum Lake Moraine. Wir kommen dort um 8.40 Uhr an und die Parkplätze sind nahezu gefüllt. Ab jetzt bitte wieder am Straßenrand der Auffahrt parken. Wir natürlich nicht. Direkt am Eingang sind noch 2 Plätze nebeneinander frei. Wir belegen sie beide – hat uns doch die Rangerin bei Ankunft schon so böse angeschaut, weil wir irgendwo am Rand stehen bleiben wollten. Ich würde die richtigen Parkplätze ja den Autofahrern überlassen, aber wenn sie es so haben will – bitte sehr! )Ich hätte Mäuschen spielen und die Gesichter der Autofahrer sehen wollen, die von freudestrahlend (ein freier Platz ganz vorne) ins rötliche wechseln.) Auch hier sind schon andere auf dieselbe Idee gekommen. Viele halten sich nicht an die Schilder, trampeln über die zarte Vegetation einfach drüber und klettern den Berg hinauf. Oben angekommen erklimmt die Sonne gerade die gegenüberliegenden Felsen. Die Sonne im Rücken erstrahlt die eine Hälfte der Berge, die andere liegt im Schatten und unten ruht der nahezu spiegelglatte, leuchtend türkisfarbene See. Genau das richtige Licht für die Bilder. Der See ist eiskalt (logo, wegen drüber liegendem Gletscher („Turm zu Babel“ ) ) und spiegelglatt, weil noch keine Böötchen vermietet wurden. Dafür kostet dann der Kaffee glatt 6 Dollar plus taxe. Da ist meine Schmerzgrenze erreicht. Heute hab ich den Kaffee schon auf!!!

_MG_8901_MG_8926ich weiß nicht mehr wie diese kleinen possierlichen Tierchen heißen. Lustig nich? M. meint, sie heißen Pica (ein amerikanischer Pfeifhase – was google doch so alles weiß 😉_MG_8906 Lake Moraine morgens um halb 9 bevor die Busse kommen und _MG_8909 bevor die Böötchen vermietet werden ;- _MG_8921

Weiter gehts in den Yoho-NP zu den Takkakawfalls (die sehen gar nicht so aus, wie fast 400 m hoch). _MG_8930Der freie Fall ist „nur“ 256 m hoch, weil das Wasser nach dem ersten Fall auf eine Kante stürzt. Ich finde das besonders hübsch, weil dadurch das Wasser erst richtig Schwung bekommt und mit großem Schwall über die Kante hinaus schießt, bevor es nach unten stürzt. Zu seinen Füßen gibts erstmal „Früh“stück. Dann zum Emeraldlake. Was soll ich euch sagen, ein See schöner als der andere._MG_8947_MG_8946

Die Böötchen kosten hier übrigens „nur“ 66 Dollar für 2 Std. Ein Spottpreis, hätte ich die doch am Lake Louise für 1 Std. schon hinlegen müssen!). _MG_8972_MG_8981Die Natural Brige auf dem Weg zum Emeraldlake _MG_8976

Wir fahren u.a. über den einzigen Transhighway durch Kanada, machen Strecke, denn wir wollen noch zum Jasper ankommen. Auf dem Weg noch „eben“ den Petolake anschauen, _MG_8985

ein „kleines“ Päuschen am Honeymoonlake _MG_9000  (mit Photo an entsprechender Bank mit Blick auf See und Gebirge) und „noch schnell“ die Athabaskafalls mitnehmen. Ja, phh, Nicht nur die Falls fesseln meinen Blick, sondern ein Seiltänzer, der seine Slagline über die Falls gespannt hat und nicht nur einmal rüberbalanciert. Und unten tost das Wasser… brrr.

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Viel zu spät kommen wir wieder mal in Jasper an bei 28 °C – natürlich hat der erste Campingplatz „full“ auf dem Schild stehen. Wir fahren zum 2. Der hat zwar nix stehen, dafür aber 2 Warteschlangen. Ich nehme die, wo am wenigsten Autos warten… Hä? Gar kein Auto? Mist, das ist die Spur für die bereits registrierten Besucher, die fahren einfach durch. Da mein Fuß ob der Gewaltmärsche in Calgary und Peytolake in ungeeigneten Stiefeln nun beleidigt ist, schicke ich M. zurück, sich anzustellen. Ich würde vorne warten. Hab ich natürlich nich gemacht. Ich hab statt dessen die Frau im Registrierhäuschen gefragt, ob sich denn das Warten überhaupt lohnen würde. Wenn kein Platz ist, brauchen wir auch nicht warten, oder?! … Hm, lange Schlange, keine Ahnung ob die alle reserviert haben, hm, aber der 1. Campingplatz müsste doch…. Nein, der hat „Full“ stehen. Sie ruft da mal eben an, für 2 Biker müsste immer ein „overflow-Platz“ zu haben sein. War auch so! Wir drehen sofort um, die Dame dort wartet schon auf uns. Wieder alles richtig gemacht! 450 km Sightseeingtour!

Calgary

Sa. 1.8.15

Eigentlich braucht man bei der Überschrift nix weiter zu sagen. Olympischer Boden. Wow! Es ist ein irres Gefühl, da zu sitzen, wo die Bobfahrer auch auf ihren „Auftritt“ gewartet haben. Leider ist es zu spät für eine Mitfahrt. Na, dann eben 132 Dollar gespart. Dafür „musste“ ich aber auch bis ganz oben hin laufen – hat einen Satz heißer Füße gegeben in den Stiefeln 😉 Es ist wieder mal über 30 °C und nirgends Trinkwasser – außer kleine Fläschchen für viel Geld für den hohlen Zahn.

Wir vertrödeln den Tag in der Stadt, die obwohl so quadratisch gebaut, doch schwierig ist zu befahren, weil ständig die Straßen gesperrt sind oder Gegenrichtung Einbahnstraße. Je einen einzigen Cappuccino gönnen wir uns allerdings doch – für schlappe 10 Euro. Dafür kostet dann das Schweinefilet genauso viel wie Koteletts und nur halb soviel wie der stinknormale Gouda. Der schmeckt aber wenigstens nach Gouda und nicht wie der Cheddar nach nix.

Abends müssen wir den erklommenen Berg auch wieder zu Fuß runter, weil Abfahrten mit diversen Attraktionen nur von unten gebucht werden können, wenn man mit dem Lift rauffährt. Dass einer zu Fuß hoch will, das kommt wohl nicht vor. Dadurch wird es für das Essen auf dem Campingplatz kritisch. Hm. Butterbrot wegen zu spät geht auch nicht, weil ich Fleisch gekauft habe. Das MUSS also gekocht werden. Weißt du was? Was hältst du davon, wenn wir einfach ERST kochen und essen und DANN die Std. zurückfahren? Wir haben doch alles dabei. Gebongt! Es gibt unter die olympische Skischanze: schwarzgeräuchertes Schweinefilets an Gurkenstreifen auf sonnengewärmten, ungetoasteten Toast über Skyline von Calgary.Hm, lecker!!!! (Bilder demnächst)

Herzlichst B.

_MG_8786 olympische Bobbahn und wir wollten mit … aber es war schon zu spät…

Was macht man auf dem olympischen Platz??? _MG_8764 Planschen …_MG_8746oder….

_MG_8752 schrrr…_MG_8750 _MG_8768 hier waren wir schon…_MG_8726_MG_8727

_MG_8829tse, tse tse… Wir waren zu faul, den Berg wieder rauf zu klimmen um außen rum zu gehen. Es gibt ein ähnliches Bild von mir, sieht aber aus wie auf der Hühnerstange und ist der Zensur zum Opfer gefallen.

_MG_8794 DIE Olympiaschanze(n)!_MG_8807So kommt man auch den Berg runter. Hätten wir auch gerne gemacht, aber wir waren schon oben, bevor wir bemerkten, dass es die nötigen Tickets nur unten gibt… MIST!

Running in den Nationalparks von Kanada

Fr. 31.7.15

Wir erfahren zufällig beim morgendlichen Einpacken am Rande vom Warteten-NP, dass hier in Kanada ausgerechnet dieses kommende Wochenende ein langes Wochenende ist, weil Montag Feiertag ist und ALLE Kanadier unterwegs mit ihren kleinen oder großen Campingwagen sind. Ein Dejavu. Das hatten wir doch schon mal vor genau 4 Wochen, als wegen des 4. Juli in den USA  nix zu kriegen war. Wir bemühen uns sofort um einen Platz auf einen der Campingplätze im Banff- oder Jasper-NP, aber es ist alles ausgebucht! Na, gut, dann eben außerhalb drum herum. Aber egal, wo wir hinfahren, es ist alles besetzt. Um 8.00 abends stehen wir mal wieder ratlos über Prospekte gebeugt auf der Straße. We are running out of time (uns rennt die Zeit davon), bald ist es dunkel. Nach Calgary ist es mindestens noch eine Std. Ich fahre nochmal los, um irgendwelche Leute aufzutreiben, die wir nach Rat fragen können, als in der Zwischenzeit neben M. das Rangerauto anhält. Ob wir noch einen Platz suchten? Ja, klaro! Ja, ein Zelt kriegen sie noch irgendwo unter. Auch für 3 Tage. Chacka! Aber hier gibts eine Bärenmutter mit 2 kleinen Bären. Auch das noch. Reicht nicht einer? Müssen es gleich 3 sein und dann noch eine Mutter???? Aber die Ranger beruhigen mich, die Bärin hätte mehr Angst vor mir als umgekehrt. Na, dann muss die aber MÄCHTIG Angst haben!!!!

Die Rangerin bedankt sich ob der Tatsache, dass wir englisch verstehen und entschwindet. Unsere Nachbarn verstehen nur spanisch, wohnen in Calgary, waren letztes Wochenende auch schon da, und haben diesmal wieder einfach einen Platz belegt, so dass andere umgebucht werden müssen. Na, die Ranger haben ein großes Herz, (haben wir ja auch festgestellt) und lassen die beiden auch diesmal hier übernachten.

Auf dem Weg hierhin nehmen wir noch „eben“ die roten Felsen im Warteten-NP mit. Natürlich kommt gerade eine Busladung Japaner an, als ich mir gerade den Platz mit Blick auf „ohne-Leute“ gesichert habe. Mist. Es wimmelt nur so von Leuten IM Wasser, NEBEN dem Wasser, ÜBER dem Wasser, auf der Brücke, auf den Steinen … überall! Das ist tatsächlich erlaubt. Viele der anscheinend Gutinformierten gehen noch weiter, selbst mit kleinen Kindern. Dabei ist das Wasser bitterkalt, selbst für die lieben Kleinen, die schnell wieder rausspringen.  Ich gehe weiter in den Canyon hinein, sitze abseits und höre dem Plätschern zu. Irgendwann machen wir uns auf die Rundtour von knapp 1 km. Unten sehen wir immer wieder Blicke in den Canyon und die entlanglaufenden Besucher. Es wird höher und höher. Ob die Besucher unten denselben Weg zurück müssen? Wir wissen es nicht, sehen aber auch keine andere Möglichkeit, aber die klettern immer weiter. Ein herrliches Abenteuer für die Kinder.

_MG_8641 Waterton-village _MG_8643 Zweifingersuchsystem – erstaunlich schnell

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Achja: Fast hätte es Rehbraten gegeben, Aber Ready ist noch zu klein, sie nimmt nur Flüssignahrung zu sich, nur vegetarisch. So nimmt sie das „dear“ lieber nicht aufs Korn, sondern zeigt, wie eine Vollbremsung geht. Zum Glück hat auch Roady hintendran das 15 m neben der Straße hinter einem Weidezaun am Waldrand zunächst grasende, dann mit 3 Hüpfern über den Zaun springende Viech gesehen, wie es innerhalb von nur 1-2 sec. rasend schnell die Strecke zur Straße überwunden hat. Auch wenn du denkst, du bist mit 100 doch schon längst an dem Vieh vorbei, täusche dich nicht. Die wollen VOR dir über die Straße und glaube mir, sie setzen alles dran, das zu schaffen, auch ihr Leben dabei aufs Spiel. Tunnelblick eben!

Da hat das zweite „dear“ 3 Std. später schon mehr Erfahrung gehabt. Es wartete am Straßenrand, bis 3 Autos vorbei sind, bis M. und das entgegenkommende Auto stark abgebremst hatten und trabte dann in friedlicher Ruhe über die Straße. Wieder kein Rehbraten! Da auch die Ziegenhorde auf dem Seitenstreifen blieb, und die Kühe lieber im Straßengraben grasten (anscheinend ist das Gras dort saftiger, weil sich das Wasser dort sammelt?) und alle Geschäfte schon zu hatten, haben wir noch Butterbrot und Belag für genau ein Abendessen. Dann sind wir „running out of food“.

Jetzt sag mir mal einer: Was haben diese Tiere eigentlich auf der Straße zu suchen? Nix! (Meine ich auch! Haben die denn kein Zuhause?)

Wer googlen will: Wir sind über den höchsten Straßenpass Kanadas gefahren, 2268 m. (Wer hier an Kurven wie in den Alpen denkt, Fehlanzeige! Die können das hier auch ohne!)

Preisfrage: Warum sind die Blumenkästen in Warterton-Village eingezäunt oder  in der ersten Etage aufgehängt?

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