Back on the road

Di. 18.8.15

We are back on the road, ich hab mein Mädel zurück und das zu Fuß gehen hat ein Ende. Sofort machen wir uns auf den Weg zum Seeflughafen. Ich könnte stundenlang hier sitzen und zuschauen wie die Flugzeuge landen und starten. Aber es fängt wieder an zu regnen. Und wir haben die Wäsche draußen hängen, weil die Sonne heute morgen schien. Na, egal, hoffen wir auf morgiges trockenes Wetter.

Es geht auf nach Denali – vielleicht zeigt er sich ja morgen.

Bis bald also

B

Ein harter Tag

Sa. 15.8.15

Ein harter Tag liegt hinter mir! Mein Mopped streikt seit gestern Nachmittag, es lässt sich nur noch in den ersten Gang schalten. so verschieben wir unsere Hafenpläne und schippern im slowfox zum Moppedshop, wo wir kurz NACH Ladenschluss ankommen. Aber wir waren angekündigt und das ist alles kein Problem – zumindest hier! Sie wissen auch keinen Rat, schauten heute morgen rein, es ist irgendwas innendrin verbogen… Wir haben also bis Mittwoch eine herrliche Zwangspause bei Schittwetter! Na bravo! 

Dafür durfte ich dann heute morgen 2 ½ Std. frierender Weise bei 7 °C hintendrauf bei M. nach Seward zum „Böötchen“ schippern, weil wir das gestern morgen gebucht hatten. Dann 6 Std. auf dem Katamaran – jej is der schnell! Ich habe verflixt heftig mit Seekrankheit zu kämpfen und habe schon diverse Versuche mit und ohne Medikamente erfolglos überstanden. Diesmal habe ich neue Tabletten ausprobiert, die gut geholfen haben – nur eine halbe Std. zu kurz. Also habe ich wieder heftig gelitten, obwohl das Meer so glatt wie ein Kinderpopo war. Es geht kaum glatter, dann wäre es spiegelglatt, aber so windstill geht wohl nicht. Nach wundervollen Momenten am kalbenden Gletscher (die anderen Gletscher sind leider alle im Nebel und Regen verschwunden) bei den Killer- und Buckelwalen, Delphinen, Seelöwen Papageientauchern… wir waren so nah dran – ging es natürlich bei Regen uns eisiger Kälte 3 Std. lang auf dem Mopped hintendrauf wieder zurück! Ich habs überlebt – mein Mann auch. Wer mich hintendrauf mal erlebt hat, weiß, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Ich habe mein bestes gegeben, aber es fällt mir so schwer, hinten locker zu lassen. Meist bin ich so angespannt, so furchtbar ängstlich, wenn M. im Schritttempo wendet oder sich in die Kurve legt. Ich hasse das! Ich liebe Schräglage, wenn ich sie selbst in der Hand habe und hasse sie, wenn ich ausgeliefert bin! M. übrigens umgekehrt genauso. Deshalb ist das bei uns ungeschriebenes Gesetz: Dessen Mopped, dessen Fahrer. So hatte ich also keine Wahl, entweder hintendrauf oder Geld der Böötchentour futsch. 

Es war zwar hart, aber es hat sich doch gelohnt. Nu sitze ich in der Kneipe bei einem Radler und wärme mich wieder auf. 

VGB

Anchorage

Fr. 14.8.15

Wir sind über Beaver Creek nach Alaska (zum 2. Mal) eingereist. Der Zollbeamte in Kanada war nicht zu sehen, der in Amerika nahm dafür seine Aufgabe äußerst ernst. Er sah in den Pass und fragte neben dem üblichen (wie lange, wohin, Feuerwaffen…)   wann wir wieder in Deutschland wären. Huhhh, vielleicht Juni nächsten Jahres. „But your Visum is only valid until December 31.“ Ja, weiß, ich, aber wir wollen nach Südamerika und das braucht auch ein halbes Jahr. Aber das Visum ist nur bis zum 31. Dezember. Ja, und?! Weiß der Mann nicht, dass zwischen USA noch ganz Zentralamerika liegt, dass ich VOR dem halben Jahr Südamerika durchfahren muss? Also bleib mal locker, Mann! Sollte ich an diesem Tag noch in den USA verweilen, hab ich weiß Gott andere Probleme, als das Visum.

Wir wollen zum Denali, trotz Zwischentanken wird es eng mit dem Sprit. Es hätte vermutlich gereicht, aber wir wollen sicher gehen und suchen eine Tanke. Mehrere sind aufgegeben, obwohl sie in meinen NAGELNEUENm teuren Garminkarten aufgeführt sind. Andere schon geschlossen, wieder einer ist „running out of fuel, sorry’“. Endlich Benzin gefunden, sind 200 km verbraten, 2 Std. Fahrt umsonst und insgesamt über 600 Tageskilometer, aber vor allem Fahrt in die falsche Richtung. Dann noch ein Campingplatz (der einzig verfügbare) für stolze 15 Dollar, dafür aber ohne Trinkwasser und mit Plumpsklo. Ich hab den Kaffee auf. Schon halber Weg Richtung Anchorage drehe ich nicht noch mal um, um den blöden Denali Berg zu sehen. Ich habe es versucht, sollte nicht sein. Gut is. Aber M. will unbedingt dahin. Einzige, pragmatische Lösung: Ich rechts herum 300 km direkt nach Anchorage, vorbei an den frisch beschneiten Gipfeln der Berge, die mich bis nach Anchorage begleiten.

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M. fährt links herum 700 km über Denali Highway nach Anchorage. Der Denali versteckt sich hinter den Wolken und ist nicht zu sehen, dafür aber eine Elchkuh.

_MG_9511 _MG_9502Ausblicke vom Denali Hwy auf die Alaska Range

Ich dagegen bin schon mittags in Anchorage und sondiere die Lage: Ich organisiere den Campingplatz und die Registrierung beim Harleyhändler. Jep! Bei der Konkurrenz. Der ist weltberühmt, denn schon in Deutschland hörten wir von ihm, weil jeder Biker dort sein Zelt kostenlos auf der Wiese nebenan aufschlagen kann und sogar WC und Dusche zur Verfügung stellt. Außerdem besorge ich neue Reifen in Fairbanks, denn hier ist alles ausverkauft. Die sind so nett in dem Reifenladen, dass sie traurig sind, mir nicht mit Reifen weiterhelfen zu können, dass sie sich darum bei der Konkurrenz bemühen. Als „Entschuldigung“ bitten sie mich, uns in das Gästebuch einzutragen und laden einige Std. später zur Party ein, „wenn ich hungrig sei“. Natürlich bin ich hungrig. Immer! Ist doch klar! Was kann man einem Traveller besseres bieten, als etwas leckeres zu essen, was er nicht selber brutzeln muss???? Für Kost und Logis war also gesorgt. (Der Aufbau des Zeltes entfällt für mich, denn das hat M. ja auf seinem Bike.) So kann ich mich getrost der Party widmen, während M. seiner Aufgabe walten muss, ätschibätsch! Den Abend beschließen wir (satt und drüsch!) gemeinsam mit wunderbaren Inputs der Reisegruppe aus Neuseeland, die mit gemischten Bikes schon in Pruedoebay waren und (teilweise) ebenso wie wir auf dem Weg nach Ushuaya sind. Sie machen mir Mut, bis wirklich ganz nach oben zu fahren. So weit gereist und kurz vorher kneifen? Bloß nicht! Das sei nicht nötig, weil der Weg nach Coldfoot nicht leichter ist, als der weiter nach Prudoebay. Dann könnte ich auch durch bis hintenhin fahren. Das will ich dann auch versuchen.

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Vorher aber genießen wir einen Tag Ruhe in Anchorage, die Stadt, ein bisschen Zeit für sich, vielleicht morgen einen Ausflug mit dem Bööötchen (hoffentlich hält sich das Schaukeln in Grenzen) zu den Gletschern und Walen…

Bis bald VGB

Noch eine Bärengeschichte

Di. 11.8.15

Es ist  trocken draußen und wir packen ohne Kaffee zu machen, ein, wollen wir doch zur Alpin-Backery und die haben auch herrlichen Cappuccino. Dort bearbeiten wir erstmal die fehlenden Bilder, skypen und frühstücken. Außerdem tendieren meine Vorräte gegen Null – sowohl was die kalte als auch warme Küche anbelangt. Einkaufen ist angesagt! Ich HASSE das! Das dauert immer EWIG, weil du erst überlegen musst, was könntest du zur Abwechslung mal kochen. Dann suchst du stundenlang in den wildfremden Läden die Regale nach den benötigten Utensilien ab, nur um festzustellen, dass sie das nicht haben oder in zu großen Gebinden. Dann musst du umdisponieren, also neu überlegen, was du denn nettes kochen kannst. Immer unter dem Blickwinkel, dass es haltbar genug und platzsparend sein muss. Hast du dann endlich alles gefunden und viiiiiiiiieeeellll Geld dafür da gelassen, dann musst du noch kucken, wie du alles irgendwie auf dem eigentlich vollen Bike untergebracht kriegst. (Puh!)

Ab zur Tanke und gegen 13.00 gehts los. Ein letztes Bild vom Wahrzeichen von Whitehorse: Die SS Klondike, ein alter Raddampfer und auf zu den letzten km auf dem Alcan.

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Ich suche – wie immer – die Straßenränder nach Bären und Elchen ab. Nichts! Nicht mal Schilder, die einen davor warnen zur Abwechslung. Hier gibts nur Bäume und Bäume. Und eine ziemlich gerade Straße. Mir werden die Augen schwer. Sekundenschlaf auf dem Mopped? Geht gar nicht, also anhalten!

_MG_9472 Am Kluane-See

M. fragt auch schon, ob ich einen Kaffee brauche. Logo! Immer, aber ich habe keine Lust, meine Küche aufzumachen, muss ich ja hinterher alles wieder spülen und einpacken. Aber 5 min. am Kloane-See, das könnte ich gebrauchen. Ich mache auf dem Mopped sitzend die Augen zu, obwohl der See mit seiner Insel in der Mitte bei schönem Sonnenschein in tollen Farben leuchtet. Das tut gut und zur Abwechslung fahre ich vorne weg. Ich bin wieder voll da und wach genug, um wieder die Ränder abzusuchen. Wie mag wohl die Landschaft sein müssen, um Bären oder Elche zu sehen? Eher waldig? Offene Grasfläche oder am Rande eines kleinen Sees? Alle Welt spricht doch von viel wilden Tieren auf dem Highway. Warum nur kriegen wir das nicht mit? Ich weiß, Dämmerung, die Lieblingszeit von Wildtieren. Dafür sind wir morgens zu spät und abends schon am Campingplatz. Trotzdem! Wenigstens EINEN Elch, bitte! Wir kriegen nur 2 Erdhörnchen zu sehen, die kurz vor den Rädern in selbstmörderischer Manier herflitzen. Ein entgegenkommender Motorradfahrer steht am Rande, um seine Spritvorräte auszugleichen. Wir halten an und bieten Hilfe an, aber er benötigt keine. Er habe noch, ein ganz klein wenig. Also weiter. Kurze Zeit später stehen zwei weitere Moppedfahrer rechts und links am Straßenrand in Fahrtrichtung, ein Auto auch. Was ist denn hier los. EIN BÄR!!!!! Ein Grizzley! 20 m neben der Fahrbahn am Straßenrand. Völlig überrascht zeige ich darauf und rausche erstmal dran vorbei, bevor ich bremse, drehe und in gebührendem Abstand mit laufendem Motor, abfahrbereit mit eingelegtem Gang, auf der anderen Seite am Straßenrand stehen bleibe. M. hat schon längst den Braten gerochen und hält hinter dem Auto, holt den Fotoapparat raus und macht Bilder. (Mit Helm, laufendem Motor und Kamera um den Hals!) Der Bär schaufelt sich genüsslich die Beeren rein und schaut  sich die Leute an. Ich schnappe nach Luft, weil der Bär sogar ein paar Schritte auf den Autofahrer und M. zugeht. Der Autofahrer ist tatsächlich ausgestiegen, um Bilder zu machen (der Doof!). Ich halte die Situation und Anpannung nicht aus und drehe und verkrümle mich. M. folgt meinem Beispiel. Lassen wir den Armen doch einfach in Ruhe zu Abend essen.

Foto

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Und wir genehmigen unseren Mädels auch mal ein paar Tropfen…. Tja. Hätten wir doch die Tanke nach 250 km genommen, aber wir wollten die in 20 km später nehmen. Die hatte aber zu. Auch die weitere Tanke in 100 km später gibt es nicht mehr und bis nach Beaver Creek sind es weitere 60 km. Dort gibt es an der Tanke (die gleichzeitig unser Campingplatz ist) aber nur 87-er Sprit und wir sind schon seit 60 km auf Reserve (ca 80km können wir auf Reserve noch fahren) Auch die vierte Tanke im Ort hat nicht den richtigen. Es gibt noch eine hier. Wenn die keinen hat, wird es eng, denn in den Reservekanistern haben wir insgesamt nur 4 Liter, weil wir den Sprit auch zum Kochen nutzen. Laut Navi sind es zur nächsten Tanke 80 km – WENN die dann auf hat. Aber zum Glück bekommen wir den richtigen Sprit an der letzten Tanke im Ort! Puh!

Wir schaffen es noch bis zum Nachtisch (hm, Erdbeerjoghurt!), bevor es bei nur 8 Grad an zu regnen anfängt. Es ist noch hell, erst 9 Uhr abends. Es gibt eine Art Gemeinschaftsraum mit laufendem Fernsehen, Waschmaschinen/Trocknern, kleinem Shop, Sofas und Tisch/Stühlen zum Essen/Lesen/Schreiben/Wäschefalten…. Dort ist es warm und trocken. 🙂

In diesem Sinne VGB

Bärengeschichten

Di, 11.8.15

Die fehlenden Bilder der Athabaskafalls sind nun eingestellt (s. Jasper, Yoho, Banff-Eintrag) 

Sicher denkt ihr, was hat sie nur immer mit den Bären, die sieht man doch eh nicht. Aber sie kommen immer näher. Mit uns kam ein Reisender ins Gespräch, der an den Hot springs (in Liard) auf dem Campingplatz auf der anderen Straßenseite untergekommen war und morgens die Quellen besuchte. Er erzählte uns, wie er so in den Fluten chillte, kam ein Bär vorbei, betrachtete ihn und dann das Wasser (Hhm, MIST, besetzt!) drehte sich um und trollte sich. Puh, mein Herz hätte vermutlich ausgesetzt!

Die drei Nachbarn vom heutigen Campingplatz fuhren mit ihren GSen denselben Highway wie wir und erzählten von 3 Bären am Straßenrand.

Die Frau von der gestrigen Kaffeebude in Crosscar (wir bestellten Grüße aus der Skagwayer Kaffeebude) erzählte, es gäbe zur Zeit sehr viele Bären entlang des Highways, weniger Schwarzbären, als vor allem Grizzleys, bitte sehr vorsichtig sein und NICHT AUSSTEIGEN!!! Haha, wie denn auf dem Mopped….

VGB

Skagway, oder wo alles begann

Wer kennt Sie nicht die Geschichten von Jack London über den Goldrausch am Klondike, den Chilkhoot Trail. Jetzt sind wir auch dort. Wir sind in Alaska angekommen, genauer gesagt in Skagway. Von hier aus sind die Goldsucher auf den strapaziösen Marsch zu den Goldfeldern am Klondike aufgebrochen. Skagway war von 1898 bis 99 Sündenbabel und Hoffnung für Zehntausende von Goldsuchern. Heute lebt der Ort von den alten Geschichten und den einfallenden Touristenhorden der ankernden Kreuzfahrtschiffe.

Wie sind wir denn hierhin gekommen? Nach einem ausgiebigen Morgencappuchino (ja wir haben Frischmilch organisiert 🙂 ) unter wolkenlosem Himmel können wir uns nur schwer vom schönen Teslinsee losreißen. So brechen wir erst gegen 13:00 Uhr auf und folgen dem Alaska Highway weiter nach Norden. Nicht nur die Anzahl der gefahrenen Kilomenter nimmt zu, sondern auch die Wolkendecke. Bei Jakes Corner biegen wir vom Alaska Highway ab und nehmen die Tagish Road unter die Räder. Bei Carcross, einer First Nation Siedlung, machen wir am See eine Pause und helfen einem Einheimischen sein Boot auf dem Trailer zu verstauen. Ab hier folgen wir dem Klondike Highway nach Süden. Welch eine wunderbare und hochalpine Landschaft durchqueren wir bei sinkenden Temperaturen. Am White Pass wechseln wir nicht nur von Kanada in die USA (in den Bundesstaat Alaska), sondern dürfen die Uhr schon wieder eine Stunde zurück drehen. Ab hier geht es in weiten Kurven fast 1000 Meter abwärts Skagway entgegen. Nach 13.000 km haben wir endlich das Meer erreicht. Wir stehen am Fährterminal des Alaska Marine Highway und können unser Glück einfach nicht fassen: Wir sind am Pazifik angekommen.

Direkt am Hafen bauen wir unser Zelt auf. Die Kreuzfahrttouristen sind wieder auf dem Schiff zurück, so können wir durch die fast menschenleere Downtown von Skagway schlendern. Im Ort sind noch zahlreiche alte Gebäude aus der Goldgräberzeit erhalten geblieben. In einem dieser Gebäude ist das Goldrauschmuseum untergebracht, welches über das harte Leben der Goldgräber informiert. Auch heute noch sind in Skagway zahlreiche Goldclaims abgesteckt. In diesen kann der moderne Goldsucher schon fertigen Goldschmuck finden und muss nicht mühevoll auf die Suche nach Goldnuggets gehen. Wenn wir schon in Alaska sind, möchten wir auch gerne leckeren Fisch essen. In einem gemütlichen, alten Lokal aus der Gründerzeit werden wir auf der Speisekarte fündig. Es gibt leckeren Heilbutt und eine große Portion Alsaka King Prawn Legs (die berühmten Alaska Königskrabben), hmmmm was für ein Genuss. B. dachte schon, einer müsse hungrig nach Hause gehen, da das Essen erst mühsam erarbeitet werden muss. „Die wehren sich noch, wenn sie tot sind.“

Satt und zufrieden wünschen wir Euch eine gute Nacht.

M.

_MG_9252 _MG_9254 das erste Mal in Alaska_MG_9263 _MG_9266 das erste Mal am pazifischen Wasser_MG_9270Skagway – die alte Goldsucherstadt

so viel am Verpflegung und Zeug  (eine Tonne Gewicht) musste ein Goldsucher über den Pass tragen (also mehrfach laufen!!!)_MG_9282 _MG_9285 _MG_9289

M. beim Verhungern… 😉

_MG_9315 _MG_9319 _MG_9363 _MG_9406 anscheinend ist gerade die Zeit der Lachse – sie sind am Ziel angekommen und laichen hier…_MG_9396 _MG_9393

Tipp von B.: Solltet ihr jemals hier her kommen, macht einen weiten Bogen um die Schmuckläden. Ihr verfallt sonst dem Goldrausch!!!!! Und das wird teuer, sag ich euch! Wir wissen das auch eigener Erfahrung… (wir konnten einfach nicht widerstehen)

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Strecke machen – Fort Nelson/Liard River/Teslin

Do, 6.8.15 Wir machen Strecke, fahren fast 500 km bis Fort Nelson. Es regnet, immer wieder, teilweise sehr heftig, aber nur recht kurz, so dass wir doch recht entspannt, wenn auch total eingesaut, ankommen. Mädels, wie seht ihr denn aus? Könnt ihr euch nicht wie anständige Moppeds benehmen?

Fr. 7.8.15 Wir fahren heute extra nicht so weit, weil wir in Liard River Hot springs übernachten möchten. (320 km) Der Name ist Programm, Hot springs = heiße Quellen. Heißt aber auch, der Campground ist natürlich voll, obwohl wir schon um viertel nach 5 da sind. Mist. Aber wie die trailmagic zuschlägt: Das „management“ hat sich vertran, die Nr. 38 ist reserviert, aber nicht bezahlt, weshalb wohl ein falscher Platz reserviert wurde. Er wäre wohl frei. grins! Der Platz WURDE reserviert und zwar für UNS! Während wir einchecken, fährt ein weiteres Auto vor – tut uns leid – voll (jetzt wirklich!)

Das Eichhörnchen nebenan mag die Reste der ausgeleerten Brottüte (s. Bild) und wir die heißen Quellen, auf die wir uns dann gleich stürzen. Hoffentlich stürzen sich im Gegenzug nicht die reichlich vorhandenen Bären auf uns. Die Mitarbeiterin hat uns zu der üblichen Litanei (der Handhabung wegen Bärengefahr, u. a.: sie haben hier sehr viele Bären und Schilder am Pool zeugen von „Problembären“, na, das ist ja das richtige für mich!)) sogar noch einen Extrahinweis geben: Bitte nicht versuchen zu streicheln. Na, wer kommt denn auf so eine bescheuerte Idee??????? (Anscheinend gibt’s genügend!)

Hügel über Hügel, Bäume über Bäume, ab und zu mal ein kleines Stück den River oder einen See entlang. Kaum Verkehr, aber immer wieder Baustellen, die km-lang per vorne wegfahrenden Pilotwagen durchgestanden werden müssen. Dies meine ich wörtlich. Allein hierfür hat es sich schon gelohnt, die ganzen Trainings und Ausbildung im offroadcamps zu machen. Meine Güte. Die LKW’s fahren dir rechts und links um die Ohren, teilweise staubt es so sehr, dass du nichts mehr siehst (weswegen die „Ampelfrauen“ einen immer ganz nach vorne winken 🙂 und wir als erstes fahren dürfen… – und so by the way all die anderen überholen). Von tiefem Schotter, bis über Sand, grobes Gestein, tiefe, harte Spurrillen, Matsch, Käsepiste (Loch an Loch)… alles vorhanden. Bitte stets sehr aufmerksam bleiben, denn die führen dich kreuz und quer, und alle paar Meter ändert sich die Bodenbeschaffenheit!

Laut unserem Reiseführer (die Infobroschüre aus den lokalen Visitor Center) soll es in Tetsa River die besten Cinnamon Buns des gesamten Alaska Highways geben. Da muss M. natürlich einen Zwischenstopp einlegen. Auf die Frage, was Cinnamon Buns denn nun sind, ernten wir nur einen ungläubigen Blick der Bedienung und irritierte sowie erfolglose Erklärungsversuche. Erst der Einwand, es sei so etwas wie eine Danish Roll (sowas ähnliches wie eine Rosinenschnecke ohne Rosinen) oder einen Donut (das müssten wir als Europäer doch kennen) bringt etwas Licht ins Dunkel und verführt M. zu einer Bestellung. Draußen in der Sonne wird die kalorienreduzierte  😉 Köstlichkeit direkt verspeist. Man nehme also die (sehr heiße) Rosinenschnecke, mache sie dreimal so dick, keine Rosinen, dafür 5 mal soviel Zimt mit karamellisiertem Zucker, keinen Zitronenüberguss, aber das ganze mit reichlich schwimmender heißer Butter übergossen. Klebrig bis zum Abwinken und genauso lecker, O-ton M: „Kannst Du mir bitte die Motorradhose wieder etwas weiter stellen?“. Nein, aber das Abendessen spartanisch gestalten 😉

Ab Tetsa River ändert sich die Landschaft schlagartig. Der Alaska Highway schlängelt sich kurvenreich durch ein Tal und wird für nordamerikanische Verhältnisse zu einem schmalen Asphaltband. Das Einzige, was den Fahrspaß trüb, sind die immer wieder auftauchenden, frisch gesplitteten Flicken auf der Straße. Das geht so weiter, vorbei am Summit Lake, bis zum türkisfarbenen Muncho Lake. Ab dort reichte das Geld nicht mehr für ein kurviges und enges Asphaltband, so dass sich wieder der altbekannte Straßenstandard einstellt.

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@ Schilder: Am Straßenrand stehen andauernd Warnschilder, worauf man alles achten soll, selbstredend auf Büffeln, Wölfe, Bären und neuerdings auch Elche. Waren die in Amerika noch alle mit Untertiteln versehen (für diejenigen, die schlau genug sind und lesen können, aber anscheinend zu doof, die Piktogramme zu interpretieren), so muss man hier schon genau hinsehen. Hier wird auf einer Geraden alle 50 m vor trabenden Pferden, springenden Rehen und zuletzt auch noch vor spazierenden Hirschen gewarnt. Aber mit dem Karibu, welches plötzlich auf der Straße steht, wer hätte denn DAMIT rechnen sollen. Wenigstens ein Schild hätte hier davor doch warnen müssen, oder?! 😉

Die Sonne ist untergegangen und es wird langsam dunkel. Genau auf diesen Zeitpunkt haben wir gewartet. In der Hoffnung, dass sich nun die ganzen Tagestouristen verdrückt haben, machen wir uns auf den Weg zu den heißen Quellen. Diese erreichen wir nach 700 m Boardwalk, leider gemeinsam mit etlichen anderen Leuten (grrr). Die Hot Springs bestehen aus zwei heißen Becken. Im ersten ist niemand, im zweiten Betrieb. Am Rande bekomme ich mit, wie von „cool“ und „hot“ die Rede ist. Dann gehe ich mal lieber dahin, wo alle sind – entgegen meiner sonstigen Angewohnheit. Der ist, wie in der Badewanne, so gerade eben noch auszuhalten heiß. Jetzt weiß ich auch, warum die alle hier sind, und nicht im anderen. Der ist brütend heiß, weil dort die heißen Quellen sprudeln. Wir machen es uns also bequem und beobachten eine Fledermaus, die immer wieder auf der Suche nach Insekten dicht über die Wasseroberfläche fliegt. Nach ausgiebigem Chillen in dem warmen und leicht „duftenden“ Wasser machen wir uns wunderbar aufgewärmt auf den Weg zurück zum Zelt.

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Sa. 8.8.15

Es drohen wieder dicke dunkle Wolken, die mich zur Vollmontur animieren, M. dagegen riskiert nur halbe Regensachen. Es gibt nicht viel. Er hat gewonnen. Auf halbem Weg hängen wir unser Schild in Watson Lake auf. Es geht unter bei all den hunderten Schildern. Macht nix! Auf der Rückfahrt kucken wir nach, ob’s noch hängt.

Heute haben wir an 4 Tankstellen versucht, Sprit zu kriegen, jedesmal nur der mit so geringer Oktanzahl. Da wir noch 150 km Rest hatten, trauten wir uns weiterzufahren, haben aber, 50 km später bereits eine gefunden und getankt. Nach 150 km wieder. Lieber einmal mehr, als hinterher nix kriegen. Hier ist wirklich keiner – 100 km lang niemand. So haben wir heute 3 mal getankt und fast 500 km auf einsamem Alcan abgespult. Morgen gehts weiter nach Skagway, das liegt schon in Alaska, auch wenn diese Stichstraße nur von Kanada aus erreichbar ist

@ Bilder – hier ist selten Internet, wenn’s dann welches gibt, ist es megalangsam, reicht so gerade fürs Hochladen des Textes. Sobald wir in Ancorage sind, gibt es sicher wieder mehr Möglichkeiten. Bitte nicht ungeduldig werden, wir „liefern“ nach 😉

VG B,M