Nationalparks Banff, Yoho, Jasper

Sonntag 2. August 2015 – ein besonderer Tag, weil „Hochzeitstag“.

Heute bleibt die Küche kalt, dafür fangen wir in aller Seelenruhe in der Kaffeebude in Banff an. Wir kriegen gerade noch den letzten Tisch und die Leute stehen bis zur Tür raus an. Wir skypen, appen und trödeln so vor uns hin und schauen dem Trubel zu, so dass wir erst spät loskommen. Was für ein Glück! Wir wollen zum Lake Louise, aber da ist Großkampftag. Es staut sich mittlerweile nicht mehr ganz so dolle und wir kommen mit recht wenig Warten bis vorne zum Parkplatz. (Als ob wir uns hinten am Straßenrand in 3 km Entfernung hinstellen würden….) Irgendein halber Parkplatz ist immer bei irgendwelchen Mülltonnen oder Einfahrten oder Brückeneingängen frei. So auch diesmal – die anderen Autofahrer suchen weiter (und ärgern sich vermutlich – hihi!) Natürlich ist der Lake Luise vollkommen überlaufen. Es wimmelt nur von Menschen. Die meisten können einfach nicht die Klappe halten und schnattern immer weiter und meistens viel lauter als nötig, so dass man in 3 m Abstand noch alles haarklein verstehen kann. Furchtbar. Wir setzen uns mitten in den Trubel an den Rand des Sees auf die Promenade und blenden die anderen einfach aus. Welch herrlicher Blick.

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Kein Wunder, dass die Eisenbahngesellschaft damals diesen Ort als einen für die drei Luxushotels ausgesucht hat. Natürlich kann ich nicht anders, als meine Füße in den See zu stecken. Er ist eiskalt. Klar, so türkisfarben wird der vom Gletscher gespeist (der über dem See thront und ab und zu „kalbt“, dessen Knall dann 20 sec. bis hierher braucht).

_MG_8879 der Gletscher über Lake Louise_MG_8880  _MG_8874 Trubel über Gewimmel   _MG_8884 _MG_8891Schlange stehen am Bootshaus – für schlappe 65 Dollar die Std. – das ist doch glatt geschenkt,oder?

Wir wollen einen Kaffee im Luxushotel uns gönnen, aber in der Abteilung „herrlicher Ausblick“ sind die Tische den Hausgästen vorbehalten und alle anderen können sich im Seitentrakt am „Daily“ einen halbguten Cappuccino im Pappbecher, Getränkeflaschen oder Snacks holen. So manch eine Tochter von Beruf blickt sehr hochnäsig umher, auch wenn sie selber wie abgehalftert herumläuft. Aber laut nach „Daddy“ rufen, wenn sie in den „Salon“ nicht reingelassen wird. Da kommt er schon angeeilt, mit Handy am Ohr, Badelatschen und kurzer Turnhose. Na, was ist das denn für eine Attitüde. Wo bleibt denn da der Stil???

_MG_8873die berühmte Abfahrt im Skigebiet von Lake Luise – wie im Winter Schlange stehen am Lift und wie im Winter fährt jede Gondel nur halb voll. Die Leute werden auch im Sommer nicht klüger und warten wohl lieber doppelt so lang…  _MG_8877

Da hatte das letzte Hotel in Banff „Fairmont Springs“ doch viel mehr Flair mit dem angrenzenden Bowfalls. Im Eingang spielte eine Harfinistin bekannte Weltmelodien, auch wenn man schon genau hinhören musste, um diese wieder zu erkennen.

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Sie schickte uns auch in den ersten Stock, weil man dort den schönen Ausblick genießen könne. Stimmt, das hatte M. doch schon erzählt. Dieses Hotel wurde zu Beginn des 20. Jh. errichtet. Aber ach, o weh! – die Baupläne wurden falsch herum (seitenverkehrt) gehalten, was niemandem auffiel. Erst dem Bauherrn (der Canadian Pazifik Railway) NACH der Errichtung des 1. Stockwerkes. DAS Donnerwetter war bestimmt in ganz Rocky Mountains zu hören. Die folgenden Stockwerke wurden dann richtig herum gebaut. So haben im 1. Stock die Suiten alle den Blick vor den Berg und die Küche den besten Ausblick auf den BowRiver. Erst die darüber liegenden Stockwerke dürfen sich am herrlichen Ausblick erfreuen.

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_MG_8862die Bowfalls neben dem Hotel

Wir machen uns wieder auf, wollen noch beim Lake Moraine vorbeischauen. Aber die Straße ist wegen Überfüllung gesperrt – sehr zu unserem Ärger, denn mittlerweile sind viele schon wieder nach Hause gefahren. So ziehen wir unverrichteter Dinge gen Banff, wo wir uns ein echtes Steak mit Salat (ohne Fritten o.ä.!!!) mit einem Weißbier und einem Gläschen roten Saft gönnen. Alles zusammen schlappe 100 Dollares – na, nach meinem Einkaufserlebnis kann ich diese Preise nun verstehen.

Mo. 3.8.15

Auf, auf, aus den Federn ihr müden Knochen. Raus mich euch. Es ist schon 6 Uhr und nach dem Einpacken noch 1 Std. Fahrt (bzw. Frieren bei 8 °C) bis zum Lake Moraine. Wir kommen dort um 8.40 Uhr an und die Parkplätze sind nahezu gefüllt. Ab jetzt bitte wieder am Straßenrand der Auffahrt parken. Wir natürlich nicht. Direkt am Eingang sind noch 2 Plätze nebeneinander frei. Wir belegen sie beide – hat uns doch die Rangerin bei Ankunft schon so böse angeschaut, weil wir irgendwo am Rand stehen bleiben wollten. Ich würde die richtigen Parkplätze ja den Autofahrern überlassen, aber wenn sie es so haben will – bitte sehr! )Ich hätte Mäuschen spielen und die Gesichter der Autofahrer sehen wollen, die von freudestrahlend (ein freier Platz ganz vorne) ins rötliche wechseln.) Auch hier sind schon andere auf dieselbe Idee gekommen. Viele halten sich nicht an die Schilder, trampeln über die zarte Vegetation einfach drüber und klettern den Berg hinauf. Oben angekommen erklimmt die Sonne gerade die gegenüberliegenden Felsen. Die Sonne im Rücken erstrahlt die eine Hälfte der Berge, die andere liegt im Schatten und unten ruht der nahezu spiegelglatte, leuchtend türkisfarbene See. Genau das richtige Licht für die Bilder. Der See ist eiskalt (logo, wegen drüber liegendem Gletscher („Turm zu Babel“ ) ) und spiegelglatt, weil noch keine Böötchen vermietet wurden. Dafür kostet dann der Kaffee glatt 6 Dollar plus taxe. Da ist meine Schmerzgrenze erreicht. Heute hab ich den Kaffee schon auf!!!

_MG_8901_MG_8926ich weiß nicht mehr wie diese kleinen possierlichen Tierchen heißen. Lustig nich? M. meint, sie heißen Pica (ein amerikanischer Pfeifhase – was google doch so alles weiß 😉_MG_8906 Lake Moraine morgens um halb 9 bevor die Busse kommen und _MG_8909 bevor die Böötchen vermietet werden ;- _MG_8921

Weiter gehts in den Yoho-NP zu den Takkakawfalls (die sehen gar nicht so aus, wie fast 400 m hoch). _MG_8930Der freie Fall ist „nur“ 256 m hoch, weil das Wasser nach dem ersten Fall auf eine Kante stürzt. Ich finde das besonders hübsch, weil dadurch das Wasser erst richtig Schwung bekommt und mit großem Schwall über die Kante hinaus schießt, bevor es nach unten stürzt. Zu seinen Füßen gibts erstmal „Früh“stück. Dann zum Emeraldlake. Was soll ich euch sagen, ein See schöner als der andere._MG_8947_MG_8946

Die Böötchen kosten hier übrigens „nur“ 66 Dollar für 2 Std. Ein Spottpreis, hätte ich die doch am Lake Louise für 1 Std. schon hinlegen müssen!). _MG_8972_MG_8981Die Natural Brige auf dem Weg zum Emeraldlake _MG_8976

Wir fahren u.a. über den einzigen Transhighway durch Kanada, machen Strecke, denn wir wollen noch zum Jasper ankommen. Auf dem Weg noch „eben“ den Petolake anschauen, _MG_8985

ein „kleines“ Päuschen am Honeymoonlake _MG_9000  (mit Photo an entsprechender Bank mit Blick auf See und Gebirge) und „noch schnell“ die Athabaskafalls mitnehmen. Ja, phh, Nicht nur die Falls fesseln meinen Blick, sondern ein Seiltänzer, der seine Slagline über die Falls gespannt hat und nicht nur einmal rüberbalanciert. Und unten tost das Wasser… brrr.

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Viel zu spät kommen wir wieder mal in Jasper an bei 28 °C – natürlich hat der erste Campingplatz „full“ auf dem Schild stehen. Wir fahren zum 2. Der hat zwar nix stehen, dafür aber 2 Warteschlangen. Ich nehme die, wo am wenigsten Autos warten… Hä? Gar kein Auto? Mist, das ist die Spur für die bereits registrierten Besucher, die fahren einfach durch. Da mein Fuß ob der Gewaltmärsche in Calgary und Peytolake in ungeeigneten Stiefeln nun beleidigt ist, schicke ich M. zurück, sich anzustellen. Ich würde vorne warten. Hab ich natürlich nich gemacht. Ich hab statt dessen die Frau im Registrierhäuschen gefragt, ob sich denn das Warten überhaupt lohnen würde. Wenn kein Platz ist, brauchen wir auch nicht warten, oder?! … Hm, lange Schlange, keine Ahnung ob die alle reserviert haben, hm, aber der 1. Campingplatz müsste doch…. Nein, der hat „Full“ stehen. Sie ruft da mal eben an, für 2 Biker müsste immer ein „overflow-Platz“ zu haben sein. War auch so! Wir drehen sofort um, die Dame dort wartet schon auf uns. Wieder alles richtig gemacht! 450 km Sightseeingtour!

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