Kolumbien

Do. 7.1.16

Wir sind in Kolumbien – Bogota. Es gibt nicht viel zu erzählen. Aufstehen, packen, Taxi zum Flughafen, 2 Std. warten, in den Flieger, raus aus dem Flieger, lange Schlange an der Einreise, aber ca. 20 offene Schalter, Befragung (2 min: Beruf, Hotel, nächstes Ziel), Zoll (nix zu deklarieren, nur Zettel abgeben), Taxi, Hotel.

Jetzt ist es wieder dunkel. ich vermisse mein Mopped. Entweder zu Fuß latschen oder andauernd ein Taxi rufen. Das ist etwas lästig – so oder so! Auch wenn ich zuletzt sehr über die Hitze in den Motorradklamotten gestöhnt habe, so ohne ist auch doof!

Sie sollen Samstag um 14 h ankommen und angeblich auch noch am selben Tag aus dem Zoll raus. Mal sehen ob das klappt. Aber soeben erhalte ich eine E-mail, sie kämen schon morgen. Das ist Zentralamerika. Immer für eine Überraschung gut. Jetzt bin ich mal gespannt, wann sie wirklich kommen!!!

Morgen also vielleicht Sightseeing Bogota MIT Moppeds?

VGB

Panamakanal: Die Miraflores-Schleuse

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Mi .6.1.16 (Heute ist das besondere Datum!)

Fällt euch das auch erst heute auf, dass gestern gar kein verrücktes Datum war, weil ich das letzte Jahr genommen hab? (Sorry, Macht der Gewohnheit!)

Unsere Mädels sind heute nicht geflogen, schade. Aber „sicher“ am Samstag. Hoffen wir es! Hauptsache, sie kommen überhaupt dort heil in naher Zukunft an. Hier gehen die Uhren etwas anders und man kann dies nicht mit deutscher Zuverlässigkeit und Genauigkeit vergleichen. Wir haben ein gutes Gefühl, aber verlassen kann man sich nicht darauf. Hier in Zentralamerika liegt man in Gottes Hand und man kann nichts anderes machen, als darauf vertrauen, dass die Leute schon ihren Job richtig machen werden – irgendwann.

Wir haben den Tag heute sehr genossen und waren den ganzen Tag an der Miraflores-Schleuse. Wir haben deshalb zwar nur im vorbeifahrenden Taxi die Hochhäuser der Innenstadt von Panama Stadt gesehen, aber das ist egal. Wir sind über die neue Brücke Centenario gefahren und wohnen unter der alten „Puente de las Americas“. Es war so beeindruckend an der Schleuse und ich konnte mich einfach nicht sattsehen an den zentimetergenauen Durchfahrten. Auch wenn uns eine blöde Kontrolleurin schon gleich bei Ankunft früh morgens ankeift, dass wir neben dem Eingang vom Parkplatz aus keine Photos machen dürften, ohne zu bezahlen Denn das wäre ja angeblich „restricted area“. Wir Touris müssen 5 Mal so viel zahlen, wie die Einheimischen und das ist schon eine Menge. Liebe Frau, so geht man nicht mit den Leuten um, die man doch HEREIN bitten und nicht vergraulen will. Kann ihr das mal jemand erklären? Wir hatten uns gerade entschieden, den Eintritt von 30 $ zu entrichten, wenn wir uns frei bewegen dürfen und nicht an einer Führung teilnehmen müssen. Also was regt die sich so auf?

Die freundliche und geduldige Kassiererin versteht unser Ansinnen und bittet für das unmögliche Verhalten der Frau um Entschuldigung. Selbstverständlich könnten wir uns alle Zeit der Welt nehmen und Bilder machen soviel wir wollten, denn das wäre ja doch einmalig hier …

Das Visitorcenter hat alles, was das Herz begehrt: Museum auf 3 Etagen, 10 minütige Filmvorführung alle halbe Std. in engl. oder span. (deren Bilder so schnell wechseln, dass mir davon schlecht wird und ich mich ganz nach hinten setzen muss…), mehrere Aussichtsplattformen, Restaurant, Eisdiele, (Espresso-) Kaffee/Getränkestation mit Snacks und eine Wifizone. Hier checke ich noch schnell die mails und die Flüge, skype mit Sohn und Tochter und genieße den Ausblick auf den Kanal. Wow! Und ich bin hier – unfassbar. Wie so vieles auf dieser Reise. Wieder einmal wähne ich mich im Traum.

Da wir immer noch kein Internet im Hotel (und im Viertel) haben, müsst ihr auf Bilder noch etwas warten. Sorry, wird wie immer schnellstmöglich nachgereicht.

Bis bald B.

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Zentimeterarbeit – und doch Routine!

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Der Kanal vor der neuen Centenario-Brücke und eine der weiteren Schleusen. 

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Die neue Schleusenanlage für die größeren Schiffe. Sie sollte 2015 fertig sein, aber es fehlt wohl noch einiges…

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eine der alten Loks, die die Schiffe auf Kurs halten

Neues Jahr, neues Glück?

Das alte Jahr ist Geschichte und das neue mit guten Vorsätzen gestartet. Wer einen davon noch nicht in die Tat umgesetzt hat und von mir noch einen Tipp braucht, wie er einen kleinen Teil seines Geldes gut verwenden kann, der schaue hier:

Noch einmal der Aufruf, es uns gleich zu tun und den Kindern in Peru zu helfen.  Wir danken im Voraus im Namen der Kinder! Hier der Einfachheit halber noch einmal die Bankverbindung: Deutsches Konto (BW Bank):

Konto Nr. 7495 5074 03               BLZ 600 501 01

Verwendungszweck z. B.: gsnomaden Kinderheim Peru

SEPA: IBAN: DE29 6005 0101 7495 5074 03 SWIFT: SOLADEST

Weitere Infos unter “Spendenaufruf”….

Wir danken herzlichst!!! Eure GSnomaden

Di, 5.1.15 (welch verrücktes Datum, welch verrückter Tag)

Die Moppeds sind am Flughafen!!!

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Panama – Auf dem Weg zum Flughafen

Wir haben heute morgen kein Internet im Hotel. Die Leitung streikt. Es gibt keine Möglichkeit irgendwohin anzurufen, auch über Festnetz nicht. Ob die Fluggesellschaft Avianka nun fliegt oder nicht, ist von hier aus nicht herauszufinden. So entscheiden wir uns gegen 10.00 Uhr, zum Flughafen zu fahren – fertig gerödelt, umgepackt und sortiert! Es ist nicht leicht, Avianka zu finden, so machen wir noch mal Halt bei MCD – unserem Lieblingsprovider in der Not. Dort telefonieren wir mit der Dame von der Fluggesellschaft und erfahren so per ungefähr, wohin wir denn müssen, um sie zu sprechen. Es ginge zwar auch per Telefon, aber das ist mir zu heikel. Ich möchte die Leute sehen, Papiere erledigen, den Agenten, der unsere Papiere für den Cargo erledigen soll, treffen und den Ort eruieren, wo denn morgen die Moippeds hin müssen. Lieber heute mal alles klären.

Wir verabreden uns um 13.00 am Eingang, das sie mit „blaues Gebäude“ und im selben Gebäude wie „Girag“ , aber im 1. Stock beschreibt. Dort fänden wir sie und Avianka! Wir müssten also auf das Cargogelände an den Flugzeugen vorbei, an den Hubschraubern irgendwie herum…. Wir fragen noch 2 Mal nach und endlich finden wir das Gebäude. Es ist viertel nach 12 und Mittagspause. Wir sollen am Eingang warten. Ok. Aber hier wäre doch auch Girag, lass uns doch mal nachfragen. Die sind einen Eingang nebenan. Dort gibt es morgen einen Flug für unsere Moppeds – ohne Agenten, aber dafür 200 $ pro Mopped weniger, mit allem Papierkram! Wir können unser Glück nicht glauben! Yeah – wir jubeln schon innerlich. Da kommt der Señor zurück mit bedauerndem Gesicht. Er habe gerade mit Sr. Richard gesprochen – den kennen wir ja schon vom Telefon her. Das wäre der Cargokoordinator und der habe noch nicht genug Fracht von Kolumbien nach Panama. So weiß er nicht, ob der Flieger morgen geht oder nicht. Vielleicht. Aber sicher am Samstag.

Also gut. Wir buchen jetzt fest! Bezahlen cash – wie gut, dass ich gestern noch 1000 $ abgehoben habe, denn das Tageslimit ist damit erreicht. Heute noch mal dasselbe mit 2 verschiedenen Karten und ich kann die Rechnung begleichen. Ob der Flieger schon morgen geht, würden wir später per Mail erfahren. Wir fahren die Moppeds selber in die Halle, werden danach aber aus Sicherheitsgründen wieder rausgescheucht. Während wir auf das Ok des Begutachters warten, smalltalken wir mit einem der Arbeiter. Es kommt plötzlich ein weiterer Herr dazu, der die üblichen Fragen stellt. Woher, wohin, englisch, spanisch? Er fragt uns, ob wir in Kolumbien über Cali führen. Das wissen wir noch nicht. Aber wir müssten automatisch dort vorbei, wenn wir nach Süden wollten. Er lädt uns auf eine Finca der Familie ein. Sein Bruder wohne dort, er würde ihm gerne vorab bescheid sagen und das wäre sehr schön dort mit 2 Flüssen auf dem Gelände. Er drückt mir seine Visitenkarte in die Hand. Meine Augen werden groß. Ich stupse M. an und weise auf die Dienstbezeichnung unter dem Namen hin. „Presidente“! Und mit einem knappen „Un placer“ und Händedruck – weg ist er.

Hab ich gerade geträumt? Wir schauen uns sprachlos an und dann zum Arbeiter, der bis gerade keinen Mucks gesagt hat, nun aber lossprudelt. Ja, das war „el jefe“ – der Chef, dem das alles hier gehört und mit einer ausladenden Geste weist er um sich! Dass uns der Chef höchstpersönlich die Ehre gibt und uns mit Handschlag begrüßt und sogar auf die Finka einlädt, ist ja der Hammer. Womit haben wir DAS denn nur verdient?

Mit Wehmut lassen wir die Moppeds in der Halle stehen. Es ist ein komisches Gefühl – so ganz ohne. Das war unser Zuhause in den letzten 6 Monaten.

Mit einem guten Gefühl suchen wir uns ein Taxi zum Hotel zurück. Es ist schon halb 5. Es lohnt sich kein Stadtbummel und auch keine Schleusenbesichtigung mehr. Für 20 $ im halblegalen Taxi fahren wir im dicken Stadtverkehr 1 ½ Std. zurück, um dann festzustellen, dass der Zimmerschlüssel gut in meiner Motorradhose verpackt im Mopped liegt. Zerknirscht beichten wir dies dem Portier – aber kein Problem. Er steigt einfach mit einer Leiter über den Balkon ein und macht uns das Zimmer auf.

Das Internet funzt immernoch nicht. Mist. Lassen wir uns also überraschen, wann die Moppeds kommen. Morgen Sightseeing in Panama! Darauf freue ich mich schon.

VGB

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Das Canal Inn unter der „Puente de las Americas“

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Im B&B ist tierisch was los…

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Viel Verkehr unter der „Puente de las Americas“

Brütende Hitze bis Panama Stadt

Mo. 4.1.16

Schon wieder 36 °C, morgens bei Abfahrt schon über 30 und den ganzen Tag brennt die Sonne. Puh! Wir fahren früh los, um die letzten 450 km bis Panama Stadt im Hellen zu schaffen. Das hört sich nicht viel an, aber wir schaffen im Schnitt nur 50 km pro Std. Denn die Panamerikana (die Nr. 1) ist 100 km lang Baustelle und trotz unserer Überholmanöver und zwischenzeitlichen 120 km pro Std. gibt es immer wieder Stau oder einspurige Verkehrsführungen mit Wartezeiten. Das schlaucht. Außer einer einzigen Einkaufs- und Mittagspause erlauben wir uns keinen Zeitverlust. Trotzdem: Erst kurz vor 5 sind wir am Panamakanal, aber schade – das Visitorcenter und die Straße dahin sind schon gesperrt. Erst morgen wieder. Dafür finden wir endlich eine Bank, die Dollar ausspuckt, so dass wir für morgen (Cargo, Papierkram, Moppeds???) gerüstet sind. Auch konnten wir endlich mal wieder einen Supermarkt wie in den USA finden. Zwar genauso teuer, aber immerhin mal wieder vernünftig einkaufen und „snacken“ auf dem Parkplatz in der Hitze ;-)…

Auch das Hotel unter der Brücke „Puente de las Americas“ ist (mit einer kleinen Suchrunde) gefunden. Wir buchen uns für 3 Tage ein. (Danke Mike, der Besitzer erinnerte sich noch an dich, sogar an dein Hotel! Er wunderte sich schon, woher wir sein Haus kennen, so ohne Reservierung etc.)

Edit zu gestern: Es geht über einen 3300 m hohen Pass – bei knappen 13 Grad nur ca ein Drittel so warm wie tags zuvor. Ich erlaube mir die Heizgriffe zu heizen. Stufe 2 natürlich! Wir frieren! Ist das zu glauben??? Kaum oben, geht es steil nach unten und innerhalb kürzester Zeit ist es wieder brütend heiß über 30 Grad. Wenn dann noch Ölwechsel dazukommt ist es kein Wunder, wenn frau dann Kreise sieht, oder?! Mein Kreislauf macht gerade Überstunden… Wie schöööön, wenn dann kurz vor der Grenze zu Panama einem kurz vor der Brücke einer auf der Straße mit beiden Armen winkend in den Weg springt. Ein Polizist mit umhängendem Ausweis und municipalem Aussehen. Das hat gerade noch gefehlt! Kein freundliches „Hola“, kein „mein Name ist …“ oder andere Begrüßungsfloskeln, nur „Licencia!“ Ich frage ihn laut auf deutsch: Was ist denn los? „De donde eres?“ Von Alemania – mit Hinweis auf das Schild. Licencia! Verstehe ich nicht, schüttle den Kopf, rücke nichts raus. M., der Arme, hat die A.karte. Er steht vorne und hat sich mit ein paar Worten Spanisch geoutet. Die stottert er jetzt herunter, während ihm der Beamte seine Papiere einkassiert. Wiederwillig rücke ich nun auch meine raus. Er erklärt M., er wäre zu schnell gefahren. Ich auch. Hier wäre nur 60. Ich schalte sofort, spreche durchs Mikro laut auf deutsch, Nein, ich bin nicht zu schnell gefahren. Schüttle wieder den Kopf. Da reagiert auch M. Der Beamte erklärt etwas nachgiebiger, dass hier in Costa Rica 80 Limit wäre. Keine 100 und auch keine 90. Mit einer Ermahnung und einem strengen Blick entließe er uns noch einmal gnädigerweise. Wir nicken und stecken die Papiere wieder ein, während von hinten einige Moppeds angerollt kommen. Sie lachen, schäkern mit dem Beamten und fahren grüßend weiter. Wir hinterher. Als ob hier 60 wäre!!!! Als ob in ganz Costa Rica nur 80 gefahren werden dürfte!!! Wers glaubt wird selig! Wo war denn seine Radarpistole, wo sein Beweis? Direkt hinter der Brücke holen wir die Moppeds ein, die schon alle bereits 100 fahren. War da gerade ein einzelner Polizist? Alleine ohne Auto? Was hat DER denn ausgefressen, dass sie ihn dahin strafversetzt haben? Er hatte wohl Langeweile und musste seine fehlende Unterstützung mit unfreundlicher Strenge wett machen. Na, meinetwegen. Solange er kein Geld von mir will, vertreibe ich ihm gerne etwas seiner Zeit. 

Hoffentlich vertreibt ihr euch daheim mit schönen Dingen die Zeit.

Herzlichst eure B.

Panama Grenze

So. 3.1.16

Es fällt wieder einmal nicht leicht, sich von unseren Gastgebern zu verabschieden. Luis schickt uns mit ein paar letzten Ratschlägen zur Grenze. Die sei nur Formsache und schnell erledigt. Ich schaue zweifelnd, denn ich bin ja mittlerweile ein „alter Hase“ was Grenzen anbelangt. Abgesehen von der herrlichen Gegend rundherum sollte ICH leider Recht behalten. Wir brauchen fast 3 Std. an der Grenze – bei brütender Hitze von schon wieder 35 Grad.

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die 3 „Waisen“ (B. mit Ignacio/Uruguay und Basil/Frankreich, die auch bei Luis zu Gast sind )

Entgegen seiner Schätzung sind wir nicht um 1 spätestepns an der Grenze, sondern trotz 10 Uhr Losfahrens erst um 16.00 Uhr – ohne große Pause. Überall sind Geschäfte und munteres Treiben. Keiner hält uns auf und so fahren wir erstmal glatt an den Ausreisegebäuden von Costa Rica vorbei und landen am Panama’ischen Einreiseschalter. Dort werden wir gleich vom Versicherungstypen überfallen, der schon loslabert, eh wir Helm und Motor aus haben. Ich frage am Schalter nach der Ausreise, ob die denn nicht nötig wäre. Der Jüngling sucht die Stempel im leeren Teil des Passes vergeblich, bis ich ihn darauf hinweise, dass dort nichts ist. Er schickt uns zur Ausreise 60-70 m zurück. Die Lauferei beginnt, denn die Dame am Schalter rückt keine Info freiwillig raus. So stelle ich mich also an und erhalte als erstes exakt dieselben 2 Flyer, die ich bei der Einreise schon ausgefüllt habe. Nein, die müsste ich auch für die Ausreise ausfüllen. Mach ich brav, stelle mich wieder an und endlich vorne fehlt die Quittung der taxes. Die 7 $ hab ich doch noch gar nicht gezahlt. Also wieder alle Papiere zurück und auf die Suche nach der Bezahlstation. Mitten in der Zollräumlichkeit – natürlich nur einfach besetzt – residiert die Dame der Aduane. Aber sie lässt sich nicht hetzen, Zwischenfragen überhört sie, und lediglich bei „der nächste bitte’“ wage ich eine Zwischenfrage. Ja, dort am Automaten könne man die Gebühren mit Karte bezahlen. ich versuche es – mit Hilfe eines anderen Reisenden – mehrfach, den Pass zu lesen und anschließend mit Karte zu bezahlen. Aber ich erhalte keinerlei Quittung – vielleicht hat der Automat abgebucht, vielleicht auch nicht. Es ist nicht rauszubekommen. irgendwann steht wieder das Anfangsbild auf dem Bildschirm. ich gebe auf, warte auf einen günstigen Moment für eine Zwischenfrage. Ja, der Automat würde schonmal rumzicken, aber es gäbe draußen noch einen Bus.  Hä? Hab ich richtig gehört? Links das Gebäude entlang. Ok, kucken wir ma. Da steht ein Gebäude mit Aduane dran, ist aber abgeschlossen. Neuer Versuch bei der Dame und tatsächlich finde ich den Bus. Da Privatservice kostet es jetzt einen Dollar mehr. Dafür aber NUR CASH!!!  Endlich den ersehnten Ausdruck in der Hand wieder zurück zu Dame Nr. 1. Wieder anstellen. Sie nimmt alles wortlos an und sagt, dass M. selber kommen muss. Auf meine säuerliche Frage, ob er sich dann auch wieder hinten anstellen müsse, antwortet sie zuckersüß. Nein, diesmal nicht! Ich frage sie noch, was denn danach käme, aber sie verweigert jegliche Auskunft, solange M. nicht erschienen ist. Ich erkläre ihr in meinem besten spanisch, dass Schatzilein bei den Mopeds wartet und kaum spanisch spricht. Wenn sie denn bitte so freundlich wäre, MIR zu erklären, was danach notwendig wäre.

Jep, wortlos zeigt sie auf Aduane im Nebengebäude. Na, da war ich doch schon mal. Nur dass diesmal eine lange Schlange vor mir wartet. Endlich darf ich meine Zwischenfrage stellen und sie gibt mir einen anderen Flyer zum Ausfüllen. Obwohl die Leute alle in klimatisierten Räumen sitzen, während die Klienten draußen vorm Schalter zerfließen, scheint ihnen die Sonne jegliches Mitleid mit anderen verbrannt zu haben. Sie scheuchen die Leute hin und her – ohne Rücksicht auf Verluste. Nach 1 ½ Std. haben wir endlich die Ausreisepapiere und dürfen gehen.

In Panama stelle ich mich mit den Pässen an der Einreise an. Aber oh wunder?! Sie wollen nicht mich, sondern zuerst mein bike einreisen lassen. Also alle Fahrzeugpapiere zum Schalter holen. Erst danach gäbe es meinen Stempel in den Pass. Okee. Meinetwegen. Sie kontrollieren alles und schicken mich (erstmal ohne Stempel) zur Aduane. Aber M. hat im Blog der Kradvagabunden den Hinweis mit der Versicherung gesehen. Also einen der Versicherungsfritzen krallen. Aber jetzt sind auf einmal alle fott. Doch – einer ist noch da. Der führt uns zur Versicherung, aber die offizielle Stelle, die kontrolliert, ob alles in Ordnung ist, hat schon zu. Er nimmt sich einfach selber die Papiere und stempelt. Mit diesem Wisch nun zur Aduane. Die Herren im Schalter haben alle keine Lust heute zu arbeiten und schicken die unerfahrenste von allen vor. Sie verdreht die Augen, M. ebenso wie die langsam länger werdenden Schlange hinter ihm. Mit dem deutschen Fahrzeugschein hat sie ihre liebe Mühe, aber keiner kommt ihr zu Hilfe. Egal wie hilfesuchend sie auch fragt oder um sich schaut. So dauert und dauert es. Mit diesem Wisch zur Einreise. Damit wieder zurück zur Aduane, danach zum Zollfritzen auf der Straße, der wohl kontrolliert, ob die Scheindaten mit Kennzeichen übereinstimmen. Mit dessen Unterschrift dann zum Desinfizieren und bezahlen. 1 $! danach sind wir fertig – wow! Schon??? Nach fast 3 Std.!!! Natürlich ists schon dunkel draußen und der Zeitsprung erlaubt leider kein schnelleres vorankommen. so sind wir gegen halb 8 in David beim Hostel – für 14 $ pro Nase mit Swimmingpool, Küchennutzung, Theke, Fernsehraum und Waschmaschinen… alles vorhanden.

Schnell abkühlen, etwas kochen, essen, ab ins Bett. Morgen sind erneut 450 km abzuspulen. Da müssen wir früh los. Das Abenteuer Moppedtransport rückt immer näher!

Bis morgen VGB

Frohes neues Jahr…

… allen Daheim und unterwegs. Euch allen alles Gute für ein erfolgreiches Jahr 2016!

Do.31.12.15 bis So. 3.1.16

Zum ersten Mal schreibe ich die Zahl 2016. Irgendwie komisch, ein halbes Jahr auf tour… Wir haben Silvester mit unseren Gastgebern, den anderen beiden französischen Gästen und einer befreundeten Familie am Strand in Nosara am Pazifik verbracht, wo wir alle in Zelten übernachtet und uns die Zeit vertrieben haben.

Wir sind schon um 9.00 Uhr abfahrbereit, aber wegen verschiedenster Gründe kommen wir erst kurz vor Sonnenuntergang los. Während der Fahrt schaue ich immer mal wieder auf die Uhr, wohlwissend, dass gleich zu Hause Jahreswechsel ist. Aber hier noch lange nicht, und so verstreicht der Augenblick recht unspektakulär. Die Silvesternacht ist warm und mild und erinnert mich mit seinem Wellenrauschen an Texel, wo wir das erste Silvester gemeinsam verbracht haben. Reihum wird fleißig geappt. Aber wir haben kein Internet und so schauen wir dem Treiben nur still zu. Doch ich bin früh aufgewacht morgens und abends schon früh müde und so verschwinde ich „schon“ gegen 2 Uhr Ortszeit. Kurze Zeit später wache ich wieder auf und das Wiedereinschlafen fällt bei der eindonnernden Musik mit dem dicken Bass echt schwer. Irgendwann überwinde ich den inneren Schweinehund und gehe raus nachschauen: Ein großer Pickup mit offenen Türen dröhnt gleich 10 m neben unserem Zelt direkt neben dem Wasser und übertönt sogar das Wellenrauschen. Die jungen Leute davor spielen Fußball und genießen wohl die Freiheit mit Papis Auto. Sie sind aber sehr freundlich und machen auf meine ebenso freundliche Bitte hin die Musik deutlich leiser, so dass ich wieder schlafen kann – allerdings auch nur kurz, denn irgendwann klappern die Türen und der Motor fährt immer wieder und wieder an. Ja, was machen die denn da? Wie heißt es so schön?image

Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort! Es ist nämlich verboten, mit dem Auto auf den Strand zu fahren.

Sie haben sich beim Rausfahren vom Strand festgefahren. Es wird gerade hell – kurz nach 4 Uhr und sie versuchen verzweifelt, das Auto wieder rückwärts zu schieben, denn nach vorne den Berg hoch ist ja noch schwerer. Der Reifen ist schon halb drin und jedesmal, wenn sie einen neuen Versuch starten, wird es schlimmer und schlimmer. Sie graben mit bloßen Händen, holen einen Baumstamm (den sie aber quer davor legen …. augenverdrehend schaue ich zu, gebe ihnen aber dann doch einen Hinweis, dass er so nur ein weiteres Hindernis zu überwinden darstellt…) Sie versuchen es mit einem Wagenheber, mit Steinen, Strandgut… Ein Auto fährt zur Hilfe – ich gebe den Hinweis, man möge vorsichtig sein, nicht dass hinterher 2 Autos feststecken. Das morsche Seil reißt 2 mal, bevor der Autobesitzer aufgibt. Er schafft es nur mit Mühe zurück auf den Parkplatz. Rat- und Mutlosigkeit gepaart mit dem Willen nicht auf zu geben, machen sich breit. Wieder wird tief und tiefer gegraben. Ein zweiter Wagen kommt zu Hilfe, diesmal von oben, mit einem etwas längeren Seil. Aber auch dieser Wagen sinkt im Sand ein und kommt nur mit Mühe und viel Anschieben wieder raus. Mittlerweile halb 8, die Zuschauermenge wechselt, (die Helfer ebenso,) kommt ein ehemaliger Helfer mit einem dicken Sack und einer Schaufel wieder. In dem Sack steckt ein irre langes Seil. Dies wird am Auto auf dem Parkplatz festgezurrt und damit schaffen sie es endlich. Ich mache derweil Bilder und Videos und biete diese den jungen Leuten als Trost an, weiß ich doch aus eigener Erfahrung heraus, dass man flucht und jammert solange man in einer Sch…situation drinsteckt. Hat man sie aber gemeistert, lacht man drüber und hat wieder eine Story mehr zu erzählen. Aber sie sind froh, dass keiner die Polizei gerufen hat, sie „alleine“ raus gekommen sind und es reicht ihnen wohl, die Story den Eltern nur zu beichten – ohne Bilder. Frohes neues Jahr!

Endlich Ruhe! Der Strand ist durchgewühlt und so langsam wacht das Volk rundherum auf. 1. Januar! Die Sonne scheint und es wird warm und wärmer – bis über 30 Grad. Das Wasser ist herrlich, warm aber erfrischend.

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Gerline, Käpt’n Sparrow, Samorita, Gaby und Salchichas gegrillt! Hm!

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Aber es ist Ebbe und die Wellen sind hoch und der Rückfluss zieht einem die Füße weg. Bei einer dieser Wellen habe ich meine Sonnenbrille auf den Weg nach Indonesien geschickt. Mist! Schöner Jahresanfang!

Es bleibt nicht das einzige, was das Meer sich holt. Neben Teilen von Besteck und einer Zelthülle (der Franzosen) auch unsere gute große Taschenlampe. Vielleicht ist sie am Strand aus der Tasche gefallen und jemand hat sie gefunden und „danke“ gesagt!. Grrr!

Bei solch heißen Temperaturen kriegt mich keiner aus dem Schatten raus. Nur nicht zuviel bewegen, sonst geh ich kaputt. Chillen in der neuen Hängematte aus Mexiko, Sudokus lösen oder schlafen.

imageSelbst zum Essen fehlt die Anstrengungsbereitschaft. Aber die Damen verziehen sich mit dicker Sonnencreme mitten in die knalle Sonne auf den Strand. Keine Minute würde ich da aushalten und sie liegen dort Stunden und braten! Ich bin schon vom Zugucken durch! Trotz Schatten hole ich mir einen Sonnenbrand, so sehr knallt die Sonne. Selbst eine dünne, braune 1 m lange Schlange sucht wohl im Cockpit des Motorrades unseres Gastgebers etwas Schatten. Sehr zu unser aller Schrecken, aber der junge Andenkenverkäufer nebenan rettet uns (oder die Schlange?), nimmt sie langsam und vorsichtig in die Hand und entlässt sie abseits ins Kakteengestrüpp.

Zum Trost für all das Ungemach an diesem Tag dürfen wir abends im 7 km entfernten Nationalpark die Schildkröten sehen, wie sie allmonatlich ihre Eier legen. Welch ein Spektakel. Vor lauter Schildkröten weiß man nicht wo man hintreten soll. Sie sind bisweilen 1 m lang und wiegen 50 – 60 kg und marschieren einfach gerade aus – egal ob dort jemand steht oder nicht. Im Dunkeln habe ich das Anschleichen nicht mitbekommen und plötzlich zieht mir eine von hinten den rechten Fuß weg. Ich erschrecke mich furchtbar und springe rückwärts über sie drüber. Zum Glück, denn Hinsehen ging nicht, das war zu dunkel. Beeindruckt über die Vielzahl der Tiere, der Tischtennisball großen, runden Eier und des Spektakels insgesamt machen wir uns wieder auf den Weg.

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Unser Gastgeber hat hier ein Grundstück, welches er für den Verkauf vorbereitet: Planieren, Bäume fällen, die die Sicht aufs Meer versperren… Erst spät fahren wir im Dunkeln mit viel Verkehr zurück. Immer noch knapp 30 Grad.

Wieder in unserer „Gastbude“ angekommen empfängt uns ein neuer „Gast“: Ein Skorpion in unserem Bad. Sie kommen gerne ins Haus, wenns draußen „kalt“ wird. (Was immer kalt heißt…)

Na, jedenfalls heißt es wieder einmal Abschied nehmen, von Samorita und seiner Familie, von den Franzosen, und auch von unseren Gastgebern, denn morgen gehts weiter nach Panama – endlich! Der Cargoflug soll am 7.1. gehen. Ich bin mal gespannt, wie es weiter damit geht. Das wir dann bestimmt auch noch abenteuerlich. Ich halte euch auf dem Laufenden…

VGB

 

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Federvieh bie Luis