Die Valdes-Halbinsel

Di, 29.3.16

Nachdem wir gestern wieder mal einen ereignislos unspektakulären Fahrtag mit 560 km abgespult haben, sind wir noch bis in den Nationalpark der Valdes-Halbinsel gekommen. Im Visitorcenter erfahren wir, wo welche Tiere zu sehen sind und wo wir einzig und allein unser Zelt aufstellen dürfen. Für Eintritt zahlen wir 260 Pesos; wohlgemerkt pro Nase. Ganz schön happig. Auch hier haben sie die Preise verdoppelt!  Plus 2×80 für den Campingplatz, Da die Finanzchefin des Campingplatzes aber weder bei gestriger Ankunft um 7 noch heute morgen um halb 10 zugegen ist, wünscht uns der Gärtner eine gute Reise und wir dürfen ohne Salär verschwinden. Abgesehen von den sehr hungrig zutraulichen Katzen war der Service auch mäßig. Toiletten nur fernab in der Mitte, Duschen nur zwischen 6 und 7 Uhr abends und keinerlei Bänke oder Tische zur Verfügung. Wie wild campen eben, da „zahlen“ wir genauso viel. Also alles gut so!

Nur mal ne Frage am Rande: Wie bescheuert muss man sein, um 200 km üble Piste inklusive nicht frei wählbarer Option eines eigenen Graders (schlimmer als in Alaska, wieso weiß der eigentlich immer, wo wir gerade sind???) auf sich zu nehmen, nur um Seeelefanten und Pinguine zu sehen? Ziemlich! Finde ich auch! Die Orcas haben sich heute nämlich freigenommen und sind im Meer geblieben. Eigentlich sollen die hier – einzig auf der Welt – mit Schwung auf den Strand auflaufen, dort Seelöwen und junge Seeelefanten fangen, um dann wieder zurück zu robben. Aber anscheinend kennen die meine Sympathie für die Seelöwen. Das hätte mir gar nicht gefallen, wenn die Orcas die gefressen und ein Blutbad angerichtet hätten. Aber so sehen wir weder die einen noch die anderen. Schade!

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Die Orcas gab es leider nur ganz platt, in braunem Rahmen.

So verbringen wir den ganzen Tag damit, konzentriert von einem Aussichtspunkt zum anderen zu fahren. Bei den Pisten muss man nämlich stets und ständig mit allem rechnen. Kann man mit 80 über die Piste fliegen, so kann plötzlich ein Sandloch auftauchen, mit Schotter aufgefüllt und total weich. Sturzgefahr!!! Das Vorderrad sinkt ein und man fällt über den Lenker – haben wir nicht gemacht. Wir haben mittlerweile einen Blick dafür einwickelt. Ändert sich die Farbe? Das Aussehen? Die Schärfe und Größe der Steine? Alles Anzeichen für eine Änderung der Beschaffenheit des Untergrundes und DAS ist in JEDEM Fall ein Hinweis auf Schwierigkeiten! Also langsam fahren, höchste Wachsamkeit! Ich hasse solche Sektionen, wo man langsam auf Zug durchfahren muss, damit die Fuhre nicht schlenkert. (Aber ich hab ja meinen Frieden mit dem Sand geschlossen – ich vergesse das nur hin und wieder….)

Bei herrlichem Sonnenschein, mittelmäßig Wind und über 30 Grad beobachten wir die Tiere. Interessant, wie nah ich neben den Pinguinen stehen und zusehen kann, während die sich anscheinend nicht stören lassen und ihre Bauten direkt vor meiner Nase betreten oder aus ihnen herauskommen. Begrüßungsrituale erkenne ich, welche zwei Jungtiere immer zusammengehören, die mittlerweile ihr Babygefieder verlieren, und bin beeindruckt, wie die ungelenk wirkenden Tiere Stufen runterhüpfen und wie flink sie die steile Böschung raufklettern. Schneller als ich!

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An dieser Steilküste brüten die Magellan-Pinguine

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Turteltauben, Nestbewacher und flauschiger Nachwuchs.

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Don’t cry for me Argentina…..

Wir sehen an einem anderen Aussichtspunkt einer Seeelefantenmutter mit ihrem Baby beim Spiel in der Brandung und auf dem Strand zu.

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Wasserspiele, auch die Seeelefanten genießen die milde Herbstsonne.

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Die Seeelefanten-Kolonie. Hier jagen die Orcas bis auf den Strand hinauf – nur heute nicht.

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Auf der Valdes-Halbinsel gibt es ein reichhaltiges Tierleben. Oben rechts seht ihr ein Borstengürteltier – einige Male lief es uns vor das Vorderrad, aber endlich erwischen wir es – mit der Kamera ;-)!

Ich könnte hier wieder mal stundenlang zusehen und der Brandung zuhören. Wie Musik in meinen Ohren. Aber mittlerweile haben uns die Bussladungen eingeholt und mich stört die Masse – auch wenn eigentlich Nebensaison hier herrscht. Wie muss das hier zugehen, wenn Hochsaison ist? Grausam, dann sieht man wohl rein gar nichts mehr! Also machen wir uns wieder auf. 80 km Piste raus aus dem Nationalpark, um kurz dahinter einen Platz für die Nacht zu suchen. Morgen gehts dann quer rüber auf die andere Seite Richtung El Bolson/Bariloche, zurück zu Claudia und Klaus. Dort machen wir ein paar Tage Arbeite- und Hilfsurlaub mit ein bisschen feiern. Man muss es sich doch gut gehen lassen, oder nicht?!

Mögt ihr daheim auch einen Grund finden, es euch gut gehen zu lassen.

Eure B.

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