Wie in den Alpen

Mi. 16.3.16

Happy Birthday, lieber Papa! Nächstes Jahr wird dann genullt! 🙂

Wir machen uns wieder auf den Weg, aber gaaaaaaanz langsam. Wir genehmigten uns mal ein „Sonntags“ausflugsründchen am Dienstag. Kurvig rund um die Seenlandschaft im Schneckentempo. Es ist schon halb 2 und noch keine 30 km geschafft. Andauernd hielten wir an und bestaunten die wunderschönen Ausblicke auf den jeweiligen See und stellten uns dabei vor, wie es wäre, hier zu wohnen.

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Ist das schön hier. Ein toller Altersruhesitz.

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Wassersport an den vielen Seen.

Ob es im Winter lange kalt ist? Ob hier Schnee liegt? Wir fragten am Panoramacafe nach. Ja, hier liegt etwa 2 Monate lang Schnee, ca ½ m und ja, hier ist das größte Skigebiet Argentiniens in der Nähe, obwohl wir uns mal gerade auf 600-800 m Höhe befinden. Hier dürfen wir draußen auf der Terrasse über dem See sitzen (im letzten Hotel Llao Llao war die nur für Hotelgäste reserviert, auch wenn kaum einer draußen die Tische belegte. Aber wir sollten drinnen sitzen. Phhh – bei deeeem herrlichen Wetter doch nicht! Wir wollen raus. Wir sind seit Monaten draußen. Drinnen können wir gar nicht mehr ;-)….)

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Das traumhaft gelegene und exklusive Llao Llao Hotel

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Blumen und Berge am Llao Llao Hotel.

Nun müssten wir aber endlich mal los, wir wollten doch noch 140 km nach Claudia und Klaus, die beiden deutschen Moppedreisende und Auswanderer, die sich nach 16 Jahren auf der Reise nicht mehr in D-land zurechtfanden und in Patagonien ein neues Zuhause gefunden haben. Wir wollten schließlich nicht erst um 8 bei denen aufschlagen. Wir hatten uns sehr kurzfristig bei Ihnen über die Webseite angemeldet und noch eben die Antwortmail erhalten, bevor wir mit Packen fertig sind. Sie freuen sich über „Besuch“, wenn er sich denn vorher per Mail anmeldet, immerhin ist dies Privatgelände und sie wollen natürlich auch als Familie leben und nicht von wildfremden „überfallen“ werden. Da ist eine Anmeldung verständlicherweise das mindeste. Direkt am kleinen Fluss konnten wir campen und uns bei sternenklarem Himmel vom Rauschen einlullen lassen. Es blieb nicht viel Zeit zum Kennenlernen, aber die Chemie stimmte sofort. Biker unter sich… Wir „müssen“ erst noch „eben“ mal schnell runter nach Ushuaia, Jetzt noch? Wir wünschen uns dies. Aber wir riskieren nix. Wir nahmen die mahnenden Worte zum Wind ernst und die Ratschläge gerne auf. Aber wenn wir zurückkommen, wieder nach oben nach Norden fahren, dann bringen wir mehr Zeit mit und dann packen wir auch gerne mit an. Helfende Hände sind hier immer willkommen und wir haben schon soooo viele km gefahren, als dass wir einige Tage auch mal was anderes machen können. Das tut unserem Kreislauf und der Fitness sicher gut! Und auf diesem herrlichen Fleckchen Erde die beiden näher kennen zu lernen, ist ein großer Anreiz. Wir haben ja sonst nix zu tun ;-)…

Heute sind wir schon früh auf: ganze 3 Grad plus. 10 weniger als noch vor 3 Tagen beim letzten Campen. Brrrr! Die Sonne klettert langsam die Berge herunter und als sie unten ist, haben wir alles eingepackt – mit klammen Fingern! DAS hatten wir lange nicht mehr. Aber die Sonne wärmt schon gut. Wir verabschieden uns und sind schon um 10 unterwegs.

Aber heute läuft es nicht gut. M. reiht sich hinter mir ein – und meist knirscht es dann im Gebälk. So auch heute: Bei der 1. Tanke treffen wir auf 3 argentinische Biker mit kleinen 250-er auf dem Weg nach Ushuaia. Jetzt noch? Jep. Na, die werden ihr Land ja wohl kennen. Wenn DIE erst jetzt runter fahren, kann es ja nicht ganz so spät sein. Wir wollen tanken, aber es gibt nix. Auch die 2. Tanke verweigert den Sprit, weil wir unsere Mädels nicht dem Tankwart anvertrauen wollen. Erst die 3. genehmigt uns das Selbertanken und auch noch etwas Luft für die Reifen. Puh, das hat lange gedauert. Ich achte nicht auf den Weg und fahre immer geradeaus. Aber die Ruta 40 macht einen Knick nach Westen. So fahre ich eine kleinere Ruta, die irgendwann im Schotter landet. Hm. Mist! Natürlich kommt man so nur 30 – 40 km pro Std voran, statt 80 – 100. Atemraubend, denn es staubt fürchterlich, trotz atemBEraubende Landschaft am See entlang. Nach 25 km dann die Ernüchterung: Es geht durch den Nationalpark und dafür muss man nur für das Durchfahren 120 Pesos pro Nase/Mopped zahlen. Hm, noch mehr Mist. Zu viel, das ist es uns nicht wert. Also zurück. Über eine andere 30km-Schotterstrecke wieder zur Ruta 40, die wir endlich um 3 erreichen und haben sage und schreibe „schon“ 100 km Richtung Süden geschafft. 80 km Umweg! Nu aber los. An der Tanke gibts Sprit, Kaffee und ein paar Lebensmittel und ein Eis für uns beide. Nebenan am Tisch spricht uns ein Paar auf deutsch an. Es gibt viele Argentinier hier mit deutschen Wurzeln. Jetzt weiß ich auch, warum ich mich so heimisch gefühlt habe und mich die Bauweise so an daheim erinnert hat. Die Ordnung hier, die Sauberkeit, die Pflege der Umwelt und der Natur. Sehr „deutsch“. Sie laden uns zu sich ans Meer 400 km südlich von Buenos Aires ein. Wir wollen es versuchen, können aber nichts versprechen.  Sie freuen sich schon drauf. Mal sehen.

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Rio Mayo ist die argentinische Hauptstadt der Schafscherer.

Lange genug Zeit vertrödelt, nu aber weiter, km schrubben. Aber wir kommen nur bis zum Mopped. Dort wartet ein Japaner auf uns. Auch er möchte mit uns ein paar Worte wechseln, ist er doch auch auf dem Weg nach Ushuaia. Ups, so viele jetzt noch dahin unterwegs? Hätten wir nicht gedacht.

Wir schaffen noch 150 km südlich, dann suchen wir uns ein windgeschütztes Plätzchen etwas erhöht auf dem Hügel neben der Straße. Dorthin zu gelangen ist gar nicht so einfach, denn ein Weg führt da nicht hin. Wir suchen die Hänge entlang der Straße ab. Hier ist es zu steil, dort zu viele Pflanzen (die sind nämlich furchtbar dornig und hart und haben um sich immer Erdhaufen angehäuft, was das Vorderrad immer gerne zum Umschlagen neigen lässt ;-)…) da viel dickes Geröll, gepaart mit 4 riesigen Löchern (1 m tief und 2 m Durchmesser), die man wohl besser um- statt reinfährt. Aber wofür hab ich denn die ganzen Trainings gemacht? Genau hierfür. Also los. Der 1. Versuch misslingt. Ich schaffe es zwar durch den Graben und auch noch den kleinen Hang hoch, aber dann zögere zu lange, der Schwung ist weg und ich stehe vor dem tiefen Geröll. Es hat keinen Zweck, weiter zu versuchen. Das gibt nur Umschlagen des Vorderrades oder Umkippen, weil die Beine zu kurz sind. So drehe ich wieder Richtung Straße und probiere es lieber nochmal. Beim 2. Versuch stelle ich mich bilderbuchmäßig auf die Fußrasten (so wie gelernt), und so klappt es auch.

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Abendstimmung an der Ruta 40.

Hier ist wieder sehr trockene Landschaft. Bäume gibt es nur am langen Band, dort entlang des Flussufers. Wie wenig Wasser es hier gibt. Hoffentlich ändert sich das nicht schneller als uns lieb ist. Ich weiß von Bikern, die hier wegen Regenstürmen „Landunter“ meldeten und 1000 km Umweg in Kauf nehmen mussten. Noch sagt das Wetter für Ushuaia Regen. Hoffentlich ändert sich das bis dahin, wenn wir dorthin kommen. Möge der Winter noch etwas warten…

Hoffentlich verkrümelt sich bald der Winter bei euch und der Frühling kommt farbenprächtig…

Herzlichst eure B.

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