Salar de Uyuni

Mo, 22.2.16

Wir haben den gestrigen Tag so herrlich vertrödelt. Wir sind ein wenig spazieren gegangen, was total komisch war, so ohne Autos rund herum. Wir versuchen wieder, das Büro der Agentur zu finden, aber vergeblich. Es gibt viele „Operadoras de tourismo“. Wir hofften und vertrauten darauf, dass am nächsten Tag am vereinbarten Platz ein Auto stehen würde und uns aufgabelt. Telefonieren oder e-mail ging nämlich nicht (mehr). Am späten Nachmittag fing es nämlich heftig an zu gewittern und zu schütten. Na, das gibt dann wohl nix mit der Insel mit den Jahrtausend alten Kakteen. Der Weg dorthin wird jetzt wohl sicher zu sehr unter Wasser stehen. Statt dessen kommt ein amerikanisches Pärchen auf einer KLR (Motorrad) am heiligen Wahlsonntag angerauscht. Sie sind nur einmal von der Polizei angehalten worden und haben wie immer „nix verstanden“ weshalb die sie dann hat weiterfahren lassen. Sie wussten von nix und sind heute von La Paz bis Uyuni gefahren. Glück gehabt. Ich wollte dies nicht riskieren. Nicht, dass sie uns zwingen, die Moppeds in der Pampa stehen zu lassen und das Zelt aufzubauen, und somit unsere heutige Tour ins Wasser fiele….

Heute morgen – nach einer furchtbaren Nacht für mich ohne Schlaf – steht tatsächlich ein Mensch am vereinbarten Platz und wartet auf uns. Allerdings finden wir ihn nicht sofort, weil wir ohne unsere Mädels auffahren, er aber 2 Moppeds erwartet. Aber eine hilfreiche Seele hilft mit einem Telefonat und so kommen wir zueinander. Wir müssen noch 2 Std. bei herrlichem Sonnenschein warten, haben also noch Zeit für einen Kaffee. Es gibt in diesem Ort tatsächlich eine wunderbare Kaffeemaschine, aber die Bedienung bzw. die Chefin/der Chef wissen sie nicht zu bedienen. Grauselig. Ich rede auf die Bedienung sehr freundlich, aber ausdauernd ein, er möge mir doch einen Cappuccino mit wenig Wasser und wenig Milch machen. Aber er wiegelt ab, entweder so oder gar keinen Kaffee, und schmeißt mich zum 2. Mal aus dem Café mit den Worten, ich möge gegenüber danach fragen. Dort gibt es aber diese herrliche Maschine nicht, also versuche ich es noch einmal und frage nach einem doppelten Expresso mit etwas heißer Milch in einer Extratasse zum Selbermixen. Mit viel Überredungskunst gelingt es mir die Chefin auf mich aufmerksam zu machen. Sie macht mir den gewünschten Espresso, ohne ihn vorher zusammen zu drücken, was natürlich zu einer schwarzen Suppe, aber nicht zu Espresso führt. Der Milchschäumer wird weder vorher noch hinterher sauber gemacht, so dass die dicke Kruste schon bald platzt. Im wahrsten Sinne hab ich den Kaffee schon auf. Ich bestelle keinen zweiten für M. Dieses Verhalten bezeichne ich als Servicewüste. Mit etwas Mühe hätte er ohne weiteres einen gescheiten Kaffee machen können. Aber sie glauben nicht, dass ich einen 2. trinken könnte und sogar noch 2 für M. mitnehmen würde. Sie hätten 4 Cappuccino verkaufen können und am Mittwoch Nachmittag und Donnerstag Vormittag garantiert noch mal 8, wenn sie gewollt hätten. Aber so verkaufen sie einen einzigen. Ich werde ihren Laden in Tripvisor zerreißen und ein Bild davon einstellen. Sooooo verdient man kein Geld, liebe Leute. DAS haben hier aber leider nur ein paar Leute verstanden.

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Unsere Tour mit José Luis als Fahrer

Es geht in einer langen Autoschlange von 4-wheelers zuerst zum Zugfiredhof direkt vor der Stadt. 15 min. Aufenthalt müssen reichen. Man bekommt keine einzige Lok ohne Leute aufs Bild, aber ich verliere vor lauter herumspringenden Leuten auch den Blick für die Loks. Die benehmen sich wie die kleinen Kinder – faszinierend!

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Lokfriedhof 2

Danach zum Salar. Vorher erstmal zur „Einkaufsmeile“. Ich kenne die Artesanias schon von einigen Ländern und Märkten her und finde nichts neues mehr. Die Wartezeit (20 min) ist schnell um und es geht weiter. Die Einfahrt ist holprig und braun mit riesigen, tiefen Wasserpfützen. Wie gut, dass wir nicht mit den Mädels hier sind. Die Ebene ist riesig. Das Wasser spiegelt, so dass es aussieht, als ob die Autos durch die Luft flögen. Wir fahren zum „Ojo de Salar“, zum Auge, wo das Wasser aus der Erde (kalt) sprudelt.

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Eines der „Las ochos“ im Salar

Das Mittagessen gibt es im ersten Salzhotel auf dem Salar.

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Das Salzhotel, mitten im Salar – MIT unserem Aufkleber auf der Eingangstür

Mittlerweile gibt es einige, weitere Salzhotels, neugebaut und z. T. noch nicht fertig. Klar, damit kann man gut Geld verdienen. Nun kommen wir zum m. E. schönsten Teil des Salar. Hier ist er trocken und man sieht die riesigen 6-Ecke auf der Erde – bis zu 1 m Durchmesser. Wir halten auch in dem Teil, der unter Wasser steht. Es sieht aus wie Marmor. Toll, einfach toll!

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Wir sind leider in Regenzeit da, Wasser überall…

Nun gehts Richtung Süden zur Übernachtung. Lange geht es gerade aus, immer dieselbe Landschaft am Fenster: Trocken, einige kleine Gestrüppbüschel, rumpelnd über die Piste.

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Dort angekommen will der Guide 2x 3-er Zimmer machen. Die 2 Damen aus China wollen naturgemäß nicht mit Männern in einem Zimmer schlafen und ich will nicht ohne M. Außerdem hat davon keiner gesprochen, von einfachen Zimmern ja, aber nicht von Merhbettzimmern. Wir hätten keine Privatzimmer gebucht. Aber 2-er Zimmer sind nicht privat. Auch die beiden Mädels revoltieren. So telefoniert er erstmal und macht es dann doch möglich.

Es gibt einen leckeren Mate-tee mit Salzkeksen zur Begrüßung und alle denken, dass ist das Abendessen. Aber es gibt leckere Gemüsesuppe mit anschließendem Grillhähnchen mit Fritten und (abgezählten) Tomatenscheiben mit Ketchup und Mayonnaise.

Einige spielen noch Würfel, andere quatschen, wieder andere gehren früh zu Bett. Die Insassen der einzelnen Autos treffen wir immer wieder.

Morgen also zu den Lagunen.

Bis dahin

VGB

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