Uyuni

Sa. 20.2.16

Dieselbe schöne Strecke wie gestern wieder zurück – nur irgendwie will M. die Ampeln sparen und wir landen auf der 6, statt der 5. Macht ja nix, es gibt in einigen km eine Verbindung rüber zur 5. Gesagt getan. Es kurvt auch hier auf der 6 ganz schön. Da kommt die Peaje und gleich dahinter die Abzweigung….. in die knubbelige Schotterverbindung. Hm, na gut. Sind ja nur 5 oder 6 km. Sollte zu machen sein. Es geht stetig runter und plötzlich landet der „Weg“ in einem „trockenen“ Flussbett, etwas feucht, (denn es hat die letzte Nacht furchtbar gewittert) und an manchen Stellen weich. Ich brauche wohl niemandem erklären, wie ein Flussbett aussieht, oder?! Wir mussten es nicht nur queren, sondern kilometerlang entlang fahren. Dicke Steine, wechselnde Spuren, mal weich, mal felsig, mal nass, mal trocken… raut, runter, Auswaschungen … Wir haben ja Zeit und so tucker ich im 1. Gang dort entlang. Wir mögen uns nicht ausmalen, wie das hier wohl WÄHREND eines Regenschauers aussieht! Endlich quert die Straße der 5. Na, da hatten wir ja heute schon unser Abenteuer.

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Die Straße geht durchs Flussbett.

Jetzt aber los. Es ist schon wieder bald Mittag. Herrliche Kurven unter drohend dunklen Wolken. Es kann jeden Augenblick an zu regnen anfangen. Aber wir kommen drum herum und machen in Potosi erstmal Kaffeepause bei einem Stück „Apfelstrudel“. Ja, ihr habt richtig gelesen. Er sah dem österreichischen Original sehr ähnlich (ich hab nur im Gegensatz zu M. die Rosinen vermisst), und der Kellner hat den Namen auch sehr ähnlich ausgesprochen.

Es tröpfelt ein wenig, aber ehe wir bezahlt haben, schüttet es. Im Lokal ziehen wir uns die Regenhose an, schotten alles dicht ab und fahren weiter. Schnell sind wir klitsch nass – von außen. Aber wir finden keine Tanke, die uns gnädigerweise Sprit (zum mehr als doppelten Preis) verkauft. 3 Tanken schicken uns weiter. Deren Kasse könne nur Einheimische. Bis Uyuni schaffen wir es aber nicht. Das sind noch 200 km und wir haben nur noch ca 150 km inkl. Reservekanister. Auch mit Bitten und Betteln bekommen wir nichts. Nicht einmal ein paar Liter für jeden.

Mit viel Durchfragen finden wir die eine der beiden Tanken von ganz Potosi, die auch Ausländer kann, dafür aber 50 Bv mehr als das Doppelte verlangt. Wieder einmal fühle ich mich als Goldesel. Ehe wir fertig sind, hat es aufgehört zu regnen und die Straßen – und auch wir – trocknen erstaunlich schnell ab, so dass wir wieder die schönen Kurven genießen können.

Aber mich beschädigt die bolivianische Landespolitik. Diese schlechte Behandlung ist m. M. n. der falsche Weg. Aber hier ruht sich jeder auf den Beschimpfungen auf die Regierung aus. Sie glauben nicht daran, dass sie selbst etwas ändern können. Dabei sind SIE doch das Volk. Morgen ist Wahl. Sie haben die Macht. Aber jeder einzelne versteckt sich hinter dem Ganzen, hinter dem System.

So kriege ich erst spät mit, wie sich die Landschaft immer mehr zur Wüste wandelt. Es wird immer trockener, sandiger auf der einen Seite der Straße, blanke Felsen auf der anderen. In Uyuni suchen wir einen sicheren Stellplatz mit Hotel für die nächsten beiden Tage, wo wir ohne Moppeds herumtrödeln können, bzw. müssen. Am Montag gehts los zur 3-tägigen Tour zu den Lagunen. Wundert euch also bitte nicht, wenn es keine Berichte gibt. Ich habe kein Internet auf der Tour.

VGB

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Uyuni am Wahlsonntag

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