Winter im Colca Cañon?

Mo. 8.2.16

Nein, keine Sorge, im Colca Cañon hatten wir satte 24 Grad. Aber um dahin zu kommen, müssen wir über einen Pass auf 4910 m hoch. Es wird arg frisch und wir ziehen die Jacke über. Oben auf dem Pass kann man rund herum die Vulkane sehen, 2 über 5, zwei sogar über 6 000 m. hoch. Und allesamt mit frischem Schnee auf der Spitze bedeckt. Sieht hübsch aus. Dort kauft M. 2 Alpaka-Schals und noch ein kleines Plüschtier aus Babyalpaka. DAS ist vielleicht weich! Unser Freund hätte vielleicht doch nicht sagen sollen, dass er unsere Andenken mit nach D-land nimmt. Nachher muss er seine eigenen Andenken hier lassen, weil sein Koffer schon mit unseren Sachen voll ist. 😉

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Wir sind um halb 11 am Cañon und wir fahren eine wunderbare Schotterstraße entlang der unbeschreiblichen Landschaft. Terassenartig angelegte Berge, die teilweise auch bewirtschaftet werden. tiefe Einblicke in den schmalen Fluss weit unten und ein Adler mit gebrochenem Fuß, der von seinem Pfleger liebevoll gepäppelt wird und uns herrliche Bilder beschert. Welch ein Prachtexemplar von Vogel. So herrlich weich, so geduldig und wunderschön.

Ab durch einen unbeleuchteten Tunnel – 400 m lang und man sieht nix, weil er um die Kurve geht – über Waschbrettgehoppel. Wir wollen zu den Kondoren.

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Colca Cañon

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Der Kondoraussichtspunkt

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Im Dorf kur zuvor

Dann werden wir mitten auf der Strecke angehalten. Ob wir ein Touristenticket hätten. Nee. Ham wer nich. Das könnten wir hier kaufen, woher wir denn kämen? Aus D-land. Ja, dann müssten wir 70 Soles pro Nase zahlen = insgesamt knapp 40 Euronen. Wir schauen uns an. So teuer? Für nur mal eben eine halbe Std. hinfahren? Jetzt parke ich erstmal und schaue im Visitorcenter nach, was ich denn verpasse. Dort ist nicht viel zu sehen, ein paar alte Plakate, ein Modell, was nicht viel zeigt und nirgends ein Hinweis darauf, wie viel es denn wirklich kostet. Ich sage der Wächterin, dass ich das für zu viel halte, aber sie sagt, das sei das Gesetzt. Einheimische zahlen 20, Latinos 40 und andere aus z. B. USA oder Europa eben 70. Das ist total ungerecht und ich rege mich fürchterlich darüber auf. So geht man nicht mit Touris um. Die kommen nicht wieder und werden auch keine weiteren Freunde hierher bitten, wenn sie so abgezockt werden. Wenn sie bei uns zu Besuch sind, bezahle ich genauso viel wie sie. Und hier verlangen sie von mir 4 mal so viel. Sie zuckt die Schultern und wir ziehen laut schnaubend ab.

Die beiden jungen Burschen vom Eingang haben dies natürlich mitbekommen und fragen mich, wie viel ich denn bereit wäre zu zahlen? Ich schaue sie erstaunt und ungläubig an. Sie präzisieren: Sie könnten uns für Latinos einlassen. Sind immer noch 80 und wir wollen noch zu Machu Pichu. Sie bieten uns den Preis für Einheimische an = 20 pro Nase. Anscheinend sehen wir tatsächlich schon ziemlich runtergekommen aus, wenn sie glauben, dass wir wenig Geld haben, wenn wir ja schon so viel für Sprit und so ausgeben müssen. Da können wir nicht widerstehen. Ok – und wenn man uns fragt, sind wir Einheimische und wohnen in Arequipa (sollen wir sagen!) – wers glaubt. Die Moppeds wohl von Freunden geliehen., die gerade auf Weltreise sind und mal ne Pause bei uns in unserer Wohnung in Arequipa machen, oder wie?! Na egal. Wir sind nicht kontrolliert worden und so suchen wir den berühmten Aussichtspunkt der Kondore auf. Aber es ist schon bald Mittag und die Kondore haben wohl schon gefrühstückt. Keiner zu sehen. Schade! Aber es gibt einen tollen Ausblick auf den 1200 m tiefer liegenden Fluss. Die Sonne brennt und wir fahren zurück. Hier sehen wir doch noch einige Kondore fliegen, einer sogar direkt über unserem Kopf in 5 m Höhe. Aber ehe M. sein Mopped abgestellt hat, ist er auch schon wieder weg. Wow!  Welch schöner Vormittag!

Weiter gehts Richtung Cusco, aber erst etwas essen in Chivay. Dort gibt es Alpakafleisch. Hm- lecker mit Salbei. Sehr gut gekocht. Mittlerweile halb 3 steht ein ca 10-j. Junge mit einem kleinen braunen Lama neben unseren Moppeds. Wie herrlich weich dieses erst 3 Tage alte Tier ist. Ich frage den Jungen, was denn die Mutter dazu sagen würde. Aber die lehne das Kleine ab und so zieht er nun alle paar Stunden das Alpaka mit der Flasche auf. Beeindruckend, dass er diese Verantwortung schon alleine übernimmt. Wir machen Photos und ich halte mein Portemonnaie noch vom Restaurantbesuch in der Hand. Er sieht es, doch er fragt nicht nach Geld. Aber er nimmt gerne den 1 Sol.

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Auf, auf, Kilometer machen. Doch der Teer hört plötzlich auf. Und es geht weitere 2 Male auf fast 5000 m Höhe und nicht tiefer als 4600 m. Wir nehmen zur Sicherheit mal ein Coca-Bonbon. Ich mag den Cocatee nicht und auch nicht die Blätter kauen. Möglicherweise werden wir nicht höhenkrank, weil wir schon kürzlich in Ecuador tagelang in der Höhe uns akklimatisiert haben und auch in Arequipa auf 2300 m Höhe eine Woche lang verbracht haben. Dies zumindest vermutet unser Reiseleiter Christian. Immerhin haben wir keinen Jetlag mehr und sind aktiv unterwegs. Ich traue dem Braten aber nicht – wer seekrank wird, wird auch höhenkrank. Also lieber ein Bonbon lutschen und viel Wasser trinken.

Links neben der Straße sieht es dunkel aus und ich sehe Blitze. Wir können zwei mal um die Wolke herum fahren, aber es hilft nicht. Sie lässt sich nicht ein drittes mal veräppeln und so werden wir nass – bei 3 ganzen Graden Celsius. Leider auch der Boden, der weich und matschig wird. Bei 20 km im 2. Gang kommt man nicht richtig vorwärts und so jubeln wir über den frischen Teer, der bei der nächsten Kreuzung plötzlich vor uns liegt. Aber zu früh gefreut, der hört nach einigen 100 m schon wieder auf. Selbe Sch…. reckliche Straße wie vorher. Und das, obwohl unsere Gastgeber die Strecke als gut ausgebaut bezeichnet haben. Na, da hatten wir ja ganze 10 Tage lang saubere Moppeds – 8 davon in der Garage!

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Richtung Yauri

Wir schaffen es aber noch vor dem Sonnenuntergang in den nächsten Ort Yauri, wo wir ein recht sauberes Hotel mit Garage bekommen. Die Besitzerin bemerkt zu spät, dass unter dem nassen Helm eine Frau steckt und entschuldigt sich erstmal, weil sie mich hereinbittend mit „Señor“ angeredet hat, Ich empfinde das als Kompliment. Sehr interessiert schauen alle zu, wie wir Ketten einsprühen und Lampen säubern. Sie warten auf unser Erscheinen, um ein Bild mit uns zu machen. Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig man manchen Leuten eine Freude machen kann: Mit einem Handybild von zufälligen Hotelgästen. Hammer, oder?!

Bis bald

VGB

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