Wie auf dem Dach der Welt

Do 21.1.16

Wir fühlen uns wie auf dem Dach der Welt. So hoch oben schauen wir immer wieder tief runter!

Erstmal bis nach Cuenca, dort die Innenstadt besichtigen und einen Kaffee trinken und weitere Route überlegen – so der Plan. Aber wie immer kommt es anders, als man denkt. Bis Cuenca geht es erstmal über 3500 m hoch, was gleichbedeutend mit 8 einsamen Graden und Frieren ist. Wie guuut, dass wir unsere Regensachen drüber haben. In Cuenca fängt es pünktlich mit dem Parken an zu regnen. Außerdem gibt es eine Demo wegen der Rechte von Hühnern, was zu Verkehrschaos und Stau in der Innenstadt führt. Die Polizei spielt mit ihren Mariachis auf und nach einer gewissen Zeit zieht der Tross weiter. So fällt die Besichtigung nur auf die schöne, große Kathedrale, die aber leider durch einen überdimensionierten, vergoldeten Altar bis in die Kuppel rauf nicht so richtig zur Geltung kommt. Von der schönen Architektur, den Fensterbildern, der Kuppel und dem zarten Wandschmuck sieht man nicht viel. Schade. Kein Wunder, wenn bei dem protzigen Prunk die betenden Menschen sich lieber einen der Seitenaltäre aussuchen. Die findet man in jeder Kirche reichlich.

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Cuenca im Regen 😦

Die wunderschönen Häuser im Kolonialstil schauen trübe drein im Regen. Also weiter nach Loja.

Schon früh um 2 dort breiten wir im Café beim Eis die Karte aus. Was machen wir? Ins Tal der 100-jährigen, 40 km weiter und dort im deutschen Hostel übernachten? Das bedeutet morgen zu den 190 km nochmal 40 km mehr plus Grenzübertritt. Hm, lieber heute näher an die Grenze ran, man weiß ja nie! Als ob ich es geahnt hätte…

Ein herrlicher, kurvig cruisender Fahrtag durch wunderschöne Berglandschaften mit grandiosen Blicken in die Täler runter geht mit leuchtend roten oder schroff blanken Felsen, erstmals wieder Nadelwäldern auf 3000 m Höhe oder niedrigem Strauchwuchs auf 1800 m Höhe zu Ende, aber nicht ohne vorher noch mal richtig dick aufzutischen. Nach Loja gehts den Berg runter und plötzlich sind es 31 Grad. Wir haben zu viel an. Alle Regensachen ausziehen. Aber kaum ausgezogen gehts auch schon wieder reichlich hoch und plötzlich hängen wir mitten in den Wolken – eine ganze Stunde lang – und kriechen feucht die orangefarbene Mittellinie entlang. Richtig dicke Suppe! Sicht teilweise unter 10 m, die meiste Zeit aber auch nicht viel weiter! Das Visier beschlägt permanent, von innen und außen. Keine Chance! So schiebe ich das Visier nach oben und wische nur meine beschlagene Brille – alle 2-4 Sekunden. Ätzend! M. entschwindet meist meinen Blicken, aber wie gut, dass die Kommunikation funktioniert. Ich wäre sonst geradeaus gefahren und nicht links in den Ort hinein. Den einzigen größeren bis zur Grenze, wo überhaupt eine Chance auf Hotel besteht. Den Abzweig hätte ich übersehen. So bleiben morgen bis zur Grenze „nur“ noch 100 km übrig. Das sollte gehen – selbst wenn wieder solch verrücktes Wetter herrscht!

Bis dahin VGB

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Trübe Aussichten

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Was machen Kinder bei schlechtem Wetter? Im Internet surfen – ist überall auf der Welt dasselbe! 😉

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So sieht der Ort ohne Nebel aus

Ein Gedanke zu „Wie auf dem Dach der Welt

  1. Schön von Euch zu hören, viel Erfolg das Ihr die 100 km schafft ohne nass zu werden.
    Mal schön eine private Nachricht von Euch zu hören. Wir freuen uns auch wenn Ihr wieder da seid. Wir haben jetzt auch 3 Urlaube vor. Erstmal über Karnevall 3 Tage in den Teuteburger Wald, dann im Mai Juni 15 Tage Türkei und dann im September gute Woche fliegen, aber da wissen wir noch nicht genau wohin, sonst ist alles gebucht. Bis dann

    Lg.

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