Yucatan-Halbinsel: Campeche

Mi. 2.12.15

Wir halten früh morgens Kriegsrat, was wir machen sollen oder können. Wir telefonieren via Skype mit Touratech, BMW-Lerma, Alex von Alyxmoto und appen mit diversen anderen helfenden Ratgebern, die wir auf der Reise kennen gelernt haben. Hier in Villahermosa gibt es keinen BMW- sondern nur einen KTM Händler. Der ist wohl auch kompetent, aber unsere Mädels laufen noch auf Garantie. Selber zahlen oder 1700 km zurück nach Lerma/Mexiko Stadt, wobei wir allein dafür 1 Woche Zeit verlören, aber die besten Chancen auf Ersatzteile hätten? Aber es widerstrebt uns beiden ungemein, in die entgegengesetzte Richtung zu fahren, vor allem zurück, und dann noch dahin, wo es nicht wirklich schön ist! Endlich entscheiden wir uns, 560 km nach Merida zu fahren, weil es dort wenigstens viel Kultur zu sehen gibt (seit 1999 ist Campeches Altstadt Weltkulturerbe) – auch wenn ich Yucatan eigentlich auslassen wollte, um Zeit zu sparen. Anscheinend gibt es keine Zufälle, es sollte so sein. Ich brauchte wohl noch einen weiteren Grund, um Yucatan zu besuchen: Bitte sehr, da ist er!

Also los, auf die „Cuota“ und so viele km wie möglich abreißen! Aber M. geht es zunehmend schlechter. Er hat sich wohl eine Erkältung eingefangen und braucht dauernd Pausen. Er eiert dermaßen, dass ich gar keine Kommunikation brauche, um das mitzubekommen. Er fährt vorne, um mir mehr Vorwarnzeit für die Topes zu geben (und damit meine Gabel zu „schonen“ – soweit das überhaupt noch geht) aber eigentlich müsste ich vorne fahren, um ihn zu entlasten. Grrrr!

Wir fahren wunder- wunderschön und stundenlang direkt am Golf von Campeche entlang, am weißen Muschelsandstrand mit palmengedeckten Hütten mit stetem Blick aufs türkisfarbene ruhige Meer. Manche verwaisten Häuser und Restaurationen zeugen von Verwüstungen, die möglicherweise von Tsunamis oder Stürmen herrühren. Bei Zinsen von 30- 40 % pro Jahr wird so etwas nicht wieder aufgebaut, sondern aufgegeben, wenns zerstört ist – auch wenn die Lage unglaublich schön ist.

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Ganz schön frech der Kleine

Es kommen uns seit gestern immer wieder Radler entgegen oder wir überholen welche, die eine Heiligenfigur auf dem Rücken mitschleppen, Fahnen am Fahrrad haben oder einheitliche T-shirts tragen. Es kommt uns so vor, als ob diese Straße so etwas wie der Camino de Santiago de Compostella ist – ein Pilgerweg. Vielleicht kriegen wir die Hintergründe noch raus…

Als die Sonne wieder untergeht, suchen wir ein Hotel mitten in Campeche. Feudal hat es einen kleinen Schaupool und soll 1400 Pesos kosten. Das zweite „nur“ 1300 und zwei weitere 1100. Ich hab keine Lust mehr, will aber auch nicht außerhalb übernachten, weil uns der Tipp von Mike in Oaxaca so gut gefallen hat. Das Hotel ist etwas teurer mitten in der Stadt, aber man kann abends noch mal raust, ohne Sorge um die Moppeds. Das macht man nicht, wenn man irgendwo außerhalb ist. Da verpasst man viel, nur um ein paar „Kujampels“ zu sparen. Einen letzten Versuch starten wir noch und der ist es: Sauber, mit geschlossenem uneinsichtigem Hof, und nur 450 Pesos, denn der Besitzer lässt uns 100 Pesos nach, obwohl ich nicht mal danach gefragt habe. Ich wollte nur den Hof sehen, ob die Moppeds da rein passen und der Weg dahin stufig ist. Aber alles ok.

Schnell geduscht machen wir uns auf zur Stadt. Ich will unbedingt zu dem schönen Platz, wo das erste Hotel war. Kaum losgelaufen, stehen wir auch schon genau dort. Unser Hotel liegt 50 m neben dem ersten. Bei dem Kurven durch die kleinen Ecken haben wir völlig die Orientierung verloren und sind überrascht, wie mittendrin und preiswert wir untergekommen sind.

Campeche bei Nacht

Hat zwar 3 Räder, aber die Federung ist noch in Ordnung.

Die Kathedrale von Campeche (Gründungsjahr 1540) ist um 7 Uhr abends noch auf und wir möchten das schwarze Marmor auf dem Fußboden bestaunen. Aber wir wollen Leute in den vollbesetzten Bänken nicht stören. So schauen wir von draußen nur herein. Erstaunlich, es ist mitten in der Woche und die Kirche ist rappel voll bis zur Tür hinaus. Das würde sich so manch ein Pastor in D-land auch wünschen – wenigstens einmal am Sonntag…

Frühmorgens in Campeche

El Malecón, die Uferpromenade von Campeche

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Frischer Fisch in Campeche

VGB

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