Aufregung in Jalama

Mi. 4.11.15

Wir fahren die Küste entlang. Meist geht die Straße  etwas im Landesinneren vorbei und wir überlegen fieberhaft, wo wir denn in Los Angeles übernachten könnten. In Lompoc haben wir Internet und dort wird fleißig recherchiert. Es gibt für 80 Dollar pro Nacht Motels mit extra Motorradparkplätzen – da weiß man aber auch nicht, wo die Parkplätze liegen. Da nehme ich lieber den Campingplatz für die Hälfte. Oder wir suchen erstmal wild und haben den Campingplatz im Hinterkopf, falls wir nix finden. Bei der Recherche empfiehlt uns ein Radler mit 2 netten Jungs einen Platz echo mal für diese Nacht: Jalama – ein wunderschön gelegener Campingplatz direkt am Strand für „nur“ 25 $.

Gleich am Eingang fängt uns ein Radfahrer ab, Dan, aber M. hat nur Sonnenuntergang gehört und wieder nur Bilder im Kopf. Ich möchte aber nicht unhöflich sein und beantworte gerne die Fragen, soweit mir möglich. Denn auf die Frage, wo wir denn in LA übernachten, kann ich nur Schulter zucken. Er lacht erstaunt, denn damit hat er nicht gerechnet, aber meine Begründung sieht er ein. Er heißt uns dann herzlich willkommen, in seinem Haus am Rande von LA zu übernachten. WOW! Schon wieder Glück gehabt. Trailmagic!

Abendstimmung am Jalama Beach

Abendstimmung am Jalama Beach

Unser Zelt ist gerade noch aufzubauen, dann ist es schon wieder stock dunkel. Hier fährt die Ambulanz, die Feuerwehr und der Hubschrauber nacheinander auf. Aufregung auf dem nur noch wenig besuchten Campingplatz. Hoffentlich konnte demjenigen geholfen werden.

Wir haben endlich die Kohle, die wir seit Lake City mitschleppen, angezündet und ein schönes Steak gegrillt. Wie schön die orangefarbene Kohle im Dunkeln leuchtet. Aber im Wind wird es schnell zu kalt. Wir verkrümeln uns Karo einfach, denn Bären gibts hier nicht. Aber mitten in der Nacht werde ich von einem kämpfenden Knurren 1 m neben meinem Kopf wach. Geträumt? Ich höre Schritte ums Kopfende tappen. Nein, das war echt. Ich stupse M. 4 mal an, bis er endlich aufwacht. Aber mein „da ist ein Hund oder Kojote um das Zelt gelaufen“ bleibt wirkungslos. Vielleicht hätte ich sagen sollen: „Geh mal raus, bewaffne dich mit einem Baseballschläger und rette mich vor der bösen Bestie“. Aber so??? Muss ich wohl selbst ran. Meine Brille und Lampe suche ich mit ordentlich viel Krach, vielleicht vertreibt das ja schon das Vieh. Was aber, wenn ich in ein zähnefletschendes Maul in Augenhöhe blicke, wenn ich das Zelt aufmache? Also lieber noch die Motorradjacke anziehen, die ist mit Protektoren an den Armen gut ausgestattet – nur für den Notfall.

Ich mache das Zelt auf und leuchte raus. M. leuchtet, plötzlich ganz schnell, auch am anderen Eingang raus. Er entdeckt in 10 m Entfernung zwei leuchtende Augen. Huah! Die kamen plötzlich schnell näher, ob der sich auftuenden Nahrungsquelle frohlockend. Die Mondsichel bietet nicht viel Licht, und die Lampe reicht nicht weit, aber soviel konnte man sehen: Es war ein Bär – ein WASCHbär. Mit einem einfachen „kschsch“ ließ er sich vertreiben. Ab durch die Hecke! Ich mache mir Sorgen wegen der Milch und dem Kaffee neben dem Mopped – nicht sicher verpackt. Aber am nächsten Morgen ist nichts angerührt. Puh! Nur den Müll von gestern Abend können wir partout nicht mehr finden.

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