Glacier, oder die erste Planänderung

Nach einer sternenarmen Nacht ( blöder Vollmond) fällt nach dem Öffnen des Zeltreißverschlusses der erste Blick auf den tiefblauen und kristallklaren Flathead Lake. Mit solch einem Ausblick könnte jeder Tag beginnen. Nach einem stärkenden Espresso, direkt am See, packen wir die Motorräder und fahren an der Uferstraße eine Weile am See entlang.

Morgenkaffee

Morgens acht Uhr und lecker Espresso… Die Welt ist noch in Ordnung…

Nach dem obligatorischen Stop bei unserem favorisierten Internet-Provider MC Donald (gescheiter Kaffee und freies WLAN) rollen wir auf gerader Straße auf das eigentlich nächste Highlight unserer Reise zu: Die Going To The Sun Road im Glacier Nationalpark. Wolkenloser Himmel und traumhafte Temperaturen, hier hat Petrus alles richtig gemacht. Wie gerne würden wir diese Panoramastraße mit Ready und Roadie bezwingen.

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Da dürfen wir nicht rein 😦

Doch ein kleiner ( oder großer) Feuerteufel hat uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Seit einer Woche wütet das Feuer dort und blockiert die Straße. Mittlerweile ist eine Fläche von mehr als 12 Quadratkilometern betroffen. Es sind zwar vom Westen her 31km der Straße bis zum Logan Pass freigegeben aber der weitere Weg in Richtung Osten ist durch das Feuer versperrt. So entschließen wir uns schweren Herzens, den Nationalpark südlich zu umfahren um zur kanadischen Grenze zu gelangen. Dabei führt uns der Weg am östlichen Parkeingang vorbei. Von der Straße aus kann man zahlreiche Rauchsäulen des großen Feuers entdecken. Ein leichter Brandgeruch liegt in der Luft. Welch unnütze Zerstörung der Natur, von Menschenhand ausgelöst.

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Das sieht gar nicht gut aus….

Da wo die Feuer sind, geht die Strasse lang...

Da wo die Feuer sind, geht die Going-to-the-Sun-Road lang…

Nach einer Mittagspause an einem der zahlreichen Seen treffen wir auf die Landesgrenze. Die Amerikaner lassen sich überhaupt nicht blicken und der kanadische Grenzbeamte hat nur ein paar kurze Fragen über das wohin, wie lange und den finanziellen Hintergrund. Die Fragen kennt man ja mittlerweile. Bei B. geht das ganze noch kürzer, weil gleiche Geschichte. Allerdings wurden B. noch Zusatzfragen über den Besitz von Rauchwaren und Feuerwaffen gestellt. Mir wurden die Fragen nicht gestellt, liegt sicher an dem vertrauenserweckemden Mehrtagesbart.

Als Nachtquartier haben wir uns den Waterton Nationalpark ausgesucht, der weltweit vierte eingerichtete Nationalpark. Zwischen Aussuchen und Bekommen steht leider das böse Wort „Full“. Alle Campingplätze im Nationalpark sind schon ausgebucht. Aber zum Glück gibt es 3 Minuten außerhalb einen privaten Campingplatz, der noch Platz hat. Nach einem kleinen Nickerchen im Nachmittagsschatten machen wir uns auf den Weg zum Waterton Village, einem kleinen Touristenort im!!! Nationalpark direkt am See gelegen. Oberhalb der Ortschaft zwischen dem Middle und Upper Waterton Lake liegt das berühmte Prince of Wales Hotel.

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ganz schön nobel…

Klar, dem müssen wir auch einen Besuch abstatten, schließlich sind wir berühmte 🙂 Motorradreisende. Beim Betreten der Lobby zieht es einem fast die Schuhe aus. Die Rückseite ist komplett verglast und gibt den Blick auf ein hammermäßiges Panorama frei.

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Der Blick aus der Lobby auf den See

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DerAusblick ohne störende Reflexe in der Scheibe

DEN Blick mit Frühstückscappuchino, einfach unbezahlbar. Apropos unbezahlbar, dass gilt auch mit Blick auf unser Budget für weitere Aktivitäten im Hotel. In Waterton Village sind alle Blumen entweder hochgehängt oder eingezäunt. Den Grund bekommen wir auch direkt geliefert: Das Rotwild wandert hier ungestört über die Straßen und „wildert“ in den Vorgärten. Den schönen Urlaubstag (kann man bei unserer Reise überhaupt davon reden?) lassen wir gemütlich bei Burger und Livemusik ausklingen.

Foto

lecker….

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schöne Livemusik, oder???

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Abendstimmung am Upper Waterton Lake

(M)

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