Costa Rica – Grenze

Sa, 19.12.15

Eigentlich wollten wir noch 2 Tage in Nicaragua bleiben und die Inseln im Nicaragua-See besuchen. Schon morgens um 5 sägt Krach vor unserem Zimmer an unseren Nerven. Aber das Hotel hält es nicht für nötig, uns dafür zu entschädigen. Genervt machen wir uns bei 31 Grad am frühen Morgen auf den Weg nach San Jorge. Dafür sind wir auch schon um halb 11 am Hafen.

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Nein, wir sind nicht am Pazifik, das ist das Ufer des Nicaraguasees

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Ometepe, da wollten wir hin…

Das Hafengelände ist abgesperrt und bewacht. Wir werden sofort abgefangen und zum Schalter deligiert. Dort sage ich, was ich möchte und erbitte Tickets. Die Dame spricht ohne weitere Nachfrage ins Walkytalky und verlangt von mir 48 Cordobas. Weniger als 2 Dollar. Es stehen tatsächlich 2 Mopeds drauf. Das ist ja man billig. Der Tormeister will den Zettel gar nicht sehen und schickt uns direkt zu der Fähre, die in 20 min. abgehen soll.

Aber diese Nussschale ist bei dem Wind und Seegang für uns zu klein. Wir kommen ja noch nicht mal auf das Böötchen drauf, da der Eingang zu eng ist. Das ganze über eine Planke mag ich mir schon gleich gar nicht vorstellen. Da warten wir lieber auf die große Fähre.

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Die Erste wollten wir nicht, die Zweite machte um 12 schon Feierabend und die Dritte wollte uns nicht.

Die soll um 2 kommen. also warten wir geduldig bratend in der Sonne 4 Std lang. Ich nehme ob des Seegangs schon mal die ersten beiden Tabletten. Aber die Fähre ist nur unwesentlich größer. Es passen neben vielen Fußgängern nur 2 LKW, ein kleiner Pick-up und ein Auto drauf. Die ganzen Moppeds werden auf die nächste Fähre vertröstet. Uns platzt der Kragen. Wir waren die ersten. Aber der Wisch, den wir bekommen haben, beinhaltet nur die Steuern. Das sei kein Ticket. Wütend fahren wir zurück, schimpfen lauthals mit den Wachleuten und den Steuereintreibern und fordern unser Geld zurück. Wieso haben die denn nicht darauf hingewiesen, dass ich nun ein Ticket kaufen soll und wo gibt es die? Geht man so mit Touristen um? Kein Wunder, wenn das Land so arm ist. Die Touris bringen doch das Geld ins Land. Aber da kommt kein Tourist ein zweites Mal hin und keiner erzählt seinen Freunden davon. Korrupte Polizisten, 2 Std. Einreiseformalitäten, dann wenig Schlaf ob der Hotelstory und nun die Hafenerlebnisse… Es reicht. Adios Nicaragua!

Wir fahren auf direktem Weg nach Costa Rica. Nach einer halben Std. sind wir an der Grenze – 15.00 müsste kurz vor Sonnenuntergang klappen.

Die Ausreise: Erste Kontrolle des Moppeddokuments von der Einreise. Hier kommt die erste Unterschrift/Stempel drauf. Dann die Ausreise von uns. 1.64 Dollar pro Nase Ausreisegebühren. (Oder 45 Landeskujampels). 3 Schalter mit jeweiliger Warteschlange. Als ich dran bin, ist der Beamte nicht befähigt, 2 Pässe zu bearbeiten und ich muss warten, bis der Nachbarschalter freigearbeitet ist. Für die Moppeds gehts im Nebenraum weiter, laut Beamten. Dort aber weigert man sich, weil der Polizeistempel auf dem Dokument fehlt. Das sei da draußen irgendwo. Ich suche 6 Polizisten auf, bis ich die richtige Stelle habe und den Stempel bekomme. Wieder zurück zu Schalter 2. Jetzt bekomme ich den 3. Stempel auf mein Ausreisepapier. Wir fahren zur Ausreise, alles wird nochmal kontrolliert und das Papier eingesackt.

Auf zur Grenze Costa Rica. Die Einreise ist an 3 Schaltern mit sehr langen Schlangen. Vorne angekommen, gibt mir der Beamte einen Flyer pro Nase zum Ausfüllen. Aber auch hier will der Beamte M. persönlich sehen. Also schnell tauschen. Der kommt mit beiden Pässen wieder, aber er hat nicht gefragt, was als nächstes zu tun ist. Wir suchen die Seguro – die Pflichtversicherung für die Moppeds. Wir fragen gegenüber der Einreise nach, aber die weisen uns den Weg irgendwo hin, ohne uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir für die Moppeds noch ein weiteres Papier hier ausfüllen müssen: die Aduane für die Gepäckkontrolle. Wir also zur Seguro. Es ist nicht leicht zu finden, weil die vielen LKW einem die Sicht versperren, aber mit viel Nachfragen gelingt es uns. Wieder 5 Leute vor mir – warten. Ich bekomme die Seguros für 50 Dollar, Damit wackle ich zum Kopierer. Anschließend zur Aduane gegenüber. Wieder 5 Leute vor mir. Warten! Endlich dran, aber die junge „Dame“ muss erstmal Handyphonieren, appen und Pause machen. Ich soll an den Nachbarschalter, wo aber schon jemand steht. Irgendwann kommt sie wieder und ich begebe mich erneut zu ihr hin. Sie meckert mich an, sie würde mich schon rufen, ich solle einen Moment warten. 5 Sekunden später ruft sie mich dann, die blöde Ziege! Aber es fehlt besagtes Formular vom Einreiseterrain. Sie gibt mir „alle“ Papiere wieder. Der nächste bitte. Also wieder zurück. Dort angekommen fehlt plötzlich M.’s Fahrzeugschein im Original. Ich werde nervös. Hattest du den? Ich habe nur deinen Führerschein. Wo ist der? Das letzte Mal war er bei der Seguro sicher da, denn ohne den hätten wir die Versicherung nicht bekommen. Dort ist er nicht. Danach war ich mit den Papieren bei der Aduane, bei der blöden Ziege. Ich frage dort nach. Aber nein, sie habe mir alles zurückgegeben. Ich schaue auf dem Boden überall nach, auch auf ihrem Schreibtisch durch die Scheibe durch. Sie schüttelt den Kopf, nein hier wäre nichts. Verzweifelt überlege ich, wo ich den denn hätte verlieren können, da ruft sie mich zurück, ob das dieser wäre. Ja genau der! Er lag zu ihren Füßen, die blöde Kuh! Aber nein, sie hat mir ja alles zurückgegeben, was?! Also wieder zurück zur Einreise, das fehlende Formular ausfüllen. Mit Pass und Fahrzeugschein und ausgefülltem Formular wird alles in ein dickes Buch eingetragen und ein kleiner Zettel mit Stempel und Nummernschild draufgetackert. Dies sei nun zu kopieren und wieder zur blöden Kuh zurück. Dort angekommen fehlt die Kopie des Einreisestempels. Ich werde narrisch! Wieder zum Kopierer. Dort habe ich eben schon zu wenig Colones gehabt und ein freundlicher Helfer hat mir 60 Colones geschenkt (umgerechnet 10 Cent)! Ich frage sie, ob ich in Dollar bezahlen könne. Nein ginge nicht. Ich habe keine Colones mehr, nur Cordobas oder Dollares. Nein, nur Landeswährung. Ich flehe sie an. Bitte, gute Frau, es ist schon dunkel – auf Moppeds!!! Sie hat ein Einsehen und akzeptiert den einen Dollar und gibt mir 400 Colones zurück. Sie hätte den auch ganz behalten können, Hauptsache ich kriege diese verd… Kopien. Wieder zum Suppenhuhn zurück. Jetzt ist alles vollständig, aber vollkommen durcheinander geraten. Sie reicht Papiere, Kopien und Originale hin und her. Sie macht erst meine Maschine und will keine anderen Papiere vor sich liegen haben. Bald weiß keiner mehr, wer welche Papiere hat und welche nicht! Ich muss an mich halten, denn ich will ja heute noch ausreisen. Wie gut, dass auch sie kein Deutsch kann!

Endlich ist das ersehnte Papier fertig und wir können fahren. Der Beamte am Schlagbaum sackt das kleine Zettelchen mit Stempel und Kennzeichen ein und kontrolliert die Seguro. Jetzt dürfen wir endlich das Weite suchen! Geschlagene 3 Std. später nach Ankunft an der Grenze!

Die Straße ist gut und wir treffen keine Schlaglöcher, aber bald ein Hotel, wo wir bei akzeptablem Preis und Ausstattung Zuflucht finden. Im Dunkeln Fahren mögen wir gar nicht.

Beim Warten auf unser Drankommen erzählten uns zwei andere Franzosen, dass sie genau dasselbe wie wir machen wollten, aber dass ihr Autoführerschein, mit dem sie in Frankreich 125-er fahren dürfen, in den USA und Canada nicht gegolten hätten und sie deshalb ein Auto kaufen mussten, mit dem sie bis hierher gefahren sind. Nun hofften sie darauf, in Costa Rica aufs Motorrad wechseln zu dürfen. Sei seien schon 2 mal von korupten Polizisten abkassiert worden. An einer der letzten beiden Grenzen seien sie von einem Einreisehelfer belagert worden, man könne nicht mit dem Auto  einreisen. Man müsse es vorher verkaufen und drüben ein neues kaufen. Der habe dafür gesorgt, dass der Zollbeamte sie 2 Tage lang hingehalten habe und keine Papiere ausgestellt habe, weil der Einreisehelfer das Auto von ihnen wollte.

M. hat in den Nachrichten gelesen, dass es im Süden vo Mexiko an der Grenze zu Guatemala ein dickes Erdbeben gegeben hat, ohne dass jemandem etwas passiert sei. Hier arbeitet gerade heftig das Erdinnere. Hoffentlich passiert nicht mehr!

Was für ein Tag! So recht für die Mülltonne!

Gute N8, eure B.

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