Der Dalton Highway – berühmt/berüchtigt nach Deadhorse

Yes! We did it!!!

_MG_9978

Sa. 22.8.15

Angekommen! Schnell finden wir das Hotel mit dem reservierten Zimmer_MG_9976, aber vorher müssen wir noch das tote Pferd _MG_9979suchen und tanken. Leider kein Schlauch da, um mal eben über die Lüfter zu spritzen. Na gut, dann eben doch zuerst essen und aufwärmen und nun – satt, drüsch (trocken), sauber und warm – sind die vergangenen Strapazen schnell vergessen. Die herrlichen Herbstfarben der Landschaft dagegen nicht. tiefes Rot, leuchtendes Orange – wie die Früchte auf dem Obstteller.

_MG_9953 _MG_9971 _MG_9944 _MG_9940

Für die Interessierten: Der Hwy ist eigentlich sehr gut befahrbar und meistens easy – wenn man gut vorbereitet ist (nicht zu schlechtes Wetter,  genügend Offroaderfahung, gute Reifen, gute Federung, geeignetes Mopped). Aber eben nicht immer. Die vielen tiefen Löcher sollte man umfahren, was bei entsprechender Konzentration gut klappt. Es sind einige sehr tricky Stellen dabei gewesen, manchmal einige 100 m, mal aber auch 10 km lang. Eine sehr weiche, matschige, sehr rutschige Angelegenheit, für die allemal mehr als nur ein bisschen Geländeerfahrung nötig ist. Es gibt hier nahezu kein „Wellblech“ auf der Piste – woher auch, die Trucker bremsen nicht! Aber sie sind auch nicht so fies, wie manche uns erzählten. Alle machten ausnahmslos Platz und grüßten zurück, sie fahren halt schnell und überholen auch, wenn einer zu langsam ist. Die plattgefahrene Käsepiste ersetzt das Wellblech. Man sollte hier tunlichst vermeiden, jedes Loch einzeln zu umrunden, sonst kommt man nie an. Es empfiehlt sich mit genug Mut und reichlich Tempo drüber zu bügeln, was das Zeug hält. Das fühlt sich dann wie auf dem Massagebrett – vorausgesetzt die Federung macht das mit (s. o. ;-)…)

Da es immer kälter wird, den Pass hoch sogar bis auf 2 Grad runter kühlt, umringt von Schneebergen, _MG_9960 _MG_9962sind wir doch sehr ausgekühlt und erschöpft, als wir nachmittags ohne Pause die 350 km abgearbeitet haben. 50 km vor Deadhorse wähnte ich mich schon am Ziel, als uns, weit gefehlt, die knackigste Stelle 10 km lang in Atem hielt: Frisch begradigt empfängt uns weicher, tiefer Brei aus Steinen und was weiß ich sonst noch. Die Fuhre windet sich, schleudert ständig kreuz und quer, Vorderrad nach rechts, Hinterrad nach links oder umgekehrt. Nur nicht vom Gas gehen, Liebelein, immer auf Zug. Teilweise ist der Matsch so tief, dass sich sogar unser großes Vorderrad durchgraben muss und buckelt, während das Hinterrad schiebt. Häng dich an den Lenker, mach das Vorderrad leicht und bleib um Himmelswillen am Gas! Jaaaa, mach ich auch. Aber mit eiskalten Fingern, nach gestrigen 500 km plus heutigem Anteil verkrampfe ich einfach zu sehr. Ich meistere die Stellen zwar ohne Sturz und für mein Gefühl mit Bravour, aber hinterher tun mir die Arme doch sehr weh, dass ich entgegen meinem Verstand für die „leichten“ Stellen den „Gasometer“ benutze, was meine rechte Hand wenigstens kurzzeitig entlastet und entkrampft. Na jetzt aber auf zum Endspurt … nein, bitte nicht! Eine Baustelle 25 km vor Ziel! Wir warten 20 min. in der Kälte im Wind. Die Baustelle ist sehr lang und mit tiefen weichem Schotter oder Matsch bestückt. Dadrin tiefe Spurrillen – und der Doof von Pilotcar fährt so langsam. Ja wenn ich wenigstens fahren könnte, wie ich wollte. Aber versuch du mal im Schritttempo die Spurrille zu erwischen und nicht zu verlassen. M. gelingt das mit seinem 3 D Problem nur halbgut, er muss schwer kämpfen, damit die Fuhre nicht umkippt.

Als wir dann hier im Hotel sind, erklärt uns die Rezeptionistin, dass im Mai die Flut alles abgeräumt hat. Deadhorse war 3 Wochen lang abgeschirmt von der Außenwelt, alles musste per Flugzeug hergebracht werden, weil die Straße auf 85 Meilen (135 km ca) weggerissen war und neu aufgebaut werden musste. 10 Liter Sprit pro Nase und Tag gabs nur. Gerade da waren wir soeben noch hergefahren, wo auf dem Bild nur ein Krater zu sehen ist. Echt Wahnsinn. Und hier leben und arbeiten Menschen, meist Männer, nur 15 %nFrauen. Jetzt ist Sommer! Wie mag das im Winter sein, wenn es die meiste Zeit dunkel und schweinekalt ist??? Ich mag mir das gar nicht vorstellen. Mir reichen die Strapazen der letzten 2 Tage. Mit Regen Sonne, kalt und warm, Schwarzbären, Elchen (Mutter mit Kalb) und Camping in Coldfoot, weil alles ausgebucht war….

_MG_9922 _MG_9917 _MG_9903 _MG_9904

B

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s