F650-Ostertreffen 2012

Ostererwachen in Wintermanier Eigentlich wollten wir wie im letzten Jahr bei frühlingshaften Temperaturen über Ostern ein paar Runden mit netten anderen F-Fahrern und -Fahrerinnen im Odenwald drehen. Dafür hatten wir uns von Donnerstag bis Montag extra im Internetforum verabredet. Allerdings sank die Gradzahl von an die 20 °C der vorletzten Woche auf einstellig über Null. Somit packten wir unsere neuen Heizjacken ein und starteten den ersten Probelauf für Island:

Anreise: Mit Koffern beladen, aber ohne Zelt (und dementsprechend ohne zusätzliche Rolle), ging es über die Dosenbahn los. Zum Glück war die Dosenbahn nach einer Stunde Geschichte und wir fuhren durch dicksten Nebel bei 3 °C durch die Eifel. Die Zusatzscheinwerfer bewährten sich, das nachfolgende Möppi war immer eindeutig im Spiegel identifizierbar. In Cochem wurden beim ersten Boxenstopp die kalten Finger und Füße bei einem morgendlichen Cappuccino wieder aufgewärmt.
Wieder auf „Betriebstemperatur“ ging es nach der Moselquerung in eleganten Schwüngen durch die Weinberge dem Hunsrück entgegen. Dieser gab sich etwas freundlicher, der Nebel löste sich auf und die Temperaturen kletterten auf sagenhafte 6 °C, die Sonne „wärmte“ die Nase durch das Visier. Die schmalen, kurvigen Sträßchen taten ihr übriges und die Laune stieg mit jedem gefahrenen Kilometerweiter nach oben. Allerdings „wärmte“ die Sonne nicht genug, denn immerhin bekam meine Emma Batterieprobleme, die Heizjacke und Heizgriffe fielen zeitweise aus. Ich vermutete Elektrikprobleme, die möglicherweise mit einem Neustart des Bordcomputers zu beheben wären (bei der alten Eintopf-F ein simpler, aber zumeist erfolgreicher Reparaturtipp!). Dies erwies sich aber als fataler Fehler, denn – einmal ausgeschaltet – ist die leergelutschte Batterie zu schwach zum Anlassen. Für die beheizten Handgriffe plus Navi plus Zusatzscheinwerfer plus Heizjacke ist die Lichtmaschine wohl nicht ausgelegt. Mittels artistischer Verrenkungen konnte das Handy in der Einsamkeit des Entenpfuhls (so heißt der Ort wirklich, dort sind wir nicht gelandet!) doch zur Verbindungsaufnahme mit den gelben Engeln bewegt werden. In der Zwischenzeit entfernten wir mittels des sehr übersichtlichen Bordwerkzeugs (ausnahmsweise hat man(n) KEIN Werkzeug mit) die Tankattrappe und legten die Batterie frei.
Hier hat sich die Batterie versteckt...Nach 1 ½ Std. Wartezeit tauchte mein Retter auf und fragte mich, wie er mir denn helfen könne. „Na, mit einem Starthilfekabel vermutlich“ und so sprang mein Mädel dann auch brav an und lief – ohne Heizjacke, ohne Heizgriffe und ohne Zusatzscheinwerfer – brav bis zum Ziel: Schriesheim im Odenwald. Auch am gesamten Wochenende sprang sie immer brav an, wusste ich doch jetzt, dass immer eins meiner geliebten Zusatz“spielzeuge“ ausbleiben musste – zur Schonung der Batterie :).

Karfreitag, erster Fahrtag: Herrliches Wetter, aber schweinekalt: 3°C bis 8 °C. Wir fahren zu viert und mit 4 Motorrädern herrliche Strecken kreuz und quer durch den Odenwald in unmittelbarer Nähe von Schriesheim. Kurven über Kurven und die wenigen Autos sind schnell überholt. Die einzigen vier unbekannten Motorradfahrer, die wir auf der Strecke sonst noch zu sehen bekommen, quälen uns und sich selbst durch die Kurven, weil sie  – in Ermangelung von Können, aber mit den nötigen PS ausgestattet – uns nicht vorbei lassen wollen. Immerhin hat die kleine Eintopf-F unserer Mitfahrerin nur 50 Pferdchen und damit nur höchstens halb so viele wie die Ducs der vorausfahrenden Kurveneierer. Boah ej, die können Gas geben, NACH den Kurven! Es macht trotzdem Spaß und nach 280 km und einigen Kaffee- und Mittagspausen später kommen wir wieder an unserer Unterkunft an. Die restlichen, inzwischen eingetroffenen F-Fahrer begrüßen uns mit großem Hallo.

(Kar-)Samstag, geplant schöner gemeinsamer Ausfahrtag mit allen! Statt dessen Regen und … Regen … und … erwähnte ich schon, dass es den ganzen Morgen geregnet hat? Ach ja, beim Frühstück entschieden sich die meisten, nach Heidelberg zu fahren, weil …  wie gesagt … Kalt ist ja egal, Regen ist auch egal, aber kalt UND Regen? Nee, geht gar nicht. So gut können die Klamotten gar nicht sein, als dass die kalte Nässe nicht doch ihren Weg findet. Das ist megagesundheitsschädlich. Also fahren die meisten mit ÖPNV (=öffentlicher Personennahverkehr – für die unter uns, die sonst immer mim Möppi fahren ;-)) nach Heidelberg, und wir beide schwingen die Hufe und treiben ein wenig Sport im gegenüberliegenden Hang. Dabei entdecken wir, dass die Wege nicht grundsätzlich gesperrt sind und beschließen ob des aufhörenden Regens, doch gleich im Anschluss eben dieselben den Möppis zu zeigen. Im dortigen Naturfreundehaus gibt’s die Mittagserbsensuppe, die unser Hotel nicht für uns bereithält. Es fehlt nur ein leckerer Verdauungskaffee. Wir beschließen, zum gestrigen Café zu fahren, schnell ist die Route auf dem Navi geplant. Als wir unsere Möppis besteigen, stellen wir fest, dass es zwischenzeitlich geregnet hat. Die 50 km zum Café sind schnell zurückgelegt, es gibt leckeren, selbst gebackenen Kuchen nebst Riesencappuccino. Als wir nach Hause fahren wollen, stellen wir fest, dass es – oh Wunder – in der Zwischenzeit geregnet hat. Am Hotel angekommen haben wir in einem halben Tag doch 160 km verfahren und sind kein einziges Mal nass geworden, sehr im Gegensatz und zum Neid diverser anderer Nichtfahrer, die sich dann aber bei einem Bier schnell besänftigen lassen.

Ostersonntag, Ausfahrtag bei herrlicher Sonne und sage und schreibe 1°C plus! Die Gruppen haben sich schnell zusammen gefunden. Unsere Gruppe besteht aus zwei kleinen Eintopf-Äffchen, unseren zwei großen Zweizylinder-Äffchen und drei Kühen. Wir sind flott unterwegs, so wie wir es lieben. Der Verkehr ist üppiger – es ist wohl Besuch(er)tag. Auf den 320 km der großen und kleinen Sträßchen (wobei uns die kleinen deutlich lieber sind ;-)) zwischen Main und Neckar treffen wir alle anderen immer an den Pausentreffs wieder.

Es ist ein lustiges Gemurmel und Erzählen der Erlebnisse und Schnattern ob der tiefen Temperaturen, in der Hoffnung, dass entweder die Tour abgekürzt wird, oder die Sonne endlich an Kraft zulegt und die zweistelligen Grade erreicht. Beide Wünsche bleiben – ihr ahnt es bereits – unerfüllt. Die schönsten Strecken des Odenwalds bleiben für uns unerreichbar, weil die Streckensperrungen wegen der Wettrennen einiger lebensmüder Blödmänner zu Sittenhaft aller Motorradfahrer führt. Das Unrecht schreit zum Himmel, bleibt aber bei der Politik ungehört und bei der Polizei bestehen und zwingt uns so zu reichlich Umweg, weil sonst keine Straßen gen Osten bestehen. Mist!

Ostermontag, Abreisetag Wie könnte es anders sein, es regnet wieder. Bei „satten“ 2° plus fährt ein Auto aus dem 5 km entfernten und etwas höher gelegenen Nachbarort mit geschlossener Schneedecke auf Motorhaube und Dach auf den Parkplatz, was die F-Fahrer zu plötzlicher, geschäftiger Eile antreibt. Jeder möchte nun auf einmal so schnell wie möglich über die Dosenbahn nach Hause. Bloß weg hier, bevor wir noch Kufen unter die Räder schrauben müssen. Über reichlich A 61 und nur wenigen Landstraßenkilometern eilen wir durch Regen und Rückreiseverkehr sowie Unfallstau (zum Glück ohne eigenen Unfall) nach Hause. Da der morgige Tag auch Regen bringen soll, werden wir diesen als Faulenzertag nutzen und vielleicht den Blog schreiben?

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